U-Boot Modellbau- alte Waffen  Fantasy-Roman   von mir -
 
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Fantasyroman

 

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Fantasyroman über  die vergessenen Tore der Atlanter, er rettet einem Elfen das Leben und wird dafür belohnt. Alien werden seine Freunde, 
sie nehmen ihn mit auf den amerikanischen Geheimstützpunkt  wo sie die Amerikaner  wissenschaftlich unterstützen.
 
  Fantasyroman von Hermann Büsken
 
Sollte ein Verlag Interesse an meinen Roman haben, würde ich mich freuen und ich stelle gerne weitere Seiten zur Verfügung..
                                          Die vergessenen Tore der Atlanter.
                                        
                                                                                             
                                                                                           

Über mich.

Ich wurde  in Palling, Oberbayern geboren. Während der Kriegswirren hatte es meine Mutter dorthin verschlagen. Aufgewachsen bin ich in dem Dorf Raesfeld  bei Borken in NRW.

Schon in jungen Jahren habe ich viel gelesen. Kein Karl May war vor mir sicher. Später schlug ich die Richtung Perry Rodan und artverwandte Bücher ein. Ufo- Literatur, und Esoterik, aber auch ganz normale Taschenbücher runden das Bild ab. Als ich einen Gruselroman las, und mich über die primitive  Ausdrucksweise wunderte, stellte ich fest, das hättest du besser gekonnt. Ab diesem Zeitpunkt reifte der Plan, selber ein Buch zu schreiben. Ich habe mir dafür ein paar Jahre Zeit gelassen, da ich nur geschrieben habe wenn ich in Stimmung war. Dabei habe ich festgestellt dass es Zustände gab, in dem ich mich nur hinzusetzen brauchte und mein Stift ein Eigenleben entwickelte. War vorher alles festgefahren, wurden plötzlich Probleme gelöst und neue Ideen wurden geboren. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass ich unsichtbare Hilfe hatte.  Ich hatte dann beim Schreiben ein Erlebnis das mich lehrte dass es auch eine böse Seite gab. siehe hier:

Zur Zeit arbeite ich an meinem 3. Buch..

Eines meiner Hobbys ist U-Bootmodellbau. Ich habe darüber vier Hefte geschrieben die ich auf dieser Homepage  anbiete.

 Ich lebe alleine mit meinem Hund und zwei Katzen.

 

 
              Ich bin dankbar für jede Kritik, per E-Mail  

Da ich keine Probeleser habe und auch sonst nicht weiß wie meine Schreiberei vom Leser aufgenommen wird, bin ich dankbar für jede Anregung oder Kritik sollte sie noch so direkt ausfallen. Bitte schreiben sie in mein    Forum-Formular

 
Meine Erfahrung mit dem Novum Druckkosten-Zuschussverlag. Ich kann nur jeden Autor warnen sich mit diesen Verlag einzulassen.
siehe: www.hermann-buesken.de/novumverlag  
 
Meine Geschichte ist im Bereich Fantasy angesiedelt und greift auf Erzählungen und Legenden zurück, die heute noch teilweise aktuell sind. 
Ich brauchte also nicht allzu viel Fantasy aufbringen, das haben schon Andere für mich gemacht. Ich habe daraus nur eine Geschichte gemacht.
In dem Buch kommen Alien und Elfen vor. Dass es Außerirdische gibt will wohl keiner bezweifeln? 
 
Rezension.
Der Autor Hermann Büsken hat erst spät festgestellt dass er ein Buch schreiben kann. Ausschlaggebend war ein Horrorroman der seiner Meinung nach zu primitiv geschrieben war. Er sagte sich das hättest du besser gekonnt. Das war die Geburtsstunde seines Fantasyromanes „Die vergessenen Tore der Atlanter“.
Der Roman handelt  von einem jungen Mann namens Kristian der durch Zufall in einer Burgruine ein Tor ins Mittelalter findet. Dort trifft er die ehemaligen Burgbewohner. Er rettet einem Elfen das Leben und erhält dafür ein Medaillon mit dessen Hilfe er sich unsichtbar machen und von einem Ort zum anderen springen kann. Er erfährt dass sich das Elfenreich in einer Parallelwelt befindet und sie dort einen Stützpunkt haben der auch von Außerirdische angeflogen wird. Die Außerirdischen werden seine Freunde. Mit ihnen fliegt er zum Geheimstützpunkt Area 51 in die USA wo die Amerikaner von den Alien wissenschaftlich unterstützt werden. Lena die Reporterin und Jessika seine Freundin begleiten Kristian auf viele seiner Reisen.
.   Die folgenden Abenteuer zeichnen ein Bild wie eine Erstbegegnung mit Außerirdische aussehen könnte. Auch das Mittelalter bietet genug Stoff für spannende Abenteuer.
 
Der Autor hat sich gefühlvoll in die Lage des Entdeckers der „vergessenen Tore der Atlanter“ versetzt.  Wie würde man sich verhalten plötzlich im Mittelalter zu sein?
Zurückgreifend auf Sichtungen im Mittelalter versucht der Autor die Elfen glaubhaft wiederzubeleben, deren Blütezeit das Mittelalter war. Die Elfen als mächtiges Volk, schon damals der Menschheit weit überlegen. Noch heute glauben viele Leute im Norden Schottlands, dass eins die Sinth, das Elfenvolk (oder das kleine Volk) existierte. Der Glaube hat sich in der Bezeichnung „Gute Nachbarn“ gehalten. Auch wenn sie sich den Menschen manchmal feindselig zeigten. Noch heute gibt es in Island eine staatliche Elfenbeauftragte.
Dass Elfen und Außerirdische zusammen in einer Parallelwelt einen Stützpunkt betreiben klingt vorstellbar. Schon in der Bibel wurde von Sichtungen gesprochen. Von Wagen am Himmel mit feurigen Rädern war die Rede.

 

bulletAlien
bulletNach der Klosterchronik von St. Albans erschien in England am Neujahrstag 1254 „eine Art Schiff in der Luft, von anmutiger Bauweise und wunderbaren Farben“.
bullet1546  haben mehrere tausend Einwohner über Basel einen Schwarm glänzender Scheiben beobachtet. Das Ereignis sorgte für Aufsehen im gesamten Abendland.

1697 flog eine "hell leuchtende, kreisförmige Maschine mit einer Kugel in der Mitte" über Hamburg und anderen norddeutschen Orten.

Auch die Bevölkerung Nürnbergs beobachtete in den frühen Morgenstunden des 14. April 1561 merkwürdige Flugobjekte über ihrer Stadt. Hunderte von Menschen sahen zwischen vier und fünf Uhr in der Frühe erschrocken zu, wie unerklärliche Kugeln oder Scheiben am Himmel schwebten. Es waren Kugeln von blutroter, bläulicher und eisern-schwarzer Farbe oder Ringscheiben in großer Anzahl in der Nähe der Sonne, etwa drei in der Länge, manchmal vier in einem Quadrat.,

Am 7. Juni 1779 wurden über Boulogne in Frankreich "zahlreiche glühende Scheiben" beobachtet.

Elfen.
Das Mittelalter war die Blütezeit der Elfensichtungen. Noch Heute gehören Elfen zu Island wie die Berge zu Bayern", sagt Gudrun eine Deutsche, die schon länger in Island lebt. "Elfen sind wie wir, nur leben sie in einer besseren Welt, in einer Parallelwelt." In Island gibt es heute noch eine staatliche Elfenbeauftragte. Es kommt vor, dass für sie sogar eine Straße umgebaut werden muss.
Agobard, der Erzbischof von Lyon in Frankreich (8. Jahrhundert), schrieb, dass er eine Menschenansammlung angetroffen habe, die drei Männer und eine Frau lynchen wollten. Es waren Bewohner des Landes Magonia, die in Schiffen am Himmel fuhren und hier gelandet waren. Und auch Menschen entführten.
 
Eigenschaften der Elfen.
Sie können willkürlich verschwinden und erscheinen.
Sie sind intelligent und neugierig.
Sie haben die Macht. nach Belieben Dinge fortzutragen.
Als die Menschen noch nicht den größten Teil der Welt besiedelt hatten. lebten diese Geschöpfe auf der Erde und betrieben Ackerbau. Ihre Zivilisation hinterließ Spuren in den hohen Bergen; sie blühte zu einer Zeit. da es im ganzen Land nichts als Wälder und Forste gab.
Ihre Häuser sollen angeblich groß und wunderschön sein. doch meist bleiben sie dem menschlichen Auge verborgen. Kirk vergleicht sie mit verwunschenen Inseln. Die Häuser haben Lampen. die ewig brennen, und Feuer, die keinen Brennstoff brauchen.
Ihre Gewohnheiten und ihre Sprache sind. wenn sie es mit Menschen zu tun haben denen der Einwohner ähnlich.
Die alten Leute sagen< sie wüssten nicht, ob die Elfen aus Fleisch und Blut oder ob sie Geister seien. Sie wurden als menschenähnliche Wesen angesehen< die viel kleiner waren als wir. Man sagt, Elfen hätten früher normale Menschen aufgesucht und zu ihnen gesprochen< um zu verschwinden, wenn sie beobachtet wurden. Allgemein hieß es, die Elfen seien Geister, die sich nach Belieben sichtbar und unsichtbar machen könnten. Und wenn sie Leute entführten< dann nahmen sie Körper und Seele mit sich.
Reverend Robert Kirk ließ keinen Zweifel daran: Einst bewohnten Elfen das Land. Noch heute glauben viele Leute im Norden Schottlands, dass einst die Sith, das Elfenvolk (oder das Kleine Volk>, existierte. Der Glaube hat sich in der Bezeichnung »Gute Nachbarn« gehalten. auch wenn sie sich den Menschen manchmal feindselig zeigten.
Die Zeit vergeht dort nicht wie bei uns. In solchen Geschichten stoßen wir auf die Relativität der Zeit. Wie konnten die Geschichtenerzähler früherer Zeiten auf eine solche Idee kommen? Was inspirierte sie? Niemand kann diese Fragen beantworten. Doch es ist eine Tatsache, dass das unterschiedliche Zeitgefüge zwischen Magonia und unserer Welt in Geschichten aus allen Ländern eine Rolle spielt
 
 
      Testleser,    gesucht.

Hier gibt es eine Leseprobe aus meinem 1. und 2.  und 3. Roman "  

  

 

Buch 1 und Buch 2 wurden auch als jugendbuchfreie Version umgeschrieben.

                                                                             Bitte teilt mir eure Meinung  der Geschichte mit.

           Forum-Formular

Ich würde mich freuen wenn sich jemand finden würde der mir bei der Beseitigung der Rechtschreibfehler   helfen würde. Außerdem habe ich Probleme mit den Kommas und zu wenige Absätze gemacht. Bitte melde dich.

 

Seiten:617            Wörter:185596

                                             

Zusammenfassung-Expose  Buch 1    Zusammenfassung-Expose Buch 2 Fortsetzung     Buch 3

 Kristian hat Urlaub und ist auf dem Weg zur Burgruine Falkenhorst.

Kristian plant einen Handel mit römischen Gütern. Gegen ein Rind tauscht er die Waffen der beim Überfall getöteten Germanen ein. Die Museen reißen sich darum.

 

Leseprobe 20 Seiten Buch 1

 

Buch:1                 fantasykorrektur

 

Die vergessenen Tore der Atlanter.

Ich schaute aus dem Fenster, es würde ein schöner Tag werden. Für meinen ersten Urlaubstag hatte ich mir einiges vorgenommen. Das schlechte Wetter vergangener Tage hatten verhindert das Haus zu verlassen. Ich heiße Kristian, war jetzt 25 Jahre alt und meine Freundin hatte mir gerade den Laufpass gegeben. was ich als nicht sonderlich schlimm fand.  Wenn man Reiten als Sport bezeichnen kann, obwohl das Pferd ja die eigentliche Arbeit hat, so war die zweite Sportart die ich betrieb etwas schweißtreibender, nämlich Selbstverteidigung. Einmal die Woche unterrichtete ich die Kids im Dorf in dieser Sportart. Unweit der Burg Falkenhorst, am Talrand mit Blick auf die Burg, wohnte mein Freund Kurt in dem Haus seiner Eltern, einem alten Anwesen. Wenn ich so darüber nachdenke, das Haus musste bestimmt einige hundert Jahre auf dem Puckel haben. Im Gegensatz zur Burg wurde es die Jahre über gehegt und gepflegt. Kurt hatte eine schöne Schwester namens Jessika vier Jahre jünger wie ich. Nicht zu vergessen die Reitpferde die in ihren Stall standen der auf alten Fundamenten gebaut war und etwas abseits vom Haus lag. Die Fundamente waren ebenso wie ein kleiner Turm, von dem keiner mehr wusste was für eine Bedeutung er einmal hatte, erhalten geblieben und lehnte sich am Stall an. In jungen Jahren hatten wir hier viel gespielt. Es führte keine Treppe mehr auf die obere Plattform, wir hatten eine Leiter benutzt.

Ich wollte zur Burg hochsteigen und mich dort umsehen. Diesen Entschluss fasste ich nachdem ich am verregneten Vortag mir einen alten Ritterfilm zugemutet hatte. Da kommt man ins Träumen von Verließen, Geheimgängen, und versteckte Schätze. Es klingt vielleicht albern dass mir dieses erst nach so vielen Jahren in den Sinn kam. Vielleicht war es eine Bestimmung dass der Film diese Regung in mir ausgelöst hat. Da ich schon immer eine Regung zum Mystischen hatte, war ich nicht abgeneigt dieses als eine Fügung oder ein Zeichen zu deuten. Kurt lästerte immer wenn ich meditierte und er mich schon mal in einem abwesenden Zustand vorfand. Seit etwa einem Jahr hatte ich mich der Meditation verschrieben. Jessika Macbeth sagte einmal, "Meditation ist nicht etwas, das in unseren Köpfen stattfindet; wir tun es mit unserem ganzen Körper, Verstand, Gefühl und Geist, und alle diese Ebenen sind davon betroffen.  Die Meditation führt uns jenseits psychologischer Reichweiten und setzt etwas in Bewegung dass tief in unserem Inneren schlummert.

Wie dem auch sei, ich brannte darauf zur Burg zu kommen.

Was lag näher, als dass ich mich jetzt zur Burg Falkenhorst aufmachte. Dem Namen alle Ehre machend lag die Burg auf einen der höchsten Punkte in dieser Gegend. Drei Seiten wurden von sanft abfallende Felswände begrenzt. Burg war zuviel gesagt, da nur noch bescheidene Reste von der wohl einstigen Pracht übrig waren. Da, wo vielleicht einmal eine Zugbrücke den Feinden das Eindringen verwehrt hatte, lag der Rest der Burg jetzt für jeden Besucher frei zugänglich dar. Ein Graben, falls es ihn einmal gegeben hatte war längst dem Erdboden gleichgemacht. Trotzdem ließ sich noch erahnen wie einst mächtig die Burg ausgesehen haben mochte. Bei Kurt hatte ich einen alten Stich gesehen der die Burg als mächtiges Bollwerk und schutzverheißendes Bauwerk darstellte. Wer weiß ob der Künstler dieses Werkes die Burg noch als Ganzes gesehen hatte. Der beste erhaltene Teil der Burg war der Bergfried. Dieser war der höchste Teil einer Burg, von der Spitze aus konnte das Umfeld beobachtet werden. Im Falle eines Kampfes konnten die Verteidiger von hier aus vorteilhaft in den Kampf eingreifen. Er diente auch als letzte Zufluchtsstätte der Belagerten. Eckig steht er nahe der äußeren Burgmauer die teilweise nur noch ihre halbe Höhe hat. Der Bergfried mochte eine Höhe von über 20 Meter gehabt haben, Breit war er 9 bis 10 Meter

Der Zugang war nicht zu ebener Erde sondern etwa 4 Meter über der Erde. Es wurde meistens eine Leiter benutzt , die man bei Gefahr einziehen konnte. Der Eingang war eng, Einlass nur in gebückter Haltung. Zugleich diente der Turm auch als Schatzkammer falls es Schätze gab. Eine 2. Mauer die nur noch andeutungsweise zu sehen war mochte einmal die Burg in einem größeren Ring zusätzlich umschlossen haben. Soweit ich mich entsinnen kann sprach man dann von einen Zwinger. Hier mussten sich die Kräutergärten befunden haben. Ebenso die Pferdeställe und die Häuser der Diener und Leibeigenen.

Einen Rettungstunnel soll es auch geben, aber bisher hatte ihn noch keiner gefunden wohl weil sich noch keiner die Mühe gemacht hatte ihn zu suchen. Vielleicht lag es daran dass der Schutt vergangener Jahrhunderte alles wie ein Leichentuch zudeckte. Das alles fiel mir jetzt wieder ein, zumal dieses Wissen seit meiner Schulzeit in mir schlummerte.

 Ich war auf halbem Weg und machte eine Pause. Mit Blick auf die Burg, setzte ich mich ins Gras, den Rücken gegen einen großen Stein gelehnt, sicher eine Hinterlassenschaft aus der Eiszeit. Ein Blick auf die vorbeiziehenden Wolken, die Burg vor mir, Sonnenschein und Urlaub, was wollte ich mehr. Wie von selbst fielen mir die Augen zu. Ich dachte über das Leben in der Burg nach. Sich vorzustellen wie die Bewohner ausgesehen haben mochten, wie sie gelebt hatten. Eingestimmt vom Leben auf der Burg öffnete ich die Augen und blickte verklärt zur Burg hinüber. Zuerst undeutlich und verschwommen sah ich zwischen Bergfried und der Außenmauer ein seltsames Flimmern. Sicher reflektierte eine zerbrochene Flasche das Sonnenlicht. Neugierig geworden konzentrierte ich mich und sah genauer hin. Plötzlich wurde mir kalt, eine leichte Gänsehaut kroch über meinen Körper und absolute Stille breitete sich aus. Mein Körper kribbelte wie ich es von der Meditation kannte wenn ich einen bestimmten Zustand erreichte. In silbriges Licht getaucht vergaß ich Raum und Zeit. Wie wenn man durch ein Guckloch schaut öffnete sich ein stetig größer werdender runder Ausschnitt, die Konturen des Randes verschmolzen im silbrigem Licht. Eine vollständig erhaltene Burg bot sich meinen Augen dar. Die Burg in alter Pracht. Der Bergfried hatte eine Größe wie ich ihn mir nicht im Traum vorgestellt hätte. Auf ihn wehte eine Fahne, deren Wappen ich nicht erkennen konnte. Mitten auf dem Burgplatz sehe ich einen Brunnen mit einem Dach aus Holzschindeln. Plötzlich ließ die Stille nach.  Vogelgezwitscher, wiehern eines Pferdes und der Klang eines Amboss war zu hören. Ehe ich wusste wie mir geschah begann sich das flimmernde Fenster wieder zu schließen. Ich dachte noch, jetzt fängst du schon am hellen Tag an zu träumen und zu phantasieren, als sich das Fenster gänzlich schloss. Mit einem Schlag sah ich die traurigen Überreste der Burg wieder vor mir. Etwas war mit mir geschehen. Ich war mir sicher, dass ich dieses nicht geträumt hatte. So sehr ich meine Augen auch anstrengte und ich zur Burg blickte, es änderte sich nichts mehr. Traurig und verlassen wirkte jetzt das gewohnte Bild der verfallenen Burg. Es war mir nicht neu, das es schon oft vorgekommen war, hauptsächlich an historischen Orten, dass Personen die sich gegen altes Gemäuer oder Heiligtümer gelehnt hatten sich plötzlich in einer anderen Zeitepoche wiederfanden. Hier haben sie Dinge gesehen, die der heutigen Zeit teilweise noch unbekannt waren. Ich hatte aber nichts dergleichen getan, der Stein hinter mir gegen den ich lehnte konnte wohl auch nicht der Auslöser sein, obwohl er sicher schon so mancherlei gesehen hatte. Vielleicht war ich vorhin in einen ungewollten meditativen Zustand geraten. Die Kälte wich langsam aus meinen Körper und machten der wohltuenden Wärme der Sonnenstrahlen Platz. Ich blickte zur Burg.

Mir fiel ein dass ich als Auslöser zuerst ein Flimmern zwischen dem Burgfried und der Außenmauer gesehen hatte. Da ich das Geschehene noch nicht verkraftet hatte und mir der Schreck noch zu schaffen machte, schob ich weitere Überlegungen erst einmal beiseite. Auf jeden Fall wollte ich im Moment nicht mehr zur Burg. Ich drehte mich um und sah das eine Reiterin in vollem Galopp auf geradem Wege auf mich zu kam. Jessika, Kurts Schwester, wer sollte es anders sein. Ihr enges Reitdress brachten ihren schönen Körper voll zur Geltung und lenkten meine Gedanken in eine andere Richtung. Sie brachte ihr Pferd vor mir zum Stehen und blickte lächelnd auf mich herab. Das lange blonde Haar, welches sie meistens zu einen Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, wurde jetzt durch die Reitkappe gebändigt. Obwohl ich sie schon seit unserer Kindheit kannte hatte ich eigentlich nie mehr Gefühle für sie empfunden wie für eine Schwester. Als ich jetzt zu ihr hoch in ihre Augen blickte wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass sich etwas geändert hatte. »Störe ich?« fragte Jessika. »Ich wollte dich nicht aus deinen Träumen reißen.« Bevor ich antworten konnte, sprang sie mit einem Satz vom Rücken ihres Pferdes. »Was ist passiert, du siehst so blass aus?« »Was ich gesehen habe glaubt mir keiner« sagte ich, »ich kann es ja selbst nicht glauben.« »Erzähl schon,« sie setzte sich zu mir. Unsere Blicke trafen sich, mir wurde richtig heiß. Der Duft Ihres Parfüms verschlimmerte den Zustand noch. Am Liebsten hätte ich sie in meine Arme genommen und geküsst. Als wenn sie mein Verlagen ahnte lächelte sie mich wissend an. Schnell schüttelte ich meine Gedanken ab. Jessika wusste dass ich meditierte. Ich hatte schon mal versucht ihr die Vorzüge zu erklären und sie darin einzuweisen, sie hatte einfach kein Interesse. Ich war damals froh dass sie mich nicht ausgelacht hatte. Da der Stein nicht viel Platz bot saßen wir bald eng beieinander was mir sehr gefiel. Ich wollte gerade meinen Arm um ihre Schulter legen, da sprang sie auf. »Was ist denn jetzt,« sagte sie, »willst du mich nicht in deine Geheimnisse einweihen?« »Das werde ich tun,« sagte ich, »aber lass mich eine Nacht darüber schlafen.« »Wie du willst« antwortete sie. »Wann lässt du dich mal wieder bei uns sehen, wir könnten zusammen ausreiten?«. Eine Antwort nicht abwartend schwang sie sich auf ihr Pferd und galoppierte heimwärts. Auch ich beschloss nach Hause zu gehen. Mein Zuhause war ein kleines Knusperhäuschen welches abseits am Dorfrand stand. Ich hatte es günstig erwerben können, als die vorherige Besitzerin in hohem Alter starb. Ich kannte sie noch aus meiner Jugendzeit. Oft hatten wir in ihrem Garten Kirschen und Äpfel gepflückt. Jetzt war es mein Zuhause.

Ich machte mir einen Kaffee und setzte mich nach draußen. Die Obstbäume hingen voll. Leider wusste ich mit dem Obst nichts anzufangen. Ich hatte schon überlegt mir ein paar Ziegen anzuschaffen die das Obst verwerten sollten. Darum würde ich mich später kümmern. Morgen in der Frühe wollte ich mich erneut zur Burg begeben, danach würde ich weiter entscheiden.

Ich stand früh auf weil ich keine Zuschauer wollte wenn ich mir die Stelle anschaute von der das Flimmern ausgegangen war. Voller Ungeduld wäre ich am liebsten den ganzen Weg gerannt, meine schweren Wanderschuhe machten mir dies aber unmöglich. Angekommen schaute ich mich im Burghof um. Links das ehemalige Wohnhaus, leere Fensterhöhlen, auf der rechten Seite der Bergfried an den die Burgmauer lehnte. Nichts deutete auf den gestrigen Vorfall hin. Ich war mir sicher dass hier am Bergfried die richtige Stelle war. Vielleicht hatte ich doch alles nur geträumt. Solange ich die Stelle auch anstarrte es passierte nichts. Oder doch, ich hörte Stimmen. Auch das noch, die ersten Touristen kamen. Ich zog mich auf die andere Seite zurück. So schnell wollte ich nicht aufgeben. Mir viel ein, das ich bei meiner Meditation die Visualisierung zu Hilfe genommen hatte. Dieses ist eine Technik die sich der Vorstellungskraft bedient um geistige Bilder des jeweils erstrebten Gegenstandes oder Zustandes zu erzeugen. Je aktiver die Phantasie arbeitet sich ihrer zu bedienen, desto kraftgeladener wird sie. So wird eine Tür zwischen der Welt, der gewöhnlichen Wirklichkeit und der geistigen Welt geöffnet. Was würde passieren, wenn ich diese Technik jetzt und hier anwende. Würden die Touristen etwas mitbekommen? Wahrscheinlich, denn dieses spielte sich ja nicht nur in meinem Kopf ab. Ich habe das Flimmern nicht in Gedanken sondern mit eigenen Augen gesehen. Um Klarheit zu bekommen musste ich einen Versuch wagen. Ich schaute mich um, die Luft war rein. Ich fixierte die vermeintliche Stelle am Bergfried an. In Gedanken stellte ich mir das Flimmern vor, ähnlich der Spitzen eines lodernden Feuers oder der Fata Morgana in der Wüste. Ich hatte das Tor ja schon gesehen und konnte es deshalb vor meinem geistigen Auge entstehen lassen. Zunächst passierte nichts. Ich verstärkt meine Konzentration und spürte plötzlich ein leichtes Kribbeln auf meine Kopfhaut welches sich über den ganzen Körper ausbreitete je mehr ich mich    konzentrierte. Als sich auch noch eine leichte Gänsehaut einstellte, wusste ich das etwas passieren würde. Plötzlich sah ich das Flimmern. Es war fast durchsichtig und stieg vom Boden empor. Ein angstvolles Kreischen ließ mich hochfahren, mit der Konzentration war es vorbei, das Flimmern erlosch.

Ein kleines Mädchen stand rechts von mir. Es weinte und zeigte auf die Stelle auf die ich mich gerade noch konzentriert hatte. Schnell schaute ich mich um. Es war sonst keiner in meiner Nähe, der vielleicht auch etwas gesehen haben könnte. Da kam auch schon der Vater des Kindes angerannt. Sein Gesicht verdüsterte sich, als er nur sein Kind und mich wahrnahm. Das Kind wollte sich nicht beruhigen und zeigte immer wieder auf die Stelle die zu meinem Glück nicht in meiner direkten Nähe war. Als der Vater mich wieder anschaute,  machte ich ein unschuldiges Gesicht und zuckte nur mit den Schultern.  Vater und Tochter verließen den Burghof. Endlich war die Ruhe wieder hergestellt Das wäre beinah schief gegangen. Trotzdem hatte sich der Morgen gelohnt. Ich wusste wie ich das Tor ins Mittelalter aktivieren konnte, und dass auch andere das Tor sehen und wahrscheinlich auch hindurch gehen konnten wenn es geöffnet wurde. Für heute war der Tag gelaufen. Der nächste Besuch hier musste abends, besser nachts stattfinden. Zum einen weil ich dann sicher sein konnte dass mir keine Touristen in die Quere kamen, zum anderen konnte ich nur im Dunkeln durch das Tor in die Vergangenheit gehen da ich nicht wusste was mich auf der anderen Seite erwartete. Ziemlich aufgeregt wäre ich am liebsten zu Jessika gerannt um ihr alles zu erzählen. Irgend wann kam ich sowieso nicht daran vorbei. Vielleicht hatte sie den Zwischenfall vom Vortag, als wir uns am Stein trafen auch schon vergessen. Anderseits war es vielleicht sinnvoll, wenn jemand wusste was ich vorhatte. Was wäre wenn ich es nicht schaffen würde aus der anderen Welt zurück zu kommen. An diese Möglichkeit mochte ich gar nicht denken. Bevor ich mich auf das Abenteuer einlassen würde musste ich zumindest eine Nachricht hinterlassen und Jessika oder jemand anderes so weit wie nötig einweihen. Ich drehte mich um und machte mich auf den Heimweg. Noch ganz gefangen vom Geschehenen schaute ich rechts auf die andere Seite ins Tal hinunter zum Haus von Jessika. Sicher war sie jetzt zu Hause. Da ich sonst nichts vorhatte konnte ich sie genau so gut besuchen. Vielleicht traf ich auch Kurt, den ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. Kurt war Immobilienmakler und war deshalb viel unterwegs, ebenso wie seine Eltern. Von Kurt hatte ich auch den Tipp erhalten über den Verkauf meines späteren Hauses.

Kurts Haus war von einem hohen schmiedeeisernen Zaun umgeben. Vom Eingangstor aus, durch eine Parkanlage getrennt lag das Haus etwas höher. Die 4 oberen Ecken des Hauses wurden durch Türmchen begrenzt in die Öffnungen eingelassen waren.

»Warum kommst du nicht herein,« tönte es hinter einen Bambusstrauch hervor, »warst lange nicht hier.« Eine Harke in der Hand und eine Zigarre im Mund kam mir Kurts Großvater John entgegen. Wir sagten alle nur Großvater zu ihm, was ihn nicht im geringsten störte. Er hatte ein freundliches Gesicht welches von einem Bart eingerahmt war. Trotz seines hohen Alters von über 80 Jahren war er noch gut beisammen. Ich kann mir gar nicht vorstellen dass er jemals anders ausgesehen hätte. Schnuppernd hebt er seine Nase, »riechst du es auch, Maria hat einen Kuchen gebacken?« Maria war die Köchin und Haushälterin in einem. Hungrig wie ich war ließ ich es mir nicht zweimal sagen. Eine breite hohe Treppe führte zu einer zweiflügeligen Eingangstür umgeben von wildem Wein. Jessika hatte uns durch das Fenster gesehen und kam uns durch die Tür entgegen. Wie nicht anders zu erwarten mit ihrem lustig tanzenden Pferdeschwanz weißer Bluse und enge Jeans. Es war schon ein erfreulicher Anblick. Ich lachte sie an, »ich war oben auf der Burg als ich an deine Einladung dachte.« »Seit wann brauchst du eine Einladung, du weist dass du immer willkommen bist.« Großvater grinste, machte einen tiefen Zug und verschwand hinter einer grauen Wolke. »Nun kommt schon herein.« Jessika packte meine Hand und zog mich hinter sich her. »Bist du immer so stürmisch?« fragte ich, hielt aber weiter ihre Hand fest umschlossen. Wir durchquerten die hohe holzgetäfelte Eingangshalle. Fasst wie in einer Burg waren die Wände mit mittelalterlichen Gegenständen dekoriert. Selbst eine Ritterrüstung fehlte nicht. Ich weiß noch dass Kurt und ich früher versucht hatten diese Rüstung anzulegen. Kurt hatte eine Stunde in der Rüstung verharrt, ehe sich ein Opfer näherte. Es war der Postbote. Er war neu hier , stand in der Halle und schaute sich um. Natürlich interessierte ihn der einsame Ritter. Die Hände auf das Schwert gestützt stand Kurt jetzt eine geschlagene Stunde hier, immer mit der Erwartung ein Opfer möge endlich erscheinen. Er tat einen schweren Seufzer. Ich hatte mich oben hinter dem Treppengeländer versteckt und erschrak über diesen Seufzer der selbst hier oben gut zu hören war . Der Postbote zuckte zusammen schaute zuerst den Ritter an, dann hinter sich. Er näherte sich wieder dem Ritter. Ein breites Visier und der Helm verdeckten Kurts Gesicht. Der Postbote ging auf Nasenlänge an das Visier heran und schaute durch den schmalen Schlitz der die Augen bedeckte. Als er die Bewegung und das Weiße in Kurts Augen sah erschrak er so, dass seine Hände vorschnellten als wolle er ein Gespenst von sich wegstoßen. Kurt, durch das lange Stehen geschwächt hob das Schwert um die Balance zu halten. Er trat einen Schritt zurück, die Schwertspitze zeigte auf die Brust des Postboten. Um das Gleichgewicht zu halten hob Kurt das Schwert mit beiden Händen als wollte er ihm den Kopf abschlagen. Mit weit aufgerissenen Augen floh der Postbote schreiend aus dem Haus und ward nicht mehr gesehen. Dieses war wörtlich zu nehmen, da beim nächsten Mal ein anderer Postbote erschien. Wir hatten die Rüstung schnell wieder zusammengebaut und uns verdrückt. Danach erzählte man sich im Dorf dass es im Haus der Lehmanns spukte.

Mittlerweile waren wir in der Küche angekommen. Jessika versuchte meine Hand los zu lassen. Ich lachte sie an, zog sie zu mir herüber und schaute ihr tief in die Augen. Jessika blickte mich überrascht an, wusste nicht was sie davon halten sollte. »Kinder,« sagte Großvater, »nun setzt euch doch endlich an den Tisch.« Der Tisch war groß, auf der langen Seite hätten je sechs Personen Platz gehabt. Die Familie Lehmann hatte nie viel Wert auf Etikette gelegt. Solange keine Gäste im Hause waren aß man lieber in der Küche. Sie reisten viel und waren deshalb zur Zeit nicht anwesend. »Maria,« sagte Großvater, »wir alle haben den lieblichen Duft deines Kuchens gerochen, jetzt zeige uns dass er auch so gut schmeckt.« Maria schüttelte den Kopf. »Großvater,« sagte ich, »wo ist der Brunnen geblieben der mitten im Burghof stand?« »Woher weißt du das da einer gestanden hat?« fragte er. »Soviel ich weiß hat es da nie einen gegeben aber es gibt hier irgend wo einen alten Stich, vielleicht findest du da was du suchst.« »Den meine ich nicht,« sagte ich, »darauf ist kein Brunnen zu sehen.« »Vielleicht steht etwas in der alten Bibel die in der Truhe in der Bibliothek liegt« sagte Jessika. »Hast recht,« sagte Großvater, »in der alten Bibel.« In der Zwischenzeit war Jessika schon aufgestanden um die Bibel zu holen. Sie sah alt aus. Vorsichtig wurde die erste Seite aufgeschlagen. Ein Blick genügte um den Brunnen zu erkennen. Jessika und Großvater blickten mich ungläubig an. »Mein Junge,« sagte er, »hast du die Bibel schon mal in deine Hand gehabt?« Was sollte ich sagen wenn ich mein Geheimnis nicht preisgeben wollte. »Bestimmt nicht,« sagte ich, »die Bibel sehe ich heute zum ersten Mal.  Ich war heute im Burghof, und mir war als hätte dort ein Brunnen gestanden.« »Bist du ein Spökenkieker?« fragte Großvater, »ich habe dort noch nie einen Brunnen gesehen.« Das Telefon in der Eingangshalle klingelte und rettete mich vor weiteren Erklärungen. Jessika sprang auf um den Hörer abzunehmen. »Großvater,« sagte ich, »ich muss mit dir über diese Sache reden, du weißt schon, aber wenn wir alleine sind.« »Nur soviel, ich habe den Brunnen gesehen.« Eins musste man ihm lassen, er steckte dies ohne eine Nachfrage weg, zumal Jessika wieder zurück kam. Großvater hatte es plötzlich eilig. »Kinder,« sagte er nachdem er seine Kaffeetasse mit einem Schluck leerte, »ich muss jetzt mein Mittagsschläfchen halten, wir sehen uns.« »Was soll denn das?« fragte Jessika, »gerade wo es spannend wird verkrümelt ihr euch.« »Erinnerst du dich,« sagte ich, »gestern als wir uns trafen fragtest du warum ich so blass ausgesehen habe, da ist es passiert, ich habe den Brunnen in der Burg gesehen.« »Vielleicht war es ein Traum,« schwächte ich ab, obwohl ich es besser wusste, »aber den Brunnen habe ich gesehen.« »Lernt man das in der Meditation?« fragte Jessika, »wann kannst du mir das beibringen?« »So schnell geht das nicht, außerdem wolltest du nie etwas davon hören.« Ich hoffte dass ich ihr damit erst mal die Luft aus den Segeln genommen hatte. »So leicht kommst du mir nicht davon,« sagte sie, »du verschweigst mir etwas.« Sie kam mir ziemlich nah, die Versuchung war groß sie zu küssen. Mein Blick in ihre Augen ließ sie verstummen. »Was soll das denn, willst du mich hypnotisieren Verunsichert ging sie einen Schritt zurück. »Ich muss jetzt gehen,« sagte ich. »Maria, vielen Dank, der Kuchen hat wirklich gut geschmeckt.« Jessika sagte nichts als ich durch die Halle nach draußen ging. Nicht mehr an den Großvater denkend zog dieser mich plötzlich zur Seite als ich durch das Tor gehen wollte. »Mein Junge, egal was du vor hast, ich bin dabei.« Vielleicht ist es besser wir reden jetzt darüber dachte ich, wer weiß was noch passiert. »Komm wir gehen zu den Pferdeställen, dort können wir in Ruhe reden.« Großvater machte große Augen als ich ihm meine Geschichte erzählte. »Was willst du als nächstes machen?« fragte er. »Ich werde heute Nacht durch das Tor gehen,« antwortete ich. »Falls ich nicht wieder zurückkomme weißt du dass etwas passiert ist. Erzähl keinem etwas.« Wie man das Tor öffnete verschwieg ich vorsichtshalber. Großvater brachte es fertig und marschiert durchs Tor hinter mir her. »Wenn alles gut geht komme ich morgen wieder vorbei.« »Endlich ist mal wieder etwas los,« sagte er, »ich drück dir die Daumen.«

Es war jetzt später Nachmittag. Einige Dinge musste ich mir noch kaufen. Ich überlegte, frische Batterien plus Reservepack, etwas zu essen und zu trinken für alle Fälle falls ich einen Tag länger bleiben musste. Ein Hupen hinter mir ließ mich erschreckt zusammenfahren und zur Seite springen. Jessika drehte das Fenster von ihrem Geländewagen herunter. »Ich muss sowieso ins Dorf, da habe ich mir gedacht das du froh bist wenn du nicht zu Fuß gehen musst.« Ich wollte ihr gerade danken, als sie sagte, »meint ihr vielleicht ich sei blöd und habe nicht gesehen wie ihr beide noch zu den Pferdeställen geschlichen seid. Großvater ist wie umgewandelt, er strahlt über das ganze Gesicht. Das müssen ja sehr wichtige Geheimnisse sein, die ihr vor mir verbergen wollt.« »Beruhige dich,« sagte ich, »Großvater wollte dass ich ihm etwas besorge, und ich habe ihm versprochen mit keinem darüber zu reden.« Nach fünf Minuten Fahrt sagte ich, »du kannst mich hier rauslassen ich muss noch ein paar Dinge einkaufen.« Wütend darüber nichts neues erfahren zu haben trat Jessika auf die Bremse. »Vielleicht schaue ich morgen wieder bei euch vorbei.« Ich stieg aus und bevor ich noch etwas sagen konnte gab sie Gas. Statt noch Einkäufe zu machen wendete sie und fuhr den gleichen Weg zurück. So ein Luder dachte ich, sie wollte mich nur aushorchen. Die Einkäufe waren schnell gemacht. Wer weiß was mich erwartete. Zu Hause angekommen packte ich alles in meinen Rucksack und machte mir etwas zu essen. Ich stelle den Wecker auf 23 Uhr und legte mich angezogen auf mein Bett worauf ich auch sofort einschlief. Das laute Schrillen des Weckers ließen mich hochfahren. Ich merkte wie ich zunehmend nervöser wurde. Jetzt zu kneifen kam für mich nicht in Frage. In einer dreiviertel Stunde würde ich den Tatsachen ins Auge sehen müssen. Das Auto zu nehmen schien mir zu verdächtig. Zu dieser Zeit würden die Autoscheinwerfer auf den Weg zur Burg eventuell jemand neugierig machen. Die Zeit war ja auch so eingeplant dass ich kurz vor vierundzwanzig Uhr durch das Tor gehen wollte. Es war frisch und ich war froh dass ich meinen dicken  Pullover angezogen hatte. Der Mond hatte ein Einsehen mit mir so dass ich die Batterien der Lampe schonen konnte. Ein wenig unheimlich sah ich schon bald die Umrisse der Burg vor mir auftauchen. Nachts war ich noch nie hier gewesen, alles wirkte so bedrohlich. Im Burghof angelangt stellte ich mich sogleich auf die Stelle wo ich gestern das Flimmern gesehen hatte. Ehe ich es mir anders überlegen konnte setzte ich mit aller Kraft die Öffnungszeremonie in Gang. Das Flimmern zu meinen Füßen breitete sich aus, silbriges Licht erhellte die Stelle. Ein leichtes Frösteln stellte sich ein. Es formte sich ein wabernder flimmernder pulsierender Ring. Um mich tat sich eine Öffnung auf die immer größer wurde. Auf der anderen Seite der Öffnung war es genau so dunkel wie vor der Öffnung. Ich machte einen Schritt. Abrupt wurde mir klar, dass sich etwas verändert hatte. Ich blickte an mir herunter. Kein Flimmern, es war sehr dunkel, der Mond schien hinter eine Wolke verschwunden zu sein. Ich sah das Tor nicht mehr und wollte schon zur Taschenlampe greifen als ich neben mir ein lautes Schnaufen vernahm. Erschrocken trat ich einen Schritt zurück, stieß dabei gegen einen Holzeimer der umkippte. Ein Pferd wieherte laut und schlug nach hinten gegen die Stallwand. Mir war inzwischen klar dass der Übergang ins Mittelalter geklappt hatte. Das Zurückgleiten eines Riegels brachte mich auf den Boden der Wirklichkeit zurück. »He ganz ruhig, « tönte es von vorne, eine hölzerne Lampe in der eine Kerze brannte, schlurfte ein älterer Mann die Pferdeboxen entlang. Gerade noch rechtzeitig ging ich mich bückend hinter einen Heuhaufen in Deckung. Jetzt erst fiel mir auf,  dass der Dialekt des Mannes schon etwas merkwürdig klang. Die älteren Leute in meinem Dorf sprachen auch noch einen Dialekt, den ich wohl verstand. Dieser hier klang aber wieder anders aber doch irgendwie noch verständlich. Da die Pferde sich beruhigt hatten, schlurfte der, ich nehme mal an, dass es ein Wächter war, wieder heraus. Aufatmend erhob ich mich und ging auf die Tür zu. Ein Schiebebalken der von beide Seiten bewegt werden konnte verschloss die Tür. Ich schaute mich um. Um was sehen zu können musste ich meine Lampe einschalten. Wohlweislich hatte ich eine Lampe aus Bundeswehrbeständen mitgenommen weil man hier einen roten oder grünen Filter vor den Reflektor schieben konnte. Im grünen Licht zählte ich 8 Pferdeboxen. Eine Leiter führte nach oben. Ich stieg hoch, mehrere kleine Verschläge lagen in einer Reihe. So leise wie möglich öffnete ich eine Tür nach der anderen. Rechts und links lagen Strohhaufen aufgeschichtet, teilweise mit einer Decke abgedeckt. An der Stirnwand, das musste die Burgmauer sein, war ein doppeltes Regal angebracht. Für einen Tisch war kein Platz mehr. Den letzten Verschlag wollte ich mir schon ersparen als ich Atemzüge hörte. Vorsichtig machte ich die Tür auf. Ich sah einen Jungen von vielleicht 16 Jahren. Angezogen lag er auf seinem Strohlager. Ich schloss die Tür leise und stieg die Leiter wieder herunter. Da ich ein sicheres Versteck brauchte schaute ich mich weiter um. Der linke hintere Teil war abgetrennt für Heu und Stroh. Da der Stall sonst kein Versteck zu bieten hatte wühlte ich im Strohlager einen Gang bis zur äußeren Stallwand. Mit dem Rücken drückte ich so lange das Stroh nach außen, bis sich eine Höhle gebildet hatte. Durch die seitliche Bretterwand hatte ich einen Ausblick auf den Hof. Da ich wegen der Dunkelheit nichts sehen konnte, kroch ich zurück. Die Außentür war durch den hölzernen Holzriegel gesichert. Leise schob ich den Riegel zurück. Draußen herrschte absolute Stille, kein Feuerschein erhellte die Fensteröffnungen. Links von mir musste das Burgtor sein, auf dass ich mich leise zu bewegte. Die Stille wurde jäh durch laute Schnarchtöne unterbrochen. Es wäre ja zu schön um wahr zu sein wenn ich einfach durch das Tor hätte gehen können. Ein Schatten an der Wand verriet mir die Stelle an der ein Wächter hockte. Sein Schwert lag neben ihm. An dem Wächter vorbeiblickend sah ich, dass das Fallgitter heruntergelassen war. Dass ich durch das Fallgitter hindurch  blicken konnte, sagte mir, dass die Zugbrücke nicht hochgezogen war, was wiederum bedeutete dass friedliche Zeiten herrschen mussten. Erst beim Zurückgehen entdeckte ich das zweiflügelige Burgtor, welches ebenfalls offen stand. Ein Flügel hatte auf der einen Seite noch einen kleinen mannshohen Durchgang der mit einer Tür geschlossen werden konnte. Eigentlich hätte ich mich mit der ersten Erkundung zufrieden geben können. Ich überlegte, ein zweiter Erkundungstag würde mich aber auch nicht weiter bringen. Um die Burg verlassen zu können brauchte ich Hilfe von Innen. Ich konnte schließlich nicht durch das geöffnete Tor spazieren falls es geöffnet würde. Der schlafende Junge im Stall war meine einzigste Möglichkeit wenn ich die Burg nicht über die Burgmauer verlassen wollte. Leise ging ich wieder in den Stall und stieg die Leiter nach oben. Der Junge lag auf dem Rücken in tiefem Schlaf. Gleichzeitig drückte ich eine Hand auf seinen Mund, während die Andere seinen Brustkorb nach unten drückte. Erschreckt durch das wenig freundliche Aufwecken fuhr der Junge hoch. Meine Lampe, die mit einem Clip an meiner Brust geheftet war, verbreitete ein rötliches Licht. Erschreckte weit aufgerissene Augen blickten mich an. Rotes Licht musste für ihn Feuer bedeuten, die Hand auf seinen Mund bedeutete sicher ein Überfall. Ich musste meine ganze Kraft einsetzen den in Panik geratenen Jungen unten zu halten. »Ruhig, ruhig,« sagte ich mehrmals, nicht wissend ob er mich überhaupt verstand. Als er merkte, dass langsam der Druck auf seine Brust nachließ, entspannte er sich merklich. Schließlich gab ich seine Brust frei und hielt einen Finger auf meinen Mund. Nickend gab er zu verstehen dass er mich verstanden hatte. Langsam nahm ich meine Hand von seinem Mund. Abwartend blickte er mich an. Um keine weitere Panik aufkommen zu lassen wühlte ich in meine Taschen. Ein paar Kekse, noch verpackt, hielt ich ihm hin. Sicherlich konnte er sich nicht im entfernsten vorstellen was ich ihm da hin hielt. Ich entfernte also die Verpackung und biss in einen Keks. Ich hatte den Bissen noch nicht heruntergeschluckt als mir schon die Kekse aus der Hand gerissen wurden. Beide Hände zu Hilfe nehmend verschwanden die Kekse nacheinander in seinen Mund. Auf jeden Fall schmeckte ihm mein Versöhnungsgeschenk. »Ich heiße Kristian,« und zeigte auf meine Brust. Mit seinem Finger auf sich deutend sagte er nur »Johannes.« Froh über die schnelle Verständigung zog ich nochmals Kekse aus meine  Tasche und hielt sie ihm hin. Im nu hatte er die Verpackung aufgerissen und den Inhalt in seinen Mund geschoben. Ich hatte jetzt Gelegenheit mir den Jungen näher zu betrachten. Er schien eher fünfzehn wie sechzehn Jahre alt zu sein und hungrig.  Ich hatte mich geschichtlich nicht auf meinen Ausflug vorbereitet, deshalb wusste ich eigentlich nichts über das Mittelalter. »Wo kommst du eigentlich her?« fragte mich jetzt der Junge in einer Sprache mit dem eigentümlichen Dialekt. Ich konnte ihn gut verstehen. Erfreut darüber dass es keine großen Verständigungsprobleme geben würde viel mir ein Stein vom Herzen und ich wich seiner Frage aus. »Kannst du mir helfen aus dem Burghof heraus zu kommen?« fragte ich ihn. »Das geht jetzt nicht,« antwortete Johannes, »das Fallgitter ist unten, vor morgen Früh kann keiner die Burg verlassen.« Er blickte mich von oben bis unten an, und mir wurde bewusst dass ich sofort auffallen würde. Johannes hatte einen mit Ärmel versehenen Rock an, der vorne geschlossen war mit einen Schlitz der nur so groß war, dass der Rock über den Kopf gezogen werden konnte. Die Hose war eine Art Kniehose. Mehrfach geflickt schien sie ihn durch sein ganzes Leben begleitet zu haben. Zwei strumpfartige Unterteile hatte er bis über die Knie gezogen. Vor seinem Bett standen seine Schuhe. Sie waren aus einem Stück Leder geschnitten. Durch Löcher am Rand des Leders konnte das Leder um den Fuß geklappt und wie normale Schuhe geschnürt werden. »Kannst du mir Sachen zum Anziehen besorgen damit ich nicht auffalle, du bekommst sie wieder?« Die Stirn in Falten gelegt schien er zu überlegen. Johannes stand schließlich auf und ging zu einer Kiste, die neben seinem Bett stand. Er hob den Deckel und holte mehrere Teile heraus die etwas besser aussahen wie die, die er gerade anhatte. »Pass auf die Sachen auf,« sagte er, »dass sind meine Besten, ich will sie wiederhaben.« »Johannes,« sagte ich während ich mich umzog, »vorerst darfst du keinem etwas von mir erzählen. Ich bringe dir auch etwas zu essen mit.« »Ist gut,« antwortete er. »Morgen Früh werde ich dich aus die Burg bringen.« »Moment, nicht so schnell,« sagte ich, »ich möchte mich nur draußen umsehen, abends musst du mich wieder hierher zurück bringen. Sollte etwas dazwischen kommen, versuchst du es am nächsten Tag.« »Schon gut,« sagte er, »heute früh versteckst du dich in meinen Karren mit dem ich den Pferdemist nach unten bringe. Abends hole ich frisches Heu damit nach oben.« Unter Mist begraben zu sein gefiel mir überhaupt nicht, eine andere Möglichkeit schien es wohl nicht zu geben.

 

  Der Pferdeknecht Johannes hilft ihm die Burg zu verlassen. Nach einem Sturz lernt er die Heilerin Hanna kennen die ihn mit in ihre Hütte nimmt. Auf dem Rückweg zur Burg rettet er einen kleinen Mann  der sich nach seiner Rettung in Luft auflöst. Johannes der ihn wieder in die Burg zurück bringt erzählt ihm, dass das ein Elfe war und die Elfen eine gute Tat belohnen. Bei einem weiteren Besuch zur Heilerin Hanna erfährt er, dass er dem König der Elfen das Leben gerettet hat. Ihm zu Ehren findet bei Hanna der Heilerin ein Fest statt wo er vom König  ein Amulett erhält welches ihm ermöglicht u.a. ohne den Umweg über die Burg in beide Zeiten hin und her zu springen. Kristian lernt den Grafen Falkenhorst, die Tochter Isabel und Sohn Albert kennen. Isabel erkrankt, Kristian nimmt sie mit in seine Zeit und bringt sie dort in ein  Krankenhaus. Mit Hera dem Bruder der Elfenkönigin sorgt Kristian in seiner Zeit für einige Verwirrung. Kristian erfährt, dass sich das Königreich der Elfen in einer Parallelwelt befindet und von Außerirdische als Stützpunkt angeflogen wird. Hier lernt Kristian die Alien Cyro und Systra kennen von denen er die Fähigkeit des Gedankenlesens erhält. Hiermit spürt er die “ verlorenen Kinder“ in seine Welt auf, einer Versuchsreihe der Alien, und stellt eine Verbindung zu ihren Schöpfern her. Bei einem Besuch mit Cyro in Gromlake , einem amerikanischen Geheimstützpunkt, geht er in Aliengestalt mit an Land. Kristian der als außerirdischer „Edra“ auftritt hat vielfach die Gelegenheit seine Kräfte zum Wohle der Menschen einzusetzen. Lena die Reporterin kennt Kristians Geheimnis und schreibt über die Abenteuer von „Edra dem Außerirdischen“ in ihrer Zeitung.  

Cyro das Alien nimmt Kristian mit zu seinem Planeten wo er  die Frau Eurone, ein blondes Mischwesen und dessen Tochter Lana kennen lernt. Eurone aktiviert seine Heilungskräfte, mit denen er bald darauf einen todkranken Jungen heilt. Eurones Tochter Lana, besucht Kristian bei sich zu Hause.  Kristian bringt die Ärztin Kristel,  die eine neue im Bund ist, zu Eurone, damit auch bei ihr die Kräfte des Heilens erweckt werden.

Kristian hatte von Hera dem Bruder der Elfenkönigin erfahren dass es noch mehr Tore geben soll. Nach einigen Versuchen öffnet er ein Tor in die Römerzeit. Das Tor befindet sich auf einen heiligen Germanenhügel. Im Dorf lernt er den Germanen Godwin und seine Frau Alrun kennen. Godwin führt ihn zum nächsten Kastell der Römer. Während eines Besuchs mit seinen Freunden im Kastell greift der Germane Gerwin mit seinen Leuten das Kastell an. Es gibt viele Tote auf beide Seiten. Kristel die Ärztin hilft dem römischen Lagerarzt so gut wie sie kann. Als Gerwin den Kampf abbricht, helfen sie auch den Germanen ihre Verwundeten zu versorgen.

 

 

Plötzlich stand Hera der Elfe im Raum. »Mensch Hera,« sagte ich nachdem Maria erschreckt aufgeschrien hatte , »kannst du uns nicht vorwarnen wenn du kommst?« »Ich bin mit einem königlichen Auftrag hier. Der König bittet dich umgehend bei ihm zu erscheinen.« Das hört sich mächtig wichtig an,« sagte ich. Wir warteten alle darauf das Hera uns jetzt erklärte was der König von mir wollte. Den Gefallen tat er uns nicht. »Komm,« sagte er, fasste mich an und ich fand mich in einer unbekannten Welt wieder. Hera ließ mir keine Zeit mich umzusehen. Er schob mich in einen Kuppelbau, einer von vielen. Der König löste sich aus einer Gruppe und kam lächeln auf mich zu. »Kristian, es ist schön dass du kommen konntest.« Konntest ist gut dachte ich mir. »Ich möchte dich mit den Raumschiffführern bekannt machen.« Nacheinander begrüßte ich die Männer. Zum Schluss blieb noch einer übrig. Er drehte sich zu mir um. Das war ein echter Schreck. Zwei schwarze große mandelförmige Augen blickten mich an. Ich blickte Hera an, »der ist echt?« Er nickte. Wieder blickte ich in die riesigen Augen. Keine Regung verriet was in ihm vorging. Ich betrachtete ihn genauer. Seine Nasenlöcher ruhten unter einer leichten Erhöhung. Der Mund lippenlos, nur ein Schlitz. Seitliche Öffnungen im Kopf deuteten auf Ohren hin. Die Hautfarbe eher beige wie grau. Er steckte in eine silberne einteilige Kombination. Die Körpergröße entsprach der der Elfen, vielleicht etwas größer. »Das ist Cyro, er wird dich heute Abend mitnehmen.« Ich hielt ihm meine Hand zur Begrüßung hin. Cyro hielt mir seine ausgestreckte Hand entgegen. Ich machte es ihm nach und streckte ihm meine Handfläche entgegen worauf er seine dagegen drückte. Ich erschrak als ich nur vier Finger an seine Hand erblickte. Die Stimme des Königs unterbrach mich aus meinen Betrachtungen. »Willst du überhaupt mit?« Was für eine Frage, sicher wollte ich, die Frage war nur, wohin? Ich nickte. »Dann bis heute Abend.« »Komm;« sagte Hera und zog mich weg. Noch ein Blick zu Cyro. Ich war mir nicht sicher ob er mich anblickte. Mir war aber klar dass er versuchen würde meine Gedanken zu lesen. Ich hatte in der Meditation gelernt einen gedankenlosen Zustand zu erreichen. Ich konzentrierte mich auf seine Augen und schaltete meinen Gedankenstrom ab. Hera versuchte wieder mich wegzuziehen. Ich schüttelte ihn ab. Mein Blick war weiter auf Cyro gerichtet. Einer Kraftprobe gleich, hielt jeder des anderen Blickes stand. Dem König und seine Begleiter viel unser Verhalten auf. Verwundert schauten sie dem Schauspiel zu. Ich machte dem ein Ende und sagte in Gedankenform »bis bald,« und war nicht erstaunt dass das „bis bald“ wie ein Echo lautlos zu mir zurück kam. Die Hand hebend ließ ich mich dann von Hera nach draußen ziehen. »Was sollte das denn eben bedeuten?« fragte Hera. »Ich wollte Cyro nur zeigen dass er nicht zu jeder Zeit in meinen Gedanken herumstöbern kann.« Erst jetzt bemerkte ich wohin Hera mich geführt hatte. Hintereinander aufgereiht standen hier Raumschiffe verschiedenster Bauart. Die typische Untertassenart, aber auch in Zigarrenform. Auch die Größe variierte. »Mit Diesem wirst du heute fliegen,« sagte Hera und blieb vor einer Untertasse stehen mit ungefähr acht Meter Durchmesser. Es gehörte zu den kleinen Raumschiffen hier. »Hera, was ist wenn wir heute los fliegen, bleiben wir dann in eurem Zeitalter?« »Das spielt für Raumschiffe keine Rolle. Du musst Cyro nur sagen wo du hin willst.« Für mich war das alles verwirrend, hatte ich doch schon mal daran gedacht, wenn Hera in mein Zeitalter springt, ihm theoretisch seine Nachfahren über den Weg laufen könnten. Ich blickte zu dem Raumschiff hoch. Es stand auf vier Stelzen. Die Metallflächen blinkten silbermetallisch. Die Fläche wie aus einem Guss. Im äußeren Rand waren Lichter eingelassen. Hier zu stehen und ein UFO anzufassen war schon ein gutes Gefühl. »Wo kommt Cyro her?« fragte ich. Cyro`s Rasse ist eine von vielen. Wir respektieren uns. Mit einigen tauschen wir unser technisches Wissen aus. Deshalb ist Cyro hier.« »Und warum schließt ihr uns Menschen aus?« »Wer sagt denn dass wir das tun?« »Mit meinem Land habt ihr bestimmt keinen Kontakt.« Hera sagte nichts. »Es sind die Amerikaner, stimmt`s?« »Vielleicht.« Ich musste daran denken dass schon oft darüber berichtet wurde dass die Amerikaner mit Außerirdische zusammen arbeiten und diese ihren Entwicklungsstand nur ihnen zu verdanken haben. »Warum nicht wir?« fragte ich ihn. »Denke an den letzten Krieg. Wenn deine Leute unsere Technik gehabt hätten wäre der Krieg noch schrecklicher geworden.« »Das ist lange vorbei,« wand ich ein. »Wo sind wir hier überhaupt?« »In einer Parallelwelt.« »Und ihr lebt hier?« »Ja.« Schwer zu glauben dass es zwei Welten an einer Stelle gab ohne dass man sich begegnete. »Kann ich jetzt auch in diese Welt springen?« »Erst wenn der König deine Berechtigung erweitert. Komm ich zeige dir wo meine Leute leben.« Hera sprang mit mir zu seinen Leuten. Es war eine Riesenstadt. Die Häuser waren ein bis zwei Stockwerke hoch. Alle waren Kuppelbauten wie ich sie schon kannte. Jedes Haus war von einer Grünfläche umgeben. Fahrzeuge störten nicht das friedliche Bild da jeder hin springen konnte wohin er wollte. In der Mitte der Stadt auf einem Hügel stand ein größeres Haus. Hera sprang mit mir in dessen Park. Wasserspiele und Säulengalerien säumten den Weg. Wir gingen über Treppen zum Haus. Die Tür stand offen. Eine große Halle tat sich auf. Eine halbhohe Treppe teilte den Raum in zwei Ebenen. Den höheren Teil konnte man nicht einsehen weil eine Wand aus grünen Pflanzen die Sicht verdeckte. Hera legte den Finger auf den Mund und ging durch eine Öffnung in den hinteren Teil. Ich hörte einen Aufschrei. »Musst du mich so erschrecken,« ich erkannte die Stimme von Shie der Königin. »Ich habe Besuch mitgebracht.« »Nun sag schon,« dann hatte sie mich entdeckt. »Kristian, ich freue mich dich zu sehen.« Sie umarmte mich. »Kommt setzt euch.« Shie gab einer Frau die erschien, den Auftrag etwas zu trinken zu bringen. »Was machst du hier?« fragte Shie. »Hera hat mich hergebracht, ich darf in einem Raumschiff mitfliegen.« »Weist du schon wer das Raumschiff führt?« »Ja, Cyro.« »Oh, ich kenne Cyro,« sagte Shie. »Stört es euch nicht wenn jemand eure Gedanken liest?« fragte ich. »Wir können unsere Gedanken abschirmen.« Die Frau brachte eine Karaffe und drei Gläser. Shie füllte sie. »Auf dein Wohl,« sagte sie. Ich war überrascht, ein leichter Fruchtgeschmack mit einem Anteil Alkohol. »Das schmeckt wirklich gut.« »Du musst aufpassen, da du heute noch fliegen willst bekommst du nur ein Glas voll. Das Getränk steigt einem schnell in den Kopf.« »Ihr wohnt schön hier,« sagte ich. »Hera sagte dass du eine Freundin hast?« fragte Shie, das nächste Mal bringst du sie mit damit wir sie kennen lernen können.« Ich wusste jetzt schon dass Jessika es nicht abwarten konnte wenn sie es erfuhr. »Ich danke dir für die Einladung.« Ich blickte mich um, die Wände waren mit Bilder geschmückt. Der König mit verschiedenen Wesen. Auch Cyro oder einer von seiner Art.  Aber auch so etwas wie   abstrakte Kunst war vertreten. Hera stand auf, »wir müssen zurück sonst fährt Cyro ohne Kristian ab.« »Bis bald,« verabschiedete  ich mich. Ich fand mich draußen vor dem Raumschiff wieder. Cyro wartete schon. Ein zweiter von seiner Art stand ebenfalls vor der geöffneten Tür. »Das ist Systra,« stellte er vor. Äußerlich hätte ich sie nicht auseinander halten können. »Ich gehe jetzt;« sagte Hera und verschwand. »Komm herein,« empfing ich Cyro`s lautlose Anweisung. Ich musste den Kopf einziehen und ging in gebückter Haltung ins Schiff. Zwei Sessel vor einem Kommandostand. Keine Knöpfe oder Schalter. Verschiedene Symbole auf einem Sensorenfeld war alles was ich sah. »Setz dich auf die Bank hinter mir,« gab mir Cyro zu verstehen. Ich setzte mich. Die Tür schloss sich. Ein leises Summen war alles was ich vernahm als das Schiff abhob. »Du möchtest dass wir zu dir fliegen?« empfing ich. »Ja,« dachte ich. Ohne dass ich es gemerkt hatte sah ich auf einem Bildschirm in der Wand unter uns eine Stadt liegen. Cyro ging tiefer auf tausend Meter und stand auf der Stelle. »Unbekanntes Flugobjekt auf tausend Meter;« hörte ich von irgendwo her. »Es steht auf der Stelle.« »Flugzeug Berta Anton Drei, gehen sie auf eintausenddreihundert Meter und sagen sie was sie sehen.« »Verstanden Tower. Hier Berta Anton Drei. Ich sehe es. Es sieht aus wie eine fliegende Untertasse.« »Anton Berta Drei, verlassen sie umgehend ihren Standort.« »Verstanden.« Bald hörten wir sie kommen. Zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr umkreisten uns. »Hier AX 1, wir sehen eine fliegende Untertasse, was sollen wir tun?« »Keine Provokationen, nur beobachten.« Beobachten war gut, wie sollten sie das machen, sie konnten ja nicht auf der Stelle stehen bleiben wie wir. »Du weißt was du hier machst?« kamen Cyro`s Gedanken bei mir an. »Dieses ist doch eine gute Gelegenheit den Menschen zu zeigen dass es auch noch andere Lebewesen gibt.« Cyro gab keine Antwort. »Kann ich mit den Beiden da oben reden?« fragte ich. Er nickte da er nicht wollte dass einer der Beiden ein Held sein wollte. »Wo soll ich rein sprechen?« fragte ich. »Rede,« sagte Cyro. »Hallo ihr Beide, es ist besser ihr fliegt zurück. Wir sind in friedlicher Absicht hier.« »Sie reden mit uns,« hörte ich die aufgeregte Stimme eines Piloten. »Sie sind in friedlicher Absicht hier und wollen dass wir zurückfliegen.« »Kommen sie zurück,« hörten wir den Befehl. Danach drehten Beide ab. »Können wir tiefer gehen?« fragte ich. Wieder nickte Cyro. Langsam fragte ich mich wieso er sich auf alles einließ. Hatten der König und er diesen Ablauf in Betracht gezogen? Dann mussten sie mich aber besser kennen wie ich mich selber. Cyro deutete auf den Bildschirm. Ich sah wie die Stadt auf uns zukam. Viele Menschen, durch die kreisenden Flugzeuge aufmerksam geworden, blickten uns entgegen. Obwohl es anfing dunkel zu werden sahen wir die Gesichter auf dem Bildschirm deutlich vor uns. Ich erkannte wo wir waren. »Am Stadtrand ist eine Sportarena, lass uns dorthin fliegen.« Viele Autoscheinwerfer folgten uns. Aus allen Richtungen kamen Polizeiwagen mit ihren blauen Lichtern und versuchten dem Chaos Herr zu werden. Unter uns tauchte die Arena auf. Langsam schwebten wir auf fünfzig Meter herunter. Irgendwie hatten die Menschen es geschafft die Tore zu öffnen. Ein endloser Strom ergoss sich auf die Ränge. Angst schienen sie nicht zu haben und die Menschenmenge gab ihnen ein sicheres Gefühl. »Zeig den Leuten was du kannst, fliege hoch und wieder herunter.« Auf dem Bildschirm sah ich die Arena kleiner werden und ebenso wieder größer. Das alles hatte nur ein paar Sekunden gedauert ohne dass ich etwas gemerkt habe. Der Menschenmenge hatte es sicher gefallen. Ehrfürchtig starrten sie auf das Raumschiff. Wir standen seit einer halben Stunde auf der Stelle was sicher dazu beitrug die Spannung zu erhöhen. Ich wollte gerade sagen, in zehn Minuten setzt du auf, als mir einfiel dass ich nur Gast auf diesem Schiff war. Cyro hatte mein Gedankenspiel wohl mitbekommen, zum ersten mal sah ich dass er zu einer Regung fähig war. Es bildeten sich zwei Grübchen auf den Wangen. Ich wollte es so verstanden wissen dass das ein lächeln war. Ich lächelte zurück. Nach zehn Minuten hörte ich dass die vier Stelzen herausgefahren wurden. »Jetzt solltest du den Leuten auf deine Weise mitteilen dass wir in friedlicher Absicht hier sind und sie ruhig bleiben sollen.« sagte ich zu Cyro. Was war das ein Schock als plötzlich in den Gedanken der Menschen diese Botschaft ankam. Die Spannung musste ungeheuerlich sein. Ich sah wie die Polizei Fernsehteams an den Rand des Platzes ließ. Bald würde die ganze Welt über den ersten öffentlichen Kontakt mit den Außerirdischen wissen. Mittlerweile konnte ich mit meinen Fingerkuppen auf dem Sensorenfeld die Kamera bedienen. Ich richtete sie auf die vordere Reihe auf die Fernsehkameras. Ich hatte schnell gefunden was ich suchte. Lena in einem gelben Kostüm. Wieso hatte sie ein Kostüm an? Ich zeigte Cyro den gelben Farbfleck. »Kannst du diese Frau gezielt ansprechen? Er nickte. »Dann sage ihr Edra lässt grüßen, mach dich bereit.« Ich beobachtete Lena. Sie blickte sich um ob die anderen auch eine Nachricht bekommen hatten was anscheinend nicht der Fall war. »Kannst du jetzt die Tür aufmachen?« Kurz darauf wurde eine Tür geöffnet. Ich verwandle mich wohl besser sagte ich und wurde zu einem Abbild von Cyro. Dieser hatte erstaunt meiner Verwandlung zugesehen. Jetzt fehlt mir nur noch die Fähigkeit dass ich mich mit ihnen über ihre Gedanken unterhalten kann. Eine Weile blickte mich Cyro an, erst als sein Gefährte nickte nahm Cyro aus einem Fach einen kleinen runden Gegenstand und gab ihn mir. Da ich ebenso wie er eine kleine Tasche an meiner Seite hatte, steckte ich ihn dort hinein. »Wofür ist das?« fragte ich. »Spreche mit deinem gelben Farbfleck,« sagte er. Ich konzentrierte mich auf Lena. »Hallo Lena,« dachte ich, »erschrecke nicht.« »Mensch Kristian du wirst mir immer unheimlicher. Was habt ihr vor?« »Wir werden eine Delegation empfangen zu der du auch gehörst. Ich dachte dabei an den Bürgermeister und den Polizeichef. Deinen Kameramann kannst du nicht mitnehmen. Es wäre gut wenn du als auserwählte die Beiden darauf vorbereiten würdest. Falls einer nicht will soll er einen anderen bestimmen.« Ich sah wie Lena auf einen Polizisten zuging und mit ihm debattierte. Ein Zweiter kam hinzu. Ich hörte wie sie vergeblich versuchte die Botschaft weiterzugeben. Lena wurde immer lauter und ein dritter Polizist kam hinzu. Dieser kannte Lena aus dem Fernsehen und glaubte ihr. Lena verschwand in der Menge. Nach fünf Minuten standen drei Personen am Spielfeldrand. Ich sah dass außer Lena noch eine Frau dazugehörte. ...................................

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 Plötzlich wurden die Besucher unruhig, sie lauschten den Nachrichten die aus einem kleinen Radio eines Besuchers kamen. Dieser drehte die Lautstärke höher als er merkte dass sich andere auch für die Nachrichten interessierten. Ich wendete mich dem Radio zu. Der Kommentator erklärte dass er eine Leifsendung eines amerikanischen Fernsehsenders verfolgte. Die Besatzung der Raumstation kämpft um ihr Überleben. Ein großes Leck in der Sauerstoffleitung sorgte dafür, dass der Aufenthalt in der Raumstation nur noch für max. vier Stunden reichte. Das rettende Shuttle konnte wegen schlechtem Wetter nicht starten. Überhaupt schien diese Mission vom Pech verfolgt zu sein. Das Shuttle sollte eigentlich schon lange an der Raumstation angedockt haben. Die Besatzung, eine Frau und zwei Männer kämpften einen Kampf den sie nicht gewinnen konnten. Die Welt draußen mochte vielleicht noch auf ein Wunder hoffen, hier oben wusste jeder wie es um sie stand. Der Kommentator versuchte sich an die Hoffnung zu klammern dass ein Ausstieg und das Abdichten des Lecks der Besatzung einen längeren Aufenthalt ermöglichen könnte. Dieser Ausstieg würde sie aber bei Nichtgelingen der Reparatur noch mehr Sauerstoff kosten.

Jeder hatte auf seine Art mit dem Leben abgeschlossen. Dass ihr Leben einmal im All enden könnte war ihnen bei jedem Start bewusst. Da jetzt keine guten Ratschläge an ihre Lage mehr etwas enden konnte ergaben sie sich ihrem Schicksal. Jessika schaute mich an. »Meinst du nicht du könntest?« Ich unterbrach sie. »Ich weiß nicht einmal wo die Station ist, wenn ich einfach losspringe bedeutet das meinen Tod.« »Das mein ich doch nicht, Cyro kann vielleicht helfen.« »Ja vielleicht, ich werde ihn suchen, komm lass uns fahren.« Auf den Heimweg sprang ich vom Auto aus zum Stützpunkt. Cyro`s Raumschiff stand nicht auf seinen Platz. Ich betrat die Halle. Als erstes sah ich das strahlende Gesicht von Lyra. »Hallo Kristian, wir waren alle froh über deine Rettung.« »Lyra ich muss dringend Cyro erreichen.« »Dann versuch dein Glück dort hinten einen Raum weiter.« Durch die Trennscheibe sah ich dort einen Elfen sitzen. Er saß vor eine Konsole ähnlich dem in Cyro`s Raumschiff. Sicher wusste er wer ich war. Ich betrat den Raum. »Es ist ein Notfall, kannst du Cyro erreichen?« »Ja das kann ich.« »Bitte versuche es.« In einer Sprache die ich nicht verstand schickte er seinen Ruf durch den Äther. Dann nickte er und deutete auf so etwas wie ein Mikrofon. »Cyro hier ist Kristian. Ich brauche deine Hilfe. Ich weiß nicht ob ihr unsere Bemühung den Weltraum zu erobern verfolgt. Drei Astronauten werden sterben wenn wir nicht helfen, ihnen geht der Sauerstoff aus.« Keine Antwort, »hallo Cyro bist du noch da?« »Ja was möchtest du dass ich tue?« »Ich hatte mir gedacht dass du mich abholst und wir dann zur Raumstation fliegen.« »Ich kann frühestens in einer Erdstunde bei dir sein.« »Das wird reichen, danke und Ende.« »Du weist um was es geht?« fragte ich den Elfen. Er nickte, »kannst du dich in ihren Funkverkehr einkoppeln?« Wieder ein Nicken. Dann laut und deutlich hörten wir ihre Gespräche. Eine weinende Kinderstimme, »Papa lass uns nicht alleine, du musst zu uns zurückkommen.« »Mein Sohn du musst jetzt auf deine Mutter aufpassen, du bist jetzt der Mann im Haus.« Nach einer Weile versuchte der weibliche Astronaut sich von ihre Familie zu verabschieden. Ich machte ein Zeichen dass ich sprechen wollte. Ich wartete die nächste Pause ab. »Hallo hier spricht Edra. Wir werden versuchen euch zu helfen. Haltet noch eine Stunde durch, Ende.« »An Bodenstation, habt ihr das gehört?« »Klar und deutlich.« »Was haltet ihr davon?« »Einen Augenblick, wir erhalten soeben eine Nachricht, darin steht das ihr ihm vertrauen könnt.« Dann die Stimme der Frau, »Edra wir warten auf dich.« Jetzt saß ich wie auf heiße Kohlen, hoffentlich habe ich nicht zuviel versprochen. Lyra kam herein, ein Glas mit meinem Lieblingsgetränk in der Hand. »Danke , bringst du meinem Mitstreiter auch was zu trinken?« Lyra wusste was er trank und kam sogleich mit einem weiteren Getränk zurück. Deutlich war der Stimmungsumbruch in der Raumstation zu hören. Die Frau fragte, »wisst ihr wer Edra ist?« »War er nicht an die Befreiung eines Ministers beteiligt?« »Ist er ein Mensch oder ein Alien?« »Das ist mir egal, Hauptsache er holt uns hier heil raus. Habt ihr euch denn noch nie gefragt woher das FBI seine Kontaktadresse hat, oder meint ihr dass er sich von selbst gemeldet hat?« »Unsere Leute arbeiten mit den Alien zusammen das weiß doch jedes Kind.« »Ich weiß es nicht,« sagte die Frau. Da wieder Hoffnung aufkeimte wurden keine privaten Gespräche mit Angehörige mehr übermittelt. Die Stunde verstrich ohne ein Zeichen von Cyro. Die Astronauten wurden unruhig. »Hallo Edra bist du noch da?« »Ich bin hier, das Rettungsfahrzeug ist noch nicht angekommen, haltet aus.« »Der hat gut reden,« maulte ein Astronaut. Dann endlich hörte ich Cyro. »Wir sind gleich da.« Ich bedankte mich beim Elfen und verließ die Halle. Die Stelzen von Cyro`s Fahrzeug fuhren aus. Er steckte kurz seinen Kopf durch die sich öffnende Tür. Ich eilte die Rampe empor, zog rechtzeitig meinen Kopf ein. »Hallo Systra, hallo Cyro.« Unsere Handflächen berührten sich. »Weißt du wo wir hin müssen?« fragte ich. »Ja.« Wir stiegen auf. Es fand so etwas wie ein Sprung statt. »Schau hinaus,« sagte Systra. Die Raumstation lag direkt vor uns. Ich gab Systra ein Zeichen. Jubelschreie schallten aus dem Lautsprecher. »Hier ist Edra, ich komme rüber.« Das ging so schnell dass sie zusammenfuhren als ich bei ihnen erschien. Prüfend schauten sie mich an. »Na, hab ich die Prüfung bestanden?« »Entschuldige Edra, wir hatten erwartet dass du in einem Raumanzug zu uns rüber kommst.« Das ist nicht nötig. Ich bringe euch jetzt rüber.« Schnell schlossen alle ihre Helme. Ich musste lachen. »Das ist wirklich nicht nötig.« Da es im Raumschiff eng werden würde brachte ich sie einzeln rüber. »Ihr könnt eure Helme abnehmen.« Sich zweifeln anblickend öffnete zuerst die Frau ihren Helm, dann die Männer. »Darf ich euch meine Freunde vorstellen, das ist Systra, und Cyro. Wo sollen wir euch hinbringen?« »Zu unsere Bodenstation wenn das nicht zuviel verlangt ist?« Ich blickte Cyro an der nickte. Von der Beschleunigung die folgte bekam keiner etwas mit. Und ehe wir uns versahen tauchte unter uns der Weltraumbahnhof auf. Wir sahen auf einem Bildschirm wie die Gebäude immer größer, aus den Ameisen Menschen wurden. Unter uns hat sich ein Kreis aus Menschen gebildet. Groß genug damit Cyro hier landen konnte. Wir setzten auf, die Rampe ging herunter. Jubel überall. »Geht nur,« sagte ich. »Edra wir möchten euch danken,« sagte die Frau, drehte sich zu mir um und erschrak. Ich war jetzt ein Alien. Was ist er, ein Mensch oder ein Alien dachte die Frau. »Vielleicht bin ich beides,« sagte ich. »Du hast meine Gedanken gelesen?« fragte die Frau. »Ja. Nun geht, ihr werdet erwartet.« Hintereinander gingen sie die Rampe herunter. Die Menschen waren außer Rand und Band. Sicher nicht nur wegen der Rettung ihrer Leute sondern auch weil ein Alienraumschiff sie brachte. Ich stand auf der Rampe und hob den Arm zum Gruß. Sofort brandete der Applaus erneut los. Ein Mädchen löste sich aus den Kreis und rannte ihrer Mutter entgegen. Sie viel ihrer Mutter in den Arm, blickte über dessen Schulter zu mir. Sie löste sich, rannte auf mich zu. »Langsam,« schickte ich ihr entgegen. Sie zögerte kurz, ich ging in die Knie und breitete meine Arme aus. Dann lag sie in meine Arme. Ich stand auf, das Mädchen im Arm. Wieder klatschten alle. Ich ging der Mutter entgegen und ließ das Mädchen auf den Boden gleiten. »Du hast eine mutige Tochter,« schickte ich nur für sie hörbar entgegen. Ihren Gedanken konnte ich entnehmen dass auch sie mich gerne in den Arm genommen hätte. »Tu es,« dachte ich. Da nahm sie mich weinend in den Arm, »ich danke dir für alles.« »Schon gut.« Sie löste sich und ging auf die Menschenansammlung zu. Ich winkte und ging ins Raumschiff, die Tür schloss sich hinter mir. Wir hoben ab und waren bald darauf nicht mehr zu sehen.

 

»Kristian,« sagte der Fürst, »ich sehe dass ihr es nicht abwarten könnt Margaret kennen zulernen, wie wäre es wenn wir eine Partie Schach spielen würden?« »Ja sicher, das lässt sich machen.« Der Fürst hatte die erste Partie gewonnen als Maria zum Fenster rannte. »Fürst, ihr gestattet doch dass ich einen Blick nach draußen werfe?« »Geht nur.« Über den Burghof sah ich zwei Reiter kommen. Unzweifelhaft sah man dass ein Reiter zarter gebaut war. Maria und Anna hatten es plötzlich eilig nach unten zu kommen. »Ihr müsst sie entschuldigen,« sagte die Fürstin, »manchmal sind sie noch wie Kinder.« Ich konnte es auch nicht abwarten Margaret kennen zu lernen. Unten führten die drei Frauen ein erregtes Gespräch. Mehr als erstaunt war ich als Margaret in der Tür stand. Sie warf mir einen Blick zu und begrüßte dann den Fürst und die Fürstin. Maria übernahm es uns einander vorzustellen. Margaret schien aus eine andere Welt zu kommen. lange Kleider bis zum Boden schien sie nicht zu kennen. Sie hatte eine enganliegende Hose aus Leder an, ihre Füße steckten in kreuzweise geschnürte Stiefel. Um die allzu offen gezeigte Figur zu mildern, trug sie einen Überwurf der bis eine Handbreit unter das Knie reichte. Der an den Seiten offene Überwurf wurde durch einen verzierten Gürtel zusammengehalten. Das Schwert an der rechten Seite, ein voller Köcher mit Pfeile und ein Bogen über ihre Schulter vervollständigten das Bild. Ihr Haar würde bis zur Schulter reichen, ein grobmaschiges Netz hielt das Haar im Nacken fest. Beide waren wir so damit beschäftigt den Anderen zu begutachten, dass wir erst voneinander ließen als ein hüsteln der Fürstin unseren Blickkontakt unterbrach. Anna und Maria lachten in verhohlener Hand. »Ihr seht mich erstaunt,« sagte ich, »ich hatte nicht erwartet eine so wehrhafte Frau hier anzutreffen.« »Sind in deinem Land die Frauen anders?« »In meinem Land sind die Frauen gleichberechtigt, das heißt, sie machen das Gleiche wie die Männer, und wenn es nötig ist ziehen sie auch mit in den Krieg.« »Dein Land würde mir gefallen. Es sind viele Geschichten über euch erzählt worden,« sagte Margaret, »ich bin froh euch kennen zu lernen.« »Das Gleiche gilt für mich.« »Kommt eure Familie damit klar dass ihr so wehrhaft seid?« »Mein Vater ist ein Ritter, er sagt dass eine Frau sich selber verteidigen können muss.« »Margaret ist eine gute Jägerin, ihr Pfeil trifft meistens ihr Ziel,« sagte Maria.

Schon wieder war von einem Pfeil die Rede, ich kam meinem Traum immer näher. »Wenn ihr wollt könnt ihr mich auf die Jagd begleiten.« Margaret schaute mich herausfordernd an. »Ist es denn schicklich wenn ihr mit einem fremden Mann ausreitet?« »Ihr seit Gast dieses Hauses, das ist Sicherheit genug.« »Ich würde gerne mit euch auf Jagd gehen.« »Also gut, gegen Mittag reiten wir los.« »Und was ist mit euch?« fragte ich Maria und Anna. »Das würde unsere Mutter nicht erlauben.« »Es wäre schön wenn ihr Jagdbeute mitbringen würdet,« sagte der Fürst, »unsere Vorräte sind bedenklich geschrumpft.«

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 Von vorne kam uns ein Trupp Reiter entgegen. Mir fiel meine Kamera ein, ich holte sie hervor und richtete sie auf die Reiter die neben einander ritten als wollten sie uns den Weg versperren. Sie waren noch zu weit entfernt als dass man die genaue Zahl bestimmen konnte. Ich Zoomte sie heran. Fünf oder Sechs waren es. »Freund oder Feind?« fragte ich Margaret. »Das werden wir noch schnell genug erleben.« Bald erkannte man die ersten Gesichter. »Freunde sind es nicht,« sagte ich nachdem ich den Einäugigen erkannt hatte. »Ich habe auch jemand erkannt,« meldete sich Margaret. »Der Mann mit der Augenklappe?« Margaret nickte. Wir sahen wie ein Mann seine Armbrust spannte und einen Pfeil einlegte. Mir viel mein Traum ein. Ich sollte nicht hier sein. »Es sind zu viele,« stellte Margaret fest. Wir waren noch auf freiem Gelände. Einhundert Meter vor uns fing der Wald an. »Folgt mir.« Die Kamera nach vorne richtend folgte ich ihr. Die Pferde sprangen erschreckt hoch als wir unsere Fersen in ihre Seiten drückten. Für die Reiter musste es so aussehen als würden wir auf sie zureiten. Raum gewinnend preschten wir auf den Wald zu. Wir wollten die Reiter links liegen lassen und den Wald zwischen uns bringen. Ich sah gerade noch wie auch die Reiter ihre Pferde antrieben. Der Wald war zu dicht als dass sie durch ihn hindurch reiten und uns den Weg abschneiden konnten. Sie mussten den gleichen Weg nehmen wie wir. Bis dahin hatten wir einen Vorsprung gewonnen. Margaret lenkte ihr Pferd in eine Lichtung, ich hinterher. Wir sprangen von den Pferden, Margaret reicht mir ihre Zügel und deutete in den Wald. Beide Pferde am Zügel versuchte ich bessere Deckung zu finden. Mit laufender Kamera band ich die Zügel an einen Busch und suchte Margaret. Sie stand mit dem   Rücken gegen einen Baum gelehnt. Schon preschten fünf Reiter an uns vorbei. Ehe ich begriff trat Margaret aus ihre Deckung und schoss einen Pfeil auf den letzten Reiter ab. Mit laufender Kamera rannte ich zu ihr mit einem Auge auf das Display. Der Pfeil durchbohrte den Reiter. Als erstes ließ er seine gespannte Armbrust los und versuchte sich im Sattel zu halten. Dann fiel er vom Pferd ohne dass die anderen Reiter etwas davon mitbekamen. Margaret legte den nächsten Pfeil an, erkannte aber dass die Reiter schon zu weit weg waren. Ich sah dass hinter ihr der sechste Reiter angebraust kam. »Margaret Achtung hinter dir!« schrie ich. Der Reiter kam mit gezogenem Schwert auf sie zu. Margaret, den Bogen noch gespannt, drehte sich um und zielte auf den Reiter. Dieser erkannte die Gefahr und versuchte sein Pferd herumzureißen. Zu spät. Der Pfeil bohrte sich in seine Brust. Auf dem Display sah ich noch den erstaunten Ausdruck auf seinem Gesicht, dann kippte er aus den Sattel. »Holt die Pferde,« bat Margaret. Mit den Pferden am Zügel kam ich zurück. Margaret kniete vor den Reiter und schnitt ihm seinen Geldbeutel ab. »Den braucht er nicht mehr,« sagte sie. »Bindet sein Pferd bei euch an.« Zu Fuß gingen wir zu dem getroffenen Armbrustschützen. Eindeutig tot. Margaret stellte ihren Fuß auf den toten Körper, zog den Pfeil heraus und steckte ihn in ihren Köcher zurück. So brutal das auch aussah, den Fernsehzuschauern würden die Haare zu Berge stehen. Wieder ein Schnitt und sie hielt den zweiten Geldbeutel in ihre Hand . Nicht weiter entfernt graste das zweite Pferd. Margaret nahm die Zügel und ging damit zu ihrem Pferd. Ich nahm das Schwert auf und steckte es hinter meinen Gürtel. Wer weis was uns noch erwartete. Wir saßen auf. Da der Armbrustschütze tot war brauchten wir die Wegelagerer nicht mehr zu fürchten, dachten wir. Wir ritten auf den Weg zurück den wir ursprünglich nehmen wollten. Ich deutete auf die Geldbeutel, »ist das eure Beute?« fragte ich. »Ja sicher, sie hätten das Gleiche gemacht.« »Wir hätten wohl besser die Armbrust mitnehmen oder die Sehne durchschneiden sollen,« sagte ich. »Ja ihr habt recht.« Zügig ritten wir auf unser Ziel zu. Margarets Gesichtszüge wirkten angespannt. »Was ist, rechnet ihr noch mit einen Angriff?« »Nur wenn sie das letzte aus ihren Pferden herausholen. Margarets Augen zuckten nervös. Als wenn ich es geahnt hätte. Vier Reiter stellten sich uns in den Weg, ihre Pferde dampften.

 

Margaret spannte ihren Bogen und der Pfeil flog auf den Einäugigen zu. Dieser versuchte wieder dem Pfeil auszuweichen was ihm aber nicht gelang, da auf beide Seiten von ihm seine Kumpane Pferd an Pferd ritten. Er duckte sich und schoss gleichzeitig. Es war mehr eine Ahnung als dass ich den Pfeil kommen sah. Ich suchte Deckung hinter den Hals meines Pferdes. Gleichzeitig dachte ich an meinen Traum. Würde er hier in Erfüllung gehen? Dann der Schmerz, ich schaute auf meinen Arm an dem das Blut herunter lief. Da ich den Pfeil nicht sah wusste ich dass er mich nur gestreift hatte. Mehr Zeit zum Überlegen blieb mir nicht. Mittlerweile waren sie auf Schwertlänge herangekommen. Margaret schlug auf den Einäugigen ein. Ich hatte gerade noch Zeit den Hieb eines anderen abzufangen. Ich blickte in ein grimmiges Gesicht, eine Narbe entstellte sein Gesicht. In den Steigbügeln stehend holte ich aus und schlug über das Beutepferd hinweg auf den Mann ein. Der hatte Mühe sich im Sattel zu halten. Mein Schwert traf ihn am Arm, das Schwert löste sich aus seine Hand. Im nu färbte sich sein Ärmel rot. Jetzt hatte ich Zeit nach Margaret zu schauen. Sie musste sich auf beide Seiten verteidigen. Ich trieb mein Pferd auf den Einäugigen zu. Dieser ließ von Margaret ab. Meinem Schlag ausweichend schlug er auf mich ein. Ich riskierte einen kurzen Blick nach Margaret. Margarets Gegner hatte einen abwesenden Blick. Sein Kopf war bis zur Nasenwurzel gespalten. Schade dass ich meine Kamera nicht eingeschaltet hatte, sie baumelte vor meine Brust. Margaret kam mir zu Hilfe. Von zwei Seiten hieben wir auf den Einäugigen ein, was meinerseits mit Zurückhaltung geschah. Jemand zu töten war nicht mein Ding. Dafür schlug Margaret um so fester zu. Meine Hiebe lenkten ihn genügend ab so dass Margaret einen Hieb platzieren konnte der ihn am Hals traf. Ein Strom von Blut quoll aus die Wunde hervor. Ich hörte auf zu kämpfen, hatte Zeit die Kamera einzuschalten. Der Einäugige starrte uns mit schreckgeweiteten Augen an. Ich zoomte ihn heran, so dass sein Gesicht das Display füllte. Ich weis nicht ob er noch mitbekam dass er tödlich getroffen war. Im Zeitlupentempo kippte er aus den Sattel. Wir sahen uns um. Die Beiden zuvor ausgeschiedenen Räuber standen am Wegrand. Der eine humpelte, der andere hielt seinen Arm umklammert. Als wir unsere Pferde in ihre Richtung lenkten versuchte der humpelnde Mann wegzulaufen. Margaret trieb ihr Pferd an. Der Mann winselte um Gnade. Margaret holte aus und spaltete ihm seinen Schädel. Der am Wegrand verbliebene Mann wusste was ihn erwartete. Mit Mühe zog er sich auf das nächste Pferd und trieb es von uns weg.  .....................................

mehr gibt es auf 600 Seiten in meinem Buch.

                                                                                          Schreiben sie mir was ich besser machen kann und wie ihnen meine Geschichte gefällt?

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Zusammenfassung Expose Buch  2                          Zusammenfassung Expose Buch 1               Leseprobe Buch 3

Hermann Büsken  Die vergessenen Tore der Atlanter. Band 2

 

In Band 2 reißen die Ereignisse nicht ab. Die Heilerfolge von Kristel der Ärztin in Verbindung mit Edra dem Außerirdischen lassen den Vater einer Krebskranken Tochter einen verzweifelten Schritt tun in der Annahme mit Kristian als Pfand  Edra dazu bringen zu können dass dieser seiner Tochter hilft.

Mit Decimus einem römischen Soldaten reist er durch das Land. Unterwegs kann er die Sklavin Riga und ihre Tochter befreien.

Die Erbauer der Tore machen sich bemerkbar. Eines Nachts holen sie ihn in ihr Raumschiff. Auf der Reise in ihre Welt lernt er  Senis kennen. Sie wird seine Betreuerin. Seine neuen Freunde sind Nachkommen aus dem Reich Atlantis. Die Menschen haben verlernt zu sprechen. Die Verständigung findet gedanklich statt. Ein Teil der Atlanter lebt in einer von Wasser umgebene Welt. Sie haben sich angepasst, leben in einer Wasserwelt  unter riesigen Kuppeln und können wie Fische unter Wasser Schwimmen. Als er Senis erzählt dass er das auch können möchte veranlasst diese eine Operation die ihm den Aufenthalt unter Wasser ermöglicht. Wegen seiner Neugierde platzt er in ein Experiment. Ein Strahl trifft  seinen Kopf. Nach einem Aufenthalt in ihrem Krankenhaus stellt er fest dass er einen Kontakt mit Jessika seiner Freundin herstellen kann.

Die Aufregung ist groß als das Raumschiff über das Stadion steht und Kristian zurückbringt. Zwei Wissenschaftler bekommen die Gelegenheit die Technik der Atlanter zu studieren. Während eines Urlaubs auf den Malediven nutzt Kristian die Möglichkeit wie ein Fisch unter Wasser zu schwimmen und erregt damit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

Während einer Pressekonferenz wird Kristian angeschossen. Er liegt im Koma, es besteht wenig Hoffnung. Im Krankenhaus trifft er auf Elisabeth die auch eine Komapatientin ist. Mit ihren Geistkörpern streifen sie durch das Krankenhaus bis die Atlanter zurück kommen und beide mitnehmen.

 

 Probeseiten Buch 2.

Im Haus des Entführers und seiner kranken Tochter Klara:

Nach dem Abendessen zog ich mich auf mein Zimmer zurück. Irgendwie war ich geschafft. Hatte ich Klara zu viel meiner Heilenergie abgegeben? Eigentlich hatte ich vorgehabt Lena zu benachrichtigen dass die Gefahr vorbei war, aber ich war zu müde und verschob es auf morgen. Meine Energie reichte gerade so weit mich ins Bett zu legen. Ich schlief sofort ein.

Ich hatte zu lange geschlafen. Klara und ihr Vater  waren schon fort. Ich frühstückte alleine. Danach ging ich in den Stall und sattelte das dritte Pferd. Heute wollte ich in die andere Richtung den Berg hinauf reiten. Obwohl es noch früh war begegneten mir Wanderer. Einige hatten Kletterseile in ihre Rucksäcke. Auf einer Alm konnte ich mein Pferd tränken und ein Glas Milch trinken. Ich lag entspannt auf dem Rücken als ich durch das Geschrei einiger Besucher erschrocken hochfuhr. Alles starrte gebannt auf die nächste Felswand. Sie war ein Stück entfernt, trotzdem konnte man drei winzige Kletterer erkennen. Diese schienen in Schwierigkeiten zu sein. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht klebten sie an die Felswand. Steinschlag von oben zwang sie sich an die Wand zu pressen. Ein Felsbrocken hatte den oberen Kletterer getroffen und ihn aus die Wand gerissen. Bis zu nächsten Sicherung war er hinab gestürzt und baumelte jetzt am Seil. Anscheinend war er benommen, denn er zeigte keine Regung. Von hier aus konnte man schlecht sehen in was für einem Zustand die Anderen waren. Sicher hatten sie Angst dass die Haken nicht halten würden. Ich musste näher an sie heran. Von der Rückseite der Alm sprang ich unsichtbar zu dem mittleren Kletterer. Es war eine Frau. »Was ist mit dir,« fragte ich, »kannst du dich halten?« Erschrocken schaute sie sich um. »Das ist der Schock,« sagte sie zu sich selbst, »ich höre Stimmen.« »Es ist kein Schock, ich spreche zu dir.« »Muss ich jetzt sterben, holst du mich ab?« Es blieb mir keine andere Wahl, ich musste mich ihr zeigen. »Hör zu, ich bin kein Geist, ich zeige mich jetzt, hast du mich verstanden?« »Wer immer du bist, ich glaube nicht an Geister.« »Um so besser.« Ich wollte nicht dass sie mich beschreiben konnte, deshalb hatte ich mein Äußeres verändert. Erschrocken sah sie mich an. »Bin ich schon tot?« »Nein du bist nicht tot, ich frage dich noch mal, kannst du dich halten?« »Ich weiß nicht, wenn der Haken oben nicht hält werden wir mit runter gerissen.« »Darum werde ich mich kümmern, kommt ihr dann alleine hoch oder wieder runter?« »Meine Knie zittern, ich glaube nicht.« »Dann halte solange aus, ich kümmere mich erst um den Mann über dir.« Wieder unsichtbar schwebte ich zu dem baumelnden Mann. Ich hätte sie alle gleichzeitig aus die Wand holen können, wenn das Seil nicht durch etliche Sicherungshaken laufen würden. Der Mann kam langsam zu sich. »Wo bin ich, ich schwebe.« »Nein du wirst gleich schweben, du bist abgestürzt.« Er merkte nicht wie ich ihn los band, das Seil sicherte und wir gemeinsam herunterschwebten. Von unten hoch kommend befreite ich den unteren Kletterer vom Seil. Der schrie auf als er sich seines Halteseils beraubt sah. Ich musste ihn erst überreden die Wand loszulassen.  Es gab höchste Zeit als ich bei der Frau war. Ihre Knie zitterten so stark dass sie sich nicht mehr lange hätte halten können. »Ich bin bei dir, lass los, du bist in Sicherheit. Sie tastete nach mir, hielt sich krampfhaft fest und ergab sich in ihrem Schicksal« Die beiden Kletterer unten waren nicht mehr alleine. Andere Bergsteiger kümmerten sich um sie. Es viel nicht auf als wir beide unsichtbar herunterschwebten und ich die Frau etwas abseits ablegte. Als diese merkte dass sie festen Boden unter sich hatte schrie sie kreischend auf. Sie stand immer noch unter Schock. Ein beherzter Mann rannte auf sie zu und gab ihr eine Ohrfeige, was sie sofort verstummen ließ. Meine Arbeit war getan. Ich sprang zu meinem Pferd zurück. »Kannst du mir sagen was dort passiert ist,« hörte ich jemand fragen? »Ich bin mir nicht sicher,« sagte der Angesprochene, »ich verstehe es selber nicht, erst hingen sie in der Wand, jetzt sind sie weg, sie müssen wohl abgestürzt sein.« Ich schwang mich aufs Pferd und machte mich auf den Heimweg. Ein Hubschrauber schwebte über der Stelle wo die Bergsteiger waren. Es war Mittag als ich zurück war. Klara war noch nicht zurück. Ich war nervös, hatte keinen Hunger und wartete auf Klara und das Untersuchungsergebnis. Um drei Uhr kam sie endlich. Dass Klara ein verheultes Gesicht hatte, war kein gutes Zeichen. Auch ihr Vater hatte feuchte Augen. Als Klara mich sah, rannte sie auf mich zu. »Kristian,« erneut heulte sie los. »Was ist, ist es so schlimm?« »Nein es ist nicht schlimm.« »Und warum weinst du?« »Ich weine vor Freude.« »Du hast mir einen Schrecken eingejagt, erzähl schon.« Der Vater kam, »ihre Werte haben sich gebessert.« »Hab ich nicht von Anfang an gesagt, Klara schafft das alleine?« Klara ließ mich nicht mehr los. »Komm wir gehen rein,« sagte ich. Ich schob sie zum Sofa. »Du hast mir was versprochen,« sagte Klara. »Was versprochen?« fragte ihr Vater. Ich schaute Klara warnend an. »Oh, Kristian sagt ich werde gesund.« Ich wusste dass Klara an das Mittelalter gedacht hatte. Das Mittagessen war ausgefallen und ich war froh dass es jetzt Kaffe und Kuchen gab. »Kristian, ich weiß nicht wie ich ihnen danken soll.« »Wieso mir, ich habe doch nichts gemacht.« Klara schien mit  der Erklärung nicht ganz einverstanden zu sein. »Kristian du hast mir dass positive Denken beigebracht.« »Ja, mehr aber nicht.«  Vorerst sollte Herr Melchior nicht wissen dass ich mehr getan hatte.

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»Liegt sonst noch was vor?« fragte Lena. »Nein, eigentlich nicht.« »Und was heißt eigentlich?« hakte Lena nach. »Wir wollen morgen die Römer besuchen.« »Und mich wollt ihr nicht dabei haben?« »Nein, das ist es nicht, wir haben nur drei Pferde.« »Dann gehe ich eben zu Fuß, ist ja sowieso nicht weit.« »Und was ist mit euch?« richtete ich die Frage an Silke und Kristel. »Ich vertraue den Römern nicht.« sagte Silke, »ich gehe nicht mit.« »Ich würde gerne mitkommen,« sagte Kristel, »aber ich habe morgen Dienst.« Bis auf Jeanette und Lena waren dann alle gegangen. »Ich würde euch vorschlagen ein paar Denare einzustecken, falls ihr was kaufen wollt.« Die Frauen hatten durch den Verkauf von Waren an die Römer beim letzten Besuch einige Denare eingenommen. »Lena bringe bitte deine Sofortbildkamera mit, und ihr braucht euch nicht als Römerinnen verkleiden.

Am Morgen waren wir bereit. Lena saß auf meinem Pferd, ich hielt die Zügel. Wir kamen am Waldrand an. Vor uns die Zelte, dahinter das Kastell. Sie mussten sich sehr sicher fühlen dass sie keinen Schutz um ihr Lager gebaut hatten. Lediglich ein paar Legionäre hielten Wache. Sie hatten uns entdeckt. Lena machte ihre Fotos. Langsam gingen wir auf die Zelte zu. Es war still. Abwartend beobachteten uns die Wachen. Es schienen fremde Römer zu sein. Sicher hatten sie von uns gehört. In den Augen der Männer glomm Verlangen auf. Aus den Zelten kamen mehr Männer hervor. Bald bildete sich ein Spalier durch dass wir schritten. Vorne am Tor hatten sich Offiziere eingefunden. Rufus der Rote, ein Centurio, kam uns entgegen. Eurone das Mischwesen hatte uns, das heißt Lena, Jessika und mir auf ihrem Planeten mittels einer Apparatur die römische Sprache beigebracht. Deswegen gab es keine Sprachschwierigkeiten. Jeanette, die später zu uns stieß musste sehen wie sie mit ihrem Schullatein zurecht kam.

»Es ist uns eine Freude euch zu sehen,« empfing uns Rufus der Rote. »Du meinst bestimmt meine Frauen?« »Du bist natürlich auch willkommen.« Es entstand ein Tumult als Gallus der einfache Legionär sich zu uns durcharbeitete. Zögernd blieb er vor uns stehen, als wäre er sich nicht sicher ob wir uns seiner erinnern wollten. »Gallus alter Freund, viel Betrieb hier.« »Ja es ist eng geworden.« »Kristian komm,« drängte Rufus, »Der Tribun wird euch sehen wollen.« Der rote Rufus gab einen Befehl und man kümmerte sich um unsere Pferde. Lena drehte sich im Kreis und machte Fotos  von den schmachtenden Legionärsgesichtern. Rufus ging voraus, eine Gasse öffnete sich. Das Zimmer des Tribun Quintus füllte sich. Viele der Gesichter kannte ich nicht. »Kristian, schön dass ihr kommt, der Anblick deiner Frauen lässt uns unser eintöniges Leben hier ein wenig vergessen« Er geleitete die Frauen zu Sitzgelegenheiten, die von den Männern schnell freigemacht wurden. Ein Sklave kam mit einem Tablett auf dem mit Wein gefüllte Gläser standen. Wir bedienten uns. »Lasst uns das Glas erheben auf unsere Freunde,« sagte der Tribun. »Viele von uns kennen euch noch nicht, haben aber inzwischen von euch gehört. Die Schönheit unserer weiblichen Gäste wird an den Lagerfeuern sicher bald genug Gesprächsstoff liefern.« »Tribun, genug des Lobes, sagt mir ob ihr Verstärkung erhalten habt?« »Nein, darf ich euch den Centurio Gaius Octavius vorstellen.« Der Tribun schaute einen Mann an. Dieser war mir schon aufgefallen. Er war von kräftiger Gestalt mit ausgeprägten Muskeln. Ihm möchte ich als Gegner nicht gegenüber stehen. Wir reichten uns die Hand. Er ließ sie nicht los und zog mich zum Ende des Raumes. »Ich habe schon viel über euch gehört.« »Und was zum Beispiel?« »Ihr sollt ein guter Kämpfer sein.« »Ihr meint sicher die Geschichte mit Bibulus, er ist ein falscher Hund der seine Macht an Schwächere austobt. Ich kann mit einem Schwert nicht umgehen.« »Trotzdem habt ihr Bibulus besiegt.« »Ja mit einen Stock, er hat mir dieses noch nicht verziehen. Sein Schwert habe ich als Trophäe behalten. Wie soll ich dich nennen?« »Sag Octavius zu mir.« »Octavius, was machst du hier?« Ich habe einen Consul in Colenia abgeliefert, wir sind jetzt auf dem Rückweg nach Rom. »Da seid ihr aber noch eine Weile unterwegs.« »Du sagst es. Wir könnten  unser Ziel schneller erreichen, unsere Begleitfahrzeuge lassen das aber nicht zu. Diese waren mir schon aufgefallen, denn sie nahmen einen Großteil des Platzes vor dem Kastell ein. Nicht nur  die Verpflegung für die Menschen, auch die Pferde brauchten ihr Futter. Dazu kamen die Zelte. Auch Händler nutzten den Schutz der Soldaten. »Hast du Familie?« fragte ich. »Ja, unser Gut liegt in Florenz. Unser Weg führt daran vorbei, wir machen dort Rast.« »Ich würde dich gerne begleiten, aber soviel Zeit habe ich nicht,« sagte ich.  Ich gab Lena ein Zeichen. »Lena würdest du ein Foto von Octavius und mir mit der Sofortbildkamera machen?« Lena nickte. Das Blitzlicht ließ alle erschreckt in unsere Richtung blicken. Staunend blickte Octavius auf das Foto das aus der Kamera kam und zu einem Bild wurde. »Der Tribun hat mir von euren magischen Kräften erzählt, ich wollte es nicht glauben.« Dann nahm er das Foto von Lena entgegen. »Sehe ich so aus?« fragte er zweifelnd. »Ja, ich kann keinen Unterschied erkennen. Oder sehe ich auf dem Bild anders aus?« fragte ich. »Das ist ein mächtiger Zauber.« Jetzt kamen die anderen und wollten das Bild sehen. »Lena mach ein Foto von ihnen.« So abgelenkt standen wir bald wieder alleine. »Octavius was hältst du davon wenn ich dich ein Stück begleite?« »Das würde mich freuen.« »Ich könnte wenn du mir einen Führer mitgibst voraus reiten und deiner Frau dieses Bild von uns bringen.« »Das würde sie sicher erfreuen, aber meinst du dass es etwas bringt wenn du ein paar Tage vor mir dort bist?« »Lass dich überraschen, gib mir einen Mann mit der den Weg genau kennt und vor magische Kräfte wie du es nennst keine Angst hat.« »Was hast du vor?« »Ich werde mir in Ruhe dein Land anschauen.« Jessika kam zu uns um zu sagen dass sie zu den Händlern vor das Kastell wollten. »Was ist mit dir Octavius, gehst du mit?« »Ja, dann zeige ich dir den Mann der dich begleiten wird.« Einer Prozession gleich folgten die Männer den Frauen nach draußen. Der rote Rufus hatte die Führung übernommen. Die Prozession wurde immer länger. Alle wollten einen Blick auf die Frauen in ihren engen Reithosen werfen. Unterwegs gab Octavius einem Mann ein Zeichen. Der bahnte sich einen Weg zu uns durch. »Decimus ich habe einen Auftrag für dich.« Decimus war auch keine halbe Portion und kein einfacher Soldat. »Decimus, mein Freund Kristian möchte morgen vor uns her reiten. Bringe du ihn sicher zu meine Frau. Du wartest dort auf uns.« Abschätzend musterte Decimus mich. »Er hat nicht mal ein Schwert.« »Ja ich weiß, er wird einen Stock mitnehmen.« »Einen Stock?« »Ja, Kristian ist ein Stockkämpfer, lass dir die Geschichte von Bibulus erzählen. Du kannst dich auf ihn verlassen. So, jetzt lass uns zu den Händlern gehen.«    Diese witterten ein großes Geschäft, nicht wissend warum hier so ein großer Andrang herrschte. Lena war auf einen Karren geklettert, was von dem Händler mit Argwohn beobachtet wurde. Sie winkte mir zu und machte weiter ihre Aufnahmen mit einer anderen Kamera. »Legst du dich mit allen Frauen auf dein Lager?« fragte Octavius. »Nein, nur mit einer.« »Du bist ein Mann, möchtest du nicht mit allen dein Lager teilen?« »Du hast recht, das Verlangen ist schon da, ich will aber nicht unsere Freundschaft auf Spiel setzen.« »Ein weiser Spruch, auch ich vermeide es mich zu anderen  Frauen zu legen. Aber manchmal läst es sich nicht vermeiden, du weißt schon, das Fleisch ist schwach.« Es war nicht leicht zu den Händlern durchzukommen. Lediglich Octavius Autorität verschaffte uns Platz. Am Stand des dritten Händlers fanden wir die Frauen. Jeanette versuchte den Händler abzuwehren der ihr eine Kette aufschwatzen wollte. Ich sah schöne Weinkelche und verzierte Teller. Bei uns waren diese unbezahlbar. Ich wollte sie alle. »Hast du deiner Frau schon ein Geschenk gekauft?« fragte ich Octavius. »Ja ein Ballen Stoff.« »Und sonst?« »Was und sonst?« »Ein Schmuckstück zum Beispiel.« »Du hast recht, vielleicht finde ich hier was passendes.« Ich sah Keramik und viele Teile aus Glas, Schreibmaterialien, Wachstafeln, Papyrus, Schmuck aus Bronze und Silber und römische Spiele. Gallus hatte es geschafft sich zu mir durchzuarbeiten. »Gallus ich habe eine Aufgabe für dich.« Ich erzählte ihm worauf es mir ankam. »Versuche die Ware für mich günstig einzukaufen, und lass sie gleich einpacken.« Ich griff in meinen Gürtelbeutel und kam mit eine Hand voll Denare wieder heraus. »Öffne deinen Geldbeutel.« Ohne nachzuzählen ließ ich das Geld in Gallus Beutel gleiten. »Wenn du nicht auskommst melde dich bei mir.« Octavius hatte uns beobachtet. »Du vertraust einem einfachen Legionär?« »Wir kennen uns schon länger und ich habe festgestellt dass man ihm vertrauen kann.«

 

Unterwegs mit Decimus dem Legionär.

Das Feilschen wollte nicht so recht in Gang kommen. Der Händler forderte dreihundert Denar, das höchste Gebot lag bei zweihundert Denare. Der Sklavenhändler wurde wütend und fing an die Qualitäten des Sklaven aufzuzählen. Möglichst unauffällig machte ich Fotos. Aus dem Verkauf wurde nichts, der Sklave wurde zurückgeführt. Von der anderen Seite wurden eine Frau mit ihrer Tochter heraufgeführt. Sofort wurde es still. Der Geburtsort auf ihrem Schild sagte mir nichts. Sie war hoch gewachsen, von erhabener Schönheit. Stolz stand sie da, einen Arm um ihre Tochter gelegt. Diese hatte die Schönheit der Mutter geerbt. Das Mädchen war vielleicht zwölf Jahre alt.

Fünfhundert Dinare kam das erste Gebot von einem kleinen fetten Mann. Mit sechshundert Dinare wurde er überboten. Als kein höheres Angebot kam, sagte der Händler, sechshundert nur für die Frau. Gewaltsam wurden Mutter und Kind getrennt. »Decimus, stell jetzt keine Fragen, hole die Pferde und reite aus den Ort. Dort wartest du auf mich.« Er wollte was sagen, ich hob die Augenbraunen und schaute ihn an. »Schon gut, ich gehe ja schon. Ich stellte mich in die hinterste Reihe. Der Händler zerrte an die Kleidung der Frau, bis jeder einen Blick auf ihre nackte Haut  werfen konnte. Ein Raunen ging durch die Zuschauer. Das Mädchen weinte und streckte ihre Arme in Richtung der Mutter. Sechshundertfünfzig wurden von dem kleinen fetten Mann geboten. »Achthundert Dinare,« alle drehten sich zu dem Mann um, dem man ansah dass er reich war. Dem Händler sah man seine Freude an. Die Tochter konnte sich losreißen und rannte zu ihre Mutter. Jetzt wurde es Zeit einzugreifen. Einfach mit beiden Frauen verschwinden wollte ich nicht. Ich nahm die Gestalt eines alten Mannes mit langen weißen Haaren an. In der Hand hatte ich einen Wanderstab. So schlurfte ich auf das Podest zu. »Hat die Gier eure Augen vernebelt,« rief ich, »seht ihr nicht dass der Teufel in ihr steckt. Ihr würdet den ersten Beischlaf nicht überleben.« Der Händler wurde wütend. »Alter Mann verschwinde.« Der Frau schickte ich die Botschaft rüber, »erschrecke nicht, ich werde euch in Sicherheit bringen.« Als sie keine Reaktion zeigte rief ich, »seht ihr nicht das Feuer in ihr, es würde euch verbrennen.« Ich ließ sie und das Kind fünfzig Zentimeter höher schweben. Die beiden Frauen waren genauso erschrocken wie die Menschenmenge. Einige Zuschauer rannten panikartig fort. Selbst der Händler mit seiner großen Klappe hatte Angst. Ich stieg auf das Potest. Mit nach vorne gestreckten Armen machte ich beschwörende Bewegungen. »Weiche von uns , verschone uns, kehre in dein Reich zurück. Ich berührte sie und schrie, »oh, ich sehe sie in  ihrem feurigen Heim, hört ihr nicht die Schreie der Verdammten? Sie versucht mich in ihr Reich zu ziehen, rettet euch.« Jetzt gab es kein Halten mehr, die Menge stob schreiend auseinander. Dann wurden wir unsichtbar, ich sprang mit ihnen zum Rand des Dorfes wo hoffentlich Decimus wartete. Er musterte uns. »Ich habe so etwas ähnliches schon fast erwartet. Du musst mir erzählen was du dort angestellt hast. Hast du für die Frau bezahlt?« Ich grinste ihn an. »Sie waren froh dass sie sie los waren. Ich musste eingreifen, man wollte Mutter und Tochter trennen.« Mutter und Tochter hatten noch keinen Ton gesagt. »Entschuldige das Theater das ich gemacht habe,« sagte ich zu ihr. »Du bist frei  und kannst hingehen wohin du willst.« Als sie nichts sagte, schlug ich vor, »es ist wohl besser du reitest mit uns zu Freunden, dann sehen wir weiter. Einverstanden?« Beide nickten. »Ich heiße Kristian, der dort ist Decimus.« »Mein Name ist Riga, meine Tochter heißt Elana.«  Ihre Stimme klang gebildet. »Wir danken dir, obwohl wir nicht wissen was eben passiert ist.« Decimus lachte. Daran Frau wirst du dich gewöhnen müssen. »Wir sollten machen dass wir hier wegkommen.

 

Im Raumschiff der Atlanter

Es gab eine kurze Unterbrechung als ein zweiter Schatten auf Ramos zutrat, mit ihm kommunizierte und wieder ging. »Hast du einen Wunsch bevor wir die unmittelbare Nähe deiner Welt verlassen?« »Ich weiß nicht ob das möglich ist, kannst du mich einen Blick auf meine Freundin werfen lassen, ich konnte mich nicht verabschieden?« Ich zuckte zusammen, ich sah die Halle, dann ein Schwenk durch die geschlossene Küchentür. Jeanette und Jessika saßen mit Großvater am Küchentisch. Ich sah dass Ramos nickte. Jetzt sahen sie mich in eine Kugel die vor ihnen schwebte. »Kristian, wo bist du?« fragte Jessika.»Ich bin bei Freunden, ihre Welt ist weit entfernt, wir sind noch nicht angekommen, macht euch keine Sorgen, mir geht es gut.« Ich blickte auf die sechs Personen hinter mir und hoffte dass Jessika sie auch sah. »Aber da sind doch noch mehr Menschen,« rief Jessika. »Ja, aber nicht aus unsere Welt. Ich muss jetzt Schluss machen, bis bald.« Interessiert hatten alle zugehört. Ich sah gerade noch dass Großvater was fragen wollte, als die Übertragung erlosch.

Ich musste vorsichtiger sein, Gedanken waren schneller wie ein gesprochenes Wort.  »Du siehst mich verwirrt, ich hatte nicht damit gerechnet hier eine schöne Frau anzutreffen.« »Schön, was bedeutet das?« »Du bist schön.« Sie lächelte mich an. »Mein Name ist Kristian, ich muss mich wohl vorsehen, sicher bleibt dir kein Geheimnis verborgen?« »Stimmt, du bist wie ein offenes Buch.« »Und wie kann ich das verhindern?« »Du kannst es nicht, aber mein Gebieter.« »Kannst du dir vorstellen was dein Gebieter von mir will?« »Die Gedanken meines Gebieters sind unergründlich, er wird sie dir zur gegebener Zeit sicher mitteilen.« »Da bin ich aber beruhigt. Wie kommst du hierher, hat dein Gebieter dich auch entführt?« »Was heißt entführt?« »Ich wurde entführt, ich wurde nicht gefragt ob ich hierher wollte.« »Nein, ich wurde nicht entführt, wir dienen unseren Gebietern schon immer.« »Was heißt wir, gibt es noch mehr von deiner Art?« Ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. »Oh ja, wer sollte sonst die Arbeit hier machen?« »Es gibt also viele, wie viele?« »Das weiß nur der Gebieter.« »Wie soll es jetzt weiter gehen?« fragte ich. »Wie geht es jetzt weiter?« fragte ich. »Mein Gebieter wird dich zu sich bitten.« »Rela sag mir wo wir uns befinden, was für ein Haus ist das hier?« »Haus?« Ich zeigte ihr was ein Haus ist. »Das ist ein Haus?« »Ja, es gibt große und kleine Häuser.« »Dieses ist ein großes Haus, viel größer als dein Haus,« sagte sie. Ich sah woran sie dachte und erschrak. Ein schwebender Koloss, wir waren im Weltraum unterwegs. »Wo bringt mich dein Gebieter hin?« fragte ich. »In seine Heimat.« »Kannst du mir zeigen wie es dort aussieht?« »Wir leben die meiste Zeit,« ich sah woran sie dachte »unter Wasser,« vollendete ich ihren Satz. »Wann werden wir dort sein?« »Ich weiß es nicht.« Die Tür glitt auf und ein Mann trat ein. Er kommunizierte mit Rela. »Er will dass ich dich zum Gebieter bringe sagte sie dann. Wir marschierten durch endlose Gänge. »Wir müssen nicht laufen, du sollst nur ein Gespür für die Größe unseres Hauses bekommen.« Wir waren schon eine Weile unterwegs. »Rela, geht das nicht schneller?« »Wie du willst.« Sie steuerte auf eine Tür zu die sich sofort öffnete. Der Raum war klein und sah ähnlich wie eine Fahrstuhlkabine aus. Nur dass sie nicht rauf oder runter fuhr. Die Tür schloss sich hinter uns. Rela bestimmte auf einem Sensorenfeld unser Ziel. Ich hatte nichts gespürt, auf jeden Fall standen wir nicht mehr in der selben Kabine. Die Tür öffnete sich, wir waren am Ziel. Ein großer Raum ähnlich eines Theaters mit mehreren Sitzreihen. Auf einem Podest davor stand ein Stuhl auf den ein Schatten saß. In der ersten Reihe waren sechs Stühle besetzt. Fünf Frauen und ein Mann in ebenso langen Gewändern wie ich es anhatte. Diese erhoben sich als sie uns sahen. Rela schob mich auf die Wartenden zu, dann verlor ich sie aus den Augen. Ich stand jetzt im wahrsten Sinne des Wortes zwischen  den Stühlen. Der Schatten musste ein Zeichen gegeben haben, denn die Anwesenden setzten sich. »Sei gegrüßt Mann von der Erde und Freund unserer andersartigen Brüder. Du hast meine Botschaft angenommen und ich wusste dass du bereit warst uns kennenzulernen sowie wir dich kennen lernen wollten.« »Wie darf ich dich ansprechen?« fragte ich. »Sag Ramos zu mir. Ich habe den Auftrag dich in meine Welt zu bringen.« »Warum mich, du weist wie viele Menschen es in meine Welt gibt, darunter sind bestimmt viele die würdiger sind als ich um die Bekanntschaft mit euch knüpfen?« »Als die Nachricht kam dass du als erster Mensch die Anwesenheit unserer anderen Brüder kund tatest und auf ihrer Heimatwelt eingeladen wurdest, wollten wir dich kennen lernen.« »Ramos sage mir wer ihr seid? Wo kommt ihr her? Ihr seid Menschen wie wir, zumindest fast. »Das was du deine Heimat nennst war auch vor langer Zeit unsere Heimat. Es gab Katastrophen und Kriege die ein Teil unserer Vorfahren nicht mehr ertragen wollten. Mit unserer Technik waren wir allen damaligen Völkern überlegen, was Neid und Missgunst unseren Nachbarn reiche Nahrung gab. Wir hätten sie alle auf einen Schlag vernichten können was ein großer Teil von uns auch vorhatte. Ehe es dazu kommen konnte, stiegen die die dieses verhindern wollten in ihre Raumschiffe, damals nannten sie es Himmelsgefährte, die an geheim gehaltene Orte bereit lagen in der ihr ganzes wissen gespeichert lag, und nahmen die zerstörerische Kraft mit. Unsere Vorfahren verließen ihre Heimat und begaben  sich auf die Suche einer neuen Welt zwischen den Sternen.« »Es gab ein Volk von dem erzählt wird dass es mächtig und seiner Zeit weit voraus war,« sagte ich. »Sie sollen ihr Wissen zu unredlichen Dingen verwendet haben, was zu ihrem Untergang geführt habe. Noch heute suchen sie nach diesem Land das sie Atlantis nennen.« »Wir sind nicht untergegangen, aber du hast recht, unsere Vorfahren stammen von den Atlantern ab. Wie ich schon sagte, einen Teil von uns zog es zu den Sternen. Wir fassten Fuß auf den erstbesten erdähnlichen Planeten und breiteten uns dort aus. Nach langer Zeit und technischem Wandel besuchten wir unsere Heimatwelt und fanden sie zerstört vor.«

»Willst du damit sagen ihr seid das untergegangene Volk Atlantis? Du weist dass heute immer noch nach dem sagenhaften Atlantis gesucht wird?« »Ja, das wissen wir. Nur sucht ihr an der falschen Stelle. Das frühere Atlantis gibt es noch und ist nicht versunken.« Schwer zu glauben, wer würde mir das glauben?

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Danke dass du so schnell kommen konntest.« sagte Kristel. In dem Krankenzimmer stand nur ein einzelnes Bett. Ein Junge mit blauer Strickmütze und traurigen Augen blickte mir entgegen. Ich sah noch dass er von E.T. und Alienpuppen umgeben war, ehe Kristel mich aus das Zimmer geschoben hatte. »Ist das ein Fan von mir?« fragte ich. »Nicht nur von dir, du hast sicher gesehen wovon er schwärmt.« »Ja und was ist mit ihm? »Sagt dir die Mütze nicht genug, er hat Krebs im Endstadium.« Ich sagte nichts und wartete darauf dass sie mir mehr erzählte. »Seine Eltern sind auf dem Weg hierher, sie wissen dass er es wohl nicht bis morgen schafft. Dort kommen sie.« Vater und Mutter hielten sich an die Hand. Ehe sie fragen konnten was ich hier zu suchen hatte, setzte Kristel zu einer Erklärung an. »Dies ist ein Freund von mir, er könnte ihrem Sohn einen letzten Wunsch erfüllen.« »Sie sind der Freund der Alien aus der Zeitung,« stellte der Vater fest. Ich nickte. »Wie wollen sie ihm helfen?« fragte die Mutter. »Ich kann mit ihm eine Reise zu den Alien machen.« »Aber doch nicht wirklich?« fragte der Vater. »Nein, aber er wird glauben dass es echt ist. Weis ihr Sohn dass er sterben muss?« Die Mutter nickte unter Tränen. »Ich werde ihm meine Hand auflegen und er wird glauben dass es Wirklichkeit ist.« Ich blickte die Eltern an und wartete darauf dass sie ihre Zustimmung gaben. Als sie nickten öffnete Kristel die Tür. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Jungen als er seine Eltern erkannte. »Mutter du weinst ja, ist es so weit?« Die Mutter stürzte auf ihren Sohn zu und umarmte ihn. »Du weist dass nach deinem Tod nicht alles vorbei ist, dein Opa im Himmel wartet auf dich und wird sich um dich kümmern.« »Aber was ist mit euch, ihr werdet traurig sein?« Das war zuviel für mich, ich verließ das Zimmer, und schämte mich nicht meiner Tränen. Kurz darauf folgte mir Kristel. »Ich weis nicht ob ich das schaffe,« sagte ich. »Komm, wir gehen ein Stück,« sie schob mich in den Flur. »Mir geht das auch nah, trotz dass ich dem Tod schon so oft begegnet bin. Der Junge ist auf seinen Tod vorbereitet, du sollst ihm nur noch eine letzte Freude bereiten.« Wir gingen wieder ins Zimmer. Der Junge sah mich an. »Du bist Edras Freund,« stellte er fest. »Ja, und wenn du willst werden wir eine Reise zu ihnen machen.« Mein Blick viel auf ein Foto welches auf den Nachttisch stand. »Ist das dein Opa?« »Ja, er wird mich abholen.« »Das ist gut. Wollen sie an der Reise teilnehmen?« fragte ich die Eltern. Ihre Gesichter blickten mich fragend an. »Ich stelle mich hinter ihren Sohn auf, sie setzen sich je auf eine Seite und halten die Hand ihres Sohnes.« »Kristel hilfst du mir mal das Bett ein wenig nach vorne zu ziehen?« Ich stellte mich am Kopfende auf und legte eine Hand auf die Stirn des Jungen. »Wir schließen jetzt alle die Augen. Was siehst du?« »Ein Raumschiff.« »Richtig, meine Freunde warten schon auf uns, du hast sie sicher schon mal gesehen.« »Ja.« »Was passiert jetzt?« fragte ich. »Der Eingang öffnet sich.« »Dann lass uns hinein gehen.« Ich stellte mir Cyro und Systra vor und blinzelte kurz um mich vom Zustand des Jungen zu überzeugen. Der Junge hatte vergessen dass er im Bett lag, jetzt sah er sich im Cockpit stehen und beobachtete Cyro wie er das Raumschiff steuerte. Auf einem Bildschirm sah er unter sich Städte und Dörfer vorbeirauschen. »Wenn du willst darfst du das Steuer übernehmen.« Als wenn er nichts anderes gemacht hatte legte er seine Hände wie selbstverständlich auf die Sensoren. Ich sah kurz dass die Eltern von dem Spiel gefangen waren, Kristel stand abwartend im Raum. Das Raumschiff hielt auf eine große Wolke zu. Bald war es von der Wolke umgeben. »Ich sehe nichts mehr,« rief der Junge. Sofort bildete sich eine Öffnung, ein langer Tunnel war zu erkennen.

Der Eingang war von gedämpftem Licht umgeben. Je weiter man hinein blickte, desto heller wurde es. Lichtgestalten schienen auf einen zu warten. Ganz am Ende tauchte eine Gestalt auf und wartete. »Ich sehe Opa, er möchte dass ich zu ihm komme.« »Bist du sicher dass du zu ihm möchtest?« fragte ich. »Ja, sie sind doch alle meinetwegen gekommen um mich abzuholen.« »Dann gehe.« Der Junge schwebte durch das geschlossene Außenschott auf den Tunnel zu. Als er die Hälfte des Weges geschafft hatte drehte er sich um und winkte dem Raumschiff zu. Als er seinen Opa erreicht hatte, klopfte Kristel mir auf die Schulter. Ich öffnete die Augen, ebenso die Eltern. Kristel deutete auf ein Gerät auf dem eine durchgehende Linie gezeigt wurde. »Er hat uns verlassen,« sagte Kristel. »Ich muss gehen,« sagte ich, verließ das Zimmer und sprang vom Treppenflur aus nach Hause zu unserem Pferdestall.  Ich musste alleine sein weil ich das Geschehene noch nicht verarbeitet hatte. Ich legte meinen Kopf gegen den Hals meines Pferdes und die Tränen suchten sich einen Weg durch sein Fell. Ich weis nicht wie lange es gedauert hat, die Tränen hatten einen Teil der  Last von mir weggespült. »Hallo ist dort jemand?« Erschreckt zuckte ich zusammen. Ich hatte die Stalltür offen gelassen. »Kristian, bist du das?« Schnell wischte ich über meine Augen und langte zu der Fellbürste. Jessika stand in der Tür. Ich versuchte mein Gesicht von ihr abzuwenden. Eine Weile sah sie schweigend zu. Sie spürte das etwas nicht stimmte. Um ihr zuvor zu kommen sagte ich, »stell jetzt keine Fragen, lass mich bitte alleine. Wenn dich das nicht zufriedenstellt rufe Kristel an. Ich hörte wie sie sich ohne Kommentar umdrehte und ging. Ich sattelte mein Pferd und führte es nach draußen. Ohne Ziel ritt ich davon.

Als ich nach einer Stunde zurückkam, fühlte ich mich besser. Ich erkannte wie sie mich alle ansahen, dass sie Bescheid wussten. »Ich soll dir im Namen der Eltern ausrichten dass sie dir dankbar sind. Sie waren sich nicht sicher ob das wirklich der Opa war den sie gesehen hatten oder nur eine Fiktion von dir.« »Ich habe den Opa auf einem Bild gesehen das am Krankenbett stand, der Junge sollte denken dass sein Opa auf ihn wartet.« »Kristian du bist ein Schatz,« Jessika nahm mich in den Arm. »So das war genug, ich möchte darüber nicht mehr sprechen.«

 Zusammenfassungs-Expose  Buch 1  

Leseprobe Buch 3.

Ich war Gast bei den Melchiors weil ich in Ruhe an meinem Buch arbeiten wollte.

Ich hatte nicht vor auszureiten. Beim letzten Ausritt hatte ich eine Bergspitze entdeckt auf der ein Kreuz stand. Das schien mir ein Ort zu sein wo ich ungestört und ohne äußere Einflüsse schreiben konnte. Ich nahm meinen Schreibblock, das Kreuz vor Augen, sprang ich. Es war schon ein verdammt guter Aussichtspunkt. Die Täler unter mir lagen unter eine Decke aus Nebel versteckt. Der Gipfel war von einer Holzbrüstung umgeben. Ein schmaler Pfad führte den Berg hinunter. Es war sicher eine anstrengende Bergtour um hierher zu gelangen. Eine Bank lud zum Verweilen ein. Ich setzte mich und schrieb. Es mochte eine Stunde vergangen sein als sich jemand schnaubend näherte. Ich blickte auf und sah eine junge Frau, sie mochte um die fünfundzwanzig Jahre alt sein, näher kommen. Sie war bergmäßig angezogen, hatte aber keinen Rucksack dabei. Sie sah zu mir herüber. Ich rückte etwas zur Seite was wie eine Aufforderung wirken sollte sich zu mir zu setzen. Sie musterte mich. Ich war nicht gekleidet wie jemand der einen Berg erklimmen wollte oder hatte. »Sie sind so hier hoch gekommen?« fragte sie. »Ja, ich hatte gehofft hier in Ruhe schreiben zu können.« »Und durch mich ist ihre Ruhe jetzt gestört?« »Nein das wollte ich damit nicht sagen.« Sie stellte sich an die Brüstung und blickte ins Tal hinunter. Einzelne Nebelbänke hatten sich aufgelöst und man konnte vereinzelt Häuser entdecken. »Was treibt sie schon zu so früher Stunde hier rauf?« fragte ich. Sie antwortete nicht. Irgend etwas stimmte nicht mit der Frau. »Bleiben sie noch länger hier?« fragte sie. »Ja, hatte ich eigentlich vor.« Sie drehte sich zu mir um. Ungewollt sprangen mir ihre Gedanken entgegen. Ich sah woran sie dachte. Sie sah sich in Gedanken mit ausgebreiteten Armen den Berg hinunter stürzen. Die Holzbrüstung und ihr Wille waren das einzigste Hindernis dass es noch zu überwinden galt. »Warum schauen sie mich so an?« fragte sie. »Haben sie sich das genau überlegt, sie werden es nicht schaffen frei wie ein Vogel hinunter zu fliegen. Wenn sie unten aufschlagen ist es vorbei mit dem fliegen« »Warum erzählen sie mir das?« »Ich will damit nur sagen, dass ihre Eltern sie dann nicht mehr erkennen würden.« »Wer sind sie eigentlich?« »Vielleicht bin ich ihr Schutzengel?« »Wie ein Engel sehen sie nicht aus.« »Wie muss ein Engel aussehen, vermissen sie meine Flügel?« »Sie sind ja verrückt.« »Also was ist, geben sie ihr Vorhaben auf? Ich bekomme für jede gerettete Seele ein Fleißkärtchen.« »Du willst mein Schutzengel sein, dann kennst du sicher meine Eltern?« Ich sah sie an. Hinter ihre Stirn schien sie mir ihre Eltern vorstellen zu wollen. Ihren Vater sah ich in einen Arztkittel vor mir. Bei der Mutter war ich mir nicht sicher. Die Junge Frau dachte an ihre Mutter, von Geldbündeln umgeben. Ich wechselte auch ins du. »Dein Vater ist Arzt, deine Mutter verwaltet das Geld Anderer.« »Du scheinst einiges über mich zu wissen, und du hast gewusst weswegen ich hierher gekommen bin? Und du könntest sofort von hier verschwinden?« »Ja« »Dann tue es.« Als ich unsichtbar wurde erschrak sie. Ich machte mich wieder sichtbar. »Glaubst du mir jetzt?« »Ich bin kein gläubiger Mensch.« »Das macht nichts, drehe dich um und gehe nach unten.« Oder ist es besser ich bringe dich bis unten?« »Ich schaffe das schon.« »Ich weiß, aber mir macht es keine Mühe, gib mir deine Hand.« Als wir unten im Tal ankamen und sie sich dessen bewusst war, war sie erschrocken. Ich sprang zurück. Ich wusste nicht was für eine Erklärung sie sich für unsere Begegnung zurecht legen würde. Vielleicht würde sie es später noch einmal versuchen. Es war kurz vor der Zeit wo Klara aus der Schule kommen würde. Ich sprang zurück. Als Klara mich sah fragte sie wie viel Seiten ich geschrieben hatte. Ich hielt ihr meinen Block entgegen. »Du warst fleißig.« »Du rätst nicht wo ich war?« »Sag schon.« »Kennst du den Hügel mit dem Kreuz drauf?« »Ja« »Ich habe dort geschrieben. Eine junge Frau war dort und wollte sich herunterstürzen.« »Und du hast sie gerettet?« »Ich habe es ihr ausgeredet. Sie denkt ich sei ihr Engel der sie beschützt hat.« »Siehst du sie wieder?« »Warum sollte ich?« 

Als ich auf die Straße trat stand mir die Frau vom Berg gegenüber. »Ich wollte es glauben, aber sie sind niemals ein   Engel, sie haben sich über mich lustig gemacht.« »Ich habe dich ins Tal gebracht,« erinnerte ich sie. »Das stimmt,« sagte sie nachdenklich. »So, ich muss jetzt weiter.« »Halt, darf ich dich berühren?« »Wenn du willst?« Ziemlich fest umschloss sie meinen Oberarm. »Hast du was anderes erwartet?« fragte ich. »Gehe jetzt bitte nicht, ich möchte dich besser kennenlernen.« »Engel kommen und gehen, sie sind immer beschäftigt.« »Und sie gehen einkaufen?« »Ja du hast recht, klingt schon ein wenig verrückt. Habe ich dich wenigsten davon abgebracht dass du dir was antust?« »Ja, schon, sage mir endlich wer oder was du bist?« »Komm, da vorne können wir uns hinsetzen. Unter einen Baum stand eine Bank auf der wir uns setzten. Sie schaute mich abwartend an. »Nun fang schon an,« drängte sie. »Ist dir nie in den Sinn gekommen wer so etwas kann, dich ins Tal zu bringen?« »Nein, warte, ich wüsste jemand, aber das kann nicht sein.« »Warum nicht?« »Das wäre zu verrückt, was machst du hier?« »Ich mache Urlaub.« »Ganz alleine?« »Ich kenn hier jemand, ich wohne dort.« »Da kommt nur eine in Frage. Du wohnst bei Klara.« »Vielleicht.« »Aber wieso hast du gewusst was ich vorhatte?«  »Es stand dir auf der Stirn geschrieben.« »Meine Gedanken, du hast sie gelesen, auch das über meine Eltern.« »Ich gestehe.«  »Wohnst du schon länger bei Klara?« »Ein paar Tage.« »Klara hat sich nichts anmerken lassen.« »Du kennst Klara näher?« »Ich bin Lehrerin, dann hast du Klara gesund gemacht?« »Ich habe etwas geholfen. Sagst du mir deinen Namen?« »Veronika.« »Dann ist ja alles geklärt, oder nicht?« sagte ich.  »Ja schon, die Welt ist schon verrückt,« sagte sie. Ich ging.  

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»Vater ich möchte morgen mit Kristian ausreiten.« »Ich habe nichts dagegen.« »Du bist der beste Vater.« Herr Melchior sah mich an, ich sah Klara an. »Gibt es etwas dass ich wissen müsste?« fragte Herr Melchior. »Kristian möchte die Germanen besuchen, du weist doch, er hat bei ihnen gelebt.« Ich schaute den Vater nicht an, tat unbeteiligt. »Klara du weist wie ich darüber denke.« »Vater sie sind ganz friedlich.« Herr Melchior ließ Klara stehen und ging ins Haus. »Was soll ich machen, warum ist er so stur?« fragte Klara. »Wenn du später mal Kinder hast wirst du das verstehen.« »Später, später, und was ist mit jetzt?« fauchte sie und ging ins Haus. Zum Abendbrot saßen wir wieder zusammen. Klara bombardierte mich mit Blicken, ich sollte die Germanen wieder zum Gesprächsthema machen.  Ich wollte nichts erzwingen, schließlich war ich Gast hier. Unsere Geduld zahlte sich aus. Herr Melchior fing von selber davon an. »Also was ist mit den Germanen?« fragte er. »Kristian will sie morgen besuchen.« »Ich hoff doch erst nach der Schule?« Ich nickte ihnen zu. »Meinetwegen,« sagte er dann. Klara fiel mir vor Freude um den Hals und drückte sich länger wie nötig an mich. Ich wusste dass sie etwas für mich empfand. Als sie ging sagte ich, »du weist dass du keinem davon erzählen darfst. Wenn du ein Tagebuch hast dann schreibe deine Empfindungen dort hinein. Später wenn du darüber berichten darfst wirst du dich besser an alles erinnern.« Ich schrieb noch ein paar Seiten und ging dann schlafen.  

 Es war noch ein wenig frisch. Die ersten Sonnenstrahlen wagten sich hervor. Ich dachte an Jessika. Als ich für einige Wochen verschollen war, hatten die Elfen mein Medaillon welches für mich keine Bedeutung mehr hatte weil ich ein Implantat bekam, für Jessika wieder aktiviert, damit sie mich suchen konnte und Riga eine ehemalige Sklavin im römischen Reich mit Waren beliefern konnte. Ich fragte mich ob die Elfen ihr die Kraft des Medaillons lassen würden nachdem ich wieder zurück war. Jessika konnte jetzt so wie ich durch die Tore springen. Lautlose Kommunikation und Gedanken lesen konnte sie jedoch nicht. Ich hätte mich nicht gewundert wenn sie hier eines Tages auftauchen würde.

. Es war schon ein Uhr als Gerti Klara von der Bushaltestelle abholte. »Wir können,« sagte Klara als sie bei mir stand. »Darf ich wenigstens vorher noch etwas essen?« fragte ich. Nach dem Essen zog sich Klara um. Gerti hielt ihr eine Tüte hin. »Was soll ich damit?« »Gastgeschenk,« sagte Gerti nur. »War das deine Idee?« fragte Klara. Ich nickte. Wir sattelten die Pferde und saßen auf. »Klara wenn was ist, du musst sofort auf Tuchfühlung an mich heran kommen.« »Meinst du es könnte gefährlich werden?« »Nur für alle Fälle.« Wir waren auf dem Weg zum Fürsten. Einen Kilometer von der Siedlung entfernt kamen wir an. »Sind wir hier auch richtig?« fragte Klara, »ich sehe keine Germanen.« »Warte es ab.« Die Siedlung machte einen friedlichen Eindruck. Sie lag auf einer Anhöhe hinter einen Palisadenzaun. Ich dachte daran als die Wiesen davor noch voller Zelte gestanden hatten. Jetzt waren die Wiesen leer. Man hatte uns entdeckt. Wir ritten durch das Tor. Es herrschte eine bedrückte Stimmung.  Armelinde die Enkelin des Fürsten kam auf uns zu. »Was ist passiert?« fragte ich. »Der Fürst ist krank.« »Schlimm?« »Die Heilerin sagt ja.« »Bringst du mich zum Fürsten?« Er lag auf ein Bett voller Felle. Fiebrige Augen blickten mich an. »Kristian ich werde zu meinen Ahnen reisen.« »Was ist passiert?« fragte ich Armelinde. »Bei einer Wildschweinjagd ist sein Arm von einem Ast aufgespießt worden, die Wunde hat sich entzündet.«  Der Fürst hatte sich anscheinend damit abgefunden seinen Ahnen entgegen zu treten. Jetzt konnte nur noch unsere Medizin helfen. »Klara ich muss dich alleine lassen und unseren Heiler holen. Armelinde erschrecke jetzt nicht, ich komme gleich wieder.«

Ich stand im Flur unseres Krankenhauses und suchte Sonja die Ärztin. Eine Schwester sagte mir wo ich sie finden würde. »Kristian was ist los?« »Du musst mitkommen, der Fürst liegt im Sterben.« Was fehlt ihm denn?« »Vermutlich eine Blutvergiftung.« »Warte ich packe meine Tasche und sage dass ich zu einen Notfall unterwegs bin.« Ich nahm ihre Tasche und wir waren wieder beim Fürsten. Sonja ging auf das Lager des Fürsten zu. Eine ältere Frau war jetzt auch da. Armelinde sah meinen fragenden Blick. »Die Heilerin,« sagte sie. Sonja sah auf den verbundenen Arm des Fürsten.  Vorsichtig hob sie ihn an, ich half ihr den Verband zu entfernen. Die Heilerin sah aufmerksam zu. Der Arm sah wirklich nicht gut aus. Eiter lief aus die Wunde. Sonja tastete den Arm ab. Mit eine Pinzette stocherte sie in die Wunde und zog dann ein Stück Ast aus die Wunde. Sie spülte die Wunde aus, der Fürst bekam eine Spritze. »Ich kann die Wunde noch nicht zunähen,« meine Sonja, »wir müssen abwarten.« Ich wusste dass wir die Heilerin an den Heilungsprozess beteiligen mussten. »Sage ihr was sie machen soll,« bat ich Sonja. »Sie kann jetzt noch nichts machen, erst muss die Entzündung abklingen.« Die Heilerin sah stumm zu wie Sonja den Arm verband. »Wir sollten seine Heilkräfte aktivieren,« sagte ich. »Der Erfolg ist größer wenn wir das zusammen machen,« schlug Sonja vor. »Ja du hast recht. Ich hatte Sonja meine Kräfte übertragen, so dass sie auch in der Lage war die Heilungskräfte zu aktivieren. Wir knieten auf beide Seiten des Lagers nieder und legten unsere Hände auf den Körper des Fürsten. Der Strom setzte sofort ein. Der Körper des Fürsten saugte unsere Energie gierig auf.  Das Gesicht des Fürsten entspannte sich. Nach zehn Minuten schaute ich Sonja an. Sie nickte mir zu. Wir standen auf. »Ich habe noch nie so deutlich gespürt dass ein Körper meine Energie aufgenommen hat,« sagte Sonja. »Ja das habe ich auch deutlich gespürt, kein Wunder, ich hoffe dass die Übertragung noch rechtzeitig stattgefunden hat.« Armelinde hatte mit großen Augen zugeschaut. Der Heilerin konnte man keine Regung ansehen. »Ihr seid mächtige Heiler, seht nur, die Haut des Fürsten ist nicht mehr so blass,« stellte Armelinde fest. Ich hatte nicht darauf geachtet, aber jetzt sah ich es auch.

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»Also warum ich hier bin. Ich möchte dass sie mich auf meine Reise nach Dubai begleiten. Als Beschützer. Ich bin Diamantenhändlerin. In Dubai gibt es kaum Kriminalität. Trotzdem muss ich damit rechnen dass man versucht mir meine Diamanten zu stehlen.« Abwartend schaute sie mich an. »Warum ich, ich habe keine Ausbildung als Bodyguard.« »Die brauchen sie nicht. Bei Gefahr verschwinden sie einfach, wenn es geht nehmen sie mich gleich mit. Wir werden drei bis vier Tage in Dubai sein.« Als sie sah dass keiner eine Frage stellen wollte fuhr sie fort. »Pro Tag erhalten sie eintausendfünfhundert Euro. Alles anfallenden Kosten übernehme ich. Wir werden in der ersten Klasse fliegen.« »Als wir auf den Malediven Urlaub gemacht hatten wollten wir  einen Ausflug nach Dubai machen. Leider ist daraus nichts geworden,« sagte ich. »Was halten sie von meinem Angebot,« fragte sie. Nach Dubai hätte ich auch alleine fliegen können. Ich dachte an meine Steine die ich von den Atlantern bekommen hatte. Ich würde reiche Scheichs kennen lernen denen ich meine Steine anbieten könnte. »Ich bin dabei,« sagte ich. »Wenn ich ehrlich bin habe ich nicht damit gerechnet dass sie so schnell zusagen.« »Ich wollte schon immer einen Scheich kennenlernen.« »Sie werden keinen persönlichen Kontakt mit ihnen haben,« legte sie meinen Status sogleich fest. Mir würde schon was einfallen.   

 

. Der Scheich fragte Frau Wachtmeister wie es ihrer Familie ging. Ich schaute nach draußen. »Darf ich?« fragte ich den Scheich und deutete nach draußen. Er nickte. Ich schob die Terrassentür auf und hinter mir wieder zu. Für mich gab es kein schöneres Pferd wie den Araber. Die Pferde hatten mich entdeckt und kamen näher. Sie schnauften. Ich war ein Fremder in ihrem Revier. Ich sprach zu ihnen was sie zu beruhigen schien. Erst kam das Eine, dann das Andere. Ihre Nüstern berührten meine ausgestreckte Handfläche. Sie ließen zu dass ich ihre Stirn berührte. Dann beugte ich mich vor und legte meine Stirn gegen die Stirn des Pferdes. Lautlos sprach ich auf sie ein. Ein Blick zurück und ich sah dass der Scheich mich beobachtete. Ich trat einen Schritt zurück. Die Pferde drängten schnaubend gegen den Zaun, ihre Köpfe gingen rauf und runter. Es sah so aus als hätte ich ihre Freundschaft gewonnen. Der Scheich und Frau Wachtmeister kamen nach draußen. Er sah mich durchdringend an. »Was haben sie mit meinen Pferden gemacht? Sie benehmen sich nicht normal.« »Ich habe ihnen gesagt dass ich ihr Freund sein möchte.« »Sie kennen sich mit Pferden aus?« »Wir haben selber drei Pferde. Natürlich nicht so edel wie ihre.« »Wie alt sind ihre Pferde?« »Bei meinem Pferd ist das schwer zu sagen, es kommt aus dem Mittelalter.« Ich merkte dass ihn meine Antwort verwirrte. Er wollte sich keine Blöße geben und fragte deshalb nicht weiter.

»Darf ich sie beide zu einem Pferderennen einladen?« fragte der Scheich. »Ja gerne,« sagte ich. Wir gingen ins Haus zurück. Ich hatte sein Interesse geweckt. Er sah mich an. »Ist ihr Beruf Bodyguard?« »Nein, Frau Wachtmeister bat mich sie zu begleiten. Wir hatten es schon bis auf die Malediven geschafft und wollten eigentlich auch Dubai besuchen. Dazu ist es dann nicht mehr gekommen. Frau Wachtmeisters Angebot kam mir gerade recht um ihr Land kennenzulernen.« »Entschuldigen sie, ich weiß immer noch nicht womit sie ihr Geld verdienen?« fragte er. Ich sah zu Frau Wachtmeister und schüttelte unmerklich meinen Kopf. Sie sollte nichts sagen. Dem Scheich schien das nicht entgangen zu sein. »Ich bin Forscher und reise durch die Welten.« Das Wort Welten in der Mehrzahl machte ihn stutzig. Wohl aus Höflichkeit hielt er sich vor weitere Fragen zurück. »Und damit kann man Geld verdienen?« fragte er. »Ich mache Schätze vergangener Zeiten ausfindig. Römische Waren und Waffen, das Mittelalter hat auch viel zu bieten.« Wieder hielt er sich zurück. Die Tür ging auf und ein Scheich in Miniaturformat  stürmte ins Zimmer. »Darf ich ihnen meinen Sohn Faysal vorstellen?« Er mochte vielleicht acht Jahre alt sein. »Ich heiße Kristian,« sagte ich und hielt ihm meine Hand entgegen. Er nahm sie entgegen. »Du warst bei unseren Pferden.« »Ja, ich habe sie begrüßt.« »Ich habe gesehen dass sie dich mögen.« »Ja ich mag sie auch.« »Warum bist du hier?« Ich begleite Frau Wachtmeister, sie hat wertvolle Steine mitgebracht.« »Ich habe unsere Gäste zum Pferderennen eingeladen, vielleicht willst du mitkommen?« lenkte der Vater ab. Dann stand er auf. »Wir treffen und dann um achtzehn Uhr dreißig an der Bahn?« Frau Wachtmeister nickte. Als ich den Koffer nehmen wollte sagte der Scheich, »Wenn sie wollen schließe ich ihn bei mir ein?« Frau Wachtmeister konnte es schlecht ablehnen, sonst sah es so aus als würde sie ihm nicht trauen. Sie nickte mir zu. Ich ließ den Koffer liegen. Er war abgeschlossen, man müsste ihn schon aufbrechen. Der Scheich brachte uns zur Tür. Davor wartete schon ein Wagen der uns zurück bringen würde. Der Blick des Scheichs traf mich. Ich lächelte ihn an was ihn sicher noch mehr verunsicherte.

Eine halbe Stunde später erreichten wir die Rennbahn. Wir warteten vor dem Eingang. Das Auto des Scheichs fuhr vor, er winkte uns zu sich. Er stieg aus, sein Sohn folgte ihm mit einem Hund an der Leine. Wie erwartet gingen wir auf einen der besseren Ränge zu. »Scheich Abad bin el-Cadif, haben sie gewettet?« fragte ich. »Das gehört beim Pferderennen dazu,« antwortete er. Unter uns wurden die teilnehmenden Pferde vorbeigeführt. Es waren keine reinblütige arabische Pferde. Punkt neunzehn Uhr läutete eine Glocke den Rennbeginn ein. Die Ränge waren gut besetzt. Das Rennen begann. Für mich war das Beobachten der Zuschauer interessanter als das Rennen selber. Ein Aufschrei ließ mich wie der auf die Bahn sehen. Der Hund von Sohn Faysal rannte über das Feld einem imaginären Hasen nach. Gab es sie in der Wüste überhaupt? Kurze Zeit später rannte Faysal hinter ihn her. Die Menge schrie auf. Das Feld der Reiter näherte sich. Diese hatten die Gefahr sicher bemerkt. Kein Reiter wollte seinen erkämpften Platz freiwillig aufgeben. Noch einhundert Meter. Der Junge sah die Reiter auf sich zukommen und wollte zurück rennen was keinen Unterschied machte. Der Hund hatte sich längst in Sicherheit gebracht. Die Zuschauer schrien auf. Für mich war keine Zeit zu verlieren. Die Zuschauer sahen das unvermeidliche Unglück kommen. Noch rechtzeitig packte ich zu und verschwand mit Faysal in die höheren Ränge. Faysal saß, die Hände schützend über den Kopf haltend neben mir. »Was ist passiert?« »Du weist schon was du falsch gemacht hast?« fragte ich. Der Reiterpulk rauschte vorbei. Alle rechneten damit ein zerfetztes Bündel Mensch zu sehen. Von dem Jungen war nichts zu sehen. Hatte ein Pferd ihn mitgeschleift? Es war still, wer beim Rennen der Sieger war interessierte im Moment keinen. Ein Rettungswagen raste auf das Feld. Suchend schaute der Scheich über das Feld. Dann ein Blick hinter sich auf die hinteren Ränge. Für ihn  musste das eine Fata Morgana sein. Dort sah er seinen Sohn neben mir sitzen. Die Menge wurden aufmerksam und folgte seinem Blick. Dann sah man ihn losrennen und seinen Sohn umarmen. Dann blickte er mich ernst an, dann seinen Sohn. »Was ist passiert?« fragte er. »Die Pferde kamen auf mich zu,« schluchzte  sein Sohn, »Ich weis nicht wie ich hierher kam.« Der Vater nahm seinen Sohn an die Hand und ging in seine Loge. Mich streifte ein letzter Blick. Auf einer digitalen Wand lief das Ereignis erneut ab. Der Junge war plötzlich verschwunden. Dann in Zeitlupe was auch keine Klarheit brachte. Es sprach sich schnell herum dass der Junge wieder bei seinem Vater war. Eine Fernsehkamera richtete sich auf Vater und Sohn. Ein Fernsehsprecher erschien mit einem Mikrofon. Der Scheich schüttelte seinen Kopf und sah zu mir hoch. Die Kamera folgte seiner Blickrichtung. Ich stand auf und ging zum Ausgang wo Frau Wachtmeister schon wartete. Ein Auto raste heran. Der Scheich mit Sohn stiegen ein. Er sah uns abseits stehen, winkte uns zu. Wir stiegen in das Auto das sofort abfuhr. Mehrere Wagen versuchten uns zu folgen. Das Pferderennen war direkt übertragen worden. Die Frau des Scheichs stand schon in der Tür als wir vorfuhren. Sie rannte ihrem Sohn entgegen und drückte ihn an sich. Wir waren ausgestiegen und wussten nicht ob jetzt der richtige Zeitpunkt war sich ihnen anzuschließen.

 

 

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