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Buch:1
Die Tore der Atlanter.
Dem Namen alle Ehre machend, lag die Burgruine auf einen
der höchsten Punkte in dieser Gegend. Burg war zu viel gesagt, da nur noch
bescheidene Reste von der wohl einstigen Pracht übrig waren. Man konnte
noch einzelne Fensternischen erkennen, die Aussparungen im Mauerwerk, wo
einmal die Tragebalken für die Decken und Fußböden gelegen hatten. Ein
halber Torbogen ragte aus der Mauer hervor und würde sicher bald in sich
zusammen fallen.
Da, wo vielleicht einmal eine Zugbrücke den Feinden das
Eindringen verwehrt hatte, lag der Rest der Burg jetzt für jeden Besucher
frei zugänglich dar. Einen Graben, falls es ihn einmal gegeben hatte, war
längst dem Erdboden gleichgemacht worden. Trotzdem ließ sich noch erahnen,
wie mächtig einst die Burg ausgesehen haben mochte.
Als Kristian die Burg fasst erreicht hatte, ließ er sich
mit Blick auf die Burg ins Gras sinken. Sein Rücken lehnte er entspannt
gegen einen großen Stein, der aussah, als würde er seit Anbeginn der Zeit
an dieser Stelle verharren und die vor ihm liegende Burg betrachten.
Ein Blick auf die vorbeiziehenden Wolken, die Burg vor ihm,
Sonnenschein und Urlaub, was wollte er mehr. Wie von selbst fielen ihm die
Augen zu. Er dachte über das Leben in der Burg nach. Sich vorzustellen,
wie die Bewohner ausgesehen haben mochten, wie sie gelebt hatten.
Eingestimmt vom Leben auf der Burg, öffnete er die Augen
und blickte verklärt zur Burg hinüber.
Zuerst undeutlich und verschwommen, sah er zwischen dem
Bergfried und der Außenmauer, ein seltsames Flimmern. Sicher reflektierte
eine zerbrochene Flasche das Sonnenlicht. Neugierig geworden,
konzentrierte er sich und sah genauer hin. Plötzlich wurde ihm kalt, eine
leichte Gänsehaut kroch über seinen Körper und absolute Stille breitete
sich aus. Er vergaß Raum und Zeit. So, als schaute man durch ein Guckloch,
öffnete sich ein stetig größer werdender runder Ausschnitt, die Konturen
des Randes verschmolzen im silbrigen Licht. Eine vollständig erhaltene
Burg bot sich seinen Augen dar. Die Burg in alter Pracht. Der Bergfried
hatte eine Größe, wie er ihn sich im Traum nicht vorgestellt hätte. Auf
ihn wehte eine Fahne, deren Wappen er nicht erkennen konnte. Mitten auf
dem Burgplatz, sah er einen Brunnen mit einem Dach aus Holzschindeln.
Plötzlich ließ die Stille nach. Das Wiehern eines Pferdes und der Klang
eines Amboss waren zu hören. Ehe er wusste wie ihm geschah, begann sich
das flimmernde Fenster wieder zu schließen. Kristian dachte noch, jetzt
fängst du schon am hellen Tag an zu träumen und zu fantasieren, als sich
das Fenster gänzlich schloss.
Mit einem Schlag sah er die traurigen Überreste der Burg
wieder vor sich. Etwas war mit ihm geschehen und er war sich sicher, dass
er nicht geträumt hatte. So sehr er seine Augen auch anstrengte und zur
Burg hinüber blickte, es änderte sich nichts mehr. Traurig und verlassen
wirkte jetzt das gewohnte Bild der verfallenen Burg.
Es war ihm nicht neu, das es schon oft vorgekommen war,
hauptsächlich an historischen Orten, dass Personen, die sich gegen altes
Gemäuer oder Heiligtümer gelehnt hatten, sich plötzlich in einer anderen
Zeitepoche wiederfanden. Dort hatten sie Dinge gesehen, die der heutigen
Zeit teilweise noch unbekannt waren. Kristian hatte aber nichts
dergleichen getan, der Stein hinter ihm, gegen den er lehnte, konnte wohl
auch nicht der Auslöser gewesen sein, obwohl er sicher schon so mancherlei
gesehen hatte.
Die Kälte wich langsam aus seinem Körper und machte der
wohltuenden Wärme der Sonnenstrahlen Platz. Kristian blickte zur Burg.
Ihm fiel ein, dass er als Auslöser zuerst ein Flimmern
zwischen dem Burgfried und der Außenmauer gesehen hatte. Da er das
Geschehen noch nicht verkraftet hatte und ihm der Schreck noch zu schaffen
machte, schob er weitere Überlegungen erst einmal beiseite. Auf jeden Fall
wollte er im Moment nicht mehr zur Burg, weil ihm das alles zu unheimlich
war.
Unweit der Burg Falkenhorst, am Talrand mit Blick auf die
Burg, wohnte sein Freund Kurt mit seiner jüngeren Schwester Jessika, der
Großvater und Maria die Haushälterin. Es war das Haus ihrer Eltern, einem
alten Anwesen. Es lag wie auf einem Präsentierteller inmitten grüner
Wiesen, rundherum hatte man freie Sicht, einen Nachbarn gab es nicht.
Kristian dachte darüber nach, das Haus musste bestimmt einige hundert
Jahre alt sein. Hinter dem Haus steht ein Stall, der auf uralten
Fundamenten erbaut war. In ihm stehen drei Reitpferde. Ein schlanker Turm
aus Bruchsteinen erbaut, streckte sich in die Höhe, und war an einer Seite
mit dem Stall verbunden. Kristian drehte sich um und sah, dass eine
Reiterin in vollem Galopp auf geradem Wege auf ihn zu kam. Er erkannte
Jessika, Kurts Schwester, wer sollte es anders sein. Ihre enge Reithose
brachte ihren schönen Körper voll zur Geltung und lenkte seine Gedanken in
eine andere Richtung. Sie brachte ihr Pferd vor Kristian zum Stehen und
blickte lächelnd auf ihn herab. Das lange blonde Haar, welches sie
meistens zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, wurde jetzt durch
die Reitkappe gebändigt. Obwohl Kristian sie schon seit seiner Kindheit
kannte, hatte er eigentlich nie weiterreichende Gefühle für sie empfunden.
Als er jetzt zu ihr hoch in ihre Augen blickte, wurde ihm zum ersten Mal
bewusst, dass sich etwas geändert hatte.
»Störe
ich?« fragte Jessika. »Ich
wollte dich nicht aus deinen Träumen reißen.«
Bevor er antworten konnte, sprang sie mit einem Satz vom
Rücken ihres Pferdes herunter.
»Was
ist passiert, du siehst so blass aus?«
»Was
ich gesehen habe glaubt mir sowieso keiner,ich kann es ja selbst
nicht glauben.«
»Erzähl
schon.«
Sie setzte sich zu ihm, in einer Hand hielt sie die Zügel.
Ihre Blicke trafen sich, Kristian wurde zum ersten Mal richtig bewusst,
wie schön sie war. Er atmete den Duft ihres Parfüms ein.
Da der Stein nicht viel Platz bot, saßen sie bald eng
beieinander, was ihm sehr gefiel. Er wollte gerade seinen Arm um ihre
Schulter legen, da sprang sie auf.
»Was
ist denn jetzt, willst du mich nicht in deine Geheimnisse einweihen?«
»Das
werde ich tun, aber lass mich eine Nacht darüber schlafen.«
»Wie
du willst, wann lässt du dich mal wieder bei uns sehen, wir könnten
zusammen ausreiten?«. Eine Antwort nicht abwartend, schwang sie
sich auf ihr Pferd und galoppierte winkend heimwärts. Ihr hinterher
blickend, beschloss er nach Hause zu gehen.
Kristians Zuhause, welches abseits am Dorfrand stand, kam
einem kleinen Knusperhäuschen gleich. Günstig hatte er es erwerben können,
als die vorherige Besitzerin in hohem Alter starb. Er kannte sie noch aus
seiner Jugendzeit. Oft hatte er in ihrem Garten Kirschen und Äpfel
gepflückt. Jetzt war es sein Zuhause.
Kristian war fünfundzwanzig Jahre alt, und betreute im Dorf
eine Jugendgruppe in Selbstverteidigung und Stockkampf. Heute war sein
erster Urlaubstag.
Er machte sich einen Kaffee und setzte sich nach draußen.
Die Obstbäume hingen voll. Leider wusste er mit dem Obst nichts anzufangen
und hatte schon eine Weile überlegt, sich ein paar Ziegen anzuschaffen,
die das Obst verwerten und den Rasen kurz halten sollten. Darum wollte er
sich später kümmern. Morgen in der Frühe, würde er sich erneut zur Burg
aufmachen.
Er stand früh auf, weil er vermeiden wollte, dass ihm
Besucher über den Weg liefen, wenn er sich die Stelle, von der das
Flimmern ausgegangen war, anschaute. Voller Ungeduld wäre er am liebsten
den ganzen Weg gerannt, aber seine schweren Wanderschuhe machten ihm
dieses unmöglich.
Angekommen, schaute er sich im Burghof um. Links das
ehemalige Wohnhaus, leere Fensterhöhlen, auf der rechten Seite der
Bergfried, an dem der Rest der Burgmauer lehnte. Nichts deutete auf den
gestrigen Vorfall hin. Kristian war sich sicher, dass hier am Bergfried
die richtige Stelle war. Zweifel keimte in ihm auf, dass er alles
vielleicht nur geträumt hatte. Solange er die Stelle auch anstarrte, es
passierte nichts. Oder doch? Er hörte Stimmen. Auch das noch, die ersten
Touristen waren schon angekommen.
Er zog sich auf die andere Seite zurück. So schnell wollte
er nicht aufgeben. Ihm fiel ein, wie er bei seiner Meditation die
Visualisierung zu Hilfe genommen hatte. Dies ist eine Technik, die sich
der Vorstellungskraft bedient, um geistige Bilder des jeweils erstrebten
Gegenstandes oder Zustandes zu erzeugen. Je aktiver die Fantasie arbeitet
sich ihrer zu bedienen, desto kraftgeladener wird sie. So wird eine Tür
zwischen der Welt, der gewöhnlichen Wirklichkeit und der geistigen Welt
geöffnet. Was würde passieren, wenn ich diese Technik jetzt und hier
anwende? fragte er sich. Würden die Touristen etwas mitbekommen?
Wahrscheinlich, denn dieses spielte sich ja nicht nur in seinem Kopf ab.
Er hatte das Flimmern nicht in Gedanken, sondern mit eigenen Augen
gesehen. Um Klarheit zu bekommen, wollte er einen Versuch wagen. Er
schaute sich um, die Luft war rein, als er sich auf die vermeintliche
Stelle am Bergfried konzentrierte. In Gedanken stellte er sich das
Flimmern vor, ähnlich der Spitzen eines lodernden Feuers oder der Fata
Morgana in der Wüste. Kristian hatte die Öffnung ja schon gesehen und
konnte sie deshalb vor seinem geistigen Auge entstehen lassen. Zunächst
passierte nichts. Er verstärkte seine Konzentration und spürte plötzlich
ein leichtes Kribbeln auf seiner Kopfhaut, das sich über den ganzen Körper
ausbreitete, je mehr er sich konzentrierte. Als sich auch noch eine
leichte Gänsehaut einstellte, wusste er, dass etwas passieren würde.
Plötzlich sah er das Flimmern. Es war fast durchsichtig und stieg vom
Boden empor. Ein angstvolles Kreischen ließ ihn hochfahren, mit der
Konzentration war es vorbei, das Flimmern erlosch.
Ein kleines Mädchen stand rechts hinter ihm. Er hatte sie
nicht kommen gehört. Es weinte und zeigte auf die Stelle, auf die er sich
gerade noch konzentriert hatte.
Schnell schaute er sich um. Es war sonst keiner in seiner
Nähe, der vielleicht auch etwas gesehen haben könnte. Da kam auch schon
der Vater durch die Schreie seines Kindes alarmiert, angerannt. Sein
Gesicht verdüsterte sich, als er nur sein Kind und Kristian wahrnahm. Das
Kind wollte sich nicht beruhigen und zeigte immer wieder auf die Stelle,
die zu Kristians Glück, nicht in seiner direkten Nähe war. Als der Vater
Kristian wieder anschaute, zeigte dieser ein unschuldiges Gesicht und
zuckte nur mit den Schultern. Der Vater nahm seine Tochter an die Hand und
beide verließen den Burghof. Endlich war die Ruhe wieder hergestellt. Das
wäre beinah schief gegangen. Trotzdem hatte sich der Morgen gelohnt.
Kristian wusste, wie er die Öffnung ins Mittelalter aktivieren konnte, und
dass auch andere diese sahen, und wahrscheinlich auch hindurch gehen
konnten, wenn sie geöffnet war.
Für heute war der Tag gelaufen. Der nächste Besuch hier
musste abends, besser nachts stattfinden. Zum einen weil er dann sicher
sein konnte, dass ihm keine Touristen in die Quere kamen, zum anderen
konnte er nur im Dunkeln durch das Tor in die Vergangenheit gehen, da er
nicht wusste was ihn auf der anderen Seite erwartete. Ziemlich aufgeregt
wäre er am liebsten zu Jessika gerannt um ihr alles zu erzählen.
Irgendwann würde ich sowieso nicht mehr daran vorbei kommen, dachte er.
Vielleicht hatte sie den Zwischenfall vom Vortag, als wir uns am Stein
trafen, auch schon vergessen. Anderseits war es vielleicht sinnvoll, wenn
jemand wusste, was ich vorhatte. Was wäre, wenn ich es nicht schaffen
würde, aus der anderen Welt zurückzukommen. An diese Möglichkeit mochte er
gar nicht denken. Bevor er sich auf das Abenteuer einlassen würde, wollte
er zumindest eine Nachricht hinterlassen und Jessika oder jemand anderes,
so weit wie nötig einweihen. Er drehte sich um und machte sich auf den
Heimweg. Noch ganz gefangen vom Geschehenen, schaute er rechts auf die
andere Seite ins Tal hinunter zum Haus von Jessika. Sicher war sie jetzt
zu Hause. Da er sonst nichts vorhatte, konnte er sie genau so gut
besuchen. Vielleicht traf er auch Kurt an, den er schon länger nicht mehr
gesehen hatte. Kurt war Immobilien-Makler und deshalb viel unterwegs,
ebenso wie seine Eltern. Von Kurt hatte er auch den Tipp erhalten über den
Verkauf seines späteren Hauses.
Kurts Haus war von einem hohen schmiedeeisernen Zaun
umgeben. Vom Eingangstor aus, durch eine kleine Parkanlage getrennt, lag
das Haus etwas höher.
»Warum
kommst du nicht herein,« tönte es hinter einen Bambusstrauch
hervor, »warst lange nicht hier.« Eine Harke in der Hand und
eine Zigarre im Mund kam ihm Kurts Großvater John entgegen. Sie sagten
alle nur Großvater zu ihm, was ihn nicht im Geringsten störte. Er hatte
ein freundliches Gesicht, das von einem Bart eingerahmt war. Trotz seines
hohen Alters von über achtzig Jahren, war er noch gut beisammen. Kristian
konnte sich gar nicht vorstellen, dass er jemals anders ausgesehen hätte.
Schnuppernd hebt Großvater seine Nase.
»Riechst
du es auch? Maria hat einen Kuchen gebacken.« Maria war die Köchin
und Haushälterin in einem. Kristian war hungrig und hatte gegen ein Stück
Kuchen nichts einzuwenden. Eine breite hohe Treppe führte zu einer
zweiflügeligen Eingangstür, welche von wildem Wein eingerahmt war. Jessika
hatte Beide durch das Fenster gesehen und kam ihnen durch die Tür
entgegen. Wie nicht anders zu erwarten mit ihrem lustig tanzenden
Pferdeschwanz, ihrer weißen Bluse und einer engen Jeans. Es war schon ein
erfreulicher Anblick. Kristian lachte sie an, »ich war oben auf der
Burg, als ich an deine Einladung dachte.«
»Seit
wann brauchst du eine Einladung, du weist dass du immer willkommen bist.«
Großvater grinste, nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarre, und sein
Gesicht verschwand hinter einer grauen Wolke. »Nun kommt schon
herein.«
Jessika packte Kristians Hand und zog ihn hinter sich her.
»Bist du immer so stürmisch?« fragte er, hielt aber weiter
ihre Hand fest umschlossen. Ihm gefiel es, ihre Hand zu halten. Sie
durchquerten die hohe holzgetäfelte Eingangshalle. Das verblichene Holz
schaffte eine dunkle Atmosphäre. Fasst wie in einer Burg, waren die Wände
mit mittelalterlichen Gegenständen dekoriert. Selbst eine Ritterrüstung
fehlte nicht. Kristian dachte daran, dass Kurt und er früher versucht
hatten diese Rüstung anzulegen. Sie hatten erfahren, dass ein neuer
Briefträger seinen Dienst antrat. Kurt hatte eine Stunde in der Rüstung
verharrt, ehe sich sein Opfer näherte. Da er noch nie hier gewesen war,
stand er in der Halle und schaute sich um. Natürlich interessierte ihn der
einsame Ritter. Die Hände auf das Schwert gestützt, stand Kurt jetzt hier,
immer mit der Erwartung ein Opfer möge endlich erscheinen. Er tat einen
schweren Seufzer. Der Postbote zuckte zusammen, schaute zuerst den Ritter
an, dann hinter sich. Zögernd näherte er sich wieder dem Ritter. Ein
breites Visier und der Helm verdeckten Kurts Gesicht.
Der Postbote ging auf Nasenlänge an das Visier heran, und
schaute durch den schmalen Schlitz, der die Augen bedeckte. Als er die
Bewegung und das Weiße in Kurts Augen sah, erschrak er so, dass seine
Hände vorschnellten als wolle er ein Gespenst von sich wegstoßen. Kurt,
durch das lange Stehen geschwächt, hob das Schwert um die Balance zu
halten. Er trat einen Schritt zurück, die Schwertspitze zeigte auf die
Brust des Postboten. Um das Gleichgewicht zu halten, hob Kurt das Schwert
mit beiden Händen als wollte er ihm den Kopf abschlagen. Mit weit
aufgerissenen Augen floh der Postbote schreiend aus dem Haus und ward
nicht mehr gesehen. Dieses war wörtlich zu nehmen, da beim nächsten Mal
ein anderer Postbote erschien.
Mittlerweile waren sie in der Küche angekommen. Jessika
versuchte meine Hand los zu lassen. Kristian lachte sie an, zog sie näher
an sich heran. Sie blickte ihn überrascht an, wusste nicht was sie davon
halten sollte. »Kinder,« sagte Großvater, »nun setzt
euch doch endlich an den Tisch.«
Der Tisch war groß, auf der langen Seite hätten je fünf
Personen Platz gehabt. Jessikas Eltern hatte nie viel Wert auf Etikette
gelegt. Solange keine Gäste im Hause waren, aß man lieber in der Küche als
im Esszimmer. Sie reisten viel und waren deshalb zurzeit nicht anwesend.
»Maria,«
sagte Großvater, »wir alle haben den lieblichen Duft deines Kuchens
gerochen, jetzt zeige uns dass er auch so gut schmeckt.« Maria
schüttelte den Kopf.
»Großvater,«
sagte Kristian, »wo ist der Brunnen geblieben der mitten im Burghof
stand?«
»Woher
weißt du dass da einer gestanden hat?
Soviel ich weiß, hat es da nie einen gegeben, aber es gibt
hier irgendwo einen alten Stich, vielleicht findest du da was du suchst.«
»Den
meine ich nicht,« antwortete Kristian, »darauf ist kein
Brunnen zu sehen.«
»Vielleicht
steht etwas in dem uralten Buch, dass in der Truhe der Bibliothek liegt«
sagte Jessika.
»Hast
recht,« sagte Großvater, »in dem alten Buch.« In der
Zwischenzeit war Jessika schon aufgestanden um das Buch zu holen. Es sah
wirklich alt und vergriffen aus. Vielleicht gehörte sie von Anfang an zum
Haus. Vorsichtig wurde die erste Seite aufgeschlagen. In Ermangelung von
Papier, hatte jemand die Ansicht des Burghofs auf die zweite Seite gemalt.
Ein Blick genügte, um den Brunnen zu erkennen. Jessika und Großvater
blickten mich ungläubig an.
»Mein
Junge,« sagte er, »hast du das Buch schon mal in deine Hände
gehabt?«
Was sollte er sagen, wenn er sein Geheimnis noch nicht
preisgeben wollte?
»Bestimmt
nicht,« sagte er, »das Buch sehe ich heute zum ersten Mal.
Ich war heute im Burghof, und mir war, als hätte dort ein Brunnen
gestanden.«
»Wie kommst du darauf?« fragte Großvater, »ich habe
dort noch nie einen Brunnen gesehen.« Maria hatte schweigend
zugehört.
»Erinnerst
du dich,« sagte Kristian zu Jessika, »gestern, als wir uns
trafen fragtest du, warum ich so blass ausgesehen habe, da ist es
passiert, ich habe den Brunnen in der Burg gesehen.« »Vielleicht
war es ein Traum,« schwächte er ab, obwohl er es besser wusste,
»aber den Brunnen habe ich gesehen.«
»Lernt
man das in der Meditation?« fragte Jessika, »wann kannst du
mir das beibringen, ich will den Brunnen auch sehen.«
»So
schnell geht das nicht, außerdem wolltest du nie etwas davon hören.«
Er hoffte, dass er ihr damit erst mal die Luft aus den Segeln genommen
hatte. »So leicht kommst du mir nicht davon,« sagte sie,
»du verschweigst mir etwas.«
Kristian stand auf und kam ihr dabei ziemlich nah. Sein
Blick in ihre Augen ließ sie verstummen.
»Was
soll das, willst du mich hypnotisieren?«
Verunsichert ging sie einen Schritt zurück.
»Ich
muss jetzt gehen,« sagte er. »Maria, vielen Dank, der Kuchen
hat wirklich gut geschmeckt.«
Großvater hatte es plötzlich eilig.
»Kinder,«
sagte er, nachdem er seine Kaffeetasse mit einem Schluck leerte, »ich
muss jetzt mein Mittagsschläfchen halten, wir sehen uns.«
»Was
soll denn dass?« fragte Jessika, »gerade wo es spannend wird
verkrümelt ihr euch.«
Jessika sagte nichts, als Kristian sie verließ und durch
die Halle nach draußen ging. Nicht mehr an den Großvater denkend, zog
dieser ihn plötzlich zur Seite, als er durch das Tor gehen wollte.
»Mein
Junge, egal was du vor hast, ich bin dabei.« „Vielleicht ist es
besser wir reden jetzt darüber,“ dachte Kristian,
wer weiß was noch passiert.“
»Komm,
wir gehen zu den Pferdeställen, dort können wir in Ruhe reden.«
Großvater machte große Augen, als Kristian ihm seine
Geschichte erzählte.
»Was
willst du als nächstes machen?« fragte er.
»Ich
werde heute Nacht durch das Tor gehen,« antwortete er, »falls
ich nicht wieder zurückkomme, weißt du dass etwas passiert ist, erzähle
keinem etwas.«
Wie man das Tor öffnete verschwieg er vorsichtshalber.
Großvater brachte es fertig und marschierte durchs Tor hinter ihm her.
»Wenn
alles gut geht, komme ich morgen wieder vorbei.«
»Endlich
ist mal wieder etwas los,« sagte Grosvater, »ich drück dir
die Daumen.«
Es war jetzt später Nachmittag. Einige Dinge wollte er sich
noch kaufen. Er überlegte, frische Batterien für seine Taschenlampe, etwas
zu essen und zu trinken, falls er einen Tag länger bleiben musste.
Ein Hupen hinter ihn ließ ihn erschreckt zusammenfahren und
zur Seite springen. Jessika drehte das Fenster von ihrem Geländewagen
herunter.
»Ich
muss sowieso ins Dorf, da habe ich mir gedacht dass du sicher froh bist,
wenn du nicht zu Fuß gehen musst.« Er stieg in ihr Auto und wollte
ihr gerade danken als sie sagte: »meint ihr vielleicht, ich sei
blöd und habe nicht gesehen, wie ihr beide noch zu den Pferdeställen
geschlichen seid. Großvater ist wie verwandelt, er strahlt über das ganze
Gesicht. Das müssen ja sehr wichtige Geheimnisse sein, die ihr vor mir
verbergen wollt.«
»Beruhige
dich, Großvater wollte dass ich ihm etwas besorge, und ich habe ihm
versprochen mit keinem darüber zu reden.« Nach ein paar Minuten
Fahrt sagte er: »du kannst mich hier rauslassen, ich muss noch ein
paar Dinge einkaufen.«
Wütend darüber, nichts Neues erfahren zu haben, trat
Jessika auf die Bremse.
»Vielleicht
schaue ich morgen wieder bei euch vorbei.« Er stieg aus und bevor
er noch etwas sagen konnte, gab sie Gas. Statt noch Einkäufe zu erledigen,
wendete sie und fuhr den gleichen Weg zurück. So ein Luder dachte er, sie
wollte mich nur aushorchen. Die Einkäufe hatte er schnell hinter sich
gebracht. Wer weiß, was ihn erwartete. Zu Hause angekommen, packte er
alles in seinen Rucksack und machte sich etwas zu essen. Er stelle den
Wecker auf dreiundzwanzig Uhr und legte sich angezogen auf sein Bett,
worauf er auch sofort einschlief. Das laute Schrillen des Weckers ließ ihn
hochfahren.
Kristian merkte, wie er zunehmend nervöser wurde. Jetzt zu
kneifen kam für ihn nicht in Frage. In einer dreiviertel Stunde würde er
den Tatsachen ins Auge sehen müssen.
Das Auto zu nehmen schien ihm zu verdächtig. Zu dieser Zeit
würden die Autoscheinwerfer auf den Weg zur Burg eventuell jemand
neugierig machen. Die Zeit war ja auch so eingeplant, dass er kurz vor
vierundzwanzig Uhr durch das Tor gehen würde. Es war frisch und er war
froh, dass er einen dicken Pullover angezogen hatte. Der Mond hatte ein
Einsehen mit ihm, so dass er die Batterien der Lampe schonen konnte.
Ein wenig unheimlich ragten die Umrisse der Burg bald vor
ihm auf. Nachts war ich noch nie hier gewesen, alles wirkte so bedrohlich.
Im Burghof angelangt, stellte er sich sogleich auf die
Stelle, wo er gestern das Flimmern gesehen hatte. Ehe er es sich anders
überlegen konnte, setzte er mit aller Kraft die Öffnungszeremonie in Gang.
Das Flimmern zu seinen Füßen breitete sich aus, silbriges Licht erhellte
die Stelle. Ein leichtes Frösteln stellte sich ein, es formte sich ein
wabernder flimmernder pulsierender Ring. Um ihn tat sich eine Öffnung auf
die immer größer wurde. Auf der anderen Seite der Öffnung war es genau so
dunkel wie vor der Öffnung. Er machte einen Schritt nach vorne und ihm
wurde klar, dass sich etwas verändert hatte. Er blickte an sich herunter,
kein Flimmern, es war sehr dunkel, der Mond schien hinter einer Wolke
verschwunden zu sein. Kristian sah das Tor nicht mehr und wollte schon zur
Taschenlampe greifen, als er neben sich ein lautes Schnaufen vernahm.
Erschrocken trat er einen Schritt zurück, und stieß dabei gegen einen
Holzeimer, der umkippte. Ein Pferd wieherte laut und schlug nach hinten
gegen die Stallwand. Inzwischen wurde ihm klar, dass ihm der Übergang ins
Mittelalter gelungen war. Das Geräusch eines zurückgleitenden Riegels,
brachte ihn auf den Boden der Wirklichkeit zurück.
»He,
ganz ruhig,« tönte es von vorne, eine hölzerne Lampe in der eine Kerze
brannte in der Hand, schlurfte ein älterer Mann die Pferdeboxen entlang.
Gerade noch rechtzeitig ging Kristian sich bückend hinter einen Heuhaufen
in Deckung. Jetzt erst fiel ihm auf, dass der Dialekt des Mannes schon
etwas merkwürdig klang. Die älteren Leute in seinem Dorf sprachen auch
noch einen Dialekt, den er wohl verstand. Dieser hier klang wieder anders,
aber doch irgendwie noch verständlich. Da die Pferde sich beruhigt hatten,
schlurfte der, er nahm mal an, dass es ein Wächter war, wieder heraus.
Aufatmend erhob Kristian sich und ging auf die Tür zu. Ein Schiebebalken,
der von beiden Seiten bewegt werden konnte, verschloss die Tür. Er schaute
sich um. Um was sehen zu können, schaltete er seine Lampe ein.
Wohlweislich hatte er eine Lampe aus Bundeswehrbeständen mitgenommen, weil
man hier einen roten oder grünen Filter vor den Reflektor schieben konnte.
Im grünen Licht, zählte er 8 Pferdeboxen. Eine Leiter führte nach oben. Er
stieg hoch, mehrere kleine Verschläge lagen in einer Reihe. So leise wie
möglich, öffnete er eine Tür nach der anderen. Rechts und links lagen
Strohhaufen aufgeschichtet, teilweise mit einer Decke abgedeckt. An der
Stirnwand, das musste die Burgmauer sein, war ein doppeltes Regal
angebracht. Für einen Tisch war kein Platz mehr. Den letzten Verschlag
wollte er sich schon ersparen, als er Atemzüge hörte. Vorsichtig machte er
die Tür auf und sah einen Jungen von vielleicht 16 Jahren. In ärmlicher
Kleidung lag er auf seinem Strohlager. Leise schloss Kristian die Tür und
stieg die Leiter wieder herunter. Da er ein sicheres Versteck brauchte,
schaute er sich weiter um. Der linke hintere Teil war abgetrennt für Heu
und Stroh. Da der Stall sonst kein Versteck zu bieten hatte, wühlte er im
Strohlager einen Gang bis zur äußeren Stallwand. Mit dem Rücken drückte er
so lange das Stroh zur Seite, bis sich eine Höhle gebildet hatte. Durch
die seitliche Bretterwand, hatte er einen eingeschränkten Ausblick auf den
Hof. Da er wegen der Dunkelheit nichts Genaues sehen konnte, beschloss er
sich draußen umzusehen. Die Außentür war durch den hölzernen Holzriegel
geschlossen. Leise schob er den Riegel zurück. Draußen herrschte absolute
Stille, kein Feuerschein erhellte die Fensteröffnungen. Links von ihm
musste das Burgtor sein, auf das er sich leise zu bewegte. Die Stille
wurde jäh durch laute Schnarchtöne unterbrochen. Ein Schatten draußen an
der Wand, verriet ihm die Stelle, an der ein Wächter hockte. Ein Schwert
lag neben ihm. An dem Wächter vorbeiblickend, sah Kristian, dass das
Fallgitter heruntergelassen war. Dass er durch das Fallgitter hindurch
blicken konnte, sagte ihm, dass die Zugbrücke nicht hochgezogen war, was
wiederum bedeutete, dass friedliche Zeiten herrschen mussten. Es wäre ja
zu schön gewesen, wenn er einfach durch das Tor hätte gehen können. Erst
beim Zurückgehen entdeckte er das zweiflügelige Burgtor, welches ebenfalls
offen stand. Ein Flügel hatte auf der einen Seite noch einen kleinen
mannshohen Durchgang, der mit einer Tür geschlossen werden konnte.
Eigentlich hätte er sich mit der ersten Erkundung zufrieden
geben können. Er überlegte, ein zweiter Erkundungstag würde ihn auch nicht
weiter bringen. Um die Burg verlassen zu können, brauchte er Hilfe von
Innen. Schließlich konnte er nicht einfach durch das geöffnete Tor
spazieren falls es geöffnet würde. Der schlafende Junge im Stall war seine
einzigste Möglichkeit, wenn er die Burg nicht über die Burgmauer verlassen
wollte. Leise ging er wieder in den Stall und stieg die Leiter nach oben.
Der Junge lag auf dem Rücken in tiefem Schlaf. Gleichzeitig drückte
Kristian eine Hand auf den Mund des Jungen, während die Andere seinen
Brustkorb nach unten drückte. Erschreckt durch das wenig freundliche
Aufwecken fuhr der Junge hoch. Die Lampe, die mit einem Clip an Kristians
Brust geheftet war, verbreitete ein rötliches Licht. Erschreckte weit
aufgerissene Augen blickten Kristian an. Rotes Licht musste für ihn Feuer
bedeuten, die Hand auf seinen Mund bedeutete sicher ein Überfall. Kristian
musste seine ganze Kraft einsetzen um den in Panik geratenen Jungen unten
zu halten.
»Ruhig,
ruhig,« versuchte er ihn zu beruhigen, nicht wissend ob er ihn
überhaupt verstand. Als der Junge merkte, dass der Druck auf seine Brust
langsam nachließ, entspannte er sich merklich. Schließlich gab Kristian
seine Brust frei und hielt einen Finger auf seinen Mund. Nickend gab der
Junge zu verstehen, dass er verstanden hatte. Langsam entfernte Kristian
seine Hand von dem Mund des Jungen.
Abwartend blickte dieser ihn an. Um keine weitere Panik
aufkommen zu lassen, wühlte Kristian in seine Taschen. Ein paar Kekse,
noch verpackt, hielt er ihm hin. Sicherlich konnte er sich nicht im
Entferntesten vorstellen was ihm da vorgehalten wurde Kristian entfernte
also die Verpackung und biss in einen Keks. Der Bissen war noch nicht
heruntergeschluckt, als ihm schon die Kekse aus der Hand gerissen wurden.
Beide Hände zu Hilfe nehmend, verschwanden die Kekse nacheinander in
seinen Mund. Auf jeden Fall schmeckte ihm das Versöhnungsgeschenk.
»Ich
heiße Kristian,« sagte dieser, und zeigte auf seine Brust. Mit
seinem Finger auf sich deutend sagte er nur: »Johannes.«
Froh über die schnelle Verständigung zog Kristian nochmals
Kekse aus seine Tasche und hielt sie ihm hin. Im nu hatte er die
Verpackung aufgerissen und den Inhalt in seinen Mund geschoben. Kristian
hatte jetzt Gelegenheit, sich den Jungen näher anzuschauen. Er schien eher
fünfzehn wie sechzehn Jahre alt zu sein und hungrig dazu. Geschichtlich
hatte Kristian sich nicht auf seinen Ausflug vorbereitet, deshalb wusste
ich eigentlich nichts über das Mittelalter.
»Wo
kommst du eigentlich her?« fragte jetzt der Junge in seinem
seltsamen Dialekt. Dieser war gut zuverstehen. Erfreut darüber, dass es
keine großen Verständigungsprobleme geben würde, fiel Kristian ein Stein
vom Herzen und er wich seiner Frage aus.
»Kannst
du mir helfen aus dem Burghof heraus zu kommen?« fragte er ihn
stattdessen.
»Das
geht jetzt nicht, das Fallgitter ist unten, vor morgen Früh kann keiner
die Burg verlassen.« Er blickte Kristian von oben bis unten an, und
ihm wurde bewusst, dass er sofort auffallen würde. Johannes hatte einen
mit Ärmel versehenen Rock an, der vorne geschlossen war, mit einem
Schlitz, der nur so groß war, dass der Rock über den Kopf gezogen werden
konnte. Die Hose war eine Art Kniehose. Mehrfach geflickt schien sie ihn
durch die Hälfte seines Lebens begleitet zu haben. Zwei strumpfartige
Unterteile hatte er bis über die Knie hochgezogen. Vor seinem Bett standen
seine Schuhe. Sie waren aus einem Stück Leder geschnitten. Durch Löcher am
Rand des Leders konnte das Leder um den Fuß geklappt und wie normale
Schuhe geschnürt werden.
»Kannst
du mir Sachen zum Anziehen besorgen, damit ich nicht auffalle? Du bekommst
sie bestimmt wieder.« Die Stirn in Falten gelegt, schien er zu
überlegen. Johannes stand schließlich auf und ging zu einer Kiste, die
neben seinem Bett stand. Er hob den Deckel und holte mehrere Teile heraus,
die etwas besser aussahen als die, die er gerade anhatte.
»Pass
auf die Sachen auf,« sagte er, »das sind meine Besten, ich
will sie wiederhaben.«
»Johannes,«
sagte Kristian während sich mich umzog, »vorerst darfst du keinem
etwas von mir erzählen. Ich bringe dir auch etwas zu Essen mit.«
»Ist
gut,« antwortete er. »Morgen Früh werde ich dich aus der
Burg bringen.«
»Moment,
nicht so schnell, ich möchte mich nur draußen umsehen, abends musst du
mich wieder hierher zurück bringen. Sollte etwas dazwischen kommen,
versuchst du es am nächsten Tag.«
»Schon
gut,« sagte er, »heute früh versteckst du dich in meinem
Karren mit dem ich den Pferdemist nach unten bringe. Abends hole ich
frisches Heu damit nach oben.« Unter Mist begraben zu sein gefiel
Kristian überhaupt nicht, eine andere Möglichkeit schien es aber wohl
nicht zu geben. Da er zu nervös war um noch etwas bis zum Morgengrauen zu
schlafen, fragte er Johannes: »wieso schläfst du hier alleine, es
gibt doch noch mehr Kammern?«
»Die
Ställe sind nicht alle belegt. Unten in der Vorburg gibt es noch einen
größeren Stall. Hier stehen nur die Gebrauchspferde der Grafen. Im Winter,
wenn hier mehr Pferde stehen, sind auch mehr Kammern belegt.«
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