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Island
Fantasyroman über die vergessenen Tore der Atlanter, er rettet einem Elfen
das Leben und wird dafür belohnt. Alien werden seine Freunde,
sie nehmen ihn mit auf den amerikanischen Geheimstützpunkt wo
sie die Amerikaner wissenschaftlich unterstützen.
Fantasyroman von Hermann Büsken
Sollte ein Verlag Interesse an meinen Roman haben, würde ich mich
freuen und ich stelle gerne weitere Seiten zur Verfügung..
Die vergessenen Tore der
Atlanter.
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Über mich.
Ich wurde in Palling, Oberbayern geboren. Aufgewachsen bin ich in
dem Dorf Raesfeld bei Borken in NRW.
Schon in jungen Jahren habe ich viel gelesen. Kein Karl May
war vor mir sicher. Später schlug ich die Richtung Perry Rodan und artverwandte
Bücher ein. Ufo- Literatur, und Esoterik, aber auch ganz normale Taschenbücher
runden das Bild ab. Als ich einen Gruselroman las, und mich über die primitive
Ausdrucksweise wunderte, stellte ich fest, das hättest du besser
gekonnt. Ab diesem Zeitpunkt reifte der Plan, selber ein Buch zu schreiben. Ich
habe mir dafür ein paar Jahre Zeit gelassen, da ich nur geschrieben habe wenn
ich in Stimmung war. Dabei habe ich festgestellt, dass es Zustände gab, in denen
ich mich nur hinzusetzen brauchte und mein Stift ein Eigenleben entwickelte. War
vorher alles festgefahren, wurden plötzlich Probleme gelöst und neue Ideen
wurden geboren. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass ich unsichtbare
Hilfe hatte. Ich hatte dann beim Schreiben ein Erlebnis,
das mich lehrte, dass es auch eine böse Seite gab.
siehe hier:
Zur Zeit arbeite ich an meinem 3. Buch..
Eines meiner Hobbys ist U-Bootmodellbau. Ich habe darüber
vier Hefte geschrieben die ich auf dieser Homepage
anbiete. Ein Weiteres ist die Präparation von Tieren.
Ich lebe alleine mit meinem Hund und
zwei Katzen.
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Ich bin dankbar für jede Kritik,
per E-Mail

Da ich keine Probeleser habe und
auch sonst nicht weiß, wie meine Schreiberei vom Leser aufgenommen wird, bin
ich dankbar für jede Anregung oder Kritik, sollte sie noch so direkt
ausfallen. Bitte schreiben sie in mein
Forum-Formular
Meine Erfahrung mit dem Novum Druckkosten-Zuschussverlag. Ich kann nur jeden
Autor warnen sich mit diesen Verlag einzulassen.
siehe:
www.hermann-buesken.de/novumverlag
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Meine Geschichte ist im Bereich Fantasy angesiedelt und greift auf Erzählungen
und Legenden zurück, die heute noch teilweise aktuell sind.
Ich brauchte also
nicht allzu viel Fantasy aufbringen, das haben schon Andere für mich gemacht.
Ich habe daraus nur eine Geschichte gemacht.
In dem Buch kommen Alien und Elfen vor. Dass es Außerirdische gibt
will wohl keiner bezweifeln?
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Rezension.
Der Autor Hermann Büsken hat erst spät festgestellt dass er ein Buch
schreiben kann. Ausschlaggebend war ein Horrorroman der seiner Meinung
nach zu primitiv geschrieben war. Er sagte sich das hättest du besser
gekonnt. Das war die Geburtsstunde seines Fantasyromanes „Die
vergessenen Tore der Atlanter“.
Der Roman handelt von einem
jungen Mann namens Kristian, der durch Zufall in einer Burgruine ein Tor
ins Mittelalter findet. Dort trifft er die ehemaligen Burgbewohner. Er
rettet einem Elfen das Leben und erhält dafür ein Medaillon, mit dessen
Hilfe er sich unsichtbar machen und von einem Ort zum anderen springen
kann. Er erfährt, dass sich das Elfenreich in einer Parallelwelt
befindet und sie dort einen Stützpunkt haben, der auch von Außerirdische
angeflogen wird. Die Außerirdischen werden seine Freunde. Lena die Reporterin und
Jessika seine Freundin, begleiten Kristian auf viele seiner Reisen.
. Die folgenden Abenteuer zeichnen ein Bild wie eine
Erstbegegnung mit Außerirdische aussehen könnte. Auch das Mittelalter
bietet genug Stoff für spannende Abenteuer.
Der Autor hat sich gefühlvoll in die Lage des Entdeckers der „vergessenen
Tore der Atlanter“ versetzt. Wie
würde man sich verhalten plötzlich im Mittelalter zu sein?
Zurückgreifend auf Sichtungen im Mittelalter versucht der Autor die
Elfen glaubhaft wiederzubeleben, deren Blütezeit das Mittelalter war.
Die Elfen als mächtiges Volk, schon damals der Menschheit weit überlegen.
Noch heute glauben viele Leute im Norden Schottlands, dass eins die Sinth, das Elfenvolk (oder das kleine Volk) existierte. Der Glaube hat
sich in der Bezeichnung „Gute Nachbarn“ gehalten. Auch wenn sie sich
den Menschen manchmal feindselig zeigten. Noch heute gibt es in Island
eine staatliche Elfenbeauftragte.
Dass Elfen und Außerirdische zusammen in einer Parallelwelt einen Stützpunkt
betreiben, klingt vorstellbar. Schon in der Bibel wurde von Sichtungen
gesprochen. Von Wagen am Himmel mit feurigen Rädern war die Rede.
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 | Alien |
 | Nach der Klosterchronik von St. Albans
erschien in England am Neujahrstag 1254 „eine Art Schiff in der Luft, von
anmutiger Bauweise und wunderbaren Farben“. |
 | 1546 haben mehrere tausend
Einwohner über Basel einen Schwarm glänzender Scheiben beobachtet. Das
Ereignis sorgte für Aufsehen im gesamten Abendland. |
1697 flog eine "hell leuchtende, kreisförmige
Maschine mit einer Kugel in der Mitte" über Hamburg und anderen
norddeutschen Orten.
Auch die Bevölkerung Nürnbergs beobachtete in den frühen
Morgenstunden des 14. April 1561 merkwürdige Flugobjekte über ihrer Stadt.
Hunderte von Menschen sahen zwischen vier und fünf Uhr in der Frühe
erschrocken zu, wie unerklärliche Kugeln oder Scheiben am Himmel schwebten. Es
waren Kugeln von blutroter, bläulicher und eisern-schwarzer Farbe oder
Ringscheiben in großer Anzahl in der Nähe der Sonne, etwa drei in der Länge,
manchmal vier in einem Quadrat.,
Am 7. Juni 1779 wurden über Boulogne in
Frankreich "zahlreiche glühende Scheiben" beobachtet.
Elfen.
Das Mittelalter war die Blütezeit der
Elfensichtungen. Noch Heute gehören Elfen zu
Island wie die Berge zu Bayern", sagt Gudrun eine Deutsche, die schon länger
in Island lebt. "Elfen sind wie wir, nur leben sie in einer besseren
Welt, in einer Parallelwelt." In Island gibt es heute noch eine
staatliche Elfenbeauftragte. Es
kommt vor, dass für sie sogar eine Straße umgebaut werden muss.
Agobard, der Erzbischof von Lyon in Frankreich
(8. Jahrhundert), schrieb, dass er eine Menschenansammlung angetroffen habe,
die drei Männer und eine Frau lynchen wollten. Es waren Bewohner des Landes
Magonia, die in Schiffen am Himmel fuhren und hier gelandet waren. Und auch
Menschen entführten.
Eigenschaften der Elfen-
Sie können willkürlich verschwinden und erscheinen.
Sie sind intelligent und neugierig.
Sie haben die Macht. nach Belieben Dinge fortzutragen.
Als die Menschen noch nicht den größten Teil der Welt besiedelt hatten.
lebten diese Geschöpfe auf der Erde und betrieben Ackerbau. Ihre
Zivilisation hinterließ Spuren in den hohen Bergen; sie blühte zu einer
Zeit. da es im ganzen Land nichts als Wälder und Forste gab.
Ihre Häuser sollen angeblich groß und wunderschön sein. doch meist bleiben
sie dem menschlichen Auge verborgen. Kirk vergleicht sie mit verwunschenen
Inseln. Die Häuser haben Lampen. die ewig brennen, und Feuer, die keinen
Brennstoff brauchen.
Ihre Gewohnheiten und ihre Sprache sind. wenn
sie es mit Menschen zu tun haben denen der Einwohner ähnlich.
Die alten
Leute sagen< sie wüssten nicht, ob die Elfen aus Fleisch und Blut oder ob
sie Geister seien. Sie wurden als menschenähnliche Wesen angesehen< die
viel kleiner waren als wir. Man sagt, Elfen hätten früher normale Menschen
aufgesucht und zu ihnen gesprochen< um zu verschwinden, wenn sie
beobachtet wurden. Allgemein hieß es, die Elfen seien Geister, die sich
nach Belieben sichtbar und unsichtbar machen könnten.
Und wenn sie Leute entführten<
dann nahmen sie Körper und
Seele mit sich.
Reverend
Robert Kirk ließ keinen Zweifel daran: Einst bewohnten Elfen das Land.
Noch heute glauben viele Leute im Norden Schottlands, dass einst die Sith,
das Elfenvolk (oder das Kleine Volk>, existierte. Der Glaube hat sich in
der Bezeichnung »Gute Nachbarn« gehalten. auch wenn sie sich den Menschen
manchmal feindselig zeigten.
Die
Zeit vergeht dort nicht wie bei uns. In solchen Geschichten stoßen wir auf
die Relativität der Zeit. Wie konnten die Geschichtenerzähler früherer
Zeiten auf eine solche Idee kommen? Was inspirierte sie? Niemand kann
diese Fragen beantworten. Doch es ist eine Tatsache, dass das
unterschiedliche Zeitgefüge zwischen Magonia und unserer Welt in
Geschichten aus allen Ländern eine Rolle spielt
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Hier gibt es eine Leseprobe aus meinem 1. und 2. und
3. Roman "
Buch 1 und Buch 2 wurden auch als
jugendbuchfreie Version umgeschrieben.
Bitte teilt mir eure Meinung der Geschichte mit.
Forum-Formular
Zusammenfassung-Expose
Buch 1
Leseprobe Buch 2
Buch 3
Kristian hat Urlaub und ist auf dem Weg zur Burgruine Falkenhorst.
Kristian
plant einen Handel mit römischen Gütern. Gegen ein Rind tauscht er die Waffen
der beim Überfall getöteten
Germanen ein.
Die Museen reißen sich darum.
Leseprobe 20 Seiten Buch 1
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Buch:1
Die vergessenen Tore der Atlanter.
Dem Namen
alle Ehre machend, lag die Burgruine auf einen der höchsten Punkte in
dieser Gegend. Burg war zuviel gesagt, da nur noch bescheidene Reste von
der wohl einstigen Pracht übrig waren. Man konnte noch einzelne
Fensternischen erkennen und die Aussparungen im Mauerwerk, wo einmal die
Tragebalken für die Decken und Fußböden gelegen hatten. Ein halber
Torbogen ragte aus der Mauer hervor und würde sicher bald in sich zusammen
fallen.
Da, wo
vielleicht einmal eine Zugbrücke den Feinden das Eindringen verwehrt
hatte, lag der Rest der Burg jetzt für jeden Besucher frei zugänglich dar.
Einen Graben, falls es ihn einmal gegeben hatte, war längst dem Erdboden
gleichgemacht worden. Trotzdem ließ sich noch erahnen, wie mächtig einst
die Burg ausgesehen haben mochte.
Als ich die
Burg fasst erreicht hatte, setzte ich mich mit Blick auf die Burg ins
Gras. Mein Rücken lehnte gegen einen großen Stein, der sicher noch eine
Hinterlassenschaft aus der Eiszeit war.
Ein Blick auf
die vorbeiziehenden Wolken, die Burg vor mir, Sonnenschein und Urlaub, was
wollte ich mehr. Wie von selbst fielen mir die Augen zu. Ich dachte über
das Leben in der Burg nach. Sich vorzustellen, wie die Bewohner ausgesehen
haben mochten, wie sie gelebt hatten.
Eingestimmt
vom Leben auf der Burg, öffnete ich die Augen und blickte verklärt zur
Burg hinüber.
Zuerst
undeutlich und verschwommen, sah ich zwischen dem Bergfried und der
Außenmauer, ein seltsames Flimmern. Sicher reflektierte eine zerbrochene
Flasche das Sonnenlicht.
Neugierig
geworden, konzentrierte ich mich und sah genauer hin. Plötzlich wurde mir
kalt, eine leichte Gänsehaut kroch über meinen Körper und absolute Stille
breitete sich aus. Ich vergaß Raum und Zeit. So, als schaute man durch ein
Guckloch, öffnete sich ein stetig größer werdender runder Ausschnitt, die
Konturen des Randes verschmolzen im silbrigen Licht. Eine vollständig
erhaltene Burg bot sich meinen Augen dar. Die Burg in alter Pracht. Der
Bergfried hatte eine Größe, wie ich ihn mir nicht im Traum vorgestellt
hätte. Auf ihn wehte eine Fahne, deren Wappen ich nicht erkennen konnte.
Mitten auf dem Burgplatz, sehe ich einen Brunnen mit einem Dach aus
Holzschindeln. Plötzlich ließ die Stille nach. Das Wiehern eines
Pferdes und der Klang eines Amboss war zu hören. Ehe ich wusste wie mir
geschah, begann sich das flimmernde Fenster wieder zu schließen. Ich
dachte noch, jetzt fängst du schon am hellen Tag an zu träumen und zu
phantasieren, als sich das Fenster gänzlich schloss.
Mit einem
Schlag sah ich die traurigen Überreste der Burg wieder vor mir. Etwas war
mit mir geschehen. Ich war mir sicher, dass ich nicht geträumt hatte. So
sehr ich meine Augen auch anstrengte und zur Burg blickte, es änderte sich
nichts mehr. Traurig und verlassen wirkte jetzt das gewohnte Bild der
verfallenen Burg.
Es war mir nicht
neu, das es schon oft vorgekommen war, hauptsächlich an historischen
Orten, dass Personen, die sich gegen altes Gemäuer oder Heiligtümer
gelehnt hatten, sich plötzlich in einer anderen Zeitepoche wiederfanden.
Dort hatten sie Dinge gesehen, die der heutigen Zeit teilweise noch
unbekannt waren. Ich hatte aber nichts dergleichen getan, der Stein hinter
mir, gegen den ich lehnte, konnte wohl auch nicht der Auslöser gewesen
sein, obwohl er sicher schon so mancherlei gesehen hatte.
Die Kälte wich
langsam aus meinem Körper und machte der wohltuenden Wärme der Sonnenstrahlen
Platz. Ich blickte zur Burg.
Mir fiel ein, dass
ich als Auslöser zuerst ein Flimmern zwischen dem Burgfried und der Außenmauer
gesehen hatte. Da ich das Geschehen noch nicht verkraftet hatte und mir der
Schreck noch zu schaffen machte, schob ich weitere Überlegungen erst einmal
beiseite. Auf jeden Fall wollte ich im Moment nicht mehr zur Burg, weil mir das
alles zu unheimlich war.
Unweit der Burg
Falkenhorst, am Talrand mit Blick auf die Burg, wohnte mein Freund Kurt mit
seiner jüngeren Schwester Jessika, der Großvater und Maria die Haushälterin. Es
war das Haus ihrer Eltern, einem alten Anwesen. Es lag wie auf einem
Präsentierteller inmitten grüner Wiesen, rundherum hatte man freie Sicht, einen
Nachbarn gab es nicht. Wenn ich so darüber nachdenke, das Haus musste bestimmt
einige hundert Jahre alt sein. Hinter dem Haus steht ein Stall, der auf uralten
Fundamenten erbaut war. In ihm standen drei Reitpferde. Ein schlanker Turm aus
Bruchsteine erbaut, streckte sich in die Höhe, und war an einer Seite mit dem
Stall verbunden.
Ich drehte mich um
und sah, dass eine Reiterin in vollem Galopp auf geradem Wege auf mich zu kam.
Jessika, Kurts Schwester, wer sollte es anders sein. Ihr enges Reitdress
brachten ihren schönen Körper voll zur Geltung und lenkten meine Gedanken in
eine andere Richtung. Sie brachte ihr Pferd vor mir zum Stehen und blickte
lächelnd auf mich herab. Das lange blonde Haar, welches sie meistens zu einem
Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, wurde jetzt durch die Reitkappe gebändigt.
Obwohl ich sie schon seit unserer Kindheit kannte, hatte ich eigentlich nie mehr
Gefühle für sie empfunden, als einer Schwester gegenüber. Als ich jetzt zu ihr
hoch in ihre Augen blickte, wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass sich etwas
geändert hatte.
»Störe
ich?« fragte Jessika. »Ich wollte dich nicht aus deinen Träumen
reißen.«
Bevor ich antworten
konnte, sprang sie mit einem Satz vom Rücken ihres Pferdes.
»Was
ist passiert, du siehst so blass aus?«
»Was
ich gesehen habe glaubt mir sowieso keiner« sagte ich, »ich kann
es ja selbst nicht glauben.«
»Erzähl
schon.«
Sie setzte sich zu
mir, in einer Hand hielt sie die Zügel. Unsere Blicke trafen sich, mir wurde zum
ersten Mal richtig bewusst, wie schön sie war. Ich atmete den Duft ihres Parfüms
ein.
Da der Stein nicht
viel Platz bot, saßen wir bald eng beieinander, was mir sehr gefiel. Ich wollte
gerade meinen Arm um ihre Schulter legen, da sprang sie auf.
»Was ist denn jetzt, willst du mich nicht in deine Geheimnisse einweihen?«
»Das
werde ich tun, aber lass mich eine Nacht darüber schlafen.«
»Wie
du willst, wann lässt du dich mal wieder bei uns sehen, wir könnten
zusammen ausreiten?«. Eine Antwort nicht abwartend, schwang sie sich auf
ihr Pferd und galoppierte heimwärts. Auch ich beschloss nach Hause zu gehen.
Mein Zuhause,
welches abseits am Dorfrand stand, kam einem kleinen Knusperhäuschen gleich.
Günstig hatte ich es erwerben können, als die vorherige Besitzerin in hohem
Alter starb. Ich kannte sie noch aus meiner Jugendzeit. Oft hatten wir in ihrem
Garten Kirschen und Äpfel gepflückt. Jetzt war es mein Zuhause.
Ich war
fünfundzwanzig Jahre alt, und betreute im Dorf eine Jugendgruppe in
Selbstverteidigung und Stockkampf. Heute war mein erster Urlaubstag.
Ich machte mir
einen Kaffee und setzte mich nach draußen. Die Obstbäume hingen voll. Leider
wusste ich mit dem Obst nichts anzufangen. Ich hatte schon überlegt, mir ein
paar Ziegen anzuschaffen, die das Obst verwerten und den Rasen kurz halten
sollten. Darum würde ich mich später kümmern. Morgen in der Frühe, wollte ich
mich erneut zur Burg begeben, danach würde ich weiter entscheiden.
Ich stand früh auf,
weil ich keine Zuschauer wollte, wenn ich mir die Stelle, von der das Flimmern
ausgegangen war, anschaute. Voller Ungeduld, wäre ich am liebsten den ganzen Weg
gerannt, meine schweren Wanderschuhe machten mir dies aber unmöglich.
Angekommen, schaute ich mich im Burghof um. Links das ehemalige Wohnhaus, leere
Fensterhöhlen, auf der rechten Seite der Bergfried, an dem die Burgmauer lehnte.
Nichts deutete auf den gestrigen Vorfall hin. Ich war mir sicher, dass hier am
Bergfried die richtige Stelle war. Vielleicht hatte ich doch alles nur geträumt.
Solange ich die Stelle auch anstarrte, es passierte nichts. Oder doch? Ich hörte
Stimmen. Auch das noch, die ersten Touristen waren schon angekommen.
Ich zog mich auf
die andere Seite zurück. So schnell wollte ich nicht aufgeben. Mir fiel ein,
dass ich bei meiner Meditation die Visualisierung zu Hilfe genommen hatte. Dies
ist eine Technik, die sich der Vorstellungskraft bedient, um geistige Bilder des
jeweils erstrebten Gegenstandes oder Zustandes zu erzeugen. Je aktiver die
Phantasie arbeitet sich ihrer zu bedienen, desto kraftgeladener wird sie. So
wird eine Tür zwischen der Welt, der gewöhnlichen Wirklichkeit und der geistigen
Welt geöffnet. Was würde passieren, wenn ich diese Technik jetzt und hier
anwende? Würden die Touristen etwas mitbekommen? Wahrscheinlich, denn dieses
spielte sich ja nicht nur in meinem Kopf ab. Ich habe das Flimmern nicht in
Gedanken, sondern mit eigenen Augen gesehen. Um Klarheit zu bekommen, musste ich
einen Versuch wagen. Ich schaute mich um, die Luft war rein. Ich fixierte die
vermeintliche Stelle am Bergfried an. In Gedanken stellte ich mir das Flimmern
vor, ähnlich der Spitzen eines lodernden Feuers oder der Fata Morgana in der
Wüste. Ich hatte die Öffnung ja schon gesehen und konnte sie deshalb vor meinem
geistigen Auge entstehen lassen. Zunächst passierte nichts. Ich verstärkte meine
Konzentration und spürte plötzlich ein leichtes Kribbeln auf meiner Kopfhaut,
das sich über den ganzen Körper ausbreitete, je mehr ich mich konzentrierte. Als
sich auch noch eine leichte Gänsehaut einstellte, wusste ich, dass etwas
passieren würde. Plötzlich sah ich das Flimmern. Es war fast durchsichtig und
stieg vom Boden empor. Ein angstvolles Kreischen ließ mich hochfahren, mit der
Konzentration war es vorbei, das Flimmern erlosch.
Ein kleines Mädchen
stand rechts hinter mir. Ich hatte sie nicht kommen gehört. Es weinte und zeigte
auf die Stelle, auf die ich mich gerade noch konzentriert hatte.
Schnell schaute ich
mich um. Es war sonst keiner in meiner Nähe, der vielleicht auch etwas gesehen
haben könnte. Da kam auch schon der Vater des Kindes, durch die Schreie seines
Kindes alarmiert, angerannt. Sein Gesicht verdüsterte sich, als er nur sein Kind
und mich wahrnahm. Das Kind wollte sich nicht beruhigen und zeigte immer wieder
auf die Stelle, die zu meinem Glück, nicht in meiner direkten Nähe war. Als der
Vater mich wieder anschaute, zeigte ich ein unschuldiges Gesicht und zuckte nur
mit den Schultern. Der Vater nahm seine Tochter an die Hand und beide verließen
den Burghof. Endlich war die Ruhe wieder hergestellt. Das wäre beinah schief
gegangen. Trotzdem hatte sich der Morgen gelohnt. Ich wusste, wie ich die
Öffnung ins Mittelalter aktivieren konnte, und dass auch andere diese sahen, und
wahrscheinlich auch hindurch gehen konnten, wenn sie geöffnet war.
Für heute war der
Tag gelaufen. Der nächste Besuch hier musste abends, besser nachts stattfinden.
Zum einen weil ich dann sicher sein konnte, dass mir keine Touristen in die
Quere kamen, zum anderen konnte ich nur im Dunkeln durch das Tor in die
Vergangenheit gehen, da ich nicht wusste was mich auf der anderen Seite
erwartete. Ziemlich aufgeregt wäre ich am liebsten zu Jessika gerannt um ihr
alles zu erzählen. Irgendwann würde ich sowieso nicht mehr daran vorbei kommen.
Vielleicht hatte sie den Zwischenfall vom Vortag, als wir uns am Stein trafen,
auch schon vergessen. Anderseits war es vielleicht sinnvoll, wenn jemand wusste,
was ich vorhatte. Was wäre, wenn ich es nicht schaffen würde, aus der anderen
Welt zurückzukommen. An diese Möglichkeit mochte ich gar nicht denken. Bevor ich
mich auf das Abenteuer einlassen würde, musste ich zumindest eine Nachricht
hinterlassen und Jessika oder jemand anderes, so weit wie nötig einweihen. Ich
drehte mich um und machte mich auf den Heimweg. Noch ganz gefangen vom
Geschehenen, schaute ich rechts auf die andere Seite ins Tal hinunter zum Haus
von Jessika. Sicher war sie jetzt zu Hause. Da ich sonst nichts vorhatte, konnte
ich sie genau so gut besuchen. Vielleicht traf ich auch Kurt an, den ich schon
länger nicht mehr gesehen hatte. Kurt war Immobilien-Makler und deshalb viel
unterwegs, ebenso wie seine Eltern. Von Kurt hatte ich auch den Tipp erhalten
über den Verkauf meines späteren Hauses.
Kurts Haus war von
einem hohen schmiedeeisernen Zaun umgeben. Vom Eingangstor aus, durch eine
kleine Parkanlage getrennt, lag das Haus etwas höher.
»Warum
kommst du nicht herein,« tönte es hinter einen Bambusstrauch hervor, »warst
lange nicht hier.« Eine Harke in der Hand und eine Zigarre im Mund kam
mir Kurts Großvater John entgegen. Wir sagten alle nur Großvater zu ihm, was ihn
nicht im Geringsten störte. Er hatte ein freundliches Gesicht, das von einem
Bart eingerahmt war. Trotz seines hohen Alters von über achtzig Jahren, war er
noch gut beisammen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass er jemals anders
ausgesehen hätte. Schnuppernd hebt er seine Nase. »Riechst du es auch?
Maria hat einen Kuchen gebacken.« Maria war die Köchin und Haushälterin
in einem. Hungrig wie ich war ließ ich es mir nicht zweimal sagen. Eine breite
hohe Treppe führte zu einer zweiflügeligen Eingangstür, umgeben von wildem Wein.
Jessika hatte uns durch das Fenster gesehen und kam uns durch die Tür entgegen.
Wie nicht anders zu erwarten mit ihrem lustig tanzenden Pferdeschwanz, ihrer
weißen Bluse und der engen Jeans. Es war schon ein erfreulicher Anblick. Ich
lachte sie an, »ich war oben auf der Burg, als ich an deine Einladung
dachte.«
»Seit
wann brauchst du eine Einladung, du weist dass du immer willkommen bist.«
Großvater grinste, nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarre, und verschwand
hinter einer grauen Wolke. »Nun kommt schon herein.«
Jessika packte
meine Hand und zog mich hinter sich her. »Bist du immer so stürmisch?«
fragte ich, hielt aber weiter ihre Hand fest umschlossen. Mir gefiel es, ihre
Hand zu halten. Wir durchquerten die hohe holzgetäfelte Eingangshalle. Das
verblichene Holz schaffte eine dunkle Atmosphäre. Fasst wie in einer Burg, waren
die Wände mit mittelalterlichen Gegenständen dekoriert. Selbst eine
Ritterrüstung fehlte nicht. Ich weiß noch, dass Kurt und ich früher versucht
hatten, diese Rüstung anzulegen. Wir hatten erfahren, dass ein neuer Briefträger
seinen Dienst antrat. Kurt hatte eine Stunde in der Rüstung verharrt, ehe sich
sein Opfer näherte. Er war neu hier, stand in der Halle und schaute sich um.
Natürlich interessierte ihn der einsame Ritter. Die Hände auf das Schwert
gestützt, stand Kurt jetzt hier, immer mit der Erwartung ein Opfer möge endlich
erscheinen. Er tat einen schweren Seufzer. Der Postbote zuckte zusammen, schaute
zuerst den Ritter an, dann hinter sich. Er näherte sich wieder dem Ritter. Ein
breites Visier und der Helm verdeckten Kurts Gesicht.
Der Postbote ging
auf Nasenlänge an das Visier heran, und schaute durch den schmalen Schlitz, der
die Augen bedeckte. Als er die Bewegung und das Weiße in Kurts Augen sah,
erschrak er so, dass seine Hände vorschnellten als wolle er ein Gespenst von
sich wegstoßen. Kurt, durch das lange Stehen geschwächt, hob das Schwert um die
Balance zu halten. Er trat einen Schritt zurück, die Schwertspitze zeigte auf
die Brust des Postboten. Um das Gleichgewicht zu halten, hob Kurt das Schwert
mit beiden Händen als wollte er ihm den Kopf abschlagen. Mit weit aufgerissenen
Augen floh der Postbote schreiend aus dem Haus und ward nicht mehr gesehen.
Dieses war wörtlich zu nehmen, da beim nächsten Mal ein anderer Postbote
erschien.
Mittlerweile waren
wir in der Küche angekommen. Jessika versuchte meine Hand los zu lassen. Ich
lachte sie an, zog sie zu näher an mich heran. Sie blickte mich überrascht an,
wusste nicht was sie davon halten sollte. »Kinder,«
sagte Großvater, »nun setzt euch doch endlich an den Tisch.« Der
Tisch war groß, auf der langen Seite hätten je sechs Personen Platz gehabt.
Jessikas Eltern hatte nie viel Wert auf Etikette gelegt. Solange keine Gäste im
Hause waren, aß man lieber in der Küche als im Esszimmer. Sie reisten viel und
waren deshalb zurzeit nicht anwesend.
»Maria,«
sagte Großvater, »wir alle haben den lieblichen Duft deines Kuchens
gerochen, jetzt zeige uns dass er auch so gut schmeckt.« Maria schüttelte
den Kopf.
»Großvater,«
sagte ich, »wo ist der Brunnen geblieben der mitten im Burghof stand?«
»Woher
weißt du das da einer gestanden hat?« fragte er.
»Soviel
ich weiß, hat es da nie einen gegeben aber es gibt hier irgend wo einen alten
Stich, vielleicht findest du da was du suchst.«
»Den
meine ich nicht,« sagte ich, »darauf ist kein Brunnen zu sehen.«
»Vielleicht
steht etwas in dem uralten Buch, dass in der Truhe der Bibliothek liegt«
sagte Jessika.
»Hast
recht,« sagte Großvater, »in dem alten Buch.« In der
Zwischenzeit war Jessika schon aufgestanden um das Buch zu holen. Es sah
wirklich alt und vergriffen aus. Vielleicht gehörte sie von Anfang an zum Haus.
Vorsichtig wurde die erste Seite aufgeschlagen. In Ermangelung von Papier, hatte
jemand die Ansicht des Burghofs auf die zweite Seite gemalt. Ein Blick genügte,
um den Brunnen zu erkennen. Jessika und Großvater blickten mich ungläubig an.
»Mein
Junge,« sagte er, »hast du das Buch schon mal in deine Hand
gehabt?«
Was sollte ich
sagen, wenn ich mein Geheimnis noch nicht preisgeben wollte?
»Bestimmt
nicht,« sagte ich, »das Buch sehe ich heute zum ersten Mal. Ich
war heute im Burghof, und mir war, als hätte dort ein Brunnen gestanden.«
»Wie kommst du
darauf?« fragte Großvater, »ich habe dort noch nie einen Brunnen gesehen.«
Maria hatte schweigend zugehört.
»Erinnerst
du dich,« sagte ich zu Jessika, »gestern, als wir uns trafen
fragtest du, warum ich so blass ausgesehen habe, da ist es passiert, ich habe
den Brunnen in der Burg gesehen.« »Vielleicht war es ein Traum,«
schwächte ich ab, obwohl ich es besser wusste, »aber den Brunnen habe ich
gesehen.«
»Lernt
man das in der Meditation?« fragte Jessika, »wann kannst du mir
das beibringen, ich will den Brunnen auch sehen.«
»So
schnell geht das nicht, außerdem wolltest du nie etwas davon hören.« Ich
hoffte, dass ich ihr damit erst mal die Luft aus den Segeln genommen hatte. »So
leicht kommst du mir nicht davon,« sagte sie, »du verschweigst mir
etwas.«
Ich stand auf und
kam ihr ziemlich nah. Mein Blick in ihre Augen ließ sie verstummen.
»Was
soll das denn, willst du mich hypnotisieren?«
Verunsichert ging
sie einen Schritt zurück.
»Ich
muss jetzt gehen,« sagte ich. »Maria, vielen Dank, der Kuchen hat
wirklich gut geschmeckt.«
Großvater hatte es
plötzlich eilig.
»Kinder,«
sagte er, nachdem er seine Kaffeetasse mit einem Schluck leerte, »ich
muss jetzt mein Mittagsschläfchen halten, wir sehen uns.«
»Was
soll denn dass?« fragte Jessika, »gerade wo es spannend wird
verkrümelt ihr euch.«
Jessika sagte
nichts, als ich sie verließ und durch die Halle nach draußen ging. Nicht mehr an
den Großvater denkend, zog dieser mich plötzlich zur Seite, als ich durch das
Tor gehen wollte.
»Mein
Junge, egal was du vor hast, ich bin dabei.« „Vielleicht ist es besser
wir reden jetzt darüber,“ dachte ich, wer weiß was noch passiert.“
»Komm,
wir gehen zu den Pferdeställen, dort können wir in Ruhe reden.«
Großvater machte
große Augen, als ich ihm meine Geschichte erzählte.
»Was
willst du als nächstes machen?« fragte er.
»Ich
werde heute Nacht durch das Tor gehen,« antwortete ich, »falls ich
nicht wieder zurückkomme, weißt du, dass etwas passiert ist. Erzähl keinem
etwas.«
Wie man das Tor
öffnete verschwieg ich vorsichtshalber. Großvater brachte es fertig und
marschierte durchs Tor hinter mir her.
»Wenn
alles gut geht, komme ich morgen wieder vorbei.«
»Endlich
ist mal wieder etwas los,« sagte er, »ich drück dir die Daumen.«
Es war jetzt später
Nachmittag. Einige Dinge musste ich mir noch kaufen. Ich überlegte, frische
Batterien plus Reservepack, etwas zu essen und zu trinken, für alle Fälle falls
ich einen Tag länger bleiben musste, zu kaufen.
Ein Hupen hinter
mir ließ mich erschreckt zusammenfahren und zur Seite springen. Jessika drehte
das Fenster von ihrem Geländewagen herunter.
»Ich
muss sowieso ins Dorf, da habe ich mir gedacht das du sicher froh bist, wenn du
nicht zu Fuß gehen musst.« Ich stieg in ihr Auto und wollte ihr gerade
danken, als sie sagte: »meint ihr vielleicht, ich sei blöd und habe nicht
gesehen, wie ihr beide noch zu den Pferdeställen geschlichen seid. Großvater ist
wie verwandelt, er strahlt über das ganze Gesicht. Das müssen ja sehr wichtige
Geheimnisse sein, die ihr vor mir verbergen wollt.«
»Beruhige
dich,« sagte ich, »Großvater wollte, dass ich ihm etwas besorge,
und ich habe ihm versprochen, mit keinem darüber zu reden.« Nach fünf
Minuten Fahrt sagte ich: »du kannst mich hier rauslassen, ich muss noch
ein paar Dinge einkaufen.«
Wütend darüber,
nichts Neues erfahren zu haben, trat Jessika auf die Bremse.
»Vielleicht
schaue ich morgen wieder bei euch vorbei.« Ich stieg aus und bevor ich
noch etwas sagen konnte, gab sie Gas. Statt noch Einkäufe zu erledigen, wendete
sie und fuhr den gleichen Weg zurück. So ein Luder dachte ich, sie wollte mich
nur aushorchen. Die Einkäufe hatte ich schnell hinter mich gebracht. Wer weiß,
was mich erwartete. Zu Hause angekommen, packte ich alles in meinen Rucksack und
machte mir etwas zu essen. Ich stelle den Wecker auf dreiundzwanzig Uhr und
legte mich angezogen auf mein Bett, worauf ich auch sofort einschlief. Das laute
Schrillen des Weckers ließen mich hochfahren.
Ich merkte, wie ich
zunehmend nervöser wurde. Jetzt zu kneifen kam für mich nicht in Frage. In einer
dreiviertel Stunde würde ich den Tatsachen ins Auge sehen müssen.
Das Auto zu nehmen
schien mir zu verdächtig. Zu dieser Zeit würden die Autoscheinwerfer auf den Weg
zur Burg eventuell jemand neugierig machen. Die Zeit war ja auch so eingeplant,
dass ich kurz vor vierundzwanzig Uhr durch das Tor gehen würde. Es war frisch
und ich war froh, dass ich meinen dicken Pullover angezogen hatte. Der Mond
hatte ein Einsehen mit mir, so dass ich die Batterien der Lampe schonen konnte.
Ein wenig
unheimlich ragten die Umrisse der Burg schon bald vor mir auf. Nachts war ich
noch nie hier gewesen, alles wirkte so bedrohlich.
Im Burghof
angelangt, stellte ich mich sogleich auf die Stelle, wo ich gestern das Flimmern
gesehen hatte. Ehe ich es mir anders überlegen konnte, setzte ich mit aller
Kraft die Öffnungszeremonie in Gang. Das Flimmern zu meinen Füßen breitete sich
aus, silbriges Licht erhellte die Stelle. Ein leichtes Frösteln stellte sich
ein, es formte sich ein wabernder flimmernder pulsierender Ring. Um mich tat
sich eine Öffnung auf die immer größer wurde. Auf der anderen Seite der Öffnung
war es genau so dunkel wie vor der Öffnung. Abrupt wurde mir klar, dass sich
etwas verändert hatte. Ich blickte an mir herunter. Kein Flimmern, es war sehr
dunkel, der Mond schien hinter einer Wolke verschwunden zu sein. Ich sah das Tor
nicht mehr und wollte schon zur Taschenlampe greifen, als ich neben mir ein
lautes Schnaufen vernahm. Erschrocken trat ich einen Schritt zurück, stieß dabei
gegen einen Holzeimer, der umkippte. Ein Pferd wieherte laut und schlug nach
hinten gegen die Stallwand. Mir war inzwischen klar, dass mir der Übergang ins
Mittelalter gelungen war. Das Geräusch eines zurückgleitenden Riegels, brachte
mich auf den Boden der Wirklichkeit zurück.
»He,
ganz ruhig,« tönte es von vorne, eine hölzerne Lampe in der eine Kerze brannte,
schlurfte ein älterer Mann die Pferdeboxen entlang. Gerade noch rechtzeitig,
ging ich mich bückend hinter einen Heuhaufen in Deckung.
Jetzt
erst fiel mir auf, dass der Dialekt des Mannes schon etwas merkwürdig klang. Die
älteren Leute in meinem Dorf sprachen auch noch einen Dialekt, den ich wohl
verstand. Dieser hier klang aber wieder anders, aber doch irgendwie noch
verständlich. Da die Pferde sich beruhigt hatten, schlurfte der, ich nehme mal
an dass es ein Wächter war, wieder heraus.
Aufatmend erhob ich mich und ging auf die Tür zu. Ein Schiebebalken, der von
beiden Seiten bewegt werden konnte, verschloss die Tür. Ich schaute mich um. Um
was sehen zu können, musste ich meine Lampe einschalten. Wohlweislich hatte ich
eine Lampe aus Bundeswehrbeständen mitgenommen, weil man hier einen roten oder
grünen Filter vor den Reflektor schieben konnte. Im grünen Licht, zählte ich 8
Pferdeboxen. Eine Leiter führte nach oben.
Ich stieg hoch, mehrere kleine Verschläge lagen in einer Reihe. So leise wie
möglich, öffnete ich eine Tür nach der anderen. Rechts und links lagen
Strohhaufen aufgeschichtet, teilweise mit einer Decke abgedeckt.
An der Stirnwand, das musste die Burgmauer sein, war ein doppeltes Regal
angebracht. Für einen Tisch war kein Platz mehr. Den letzten Verschlag wollte
ich mir schon ersparen, als ich Atemzüge hörte. Vorsichtig machte ich die Tür
auf.
Ich sah einen Jungen von vielleicht 16 Jahren. In ärmlicher Kleidung lag er auf
seinem Strohlager. Ich schloss die Tür leise und stieg die Leiter wieder
herunter. Da ich ein sicheres Versteck brauchte, schaute ich mich weiter um. Der
linke hintere Teil war abgetrennt für Heu und Stroh. Weil der Stall sonst kein
Versteck zu bieten hatte, wühlte ich im Strohlager einen Gang bis zur äußeren
Stallwand. Mit dem Rücken drückte ich so lange das Stroh zur Seite, bis sich
eine Höhle gebildet hatte.
Durch die seitliche Bretterwand, hatte ich einen eingeschränkten Ausblick auf
den Hof. Da ich wegen der Dunkelheit nichts Genaues sehen konnte, beschloss ich
mich draußen umzusehen. Die Außentür war durch den hölzernen Holzriegel
geschlossen. Leise schob ich den Riegel zurück. Draußen herrschte absolute
Stille, kein Feuerschein erhellte die Fensteröffnungen. Links von mir musste das
Burgtor sein, auf das ich mich leise zu bewegte. Die Stille wurde jäh durch
laute Schnarchtöne unterbrochen. Ein Schatten draußen an der Wand, verriet mir
die Stelle, an der ein Wächter hockte. Ein Schwert lag neben ihm.
An dem Wächter vorbeiblickend, sah ich, dass das Fallgitter heruntergelassen
war. Dass ich durch das Fallgitter hindurch blicken konnte, sagte mir, dass die
Zugbrücke nicht hochgezogen war, was wiederum bedeutete, dass friedliche Zeiten
herrschen mussten. Es wäre ja zu schön gewesen, wenn ich einfach durch das Tor
hätte gehen können. Erst beim Zurückgehen entdeckte ich das zweiflügelige
Burgtor, welches ebenfalls offen stand. Ein Flügel hatte auf der einen Seite
noch einen kleinen mannshohen Durchgang, der mit einer Tür geschlossen werden
konnte.
Eigentlich hätte
ich mich mit der ersten Erkundung zufrieden geben können. Ich überlegte, ein
zweiter Erkundungstag würde mich auch nicht weiter bringen. Um die Burg
verlassen zu können, brauchte ich Hilfe von Innen. Ich konnte schließlich nicht
einfach durch das geöffnete Tor spazieren falls es geöffnet würde. Der
schlafende Junge im Stall war meine einzigste Möglichkeit, wenn ich die Burg
nicht über die Burgmauer verlassen wollte. Leise ging ich wieder in den Stall
und stieg die Leiter nach oben. Der Junge lag auf dem Rücken in tiefem Schlaf.
Gleichzeitig drückte ich eine Hand auf seinem Mund, während die Andere seinen
Brustkorb nach unten drückte. Erschreckt durch das wenig freundliche Aufwecken
fuhr der Junge hoch. Meine Lampe, die mit einem Clip an meiner Brust geheftet
war, verbreitete ein rötliches Licht. Erschreckte weit aufgerissene Augen
blickten mich an. Rotes Licht musste für ihn Feuer bedeuten, die Hand auf seinen
Mund bedeutete sicher ein Überfall. Ich musste meine ganze Kraft einsetzen um
den in Panik geratenen Jungen unten zu halten.
»Ruhig,
ruhig,« sagte ich mehrmals, nicht wissend ob er mich überhaupt verstand.
Als er merkte, dass langsam der Druck auf seiner Brust nachließ, entspannte er
sich merklich. Schließlich gab ich seine Brust frei und hielt einen Finger auf
meinen Mund. Nickend gab er zu verstehen, dass er mich verstanden hatte. Langsam
nahm ich meine Hand von seinem Mund.
Abwartend blickte
er mich an. Um keine weitere Panik aufkommen zu lassen, wühlte ich in meine
Taschen. Ein paar Kekse, noch verpackt, hielt ich ihm hin. Sicherlich konnte er
sich nicht im Entferntesten vorstellen was ich ihm da hin hielt. Ich entfernte
also die Verpackung und biss in einen Keks. Ich hatte den Bissen noch nicht
heruntergeschluckt, als mir schon die Kekse aus der Hand gerissen wurden. Beide
Hände zu Hilfe nehmend, verschwanden die Kekse nacheinander in seinen Mund. Auf
jeden Fall schmeckte ihm mein Versöhnungsgeschenk.
»Ich
heiße Kristian,« sagte ich, und zeigte auf meine Brust. Mit seinem Finger
auf sich deutend sagte er nur: »Johannes.«
Froh über die
schnelle Verständigung zog ich nochmals Kekse aus meiner Tasche und hielt sie
ihm hin. Im nu hatte er die Verpackung aufgerissen und den Inhalt in seinen Mund
geschoben. Ich hatte jetzt Gelegenheit, mir den Jungen näher anzuschauen“. Er
schien eher fünfzehn wie sechzehn Jahre alt zu sein und hungrig dazu. Ich
hatte mich geschichtlich nicht auf meinen Ausflug vorbereitet, deshalb wusste
ich eigentlich nichts über das Mittelalter.
»Wo
kommst du eigentlich her?« fragte mich jetzt der Junge in einem seltsamen
Dialekt. Ich konnte ihn gut verstehen. Erfreut darüber, dass es keine großen
Verständigungsprobleme geben würde, fiel mir ein Stein vom Herzen und ich wich
seiner Frage aus.
»Kannst
du mir helfen aus dem Burghof heraus zu kommen?« fragte ich ihn
stattdessen.
»Das
geht jetzt nicht, das Fallgitter ist unten, vor morgen Früh kann keiner die Burg
verlassen.« Er blickte mich von oben bis unten an, und mir wurde bewusst,
dass ich sofort auffallen würde. Johannes hatte einen mit Ärmel versehenen Rock
an, der vorne geschlossen war, mit einem Schlitz, der nur so groß war, dass der
Rock über den Kopf gezogen werden konnte. Die Hose war eine Art Kniehose.
Mehrfach geflickt schien sie ihn durch die Hälfte seines Lebens begleitet zu
haben. Zwei strumpfartige Unterteile hatte er bis über die Knie gezogen. Vor
seinem Bett standen seine Schuhe. Sie waren aus einem Stück Leder geschnitten.
Durch Löcher am Rand des Leders konnte das Leder um den Fuß geklappt und wie
normale Schuhe geschnürt werden.
»Kannst
du mir Sachen zum Anziehen besorgen, damit ich nicht auffalle? Du bekommst sie
bestimmt wieder.« Die Stirn in Falten gelegt, schien er zu überlegen.
Johannes stand schließlich auf und ging zu einer Kiste, die neben seinem Bett
stand. Er hob den Deckel und holte mehrere Teile heraus, die etwas besser
aussahen als die, die er gerade anhatte.
»Pass
auf die Sachen auf,« sagte er, »dass sind meine Besten, ich will
sie wiederhaben.«
»Johannes,«
sagte ich, während ich mich umzog, »vorerst darfst du keinem etwas von
mir erzählen. Ich bringe dir auch etwas zu Essen mit.«
»Ist
gut,« antwortete er. »Morgen Früh werde ich dich aus der Burg
bringen.«
»Moment,
nicht so schnell,« sagte ich, »ich möchte mich nur draußen
umsehen, abends musst du mich wieder hierher zurück bringen. Sollte etwas
dazwischen kommen, versuchst du es am nächsten Tag.«
»Schon
gut,« sagte er, »heute früh versteckst du dich in meinem
Karren mit dem ich den Pferdemist nach unten bringe. Abends hole ich
frisches Heu damit nach oben.« Unter Mist begraben zu sein gefiel
mir überhaupt nicht, eine andere Möglichkeit schien es aber wohl nicht zu
geben.
Der Pferdeknecht Johannes hilft ihm die Burg zu
verlassen. Nach einem Sturz lernt er die Heilerin Hanna kennen die ihn mit in
ihre Hütte nimmt. Auf dem Rückweg zur Burg rettet er einen kleinen Mann
der sich nach seiner Rettung in Luft auflöst. Johannes, der ihn wieder in die
Burg zurück bringt, erzählt ihm, dass das ein Elfe war und die Elfen eine gute
Tat belohnen. Bei einem weiteren Besuch zur Heilerin Hanna erfährt er, dass er
dem König der Elfen das Leben gerettet hat. Ihm zu Ehren findet bei Hanna der
Heilerin ein Fest statt wo er vom König ein Amulett erhält welches ihm
ermöglicht u.a. ohne den Umweg über die Burg, in beide Zeiten hin und her zu
springen. Kristian lernt den Grafen Falkenhorst, die Tochter Isabel und Sohn
Albert kennen. Isabel erkrankt, Kristian nimmt sie mit in seine Zeit und bringt
sie dort in ein Krankenhaus. Mit Hera dem Bruder der Elfenkönigin sorgt
Kristian in seiner Zeit für einige Verwirrung. Kristian erfährt, dass sich das
Königreich der Elfen in einer Parallelwelt befindet und von Außerirdische als
Stützpunkt angeflogen wird. Hier lernt Kristian die Alien Cyro und Systra
kennen, von denen er die Fähigkeit des Gedankenlesens erhält. Hiermit spürt er
die “ verlorenen Kinder“ in seine Welt auf, einer Versuchsreihe der Alien, und
stellt eine Verbindung zu ihren Schöpfern her. Bei einem Besuch mit Cyro in
Gromlake , einem amerikanischen Geheimstützpunkt, geht er in Aliengestalt mit an
Land. Kristian, der als außerirdischer „Edra“ auftritt hat vielfach die
Gelegenheit, seine Kräfte zum Wohle der Menschen einzusetzen. Lena die
Reporterin, kennt Kristians Geheimnis und schreibt über die Abenteuer von „Edra
dem Außerirdischen“ in ihrer Zeitung.
Cyro das Alien nimmt Kristian mit zu seinem Planeten
wo er die Frau Eurone, ein blondes Mischwesen und dessen Tochter Lana
kennen lernt. Eurone aktiviert seine Heilungskräfte, mit denen er bald darauf
einen todkranken Jungen heilt. Eurones Tochter Lana, besucht Kristian bei sich
zu Hause. Kristian bringt die Ärztin Kristel, die eine neue im Bund
ist, zu Eurone, damit auch bei ihr die Kräfte des Heilens erweckt werden.
Kristian hatte von Hera dem Bruder der Elfenkönigin
erfahren, dass es noch mehr Tore geben soll. Nach einigen Versuchen öffnet er
ein Tor in die Römerzeit. Das Tor befindet sich auf einen heiligen
Germanenhügel. Im Dorf lernt er den Germanen Godwin und seine Frau Alrun kennen.
Godwin führt ihn zum nächsten Kastell der Römer. Während eines Besuchs mit
seinen Freunden im Kastell, greift der Germane Gerwin mit seinen Leuten das
Kastell an. Es gibt viele Tote auf beide Seiten. Kristel die Ärztin, hilft dem
römischen Lagerarzt so gut wie sie kann. Als Gerwin den Kampf abbricht, helfen
sie auch den Germanen ihre Verwundeten zu versorgen.

Plötzlich stand
Hera im Raum. »Mensch Hera,« sagte ich, nachdem Maria erschreckt
aufgeschrien hatte , »kannst du uns nicht vorwarnen wenn du kommst?«
»Ich
bin mit einem königlichen Auftrag hier. Der König bittet dich umgehend bei ihm
zu erscheinen.«
Das hört sich
mächtig wichtig an,« sagte ich. Wir warteten alle darauf, das Hera uns
jetzt erklärte, was der König von mir wollte. Den Gefallen tat er uns nicht.
»Komm,« sagte er, fasste mich an und ich fand mich in einer
unbekannten Welt wieder. Hera ließ mir keine Zeit mich umzusehen. Er schob mich
in einen Kuppelbau, einer von vielen. Der König löste sich aus einer Gruppe und
kam lächeln auf mich zu. »Kristian, es ist schön dass du kommen konntest.«
„Konntest ist gut“, dachte ich mir. »Ich möchte dich mit den
Raumschiffführern bekannt machen.« Nacheinander begrüßte ich die Männer.
Zum Schluss blieb noch einer übrig. Er drehte sich zu mir um. Das war ein echter
Schreck. Zwei schwarze große mandelförmige Augen blickten mich an. Ich blickte
Hera an, »der ist echt?« Er nickte. Wieder blickte ich in die
riesigen Augen. Keine Regung verriet, was in ihm vorging. Ich betrachtete ihn
genauer. Seine Nasenlöcher ruhten unter einer leichten Erhöhung. Der Mund
lippenlos, nur ein Schlitz. Seitliche Öffnungen im Kopf deuteten auf Ohren hin.
Die Hautfarbe eher beige wie grau. Er steckte in eine silberne einteilige
Kombination. Die Körpergröße entsprach der der Elfen, vielleicht etwas größer.
»Das ist Cyro, er wird dich heute Abend mitnehmen.« Ich hielt ihm meine
Hand zur Begrüßung hin. Cyro hielt mir seine ausgestreckte Hand entgegen. Ich
machte es ihm nach und streckte ihm meine Handfläche entgegen, worauf er seine
dagegen drückte. Ich erschrak, als ich nur vier Finger an seine Hand erblickte.
Die Stimme des Königs unterbrach mich aus meinen Betrachtungen. »Willst
du überhaupt mit?« Was für eine Frage, sicher wollte ich, die Frage war
nur, wohin? Ich nickte.
»Dann
bis heute Abend.«
»Komm,«
sagte Hera und zog mich weg. Noch ein Blick zu Cyro. Ich war mir nicht sicher ob
er mich anblickte. Mir war aber klar, dass er versuchen würde, meine Gedanken zu
lesen. Ich hatte in der Meditation gelernt einen gedankenlosen Zustand zu
erreichen. Ich konzentrierte mich auf seine Augen und schaltete meinen
Gedankenstrom ab. Hera versuchte wieder mich wegzuziehen. Ich schüttelte ihn ab.
Mein Blick war weiter auf Cyro gerichtet. Einer Kraftprobe gleich, hielt jeder
des anderen Blickes stand. Dem König und seine Begleiter fiel unser Verhalten
auf. Verwundert schauten sie dem Schauspiel zu. Ich machte dem ein Ende und
sagte in Gedankenform »bis bald,« und war nicht erstaunt, dass das
„bis bald“ wie ein Echo zu mir zurück kam. Die Hand hebend, ließ ich mich dann
von Hera nach draußen ziehen. »Was sollte das denn eben bedeuten?«
fragte Hera.
»Ich
wollte Cyro nur zeigen, dass er nicht zu jeder Zeit in meinen Gedanken
herumstöbern kann.«
Erst jetzt bemerkte
ich, wohin Hera mich geführt hatte. Hintereinander aufgereiht, standen hier
Raumschiffe verschiedenster Bauart. Die typische Untertassenart aber auch in
Zigarrenform. Die Größe variierte. »Mit Diesem wirst du heute
fliegen,« sagte Hera und blieb vor einer Untertasse stehen mit ungefähr
acht Meter Durchmesser. Es gehörte zu den kleinen Raumschiffen hier.
»Hera,
was ist wenn wir heute los fliegen, bleiben wir dann in eurem Zeitalter?«
»Das spielt für Raumschiffe keine Rolle. Du musst Cyro nur sagen, wo du
hin willst.« Ich blickte zu dem Raumschiff hoch. Es stand auf vier
Stelzen. Die Metallflächen blinkten silbermetallisch. Die Fläche wie aus einem
Guss. Im äußeren Rand, waren Lichter eingelassen. Hier zu stehen und ein UFO
anzufassen, war schon ein gutes Gefühl. »Wo kommt Cyro her?«
fragte ich. »Cyro`s Rasse ist eine von vielen. Wir respektieren uns. Mit einigen
tauschen wir unser technisches Wissen aus. Deshalb ist Cyro hier.«
»Und
warum schließt ihr uns Menschen aus?«
»Wer
sagt denn dass wir das tun?«
»Mit
meinem Land habt ihr bestimmt keinen Kontakt.« Hera sagte nichts. »Es
sind die Amerikaner, stimmt`s?«
»Vielleicht.«
Ich musste daran denken, dass schon oft darüber berichtet wurde, dass die
Amerikaner mit Außerirdische zusammen arbeiten und ihren Entwicklungsstand nur
ihnen zu verdanken haben. »Warum nicht wir?« fragte ich ihn.
»Denke
an den letzten Krieg.
Wenn deine Leute
unsere Technik gehabt hätten, wäre der Krieg noch schrecklicher geworden.«
»Das ist lange vorbei,« wand ich ein. »Wo sind wir hier
überhaupt?« »In einer Parallelwelt.« »Und ihr lebt
hier?« »Ja.« Schwer zu glauben, dass es zwei Welten an
einer Stelle gab ohne dass man sich begegnete. »Kann ich jetzt auch in
diese Welt springen?«
»Erst
wenn der König deine Berechtigung erweitert. Komm, ich zeige dir wo meine Leute
leben.« Hera sprang mit mir zu seinen Leuten. Es war eine Riesenstadt.
Die Häuser waren nur ein bis zwei Stockwerke hoch. Alle waren Kuppelbauten wie
ich sie schon kannte. Jedes Haus war von einer Grünfläche umgeben. Fahrzeuge
störten nicht das friedliche Bild, da jeder hin springen konnte, wohin er
wollte. In der Mitte der Stadt auf einem Hügel, stand ein größeres Haus. Hera
sprang mit mir in dessen Park. Wasserspiele und Säulengalerien säumten den Weg.
Wir gingen über Treppen zum Haus. Die Tür stand offen. Eine große Halle tat sich
auf. Eine halbhohe Treppe teilte den Raum in zwei Ebenen. Den höheren Teil
konnte man nicht einsehen, weil eine Wand aus grünen Pflanzen die Sicht
verdeckte. Hera legte den Finger auf den Mund und ging durch eine Tür, in den
hinteren Teil. Ich hörte einen Aufschrei. »Musst du mich so erschrecken,«
ich erkannte die Stimme von Shie der Königin.
»Ich
habe Besuch mitgebracht.«
»Nun
sag schon,« dann hatte sie mich entdeckt. »Kristian, ich freue
mich dich zu sehen.« Sie umarmte mich.
»Kommt
setzt euch.« Shie gab einer Frau die erschien, den Auftrag, etwas zu
trinken zu bringen. »Was machst du hier?« fragte Shie.
»Hera
hat mich hergebracht, ich darf in einem Raumschiff mitfliegen.«
»Weist
du schon wer das Raumschiff führt?«
»Ja,
Cyro.»
»Oh,
ich kenne Cyro,« sagte Shie. »Stört es euch nicht wenn jemand eure
Gedanken liest?« fragte ich.
»Wir
können unsere Gedanken abschirmen.« Die Frau brachte eine Karaffe und
drei Gläser. Shie füllte sie. »Auf dein Wohl,« sagte sie. Ich war
überrascht, ein leichter Fruchtgeschmack mit einem Anteil Alkohol. »Das
schmeckt wirklich gut.«
»Du
musst aufpassen, da du heute noch fliegen willst, bekommst du nur ein Glas voll.
Das Getränk steigt einem schnell in den Kopf.«
»Ihr
wohnt schön hier,« sagte ich. »Hera sagte, dass du eine Freundin
hast?« fragte Shie, »das nächste Mal bringst du sie mit, damit wir sie
kennen lernen können.« Ich wusste jetzt schon, dass Jessika es nicht
abwarten konnte, wenn sie es erfuhr.
»Ich
danke dir für die Einladung.« Ich blickte mich um, die Wände waren mit
Bildern geschmückt. Der König mit verschiedenen Wesen. Auch Cyro oder einer von
seiner Art. Aber auch so etwas wie abstrakte Kunst war vertreten. Hera
stand auf, »wir müssen zurück, sonst fliegt Cyro ohne Kristian ab.«
»Bis
bald,« verabschiedete ich mich. Ich fand mich draußen vor dem
Raumschiff wieder. Cyro wartete schon. Ein zweiter von seiner Art, stand
ebenfalls vor der geöffneten Tür. »Das ist Systra,« stellte er
vor. Äußerlich hätte ich sie nicht auseinander halten können. »Ich gehe
jetzt:« sagte Hera und verschwand.
»Komm
herein,« empfing ich Cyro`s lautlose Anweisung. Ich musste den Kopf
einziehen und ging in gebückter Haltung ins Schiff. Zwei Sessel vor einem
Kommandostand. Keine Knöpfe oder Schalter. Verschiedene Symbole auf einem
Sensorenfeld, war alles, was ich sah. »Setz dich auf die Bank hinter mir,«
gab mir Cyro zu verstehen. Ich setzte mich. Die Tür schloss sich. Ein leises
Summen war alles was ich vernahm, als das Schiff abhob. »Du möchtest dass
wir zu dir fliegen?« empfing ich.
»Ja,«
dachte ich. Ohne dass ich es bemerkt hatte, sah ich auf einem Bildschirm in der
Wand unter uns, eine Stadt liegen. Cyro ging tiefer auf tausend Meter und blieb
auf der Stelle stehen. »Unbekanntes Flugobjekt auf tausend Meter,«
hörte ich von irgendwo her. »Es steht auf der Stelle.«
»Flugzeug
Berta Anton Drei, gehen sie auf eintausenddreihundert Meter und sagen sie was
sie sehen.«
»Verstanden
Tower. Hier Berta Anton Drei. Ich sehe es. Es sieht aus wie eine fliegende
Untertasse.«
»Anton
Berta Drei, verlassen sie umgehend ihren Standort.« »Verstanden.«
Bald hörten wir sie kommen.
Zwei Kampfflugzeuge
der Bundeswehr umkreisten uns. »Hier AX 1, wir sehen eine fliegende
Untertasse, was sollen wir tun?«
»Keine
Provokationen, nur beobachten.« Beobachten war gut, wie sollten sie das
machen, sie konnten ja nicht auf der Stelle stehen bleiben wie wir. »Du
weißt was du hier machst?« kamen Cyro`s Gedanken bei mir an.
»Dieses
ist doch eine gute Gelegenheit, den Menschen zu zeigen, dass es auch noch andere
Lebewesen gibt.«
Cyro gab keine
Antwort. »Kann ich mit den Beiden da oben reden?« fragte ich. Er
nickte, da er nicht wollte, dass einer der Beiden ein Held sein wollte.
»Wo soll ich rein sprechen?« fragte ich. »Rede,«
sagte Cyro.
»Hallo
ihr Beide, es ist besser ihr fliegt zurück. Wir sind in friedlicher Absicht
hier.«
»Sie
reden mit uns,« hörte ich die aufgeregte Stimme eines Piloten. »Sie
sind in friedlicher Absicht hier und wollen dass wir zurückfliegen.«
»Kommen
sie zurück,« hörten wir den Befehl. Danach drehten Beide ab. »Können
wir tiefer gehen?« fragte ich. Wieder nickte Cyro. Langsam fragte ich
mich, wieso er sich auf alles einließ. Hatten der König und er diesen Ablauf in
Betracht gezogen? Dann mussten sie mich aber besser kennen wie ich mich selber.
Cyro deutete auf den Bildschirm. Ich sah wie die Stadt auf uns zukam. Viele
Menschen, durch die kreisenden Flugzeuge aufmerksam geworden, blickten uns
entgegen. Obwohl es anfing dunkel zu werden, sahen wir die Gesichter deutlich
vor uns. Ich erkannte wo wir waren. »Am Stadtrand ist eine Sportarena,
lass uns dorthin fliegen.« Viele Autoscheinwerfer folgten uns. Aus allen
Richtungen kamen Polizeiwagen mit ihren blinkenden blauen Lichtern und
versuchten, dem Chaos Herr zu werden.
Unter uns
tauchte die Arena auf. Langsam schwebten wir auf fünfzig Meter herunter.
Irgendwie hatten die Menschen es geschafft, die Tore zu öffnen. Ein endloser
Strom ergoss sich auf die Ränge. Angst schienen sie nicht zu haben, denn die
Menschenmenge gab ihnen ein sicheres Gefühl. »Zeig den Leuten was du
kannst, fliege hoch und wieder herunter.«
Auf dem Bildschirm sah ich die Arena kleiner werden und ebenso wieder
größer. Das alles hatte nur ein paar Sekunden gedauert ohne dass ich etwas
gemerkt hatte. Der Menschenmenge hatte es sicher gefallen. Ehrfürchtig
starrten sie auf das Raumschiff. Wir standen seit einer halben Stunde auf
der Stelle, was sicher dazu beitrug, die Spannung zu erhöhen. Ich wollte
gerade sagen, in zehn Minuten setzt du auf, als mir einfiel, dass ich nur
Gast auf diesem Schiff war. Cyro hatte mein Gedankenspiel wohl mitbekommen,
zum ersten Mal sah ich, dass er zu einer Regung fähig war. Es bildeten sich
zwei Grübchen auf seinen Wangen. Ich wollte es so verstanden wissen, dass
das ein Lächeln war. Ich lächelte zurück. Nach zehn Minuten hörte ich dass
die vier Stelzen herausgefahren wurden. »Jetzt solltest du den Leuten
auf deine Weise mitteilen, dass wir in friedlicher Absicht hier sind und sie
ruhig bleiben sollen.« sagte ich zu Cyro. Was war das ein Schock, als
plötzlich in den Gedanken der Menschen diese Botschaft ankam. Die Spannung
musste ungeheuerlich sein. Ich sah, wie die Polizei Fernsehteams an den Rand
des Platzes ließ. Bald würde die ganze Welt über den ersten öffentlichen
Kontakt mit den Außerirdischen wissen. Mittlerweile konnte ich mit meinen
Fingerkuppen auf dem Sensorenfeld die Kamera bedienen.
Ich richtete sie
auf die vordere Reihe, dort wo die Fernsehkameras standen. Ich hatte schnell
gefunden was ich suchte. Lena in einem gelben Kostüm. Wieso hatte sie ein Kostüm
an? Ich zeigte Cyro den gelben Farbfleck.
»Kannst
du diese Frau gezielt ansprechen? Er nickte. »Dann sage ihr, Edra lässt
grüßen, mach dich bereit.« Ich beobachtete Lena. Sie blickte sich um ob
die anderen auch eine Nachricht bekommen hatten, was anscheinend nicht der Fall
war. »Kannst du jetzt die Tür aufmachen?«
Kurz darauf wurde
die Klappe heruntergefahren.
Ich verwandle mich
wohl besser, sagte ich und wurde zu einem Abbild von Cyro. Dieser hatte erstaunt
meiner Verwandlung zugesehen. Jetzt fehlt mir nur noch die Fähigkeit, dass ich
mich mit ihnen über ihre Gedanken unterhalten kann.
Eine Weile blickte
mich Cyro an, erst als sein Gefährte nickte, nahm Cyro aus einem Fach einen
kleinen runden Gegenstand und gab ihn mir. Da ich ebenso wie er eine kleine
Tasche an meiner Seite hatte, steckte ich ihn dort hinein. »Wofür ist
das?« fragte ich. »Spreche mit deinem gelben Farbfleck,«
sagte er.
Ich konzentrierte
mich auf Lena. »Hallo Lena,« dachte ich, »erschrecke nicht.«
»Mensch Kristian, du wirst mir immer unheimlicher. Was habt ihr vor?«
»Wir
werden eine Delegation empfangen zu der du auch gehörst. Ich dachte dabei an den
Bürgermeister und den Polizeichef. Deinen Kameramann kannst du nicht mitnehmen.
Es wäre gut, wenn du als Auserwählte die Beiden darauf vorbereiten würdest.
Falls einer nicht will, soll er einen anderen bestimmen.« Ich sah wie
Lena auf einen Polizisten zuging und mit ihm debattierte. Ein Zweiter kam hinzu.
Ich sah, wie sie vergeblich versuchte, die Botschaft weiterzugeben.
Lena wurde immer
lauter und ein dritter Polizist kam hinzu. Dieser kannte Lena aus dem Fernsehen
und glaubte ihr. Lena verschwand in der Menge. Nach fünf Minuten standen drei
Personen am Spielfeldrand. Ich sah, dass außer Lena noch eine Frau dazugehörte.
Warum nicht, das war sicher die Bürgermeisterin. »Hallo Lena, verrat mir
die Namen der Beiden.« »Frau Wissing die Bürgermeisterin und Herr
Kranz der Polizeichef.«
»Dann
kommt,« sagte ich, worauf sich die Drei in Bewegung setzten. »Cyro,
ich habe eine Bitte, würdest du dich und dein Begleiter vorne an der Tür
aufstellen?« Wie immer machte er mit. Cyro uns Systra stellten sich an
der Tür auf. Ob die Fernsehkameras das auch alle mitbekamen? Ich ging der
Delegation entgegen. Lena, die ja wusste dass keine Gefahr drohte, hatte einen
deutlichen Vorsprung. »Nicht so schnell,« sagte ich zu ihr.
»Kristian, wo bist
du?«
»Ich stehe doch vor
dir.«
»Höre auf mit dem
Quatsch.«
»Lena, was muss ich tun damit du mir
glaubst? Warte, ich weis schon.« Ich ließ Lena auf mich zukommen.
Ehe sie zurückweichen konnte, umschlossen meine Arme sie. »Glaubst du mir
jetzt?« »Kristian, was haben sie mit dir gemacht?« Ich ließ sie los. »Das
erzähle ich dir später.« Dann standen wir vor dem Raumschiff.
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Plötzlich
wurden die Besucher unruhig, sie lauschten den Nachrichten, die aus einem
kleinen Radio eines Besuchers kamen. Dieser drehte die Lautstärke höher, als er
bemerkte, dass sich andere auch für die Nachrichten interessierten. Erst ließ
ich beide Flieger zur Erde zurück gleiten, dann wendete ich mich dem Radio zu.
Der Kommentator erklärte, dass er eine Leifsendung eines amerikanischen
Radiosenders verfolgte. Die Besatzung der Raumstation kämpft um ihr Überleben.
Ein großes Leck in der Sauerstoffleitung sorgte dafür, dass der Aufenthalt in
der Raumstation nur noch für max. vier Stunden reichte. Der rettende Shuttle
konnte wegen schlechtem Wetter nicht starten. Überhaupt schien diese Mission vom
Pech verfolgt zu sein. Der Shuttle sollte eigentlich schon lange an der
Raumstation angedockt haben. Die Besatzung, eine Frau und zwei Männer kämpften
einen Kampf, den sie nicht gewinnen konnten. Die Welt draußen mochte vielleicht
noch auf ein Wunder hoffen, hier oben wusste jeder, wie es um sie stand. Der
Kommentator versuchte sich an die Hoffnung zu klammern, dass ein Ausstieg und
das Abdichten des Lecks der Besatzung einen längeren Aufenthalt ermöglichen
könnten. Dieser Ausstieg würde sie aber bei Nichtgelingen der Reparatur, noch
mehr Sauerstoff kosten.
Jeder hatte auf
seine Art mit dem Leben abgeschlossen. Dass ihr Leben einmal im All enden
könnte, war ihnen bei jedem Start bewusst gewesen. Da jetzt keine guten
Ratschläge an ihre Lage mehr etwas enden konnten, ergaben sie sich ihrem
Schicksal. Jessika schaute mich an. »Meinst du nicht du könntest?«
Ich unterbrach sie.
»Ich
weiß nicht einmal wo die Station ist, wenn ich einfach losspringe, bedeutet das
meinen Tod.«
»Das
mein ich doch nicht, Cyro kann vielleicht helfen.«
»Ja,
vielleicht, ich werde ihn suchen, komm lass uns fahren.« Auf den Heimweg
sprang ich vom Auto aus zum Stützpunkt. Cyro`s Raumschiff stand nicht auf seinen
Platz. Ich betrat die Halle. Als erstes sah ich das strahlende Gesicht von Lyra.
»Hallo Kristian, wir waren alle froh über deine Rettung.«
»Lyra,
ich muss dringend Cyro erreichen.«
»Dann
versuch dein Glück dort hinten einen Raum weiter.« Durch die Trennscheibe
sah ich dort einen Elfen sitzen. Er saß vor eine Konsole ähnlich dem in Cyro`s
Raumschiff. Sicher wusste er wer ich war. Ich betrat den Raum. »Es ist
ein Notfall, kannst du Cyro erreichen?«
»Ja,
das kann ich.«
»Bitte
versuche es.« In einer Sprache die ich nicht verstand, schickte er seinen
Ruf durch den Äther. Dann nickte er und deutete auf so etwas wie ein Mikrofon.
»Cyro, hier ist Kristian. Ich brauche deine Hilfe. Ich weiß nicht ob ihr
unsere Bemühung den Weltraum zu erobern verfolgt. Drei Astronauten werden
sterben wenn wir nicht helfen, ihnen geht der Sauerstoff aus.« Keine
Antwort, »Hallo Cyro, bist du noch da?«
»Ja,
was möchtest du dass ich tue?« »Ich hatte mir gedacht, dass du
mich abholst und wir dann zur Raumstation fliegen.«
»Ich
kann frühestens in einer Erdstunde bei dir sein.«
»Das
wird reichen, danke und Ende.«
»Du
weist um was es geht?« fragte ich den Elfen. Er nickte, »kannst du
dich in ihren Funkverkehr einkoppeln?« Wieder ein Nicken. Dann laut und
deutlich hörten wir ihre Gespräche. Eine weinende Kinderstimme, »Papa
lass uns nicht alleine, du musst zu uns zurückkommen.«
»Mein
Sohn, du musst jetzt auf deine Mutter aufpassen, du bist jetzt der Mann im Haus.«
Nach einer Weile versuchte der weibliche Astronaut sich von ihrer Familie zu
verabschieden. Ich machte ein Zeichen dass ich sprechen wollte und wartete
die nächste Pause ab.
»Hallo,
hier spricht Edra. Wir werden versuchen euch zu helfen. Haltet noch eine Stunde
durch, Ende.«
»An
Bodenstation, habt ihr das gehört?«
»Klar
und deutlich.«
»Was
haltet ihr davon?«
»Einen
Augenblick, wir erhalten so eben eine Nachricht, darin steht das ihr ihm
vertrauen könnt.« Dann die Stimme der Frau, »Edra, wir warten auf
dich.« Jetzt saß ich wie auf heiße Kohlen, hoffentlich hatte ich nicht
zuviel versprochen. Lyra kam herein, ein Glas mit meinem Lieblingsgetränk in der
Hand. »Danke , bringst du meinem Mitstreiter auch was zu trinken?«
Lyra wusste was er trank und kam sogleich mit einem weiteren Getränk zurück.
Deutlich war der Stimmungsumbruch in der Raumstation zu hören. Die Frau fragte,
»wisst ihr wer Edra ist?«
»War
er nicht an die Befreiung eines Ministers beteiligt?«
»Ist
er ein Mensch oder ein Alien?«
»Das
ist mir egal, Hauptsache er holt uns hier heil raus. Habt ihr euch denn noch nie
gefragt, woher das FBI seine Kontaktadresse hat, oder meint ihr dass er sich von
selbst gemeldet hat?«
»Unsere
Leute arbeiten mit den Alien zusammen, das weiß doch jedes Kind.«
»Ich
weiß es nicht,« sagte die Frau. Da wieder Hoffnung aufkeimte, wurden
keine privaten Gespräche mit Angehörigen mehr übermittelt. Die Stunde verstrich
ohne ein Zeichen von Cyro. Die Astronauten wurden unruhig. »Hallo Edra,
bist du noch da?«
»Ich
bin hier, das Rettungsfahrzeug ist noch nicht angekommen, haltet aus.«
»Der
hat gut reden,« maulte ein Astronaut. Dann endlich hörte ich Cyro. »Wir
sind gleich da.« Ich bedankte mich beim Elfen und verließ die Halle. Die
Stelzen von Cyro`s Fahrzeug fuhren aus. Er steckte kurz seinen Kopf durch die
sich öffnende Tür. Ich eilte die Rampe empor, zog rechtzeitig meinen Kopf ein.
»Hallo
Systra, hallo Cyro.« Unsere Handflächen berührten sich. »Weißt du
wo wir hin müssen?« fragte ich.
»Ja.«
Wir stiegen auf. Es fand so etwas wie ein Sprung statt. »Schau hinaus,«
sagte Systra. Die Raumstation lag direkt vor uns. Ich gab Systra ein Zeichen.
Jubelschreie schallten aus dem Lautsprecher.
»Hier
ist Edra, ich komme rüber.« Das ging so schnell, dass sie zusammenfuhren,
als ich bei ihnen erschien. Prüfend schauten sie mich an. »Na, hab ich
die Prüfung bestanden?«
»Entschuldige
Edra, wir hatten erwartet dass du in einem Raumanzug zu uns rüber kommst.«
»Das ist nicht nötig, ich bin ja nicht lange im Weltraum. Ich bringe euch jetzt
rüber.« Schnell schlossen alle ihre Helme. Ich musste lachen.
»Das
ist wirklich nicht nötig.« Da es im Raumschiff eng werden würde brachte
ich sie einzeln rüber. »Ihr könnt eure Helme abnehmen.« Sich
zweifeln anblickend öffnete zuerst die Frau ihren Helm, dann die Männer. »Darf
ich euch meine Freunde vorstellen, das ist Systra, und Cyro. Wo sollen wir euch
hinbringen?« »Zu unsere Bodenstation, wenn das nicht zuviel
verlangt ist?« Ich blickte Cyro an der nickte. Von der Beschleunigung die
folgte, bekam keiner etwas mit. Und ehe wir uns versahen, tauchte unter uns der
Weltraumbahnhof auf. Wir sahen auf einem Bildschirm, wie die Gebäude immer
größer, aus den Ameisen, Menschen wurden. Unter uns hat sich ein Kreis aus
Menschen gebildet. Groß genug, damit Cyro hier landen konnte. Wir setzten auf,
die Rampe ging herunter. Jubel überall. »Geht nur,« sagte ich.
»Edra wir möchten euch danken,« sagte die Frau, drehte sich zu mir um
und erschrak. Ich war jetzt ein Alien. Was ist er, ein Mensch oder ein Alien
dachte die Frau. »Vielleicht bin ich beides,« sagte ich. »Du
hast meine Gedanken gelesen?« fragte die Frau. »Ja, nun geht, ihr
werdet erwartet.« Hintereinander gingen sie die Rampe herunter. Die
Menschen waren außer Rand und Band. Sicher nicht nur wegen der Rettung ihrer
Leute, sondern auch weil ein Alienraumschiff sie brachte. Ich stand auf der
Rampe und hob den Arm zum Gruß. Sofort brandete der Applaus erneut los. Ein
Mädchen löste sich aus dem Kreis und rannte ihrer Mutter entgegen. Sie fiel
ihrer Mutter in den Arm, blickte über dessen Schulter zu mir. Sie löste sich,
rannte auf mich zu. »Langsam,« schickte ich ihr entgegen. Sie
zögerte kurz, ich ging in die Knie und breitete meine Arme aus. Dann lag sie in
meine Arme. Ich stand auf, das Mädchen im Arm. Wieder klatschten alle. Ich ging
der Mutter entgegen und ließ das Mädchen auf den Boden gleiten. »Du hast
eine mutige Tochter,« schickte ich nur für sie hörbar entgegen. Ihren
Gedanken konnte ich entnehmen dass auch sie mich gerne in den Arm genommen
hätte. »Tu es,« dachte ich. Da nahm sie mich weinend in den Arm,
»ich danke dir für alles.«
»Schon
gut.« Sie löste sich und ging auf die Menschenansammlung zu. Ich winkte
und ging ins Raumschiff, die Klappe schloss sich hinter mir. Wir hoben ab und
waren bald darauf nicht mehr zu sehen.
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»Kristian,«
sagte der Fürst, »ich sehe, dass ihr es nicht abwarten könnt Margaret
kennen zulernen, wie wäre es, wenn wir solange eine Partie Schach spielen
würden?«
»Ja
sicher, das lässt sich machen.«
Der Fürst hatte die
erste Partie gewonnen, als Maria zum Fenster rannte. »Fürst ihr gestattet
doch, dass ich einen Blick nach draußen werfe?«
»Geht
nur.« Über den Burghof sah ich zwei Reiter kommen. Unzweifelhaft sah man,
dass ein Reiter zarter gebaut war. Maria und Anna hatten es plötzlich eilig nach
unten zu kommen. »Ihr müsst sie entschuldigen,« sagte die Fürstin,
»manchmal sind sie noch wie Kinder.« Ich konnte es auch nicht
abwarten Margaret kennen zu lernen. Unten führten die drei Frauen ein erregtes
Gespräch. Mehr als erstaunt war ich, als Margaret in der Tür stand. Sie warf mir
einen Blick zu und begrüßte dann den Fürst und die Fürstin. Maria übernahm es,
uns einander vorzustellen. Margaret schien aus eine andere Welt zu kommen.
Lange Kleider bis
zum Boden schien sie nicht zu kennen. Sie hatte eine enganliegende Hose aus
Leder an, ihre Füße steckten in kreuzweise geschnürte Stiefel. Um die allzu
offen gezeigte Figur zu mildern, trug sie einen Überwurf, der bis eine Handbreit
unter das Knie reichte. Der an den Seiten offene Überwurf, wurde durch einen
verzierten Gürtel zusammengehalten. Das Schwert an der rechten Seite, ein voller
Köcher mit Pfeile und ein Bogen über ihre Schulter, vervollständigten das Bild.
Ihr Haar würde bis zur Schulter reichen, ein grobmaschiges Netz hielt das Haar
im Nacken fest. Beide waren wir so damit beschäftigt den Anderen zu begutachten,
dass wir erst voneinander ließen, als ein Hüsteln der Fürstin unseren
Blickkontakt unterbrach. Anna und Maria lachten in verhohlener Hand. »Ihr
seht mich erstaunt,« sagte ich, »ich hatte nicht erwartet eine so
wehrhafte Frau hier anzutreffen.«
»Sind
in deinem Land die Frauen anders?«
»In
meinem Land sind die Frauen gleichberechtigt, das heißt, sie machen das Gleiche
wie die Männer, und wenn es nötig ist, ziehen sie auch mit in den Krieg.«
»Dein
Land würde mir gefallen. Es sind viele Geschichten über euch erzählt worden,«
sagte Margaret, »ich bin froh euch kennen zu lernen.«
»Das
Gleiche gilt für mich.
Kommt eure Familie
damit klar, dass ihr so wehrhaft seid?«
»Mein
Vater ist ein Ritter, er sagt, dass eine Frau sich selber verteidigen können
muss.«
»Margaret
ist eine gute Jägerin, ihr Pfeil trifft meistens ihr Ziel,« sagte Maria.
Schon wieder war
von einem Pfeil die Rede, ich kam meinem Traum immer näher.
»Wenn ihr wollt, könnt ihr mich auf der Jagt begleiten.« Margaret
schaute mich herausfordernd an. »Ist es denn schicklich, wenn ihr alleine
mit einem fremden Mann ausreitet?«
»Ihr
seit Gast dieses Hauses, das ist Sicherheit genug.«
»Ich
würde gerne mit euch auf Jagd gehen.«
»Also
gut, gegen Mittag reiten wir los.«
»Und
was ist mit euch?« fragte ich Maria und Anna.
»Das
würde unsere Mutter nicht erlauben.«
»Es
wäre schön, wenn ihr Jagdbeute mitbringen würdet,« sagte der Fürst, »unsere
Vorräte sind bedenklich geschrumpft.«
_________________________________
Von vorne kam
uns ein Trupp Reiter entgegen. Mir fiel meine Kamera ein, ich holte sie
hervor und richtete sie auf die Reiter, die neben einander ritten, als
wollten sie uns den Weg versperren. Sie waren noch zu weit entfernt, als
dass man die genaue Zahl bestimmen konnte. Ich zoomte sie heran. Fünf oder
Sechs waren es. »Freund oder Feind?« fragte ich Margaret.
»Das
werden wir noch schnell genug erleben.«
Bald erkannte
man die ersten Gesichter. »Freunde sind es nicht,« sagte ich,
nachdem ich den Einäugigen erkannt hatte. »Ich habe auch jemand
erkannt,« meldete sich Margaret. »Der Mann mit der
Augenklappe?« Margaret nickte. Wir sahen, wie ein Mann seine Armbrust
spannte und einen Pfeil einlegte. Mir fiel mein Traum ein. Ich sollte nicht
hier sein. »Es sind zu viele,« stellte Margaret fest.
Wir waren noch
auf freiem Gelände. Einhundert Meter vor uns fing der Wald an. »Folgt
mir.«
Die Kamera nach
vorne richtend, folgte ich ihr. Die Pferde sprangen erschreckt hoch, als wir
unsere Fersen in ihre Seiten drückten. Für die Reiter musste es so aussehen,
als würden wir auf sie zureiten. Raum gewinnend, preschten wir auf den Wald
zu. Wir wollten die Reiter links liegen lassen und den Wald zwischen uns
bringen. Ich sah gerade noch, wie auch die Reiter ihre Pferde antrieben.
Der Wald war zu
dicht, als dass sie durch ihn hindurch reiten und uns den Weg abschneiden
konnten. Sie mussten den gleichen Weg nehmen wie wir. Bis dahin hatten wir
einen Vorsprung gewonnen. Margaret lenkte ihr Pferd in eine Lichtung, ich
hinterher. Wir sprangen von den Pferden, Margaret reicht mir ihre Zügel und
deutete in den Wald. Beide Pferde am Zügel, versuchte ich bessere Deckung zu
finden.
Mit laufender
Kamera, band ich die Zügel an einen Busch und suchte Margaret. Sie stand mit
dem Rücken gegen einen Baum gelehnt. Schon preschten fünf Reiter
an uns vorbei. Ehe ich begriff, trat Margaret aus ihrer Deckung und schoss
einen Pfeil auf den letzten Reiter ab. Mit laufender Kamera rannte ich zu
ihr, mit einem Auge auf das Display. Der Pfeil durchbohrte den Reiter. Als
erstes ließ er seine gespannte Armbrust los und versuchte, sich im Sattel zu
halten. Dann fiel er vom Pferd, ohne dass die anderen Reiter etwas davon
mitbekamen. Margaret legte den nächsten Pfeil an, erkannte aber, dass die
Reiter schon zu weit weg waren.
Ich sah, dass
hinter ihr der sechste Reiter angebraust kam. »Margaret, Achtung
hinter dir!« schrie ich. Der Reiter kam mit gezogenem Schwert auf sie
zu. Margaret, den Bogen noch gespannt, drehte sich um und zielte auf den
Reiter. Dieser erkannte die Gefahr und versuchte sein Pferd herumzureißen.
Zu spät. Der Pfeil bohrte sich in seine Brust. Auf dem Display sah ich noch
den erstaunten Ausdruck auf seinem Gesicht, dann kippte er aus dem Sattel.
»Holt die Pferde,« bat Margaret. Mit den Pferden am Zügel, kam
ich zurück. Margaret kniete vor den Reiter und schnitt ihm seinen Geldbeutel
ab. »Den braucht er nicht mehr,« sagte sie. »Bindet
sein Pferd bei euch an.« Zu Fuß gingen wir zu dem getroffenen
Armbrustschützen. Eindeutig tot. Margaret stellte ihren Fuß auf den toten
Körper, zog den Pfeil heraus und steckte ihn in ihren Köcher zurück. So
brutal das auch aussah, den Fernsehzuschauern würden die Haare zu Berge
stehen. Wieder ein Schnitt und sie hielt den zweiten Geldbeutel in ihre
Hand.
Nicht weit
entfernt, graste das zweite Pferd. Margaret nahm die Zügel und ging damit zu
ihrem Pferd. Ich nahm das Schwert auf und steckte es hinter meinen Gürtel.
Wer weis was uns noch erwartete. Wir saßen auf. Da der Armbrustschütze tot
war, brauchten wir die Wegelagerer nicht mehr zu fürchten, dachten wir.
Wir ritten auf den
Weg zurück, den wir ursprünglich nehmen wollten. Ich deutete auf die Geldbeutel,
»ist das eure Beute?« fragte ich.
»Ja,
sicher, sie hätten das Gleiche gemacht.« »Wir hätten wohl besser
die Armbrust mitnehmen oder die Sehne durchschneiden sollen,« sagte ich.
»Ja,
ihr habt recht.« Zügig ritten wir auf unser Ziel zu. Margarets
Gesichtszüge wirkten angespannt. »Was ist, rechnet ihr noch mit einen
Angriff?«
»Nur
wenn sie das letzte aus ihren Pferden herausholen. Margarets Augen zuckten
nervös. Als wenn ich es geahnt hatte. Vier Reiter stellten sich uns in den
Weg, ihre Pferde dampften. Der Einäugige hielt die Armbrust des vom Pferd
gefallenen auf uns gerichtet.
.
Margaret griff nach
einem Pfeil und spannte den Bogen. Ich schaltete die Kamera aus, ich musste
jetzt beide Hände frei haben. Ich griff nach dem erbeuteten Schwert. Langsam
ritten wir ihnen entgegen. Obwohl noch zu weit entfernt, schickte Margaret den
ersten Pfeil in ihre Richtung. Der Pfeil erreichte sein Ziel nicht, immerhin
traf er ein Pferd in der Brust, was dazu führte, dass es seinen Reiter abwarf.
Ihr nächster Pfeil hätte sein Ziel erreicht, wenn der Einäugige sich nicht
rechtzeitig geduckt hätte. Ich zog das Beutepferd näher an meine Seite. Jetzt
ging es um die Wurst.
Eins musste man dem
Einäugigen lassen, kaltblütig wartete er auf eine passende Gelegenheit. Er
wusste, dass er für einen zweiten Schuss keine Zeit mehr hatte. Bis jetzt hatte
ich mir noch keine Gedanken um meine Sicherheit gemacht. Erst wenn sie Margaret
ausgeschaltet hatten, wäre ich in Gefahr. Margaret spannte ihren Bogen und der
Pfeil flog auf den Einäugigen zu. Dieser versuchte wieder dem Pfeil
auszuweichen, was ihm aber nicht gelang, da auf beide Seiten von ihm seine
Kumpane Pferd an Pferd ritten. Er duckte sich und schoss gleichzeitig.
Es war mehr eine
Ahnung als dass ich den Pfeil kommen sah. Ich suchte Deckung hinter den Hals
meines Pferdes. Gleichzeitig dachte ich an meinen Traum. Würde er hier in
Erfüllung gehen? Dann der Schmerz, ich schaute auf meinen Arm an dem das Blut
herunter lief. Da ich den Pfeil nicht sah, wusste ich, dass er mich nur
gestreift hatte. Mehr Zeit zum Überlegen blieb mir nicht.
Mittlerweile waren
sie auf Schwertlänge herangekommen. Margaret schlug auf den Einäugigen ein. Ich
hatte gerade noch Zeit, den Hieb eines anderen abzufangen und blickte in
ein grimmiges Gesicht, eine Narbe entstellte sein Gesicht.
In den Steigbügeln
stehend, holte ich aus und schlug über das Beutepferd hinweg auf den Mann ein.
Der hatte Mühe sich im Sattel zu halten. Mein Schwert traf ihn am Arm, das
Schwert löste sich aus seiner Hand. Im nu färbte sich sein Ärmel rot. Jetzt
hatte ich Zeit nach Margaret zu schauen. Sie musste sich auf beide Seiten
verteidigen. Ich trieb mein Pferd auf den Einäugigen zu. Dieser ließ von
Margaret ab. Meinem Schlag ausweichend, schlug er auf mich ein. Ich riskierte
einen kurzen Blick nach Margaret. Margarets Gegner hatte einen abwesenden Blick.
Sein Kopf war bis zur Nasenwurzel gespalten. Schade dass ich meine Kamera nicht
eingeschaltet hatte, sie baumelte vor meine Brust. Margaret kam mir zu Hilfe.
Von zwei Seiten hieben wir auf den Einäugigen ein, was meinerseits mit
Zurückhaltung geschah. Jemand zu töten, war nicht mein Ding. Dafür schlug
Margaret umso fester zu. Meine Hiebe lenkten ihn genügend ab, so dass Margaret
einen Hieb platzieren konnte, der ihn am Hals traf.
Ein Strom von Blut
quoll aus der Wunde hervor. Ich hörte auf zu Kämpfen, hatte Zeit, die Kamera
einzuschalten. Der Einäugige starrte uns mit schreckgeweiteten Augen an. Ich
zoomte ihn heran, so dass sein Gesicht das Display füllte. Ich weis nicht ob er
noch mitbekam, dass er tödlich getroffen war. Im Zeitlupentempo kippte er aus
dem Sattel. Wir sahen uns um. Die Beiden zuvor ausgeschiedenen Räuber standen am
Wegrand. Der eine humpelte, der andere hielt seinen Arm umklammert. Als wir
unsere Pferde in ihre Richtung lenkten, versuchte der humpelnde Mann
wegzulaufen.
Margaret trieb ihr
Pferd an. Der Mann winselte um Gnade. Margaret holte aus und spaltete ihm seinen
Schädel. Der am Wegrand verbliebene Mann wusste was ihn erwartete. Mit Mühe zog
er sich auf das nächste Pferd und trieb es von uns weg. Margaret machte keine
Anstalten ihm zu folgen. Stattdessen stieg sie vom Pferd und sammelte die
Geldbeutel ein. »Wollt ihr sie hier liegen lassen?«
fragte ich, die Kamera auf sie richtend.
»Es
wird sich schon jemand um sie kümmern, ihre Kleidung wird bald ein anderer
tragen, den Rest werden sich die Raben teilen.«
Leseprobe Buch 2.
Leseprobe Buch 1
Leseprobe Buch 3
Im Haus des Entführers und seiner
krebskranken Tochter Klara:
Nach dem Abendessen zog ich
mich auf mein Zimmer zurück. Irgendwie war ich geschafft. Hatte ich Klara zu
viel meiner Heilenergie abgegeben? Eigentlich hatte ich vorgehabt Lena zu
benachrichtigen dass die Gefahr vorbei war, aber ich war zu müde und verschob es
auf morgen. Meine Energie reichte gerade so weit mich ins Bett zu legen. Ich
schlief sofort ein.
Ich hatte zu lange
geschlafen. Klara und ihr Vater waren schon fort. Ich frühstückte alleine.
Danach ging ich in den Stall und sattelte das dritte Pferd. Heute wollte ich in
die andere Richtung den Berg hinauf reiten. Obwohl es noch früh war, begegneten
mir Wanderer. Einige hatten Kletterseile in ihre Rucksäcke. Auf einer Alm konnte
ich mein Pferd tränken und ein Glas Milch trinken. Ich lag entspannt auf dem
Rücken und bewunderte die Berge ringsum, als ich durch das Geschrei einiger
Besucher erschrocken hochfuhr. Alles starrte gebannt auf die nächste Felswand.
Sie war ein Stück entfernt, trotzdem konnte man drei winzige Kletterer erkennen.
Diese schienen in Schwierigkeiten zu sein. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht,
klebten sie an der Felswand. Steinschlag von oben zwang sie, sich an die Wand zu
pressen. Ein Felsbrocken hatte den oberen Kletterer getroffen und ihn aus der
Wand gerissen. Bis zur nächsten Sicherung war er hinab gestürzt und baumelte
jetzt am Seil. Anscheinend war er benommen, denn er zeigte keine Regung. Von
hier aus konnte man schlecht sehen in was für einem Zustand die Anderen waren.
Sicher hatten sie Angst dass die Haken nicht halten würden. Ich musste näher an
sie heran.
Von der Rückseite
der Alm sprang ich unsichtbar zu dem mittleren Kletterer. Es war eine Frau. »Was
ist mit dir,« fragte ich, »kannst du dich halten?« Erschrocken schaute sie sich
um. »Das ist der Schock,« sagte sie zu sich selbst, »ich höre Stimmen.«
»Es ist kein
Schock, ich spreche zu dir.«
»Muss ich jetzt
sterben, holst du mich ab?« Es blieb mir keine andere Wahl, ich musste mich ihr
zeigen. »Hör zu, ich bin kein Geist, ich zeige mich jetzt, hast du mich
verstanden?«
»Wer immer du bist,
ich glaube nicht an Geister.«
»Um so besser.« Ich
wollte nicht dass sie mich beschreiben konnte, deshalb hatte ich mein Äußeres
verändert. Erschrocken sah sie mich an. »Bin ich schon tot?«
»Nein, du bist
nicht tot, ich frage dich noch mal, kannst du dich halten?« »Ich weiß nicht,
wenn der Haken oben nicht hält werden wir mit runter gerissen.«
»Darum werde ich
mich kümmern, kommt ihr dann alleine hoch oder wieder runter?«
»Meine Knie
zittern, ich glaube nicht.«
»Dann halte solange
aus, ich kümmere mich erst um den Mann über dir.« Wieder unsichtbar sprang ich
zu dem baumelnden Mann. Ich hätte sie alle gleichzeitig aus der Wand holen
können, wenn das Seil nicht durch etliche Sicherungshaken laufen würde. Der Mann
kam langsam zu sich. »Wo bin ich, ich schwebe.«
»Nein, du wirst
gleich schweben, du bist abgestürzt.« Er merkte nicht wie ich das Seil sicherte,
ihn los band, und wir gemeinsam herunterschwebten. Ich legte ihn unten ab. Von
unten hoch kommend, befreite ich den unteren Kletterer vom Seil. Der schrie auf,
als er sich seines Halteseils beraubt sah. Ich musste ihn erst überreden die
Wand loszulassen. Es war höchste Zeit, als ich bei der Frau war. Ihre Knie
zitterten so stark, dass sie sich nicht mehr lange hätte halten können. »Ich bin
bei dir, lass los, du bist in Sicherheit. Sie tastete nach mir, hielt sich
krampfhaft fest und ergab sich in ihrem Schicksal« Die beiden Kletterer unten
waren nicht mehr alleine. Andere Bergsteiger kümmerten sich um sie. Es fiel
nicht auf als wir beide unsichtbar herunterschwebten und ich die Frau etwas
abseits ablegte. Als diese merkte, dass sie festen Boden unter sich hatte,
schrie sie kreischend auf. Sie stand immer noch unter Schock. Ein beherzter Mann
rannte auf sie zu und gab ihr eine Ohrfeige, was sie sofort verstummen ließ.
Meine Arbeit war
getan. Ich sprang zu meinem Pferd zurück. »Kannst du mir sagen was dort passiert
ist,« hörte ich jemand fragen?
»Ich bin mir nicht
sicher,« sagte der Angesprochene, »ich verstehe es selber nicht, erst hingen sie
in der Wand, jetzt sind sie weg, sie müssen wohl abgestürzt sein.« Ich schwang
mich aufs Pferd und machte mich auf den Heimweg. Ein Hubschrauber schwebte über
der Stelle, wo die Bergsteiger waren. Es war Mittag, als ich zurück war. Klara
war noch nicht zurück. Ich war nervös, hatte keinen Hunger und wartete auf Klara
und das Untersuchungsergebnis. Um drei Uhr kam sie endlich.
Dass Klara ein
verheultes Gesicht hatte, war kein gutes Zeichen. Auch ihr Vater hatte feuchte
Augen. Als Klara mich sah, rannte sie auf mich zu. »Kristian,« erneut heulte sie
los. »Was ist, ist es so schlimm?«
»Nein, es ist nicht
schlimm.«
»Und warum weinst
du?«
»Ich weine vor
Freude.«
»Du hast mir einen
Schrecken eingejagt, erzähl schon.«
Der Vater kam,
»ihre Werte haben sich gebessert.«
»Hab ich nicht von
Anfang an gesagt, Klara schafft das alleine?« Klara ließ mich nicht mehr los.
»Komm, wir gehen
rein,« sagte ich. Ich schob sie zum Sofa. »Du hast mir was versprochen,« sagte
Klara.
»Was versprochen?«
fragte ihr Vater. Ich schaute Klara warnend an.
»Oh, Kristian sagt,
ich werde gesund.« Ich wusste, dass Klara an das Mittelalter gedacht hatte.
Das Mittagessen war
ausgefallen und ich war froh, dass es jetzt Kaffe und Kuchen gab. »Kristian, ich
weiß nicht wie ich ihnen danken soll.«
»Wieso mir, ich
habe doch nichts gemacht.« Klara schien mit der Erklärung nicht ganz
einverstanden zu sein.
»Kristian, du hast mir dass positive
Denken beigebracht.« »Ja, mehr aber nicht.« Vorerst sollte Herr Melchior
nicht wissen dass ich mehr getan hatte.
______________________________________
»Liegt sonst noch
was vor?« fragte Lena.
»Nein, eigentlich
nicht.«
»Und was heißt
eigentlich?« hakte Lena nach.
»Wir wollen morgen
die Römer besuchen.«
»Und mich wollt ihr
nicht dabei haben?«
»Nein, das ist es
nicht, wir haben nur drei Pferde.« »Dann gehe ich eben zu Fuß, vom Waldrand aus
ist es sowieso nicht weit.«
»Und was ist mit
euch?« richtete ich die Frage an Silke und Kristel.
»Ich vertraue den
Römern nicht.« sagte Silke, »ich gehe nicht mit.«
»Ich würde gerne
mitkommen,« sagte Kristel, »aber ich habe morgen Dienst.« Bis auf Jeanette und
Lena waren dann alle gegangen. »Ich würde euch vorschlagen, ein paar Denare
einzustecken, falls ihr was kaufen wollt.« Die Frauen hatten durch den Verkauf
von Waren an die Römer beim letzten Besuch einige Denare eingenommen. »Lena,
bringe bitte deine Sofortbildkamera mit, und ihr braucht euch nicht als
Römerinnen verkleiden.
Am Morgen waren wir
bereit. Lena saß auf meinem Pferd, ich hielt die Zügel. Wir kamen am Waldrand
an. Vor uns Zelte, dahinter das Kastell. Sie mussten sich sehr sicher fühlen,
weil sie keinen Schutz um ihr Zeltlager gebaut hatten. Ich dachte an den letzten
Angriff der Germanen, den wir miterlebt hatten. Lediglich ein paar Legionäre
hielten Wache. Sie hatten uns entdeckt. Lena machte ihre Fotos. Langsam gingen
wir auf die Zelte zu. Es war still. Abwartend beobachteten uns die Wachen.
Es schienen fremde
Römer zu sein, nicht die, die wir schon kannten. Sicher hatten sie von uns
gehört. In den Augen der Männer glomm Verlangen auf. Aus den Zelten kamen mehr
Männer hervor. Bald bildete sich ein Spalier, durch dass wir schritten. Vorne am
Tor hatten sich Offiziere eingefunden. Rufus der Rote, ein Centurio, kam uns
entgegen. Eurone das Mischwesen hatte uns, das heißt Lena, Jessika und mir auf
ihrem Planeten mittels einer Apparatur die römische Sprache beigebracht.
Deswegen gab es keine Sprachschwierigkeiten. Jeanette, die später zu uns stieß,
musste sehen wie sie mit ihrem Schullatein zu Recht kam.
»Es ist uns eine
Freude, euch zu sehen,« empfing uns Rufus, der Rote. »Du meinst bestimmt meine
Frauen?«
»Du bist natürlich
auch willkommen.« Es entstand ein Tumult als Gallus, ein einfacher Legionär,
sich zu uns durcharbeitete. Zögernd blieb er vor uns stehen, als wäre er sich
nicht sicher, ob wir uns seiner erinnern wollten. »Gallus, alter Freund, viel
Betrieb hier.«
»Ja, es ist eng
geworden.«
»Kristian komm,«
drängte Rufus, »Der Tribun wird euch sehen wollen.« Der rote Rufus gab einen
Befehl und man kümmerte sich um unsere Pferde.
Lena drehte sich im
Kreis und machte Fotos von den schmachtenden Legionärsgesichtern. Rufus ging
voraus, eine Gasse öffnete sich. Das Zimmer des Tribun Quintus füllte sich.
Viele der Gesichter kannte ich nicht. »Kristian, schön dass ihr kommt, der
Anblick deiner Frauen lässt uns unser eintöniges Leben hier ein wenig vergessen«
Er geleitete die Frauen zu Sitzgelegenheiten, die von den Männern schnell
freigemacht wurden. Ein Sklave kam mit einem Tablett, auf dem mit Wein gefüllte
Gläser standen. Wir bedienten uns. »Lasst uns das Glas erheben auf unsere
Freunde,« sagte der Tribun. »Fiele von uns kennen euch noch nicht, haben aber
inzwischen von euch gehört.
Die Schönheit
unserer weiblichen Gäste wird an den Lagerfeuern sicher bald genug
Gesprächsstoff liefern.« »Tribun, genug des Lobes, sagt mir ob ihr Verstärkung
erhalten habt?«
»Nein, darf ich
euch den Centurio Gaius Octavius vorstellen.« Der Tribun schaute einen Mann an.
Dieser war mir schon aufgefallen. Er war von kräftiger Gestalt mit ausgeprägten
Muskeln. Ihm möchte ich als Gegner nicht gegenüber stehen. Wir reichten uns die
Hand.
Er ließ sie nicht
los und zog mich zum Ende des Raumes. »Ich habe schon viel über euch gehört.«
»Und was zum
Beispiel?«
»Ihr sollt ein
guter Kämpfer sein.« »Ihr meint sicher die Geschichte mit Bibulus, er ist ein
falscher Hund, der seine Macht an Schwächere austobt. Ich kann mit einem Schwert
nicht umgehen.«
»Trotzdem habt ihr
Bibulus besiegt.«
»Ja, mit einem
Stock, er hat mir dieses noch nicht verziehen. Sein Schwert habe ich als Trophäe
behalten. Wie soll ich dich nennen?«
»Sag Octavius zu
mir.«
»Octavius, was
machst du hier?« »Ich habe einen Konsul in Colenia abgeliefert, wir sind jetzt
auf dem Rückweg.
»Da seid ihr aber
noch eine Weile unterwegs.«
»Du sagst es. Wir
könnten unser Ziel schneller erreichen, unsere Begleitfahrzeuge lassen das aber
nicht zu. Diese waren mir schon aufgefallen, denn sie nahmen einen Großteil des
Platzes vor dem Kastell ein. Nicht nur die Verpflegung für die Menschen, auch
die Pferde brauchten ihr Futter. Dazu kamen die Zelte. Auch Händler nutzten den
Schutz der Soldaten. »Hast du Familie?« fragte ich.
»Ja, unser Gut
liegt in Florenz. Unser Rückweg führt daran vorbei, wir machen dort Rast.«
»Ich würde dich
gerne begleiten, aber soviel Zeit habe ich nicht,« sagte ich. Ich gab Lena ein
Zeichen.
»Lena, würdest du
ein Foto von Octavius und mir mit der Sofortbildkamera machen?« Lena nickte. Das
Blitzlicht ließ alle erschreckt in unsere Richtung blicken. Staunend blickte
Octavius auf das Foto, das aus der Kamera kam und zu einem Bild wurde. »Der
Tribun hat mir von euren magischen Kräften erzählt, ich wollte es nicht
glauben.« Dann nahm er das Foto von Lena entgegen. »Sehe ich so aus?« fragte er
zweifelnd.
»Ja, ich kann
keinen Unterschied erkennen. Oder sehe ich auf dem Bild anders aus?« fragte ich.
»Das ist ein
mächtiger Zauber.« Jetzt kamen die anderen und wollten das Bild sehen. »Lena
mach ein Foto von ihnen.« So abgelenkt, standen wir bald wieder alleine da.
»Octavius, was
hältst du davon, wenn ich dich ein Stück begleite?«
»Das würde mich
freuen.« »Ich könnte, wenn du mir einen Führer mitgibst, voraus reiten und
deiner Frau dieses Bild von uns bringen.«
»Das würde sie
sicher erfreuen, aber meinst du, dass es etwas bringt, wenn du ein paar Tage vor
mir dort bist?«
»Lass dich
überraschen, gib mir einen Mann mit, der den Weg genau kennt und vor magische
Kräfte, wie du es nennst, keine Angst hat.«
»Was hast du vor?«
»Ich werde mir in Ruhe dein Land anschauen.« Jessika kam zu uns um zu sagen,
dass sie zu den Händlern vor das Kastell wollten. »Was ist mit dir Octavius,
gehst du mit?«
»Ja, dann zeige ich
dir den Mann der dich begleiten wird.« Einer Prozession gleich, folgten die
Männer den Frauen nach draußen. Der rote Rufus hatte die Führung übernommen. Die
Prozession wurde immer länger. Alle wollten einen Blick auf die Frauen in ihren
engen Reithosen werfen.
Unterwegs gab
Octavius einem Mann ein Zeichen. Der bahnte sich einen Weg zu uns durch.
»Decimus, ich habe einen Auftrag für dich.«
Decimus war auch
keine halbe Portion und kein einfacher Soldat. »Decimus, mein Freund Kristian
möchte morgen vor uns her reiten. Bringe ihn sicher zu meiner Frau. Du wartest
dort auf uns.« Abschätzend musterte Decimus mich. »Er hat nicht mal ein
Schwert.«
»Ja, ich weiß, er
wird einen Stock mitnehmen.«
»Einen Stock?«
»Ja, Kristian ist
ein Stockkämpfer, lass dir die Geschichte von Bibulus erzählen. Du kannst dich
auf ihn verlassen. So, jetzt lass uns zu den Händlern gehen.« Diese witterten
ein großes Geschäft, nicht wissend, warum hier so ein großer Andrang herrschte.
Lena war auf eine Karre geklettert, was von dem Händler mit Argwohn beobachtet
wurde. Sie winkte mir zu und machte weiter ihre Aufnahmen mit einer anderen
Kamera. »Legst du dich mit allen Frauen auf dein Lager?« fragte Octavius.
»Nein, nur mit
einer.« »Du bist ein Mann, möchtest du nicht mit allen dein Lager teilen?«
»Du hast Recht, das
Verlangen ist schon da, ich will aber nicht unsere Freundschaft auf Spiel
setzen.«
»Ein weiser Spruch,
auch ich vermeide es mich zu anderen Frauen zu legen. Aber manchmal läst es sich
nicht vermeiden, du weißt schon, das Fleisch ist schwach.«
Es war nicht leicht
zu den Händlern durchzukommen. Lediglich Octavius Autorität verschaffte uns
Platz. Am Stand des dritten Händlers fanden wir die Frauen. Jeanette versuchte
den Händler abzuwehren, der ihr eine Kette aufschwatzen wollte. Ich sah schöne
Weinkelche und verzierte Teller. Bei uns waren diese unbezahlbar. Ich wollte sie
alle. »Hast du deiner Frau schon ein Geschenk gekauft?« fragte ich Octavius.
»Ja, einen Ballen Stoff.«
»Und sonst?«
»Was und sonst?«
»Ein Schmuckstück
zum Beispiel.«
»Du hast Recht,
vielleicht finde ich hier was Passendes.« Ich sah Keramik und viele Teile aus
Glas, Schreibmaterialien, Wachstafeln, Papyrus, Schmuck aus Bronze und Silber
und römische Spiele. Gallus hatte es geschafft, sich zu mir durchzuarbeiten.
»Gallus, ich habe eine Aufgabe für dich.« Ich erzählte ihm worauf es mir ankam.
»Versuche die Ware
für mich günstig einzukaufen, und lass sie gleich einpacken.« Ich griff in
meinen Gürtelbeutel und kam mit eine Hand voll Denare wieder heraus. »Öffne
deinen Geldbeutel.« Ohne nachzuzählen, ließ ich das Geld in Gallus Beutel
gleiten. »Wenn du nicht auskommst, melde dich bei mir.« Octavius hatte uns
beobachtet.
»Du vertraust einem
einfachen Legionär?« »Wir kennen uns schon länger und ich habe festgestellt,
dass man ihm vertrauen kann.«
Jessika hielt drei
Bernsteine in der Hand. Der Händler nannte einen Preis. Jessika schüttelte den
Kopf. Der Händler wollte vier Denare haben, Jessika aber nur zwei geben. Es war
eine Freude sie beim Handel zu beobachten. Schließlich einigten sie sich auf
drei Denare und einen Sesterzen. Lena war noch nicht dem Kaufrausch verfallen.
Jeanette zeigte Interesse an den Schmuck. Octavius kaufte eine Silberkette mit
passenden Ohrringen. Ich hörte wie Gallus dem Händler fünfzig Denare für alle
Glaswaren anbot. Der Händler lief rot an vor Wut. »Du unverschämter kleiner
Legionär, du hast noch nicht einmal fünfzig Denare auf einen Haufen gesehen und
erdreistest dich, mir so ein Angebot zu machen.«
»Was meinst du, was
ich hier in meinen Beutel habe, wie Steine hört sich das nicht an.«
Die Umherstehenden fanden Gefallen an dem Schauspiel. »Sage mir deinen Preis,«
forderte Gallus den Händler auf.
»Du meinst es
wirklich ernst. Für einhundertfünfzig kannst du alles haben.«
»Ich sehe schon,«
sagte Gallus, ich muss zu deinem Nachbar gehen, der lässt sicher mit sich
handeln.« Er drehte sich um und wollte den Stand verlassen. »Halt, wir werden
uns schon noch einig.«
»Nenn einen
vernünftigen Preis, wenn er mir nicht gefällt, gehe ich.« Nach einer Weile kamen
zögernd einhundertfünfundzwanzig Denare über die Lippen des Händlers. Ohne ein
Wort drehte sich Gallus um als wollte er gehen. »Einhundertzehn,« schrie der
Händler. Gallus schaute zu mir rüber, ich nickte. »Abgemacht, und pack die
Sachen ordentlich ein.«
In mir reifte ein
Plan. Die Handelsware war hier so billig, bei uns so teuer, warum nicht damit
handeln? Nur schade, dass mir nicht viel Zeit blieb die Ware in aller Ruhe
auszusuchen. Morgen würden sie weiterreisen. In Gedanken überlegte ich schon, wo
der Verkaufsraum sein sollte. Zu weit sollte er nicht entfernt sein, da ich den
Verkauf selber überwachen wollte. Als Käufer kamen Museen und Sammler in Frage.
Diese mussten sich bis jetzt mit Bodenfunde zufrieden geben. Entsprechend sahen
sie aus.
»Hallo Kristian,
kann es sein dass du träumst?« Erschrocken zuckte ich zusammen.
Jessika lachte mich
an. »Über das Träumen bin ich schon hinaus, ich mache einen Laden auf.«
»Wo?«
»Bei uns, die Musen
werden sich darum reißen.«
»Wenn du meinst.«
»Ich habe noch
nicht mit dir darüber gesprochen, ich werde Octavius ein Stück begleiten.«
»Ich komme mit.«
»Das habe ich mir gedacht. Es geht aber nicht, weil es zu gefährlich ist. Ich
reite mit bis zu Octavius Frau. Dort hole ich euch nach.« Man sah, dass ihr das
nicht gefiel. Schließlich sah sie ein, dass ich Recht hatte.
»Was haltet ihr
davon, wenn wir zurückgehen?«
»Wieso, wir sind
doch gerade erst hier.« sagte sie. »Hast Recht, ich gehe und komme mit
Tauschware wieder.« Gallus stand am Tor, vor sich die eingekauften Sachen.
»Gallus, wie viel Denare sind übrig?«
»Zehn.«
»Ist gut, die
darfst du behalten.«
Unterwegs mit Decimus dem Legionär.
Das Feilschen
wollte nicht so recht in Gang kommen. Der Händler forderte dreihundert Denare,
das höchste Gebot lag bei zweihundert Denare. Der Sklavenhändler wurde wütend
und fing an, die Qualitäten des Sklaven aufzuzählen. Möglichst unauffällig
machte ich Fotos. Aus dem Verkauf wurde nichts, der Sklave wurde zurückgeführt.
Von der anderen Seite wurde eine Frau mit ihre Tochter heraufgeführt. Sofort
wurde es still. Der Geburtsort auf ihrem Schild sagte mir nichts. Sie war hoch
gewachsen, von erhabener Schönheit. Auf jeden Fall kam sie von weit her. Ihre
Kleidung war verschmutzt und eingerissen. Stolz stand sie da, einen Arm um ihre
Tochter gelegt. Diese hatte die Schönheit der Mutter geerbt. Das Mädchen war
vielleicht zwölf Jahre alt.
Fünfhundert Dinare,
kam das erste Gebot von einem kleinen fetten Mann. Mit sechshundert Denare
wurde er überboten. Als kein höheres Angebot kam, sagte der Händler,
sechshundert nur für die Frau. Gewaltsam wurden Mutter und Kind getrennt.
»Decimus, stell jetzt keine Fragen, hole die Pferde und reite aus dem Ort. Dort
wartest du auf mich.« Er wollte was sagen, ich hob die Augenbraunen und schaute
ihn an.
»Schon gut, ich
gehe ja schon.«
Ich stellte mich in die hinterste Reihe. Der Händler zerrte an die Kleidung der
Frau, bis jeder einen Blick auf ihre nackte Haut werfen konnte. Ein Raunen ging
durch die Zuschauer. Das Mädchen weinte und streckte ihre Arme in Richtung der
Mutter. Sechshundertfünfzig wurden von dem kleinen fetten Mann geboten.
»Achthundert Denare,« alle drehten sich zu dem Mann um, dem man ansah dass er
reich war. Dem Händler sah man seine Freude an. Die Tochter konnte sich
losreißen und rannte zur Mutter. Jetzt wurde es Zeit einzugreifen. Einfach mit
beiden Frauen verschwinden, wollte ich nicht. Ich nahm die Gestalt eines alten
Mannes mit langen weißen Haaren an. In der Hand hatte ich einen Wanderstab. So
schlurfte ich auf das Podest zu. »Hat die Gier eure Augen vernebelt,« rief ich,
»seht ihr nicht dass der Teufel in ihr steckt. Ihr würdet den ersten Beischlaf
nicht überleben.« Der Händler wurde wütend. »Alter Mann verschwinde.« Der Frau
schickte ich die Botschaft rüber, »erschrecke nicht, ich werde euch in
Sicherheit bringen.« Als sie keine Reaktion zeigte rief ich, »seht ihr nicht das
Feuer in ihr, es würde euch verbrennen.« Ich ließ sie und das Kind fünfzig
Zentimeter höher schweben. Die beiden Frauen waren genauso erschrocken wie die
Menschenmenge. Einige Zuschauer rannten panikartig fort. Selbst der Händler mit
seiner großen Klappe hatte Angst. Ich stieg auf das Potest. Mit nach vorne
gestreckten Armen machte ich beschwörende Bewegungen.
»Weiche von uns ,
verschone uns, kehre in dein Reich zurück. Ich berührte sie und schrie, »oh, ich
sehe sie in ihrem feurigen Heim, hört ihr nicht die Schreie der Verdammten?« Sie
versucht mich in ihr Reich zu ziehen, rettet euch.« Jetzt gab es kein Halten
mehr, die Menge stob schreiend auseinander.
Dann wurden wir
unsichtbar, ich sprang mit ihnen zum Rand des Dorfes wo hoffentlich Decimus
wartete. Er musterte uns. »Ich habe so etwas ähnliches schon fast erwartet. Du
musst mir erzählen was du dort angestellt hast. Hast du für die Frau bezahlt?«
Ich grinste ihn an. »Sie waren froh dass sie sie los waren. Ich musste
eingreifen, man wollte Mutter und Tochter trennen.«
Mutter und Tochter
hatten noch keinen Ton gesagt. »Entschuldige das Theater das ich gemacht habe,«
sagte ich zu ihr. »Du bist frei und kannst hingehen wohin du willst.« Als sie
nichts sagte, schlug ich vor, »es ist wohl besser, du reitest mit uns zu
Freunden, dann sehen wir weiter. Einverstanden?« Beide nickten. »Ich heiße
Kristian, der dort ist Decimus.«
»Mein Name ist Riga, meine Tochter
heißt Elana.« Ihre Stimme klang gebildet. »Wir danken dir, obwohl wir
nicht wissen was eben passiert ist.« Decimus lachte. »Daran Frau, wirst du
dich gewöhnen müssen.« »Wir sollten machen dass wir hier wegkommen. Wenn
uns hier jemand sieht, werden sie uns folgen
Im Raumschiff der Atlanter
Es gab eine kurze
Unterbrechung als ein zweiter Schatten auf Ramos zutrat, mit ihm kommunizierte
und wieder ging. »Hast du einen Wunsch bevor wir die unmittelbare Nähe deiner
Welt verlassen?«
»Ich weiß nicht ob
das möglich ist, kannst du mich einen Blick auf meine Freundin werfen lassen,
ich konnte mich nicht verabschieden?« Ich zuckte zusammen, ich sah die Halle,
dann ein Schwenk durch die geschlossene Küchentür. Jeanette und Jessika saßen
mit Großvater am Küchentisch. Ich sah, dass Ramos nickte. Jetzt sahen sie mich
in einer Kugel, die vor ihnen schwebte. »Kristian, wo bist du?« fragte Jessika.
»Ich bin bei
Freunden, ihre Welt ist weit entfernt, wir sind noch nicht angekommen, macht
euch keine Sorgen, mir geht es gut.« Ich blickte auf die sechs Personen hinter
mir und hoffte dass Jessika sie auch sah. »Aber da sind doch noch mehr
Menschen,« rief Jessika.
»Ja, aber nicht aus unsere Welt. Ich
muss jetzt Schluss machen, bis bald.« Interessiert hatten alle zugehört.
Ich sah gerade noch, dass Großvater was fragen wollte, als die Übertragung
erlosch.
Ich musste
vorsichtiger sein, Gedanken waren schneller wie ein gesprochenes Wort. »Du
siehst mich verwirrt, ich hatte nicht damit gerechnet hier eine schöne Frau
anzutreffen,« erwiderte ich auch in Gedankenform.
»Schön, was
bedeutet das?«
»Du bist schön.«
Sie lächelte mich an. »Mein Name ist Kristian, ich muss mich wohl vorsehen,
sicher bleibt dir kein Geheimnis verborgen?«
»Stimmt, du bist
wie ein offenes Buch.«
»Und wie kann ich
das verhindern?«
»Du kannst es
nicht, aber mein Gebieter.«
»Kannst du dir
vorstellen was dein Gebieter von mir will?« »Die Gedanken meines Gebieters kenne
ich nicht, er wird sie dir zur gegebenen Zeit, sicher mitteilen.«
»Da bin ich aber
beruhigt. Wie kommst du hierher, hat dein Gebieter dich auch entführt?«
»Was heißt
entführt?«
»Ich wurde
entführt, ich wurde nicht gefragt ob ich hierher wollte.«
»Nein, ich wurde
nicht entführt, wir dienen unseren Gebietern schon immer.«
»Was heißt wir,
gibt es noch mehr von deiner Art?« Ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht.
»Oh ja, wer sollte
sonst die Arbeit hier machen?«
»Es gibt also
viele, wie viele?«
»Das weiß nur der
Gebieter.«
»Wie geht es jetzt
weiter?« fragte ich. »Mein Gebieter wird dich zu sich bitten.«
»Rela, sag mir wo
wir uns befinden, was für ein Haus ist das hier?«
»Haus?« Ich zeigte
ihr, was ein Haus ist. »Das ist ein Haus?« »Ja, es gibt große und kleine
Häuser.«
»Dieses ist ein
großes Haus, viel größer als dein Haus,« sagte sie. Ich sah woran sie dachte und
erschrak. Ein schwebender Koloss, wir waren im Weltraum unterwegs. »Wo bringt
mich dein Gebieter hin?« fragte ich. »In seine Heimat.«
»Kannst du mir
zeigen, wie es dort aussieht?«
»Wir leben die
meiste Zeit,« ich sah woran sie dachte »unter Wasser,« vollendete ich ihren
Satz.
»Wann werden wir
dort sein?«
»Ich weiß es
nicht.« Die Tür glitt auf und ein Mann trat ein. Er kommunizierte mit Rela. »Er
will, dass ich dich zum Gebieter bringe,« sagte sie dann. Wir gingen durch
endlose Gänge. »Wir müssen nicht laufen, du sollst nur ein Gespür für die Größe
unseres Hauses bekommen.« Wir waren schon eine Weile unterwegs. »Rela, geht das
nicht schneller?«
»Wie du willst.«
Sie steuerte auf eine Tür zu, die sich sofort öffnete. Der Raum war klein und
sah ähnlich wie eine Fahrstuhlkabine aus. Nur dass sie nicht rauf oder runter
fuhr. Die Tür schloss sich hinter uns. Rela bestimmte auf einem Sensorenfeld
unser Ziel. Ich hatte nichts gespürt, auf jeden Fall standen wir nicht mehr in
derselben Kabine. Die Tür öffnete sich, wir waren am Ziel. Ein großer Raum,
ähnlich eines Theaters mit mehreren Sitzreihen. Auf einem Podest davor stand ein
Stuhl, auf den ein Schattenwesen saß. In der ersten Reihe waren sechs Stühle
besetzt. Fünf Frauen und ein Mann in ebenso langen Gewändern wie ich es anhatte.
Diese erhoben sich, als sie uns sahen. Rela schob mich auf die Wartenden zu,
dann verlor ich sie aus den Augen. Ich stand jetzt im wahrsten Sinne des Wortes
zwischen den Stühlen. Der Schatten musste ein Zeichen gegeben haben, denn die
Anwesenden setzten sich. »Sei gegrüßt Mann von der Erde und Freund unserer
andersartigen Brüder. Du hast meine Botschaft angenommen und ich wusste, dass du
bereit warst, uns kennenzulernen sowie wir dich kennen lernen wollten.«
»Wie darf ich dich
ansprechen?« fragte ich.
»Sag Ramos zu mir.
Ich habe den Auftrag, dich in meine Welt zu bringen.«
»Warum mich, du
weist sicher, wie viele Menschen es in meine Welt gibt, darunter sind bestimmt
viele, die würdiger sind als ich, um eure Bekanntschaft zu machen?«
»Als die Nachricht
kam, dass du als erster Mensch die Anwesenheit unserer anderen Brüder kund
tatest und auf ihrer Heimatwelt eingeladen wurdest, wollten wir dich kennen
lernen.«
»Ramos, sage mir,
wer ihr seid? Wo kommt ihr her? Ihr seid Menschen wie wir, zumindest fast.
»Das, was du deine
Heimat nennst, war auch vor langer Zeit unsere Heimat. Es gab Katastrophen und
Kriege, die ein Teil unserer Vorfahren nicht mehr ertragen wollten. Mit unserer
Technik waren wir allen damaligen Völkern überlegen, was Neid und Missgunst
unseren Nachbarn reichlich Nahrung gab. Wir hätten sie alle auf einen Schlag
vernichten können, was ein großer Teil von uns auch vorhatte. Ehe es dazu kommen
konnte, stiegen die, die dieses verhindern wollten, in ihre Raumschiffe, damals
nannten sie es Himmelsgefährte, die an geheim gehaltene Orte bereit lagen, in
der ihr ganzes wissen gespeichert lag, und nahmen die zerstörerische Kraft mit.
Unsere Vorfahren verließen ihre Heimat und begaben sich auf die Suche einer
neuen Welt zwischen den Sternen.«
»Es gab ein Volk
von dem erzählt wird, dass es mächtig und seiner Zeit weit voraus war,« sagte
ich. »Sie sollen ihr Wissen zu unredlichen Dingen verwendet haben, was zu ihrem
Untergang geführt hat. Noch heute suchen sie nach diesem Land, das sie Atlantis
nennen.«
»Wir sind nicht
untergegangen, aber du hast Recht, unsere Vorfahren stammen von den Menschen ab,
die ihr Atlanter nennt. Wie ich schon sagte, ein Teil von uns zog es zu den
Sternen. Wir fassten Fuß auf den erstbesten erdähnlichen Planeten und breiteten
uns dort aus. Nach langer Zeit und technischem Wandel, besuchten wir unsere
Heimatwelt und fanden sie zerstört vor.«
»Willst du damit
sagen ihr seid das untergegangene Volk Atlantis?
Du weist, dass
heute immer noch nach dem sagenhaften Atlantis gesucht wird?«
»Ja, das wissen
wir. Nur sucht ihr an der falschen Stelle. Das frühere Atlantis gibt es noch und
ist nicht versunken.« Schwer zu glauben, wer würde mir das glauben?
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Nachmittags rief
Kristel an. »Kristian, kannst du mal kommen?« »Was gibt es?«
»Komme einfach,
wenn es geht bald.« Meine Neugier war geweckt. Vom Krankenhausflur aus ging ich
in ihre Station. Ich fragte eine Schwester, wo ich Kristel finden konnte. Ich
klopfte und öffnete vorsichtig die Tür. »Danke dass du so schnell kommen
konntest.« In dem Krankenzimmer stand nur ein einzelnes Bett. Ein Junge mit
blauer Strickmütze und traurigen Augen blickte mir entgegen. Ich sah noch, dass
er von E.T. und Alienpuppen umgeben war, ehe Kristel mich aus dem Zimmer
geschoben hatte. »Ist das ein Fan von mir?« fragte ich.
»Nicht nur von dir,
du hast sicher gesehen wovon er schwärmt.«
»Ja, und was ist
mit ihm?«
»Sagt dir die Mütze
nicht genug, er hat Krebs im Endstadium.« Ich sagte nichts und wartete darauf,
dass sie mir mehr erzählte. »Seine Eltern sind auf dem Weg hierher, sie wissen,
dass er es wohl nicht bis morgen schafft. Dort kommen sie.« Vater und Mutter
hielten sich an die Hand. Ehe sie fragen konnten, was ich hier zu suchen hatte,
setzte Kristel zu einer Erklärung an. »Dies ist ein Freund von mir, er könnte
ihrem Sohn einen letzten Wunsch erfüllen.«
»Sie sind der
Freund der Alien aus der Zeitung,« stellte der Vater fest. Ich nickte.
»Wie wollen sie ihm
helfen?« fragte die Mutter. »Ich kann mit ihm eine Reise zu den Alien machen.«
»Aber doch nicht
wirklich?« fragte der Vater.
»Nein, aber er wird
glauben dass es echt ist. Weis ihr Sohn, dass er sterben muss?« Die Mutter
nickte unter Tränen.
»Ich werde ihm
meine Hand auflegen und er wird glauben, dass es Wirklichkeit ist.« Ich blickte
die Eltern an und wartete darauf, dass sie ihre Zustimmung gaben. Als sie
nickten, öffnete Kristel die Tür. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des
Jungen, als er seine Eltern erkannte. »Mutter, du weinst ja, ist es so weit?«
Die Mutter stürzte auf ihren Sohn zu und umarmte ihn. »Du weist, dass nach
deinem Tod nicht alles vorbei ist, dein Opa im Himmel wartet auf dich und wird
sich um dich kümmern.«
»Aber was ist mit
euch, ihr werdet traurig sein?« Das war zuviel für mich, ich verließ das Zimmer,
und schämte mich nicht meiner Tränen. Kurz darauf folgte mir Kristel.
»Ich weis nicht ob
ich das schaffe,« sagte ich.
»Komm, wir gehen
ein Stück,« sie schob mich in den Flur.
»Mir geht das auch
nah, trotz dass ich dem Tod schon so oft begegnet bin. Der Junge ist auf seinen
Tod vorbereitet, du sollst ihm nur noch eine letzte Freude bereiten.« Wir gingen
wieder ins Zimmer. Der Junge sah mich an. »Du bist Edras Freund,« stellte er
fest. »Ja, und wenn du willst, werden wir eine Reise zu ihnen machen.« Mein
Blick fiel auf ein Foto, welches auf den Nachttisch stand. »Ist das dein Opa?«
»Ja, er wird mich
abholen.«
»Das ist gut.
Wollen sie an der Reise teilnehmen?« fragte ich die Eltern. Ihre Gesichter
blickten mich fragend an. »Ich stelle mich hinter ihren Sohn auf, sie setzen
sich je auf eine Seite und halten die Hand ihres Sohnes.«
»Kristel, hilfst du
mir mal das Bett ein wenig nach vorne zu ziehen?« Ich stellte mich am Kopfende
auf und legte eine Hand auf die Stirn des Jungen. »Wir schließen jetzt alle die
Augen. Was siehst du?«
»Ein Raumschiff.«
»Richtig, meine
Freunde warten schon auf uns, du hast sie sicher schon mal gesehen?«
»Ja.«
»Was passiert
jetzt?« fragte ich. »Der Eingang öffnet sich.« »Dann lass uns hinein gehen.« Ich
stellte mir Cyro und Systra vor und blinzelte kurz, um mich vom Zustand des
Jungen zu überzeugen. Der Junge hatte vergessen, dass er im Bett lag, jetzt sah
er sich im Cockpit stehen und beobachtete Cyro wie er das Raumschiff steuerte.
Auf einem Bildschirm sah er unter sich Städte und Dörfer vorbeirauschen.
»Wenn du willst,
darfst du das Steuer übernehmen.« Als wenn er nichts anderes gemacht hatte,
legte er seine Hände wie selbstverständlich auf die Sensoren. Ich sah kurz, dass
die Eltern von dem Spiel gefangen waren, Kristel stand abwartend im Raum. Das
Raumschiff hielt auf eine große Wolke zu. Bald war es von der Wolke umgeben.
»Ich sehe nichts mehr,« rief der Junge. Sofort bildete sich eine Öffnung, ein
langer Tunnel war zu erkennen.
Der Eingang war von
gedämpftem Licht umgeben. Je weiter man hinein blickte, desto heller wurde es.
Lichtgestalten schienen auf einen zu warten.
Ganz am Ende
tauchte eine Gestalt auf und wartete. »Ich sehe Opa, er möchte dass ich zu ihm
komme.«
»Bist du sicher,
dass du zu ihm möchtest?« fragte ich.
»Ja, sie sind doch
alle meinetwegen gekommen um mich abzuholen.«
»Dann gehe.« Der
Junge schwebte durch das geschlossene Außenschott auf den Tunnel zu. Als er die
Hälfte des Weges geschafft hatte, drehte er sich um und winkte dem Raumschiff
zu. Als er seinen Opa erreicht hatte, klopfte Kristel mir auf die Schulter. Ich
öffnete die Augen, ebenso die Eltern. Kristel deutete auf ein Gerät, auf dem
eine durchgehende Linie gezeigt wurde.
»Er hat uns
verlassen,« sagte Kristel. »Ich muss gehen,« sagte ich, verließ das Zimmer und
sprang vom Treppenflur aus nach Hause zu unserem Pferdestall. Ich musste
alleine sein, weil ich das Geschehene noch nicht verarbeitet hatte. Ich legte
meinen Kopf gegen den Hals meines Pferdes und die Tränen suchten sich einen Weg
durch sein Fell. Ich weis nicht wie lange es gedauert hat, die Tränen hatten
einen Teil der Last von mir weggespült.
»Hallo ist dort
jemand?« Erschreckt zuckte ich zusammen. Ich hatte die Stalltür offen gelassen.
»Kristian, bist du das?« Schnell wischte ich über meine Augen und langte zu der
Fellbürste. Jessika stand in der Tür. Ich versuchte mein Gesicht von ihr
abzuwenden. Eine Weile sah sie schweigend zu. Sie spürte dass etwas nicht
stimmte. Um ihr zuvor zu kommen sagte ich, »stell jetzt keine Fragen, lass mich
bitte alleine. Wenn dich das nicht zufriedenstellt rufe Kristel an.«
Ich hörte, wie sie
sich ohne Kommentar umdrehte und ging. Ich sattelte mein Pferd und führte es
nach draußen. Ohne Ziel ritt ich davon.
Als ich nach einer
Stunde zurückkam, fühlte ich mich besser. Ich erkannte wie sie mich alle
ansahen, dass sie Bescheid wussten. »Ich soll dir im Namen der Eltern ausrichten
dass sie dir dankbar sind. Sie waren sich nicht sicher ob das wirklich der Opa
war den sie gesehen hatten oder nur eine Fiktion von dir.« »Ich habe den Opa auf
einem Bild gesehen das am Krankenbett stand, der Junge sollte denken dass sein
Opa auf ihn wartet.« »Kristian du bist ein Schatz,« Jessika nahm mich in den
Arm. »So, das war genug, ich möchte darüber nicht mehr sprechen.«
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Leseprobe Buch 1
Leseprobe Buch 2
Leseprobe Buch 3. in Arbeit.
Ich war Gast bei den Melchiors, weil
ich in Ruhe an meinem Buch arbeiten wollte.
Klara war in der
Schule. Ich hatte nicht vor auszureiten. Beim letzten Ausritt hatte ich eine
Bergspitze entdeckt, auf der ein Kreuz stand. Das schien mir ein Ort zu sein, wo
ich ungestört und ohne äußere Einflüsse schreiben konnte. Ich nahm meinen
Schreibblock, das Kreuz vor Augen, sprang ich. Es war schon ein verdammt guter
Aussichtspunkt. Die Täler unter mir lagen teilweise unter eine Decke aus Nebel
versteckt. Der Gipfel war von einer Holzbrüstung umgeben. Ein schmaler Pfad
führte den Berg hinunter. Es war sicher eine anstrengende Bergtour um hierher zu
gelangen. Eine Bank lud zum Verweilen ein. Ich setzte mich und schrieb. Es
mochte eine Stunde vergangen sein, als sich jemand schnaubend näherte. Ich
blickte auf und sah eine junge Frau, sie mochte um die fünfundzwanzig Jahre alt
sein, näher kommen. Sie war bergmäßig angezogen, hatte aber keinen Rucksack
dabei. Sie sah zu mir herüber. Ich rückte etwas zur Seite, was wie eine
Aufforderung wirken sollte, sich zu mir zu setzen. Sie musterte mich. Ich war
nicht gekleidet wie jemand, der einen Berg erklimmen wollte oder hatte. »Sie
sind so hier hoch gekommen?« fragte sie.
»Ja, ich hatte
gehofft, hier in Ruhe schreiben zu können.«
»Und durch mich ist
ihre Ruhe jetzt gestört?« »Nein, das wollte ich damit nicht sagen.« Sie stellte
sich an die Brüstung und blickte ins Tal hinunter. Einzelne Nebelbänke hatten
sich aufgelöst und man konnte vereinzelt Häuser entdecken. »Was treibt sie schon
zu so früher Stunde hier rauf?« fragte ich. Sie antwortete nicht. Irgendetwas
stimmte nicht mit der Frau. »Bleiben sie noch länger hier?« fragte sie.
»Ja, hatte ich
eigentlich vor.« Sie drehte sich zu mir um. Ungewollt sprangen mir ihre Gedanken
entgegen. Ich sah woran sie dachte. Sie sah sich in Gedanken mit ausgebreiteten
Armen den Berg hinunter stürzen. Die Holzbrüstung und ihr Wille waren das
einzigste Hindernis, dass es noch zu überwinden galt. »Warum schauen sie mich so
an?« fragte sie.
»Haben sie sich das
genau überlegt, sie werden es nicht schaffen, frei wie ein Vogel hinunter zu
fliegen. Wenn sie unten aufschlagen, ist es vorbei mit dem Fliegen« »Warum
erzählen sie mir das?«
»Ich will damit nur
sagen, dass ihre Eltern sie dann nicht mehr erkennen würden.« »Wer sind sie
eigentlich?« »Vielleicht bin ich ihr Schutzengel?«
»Wie ein Engel
sehen sie nicht aus.«
»Wie muss ein Engel
aussehen, vermissen sie meine Flügel?«
»Sie sind ja
verrückt.«
»Also was ist,
geben sie ihr Vorhaben auf? Ich bekomme für jede gerettete Seele ein
Fleißkärtchen.« »Du willst mein Schutzengel sein, dann kennst du sicher meine
Eltern?« Ich sah sie an. Hinter ihre Stirn schien sie mir ihre Eltern vorstellen
zu wollen. Ihren Vater sah ich in einen Arztkittel vor mir. Bei der Mutter war
ich mir nicht sicher. Die Junge Frau dachte an ihre Mutter, von Geldbündeln
umgeben. Ich wechselte auch ins du. »Dein Vater ist Arzt, deine Mutter verwaltet
das Geld Anderer.«
»Du scheinst
einiges über mich zu wissen, und du hast gewusst, weswegen ich hierher gekommen
bin? Und du könntest sofort von hier verschwinden?«
»Ja«
»Dann tue es.« Als
ich unsichtbar wurde, erschrak sie. Ich machte mich wieder sichtbar. »Glaubst du
mir jetzt?«
»Ich bin kein
gläubiger Mensch.«
»Das macht nichts,
drehe dich um und gehe nach unten.« Oder besser, ich bringe dich nach unten?«
»Ich schaffe das
schon.«
»Ich weiß, aber mir
macht es keine Mühe, gib mir deine Hand.« Als wir unten im Tal ankamen und sie
sich dessen bewusst wurde, war sie erschrocken. Ich sprang zurück. Ich wusste
nicht, was für eine Erklärung sie sich für unsere Begegnung zurecht legen würde.
Vielleicht würde sie es später noch einmal versuchen. Es war kurz vor der Zeit,
wo Klara aus der Schule kommen würde. Ich sprang zurück. Als Klara mich sah,
fragte sie, wie viele Seiten ich geschrieben hatte. Ich hielt ihr meinen Block
entgegen. »Du warst fleißig.«
»Du rätst nicht, wo
ich war?«
»Sag schon.«
»Kennst du den Hügel mit dem Kreuz drauf?« »Ja«
»Ich habe dort
geschrieben. Eine Junge Frau war dort und wollte sich herunterstürzen.«
»Und du hast sie
gerettet?« »Ich habe es ihr ausgeredet. Sie denk,t ich sei ihr Engel der sie
beschützt hat.«
»Siehst du sie
wieder?« »Warum sollte ich?«
Als ich auf die Straße trat stand mir
die Frau vom Berg gegenüber. »Ich wollte es glauben, aber sie sind niemals ein
Engel, sie haben sich über mich lustig gemacht.« »Ich habe dich ins Tal
gebracht,« erinnerte ich sie. »Das stimmt,« sagte sie nachdenklich. »So, ich
muss jetzt weiter.« »Halt, darf ich dich berühren?« »Wenn du willst?« Ziemlich
fest umschloss sie meinen Oberarm. »Hast du was anderes erwartet?« fragte ich.
»Gehe jetzt bitte nicht, ich möchte dich besser kennenlernen.« »Engel kommen und
gehen, sie sind immer beschäftigt.« »Und sie gehen einkaufen?« »Ja du hast
recht, klingt schon ein wenig verrückt. Habe ich dich wenigsten davon abgebracht
dass du dir was antust?« »Ja, schon, sage mir endlich wer oder was du bist?«
»Komm, da vorne können wir uns hinsetzen. Unter einen Baum stand eine Bank auf
der wir uns setzten. Sie schaute mich abwartend an. »Nun fang schon an,« drängte
sie. »Ist dir nie in den Sinn gekommen wer so etwas kann, dich ins Tal zu
bringen?« »Nein, warte, ich wüsste jemand, aber das kann nicht sein.« »Warum
nicht?« »Das wäre zu verrückt, was machst du hier?« »Ich mache Urlaub.« »Ganz
alleine?« »Ich kenn hier jemand, ich wohne dort.« »Da kommt nur eine in Frage.
Du wohnst bei Klara.« »Vielleicht.« »Aber wieso hast du gewusst was ich
vorhatte?« »Es stand dir auf der Stirn geschrieben.« »Meine Gedanken, du
hast sie gelesen, auch das über meine Eltern.« »Ich gestehe.« »Wohnst du
schon länger bei Klara?« »Ein paar Tage.« »Klara hat sich nichts anmerken
lassen.« »Du kennst Klara näher?« »Ich bin Lehrerin, dann hast du Klara gesund
gemacht?« »Ich habe etwas geholfen. Sagst du mir deinen Namen?« »Veronika.«
»Dann ist ja alles geklärt, oder nicht?« sagte ich. »Ja schon, die Welt
ist schon verrückt,« sagte sie. Ich ging.
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»Vater, ich möchte morgen mit Kristian
ausreiten.«
»Ich habe nichts dagegen.« »Du bist
der beste Vater.« Herr Melchior sah mich an, ich sah Klara an. »Gibt es etwas,
dass ich wissen müsste?« fragte Herr Melchior. »Kristian möchte die Germanen
besuchen, du weist doch, er hat bei ihnen gelebt.« Ich schaute den Vater nicht
an, tat unbeteiligt. »Klara du weist, wie ich darüber denke.« »Vater, sie sind
ganz friedlich.« Herr Melchior ließ Klara stehen und ging ins Haus. »Was soll
ich machen, warum ist er so stur?« fragte Klara.
»Wenn du später mal Kinder hast wirst
du das verstehen.«
»Später, später, und was ist mit
jetzt?« fauchte sie und ging ins Haus. Zum Abendbrot saßen wir wieder zusammen.
Klara bombardierte mich mit Blicken, ich sollte die Germanen wieder zum
Gesprächsthema machen. Ich wollte nichts erzwingen, schließlich war ich
Gast hier. Unsere Geduld zahlte sich aus. Herr Melchior fing von selber davon
an. »Also was ist mit den Germanen?« fragte er.
»Kristian will sie morgen besuchen.«
»Ich hoff doch erst nach der Schule?« Ich nickte ihnen zu. »Meinetwegen,« sagte
er dann. Klara fiel mir vor Freude um den Hals und drückte sich länger wie nötig
an mich. Ich wusste, dass sie etwas für mich empfand. Als sie ging sagte ich,
»du weist, dass du keinem davon erzählen darfst. Wenn du ein Tagebuch hast dann
schreibe deine Empfindungen dort hinein. Später wenn du darüber berichten
darfst, wirst du dich besser an alles erinnern.« Ich schrieb noch ein paar
Seiten und ging dann schlafen.
Es war noch ein wenig frisch. Die
ersten Sonnenstrahlen wagten sich hervor. Ich dachte an Jessika. Als ich für
einige Wochen verschollen war, hatten die Elfen mein Medaillon, welches für mich
keine Bedeutung mehr hatte weil ich ein Implantat bekam, für Jessika wieder
aktiviert, damit sie mich suchen konnte und Riga eine ehemalige Sklavin im
römischen Reich mit Waren beliefern konnte. Ich fragte mich, ob die Elfen ihr
die Kraft des Medaillons lassen würden, nachdem ich wieder zurück war. Jessika
konnte jetzt so wie ich durch die Tore springen. Lautlose Kommunikation und
Gedanken lesen konnte sie jedoch nicht. Ich hätte mich nicht gewundert wenn sie
hier eines Tages auftauchen würde.
. Es war schon ein
Uhr, als Gerti Klara von der Bushaltestelle abholte. »Wir können,« sagte Klara,
als sie bei mir stand. »Darf ich wenigstens vorher noch etwas essen?« fragte
ich. Nach dem Essen zog sich Klara um. Gerti hielt ihr eine Tüte hin. »Was soll
ich damit?« »Gastgeschenk,« sagte Gerti nur. »War das deine Idee?« fragte Klara.
Ich nickte. Wir sattelten die Pferde und saßen auf. »Klara, wenn was ist, du
musst sofort auf Tuchfühlung an mich heran kommen.«
»Meinst du, es
könnte gefährlich werden?« »Nur für alle Fälle.«
Wir waren auf dem
Weg zum Fürsten. Einen Kilometer von der Siedlung entfernt, kamen wir an. »Sind
wir hier auch richtig?« fragte Klara, »ich sehe keine Germanen.«
»Warte es ab.« Die
Siedlung machte einen friedlichen Eindruck. Sie lag auf einer Anhöhe hinter
einen Palisadenzaun. Ich dachte daran, als die Wiesen davor noch voller Zelte
gestanden hatten. Jetzt waren die Wiesen leer. Man hatte uns entdeckt. Wir
ritten durch das Tor. Es herrschte eine bedrückte Stimmung. Armelinde die
Enkelin des Fürsten kam auf uns zu. »Was ist passiert?« fragte ich. »Der Fürst
ist krank.« »Schlimm?« »Die Heilerin sagt ja.« »Bringst du mich zum Fürsten?« Er
lag auf ein Bett voller Felle. Fiebrige Augen blickten mich an. »Kristian ich
werde zu meinen Ahnen reisen.«
»Was ist passiert?«
fragte ich Armelinde. »Bei einer Wildschweinjagd ist sein Arm von einem Ast
aufgespießt worden, die Wunde hat sich entzündet.« Der Fürst hatte sich
anscheinend damit abgefunden seinen Ahnen entgegen zu treten. Jetzt konnte nur
noch unsere Medizin helfen. »Klara, ich muss dich alleine lassen und unseren
Heiler holen. Armelinde erschrecke jetzt nicht, ich komme gleich wieder.«
Ich stand im Flur
unseres Krankenhauses und suchte Sonja die Ärztin. Eine Schwester sagte mir wo
ich sie finden würde. »Kristian was ist los?« »Du musst mitkommen, der Fürst
liegt im Sterben.« Was fehlt ihm denn?« »Vermutlich eine Blutvergiftung.« »Warte
ich packe meine Tasche und sage, dass ich zu einen Notfall unterwegs bin.« Ich
nahm ihre Tasche und wir waren wieder beim Fürsten. Sonja ging auf das Lager des
Fürsten zu. Eine ältere Frau war jetzt auch da. Armelinde sah meinen fragenden
Blick. »Die Heilerin,« erklärte sie. Sonja sah auf den verbundenen Arm des
Fürsten. Vorsichtig hob sie ihn an, ich half ihr den Verband zu entfernen.
Die Heilerin sah aufmerksam zu. Der Arm sah wirklich nicht gut aus. Eiter lief
aus der Wunde. Sonja tastete den Arm ab. Mit eine Pinzette stocherte sie in die
Wunde und zog dann ein Stück Ast aus der Wunde. Sie spülte die Wunde aus, der
Fürst bekam eine Spritze. »Ich kann die Wunde noch nicht zunähen,« meine Sonja,
»wir müssen abwarten.« Ich wusste, dass wir die Heilerin an den Heilungsprozess
beteiligen mussten. »Sage ihr, was sie machen soll,« bat ich Sonja. »Sie kann
jetzt noch nichts machen, erst muss die Entzündung abklingen.« Die Heilerin sah
stumm zu wie Sonja den Arm verband. »Wir sollten seine Heilkräfte aktivieren,«
sagte ich. »Der Erfolg ist größer, wenn wir das zusammen machen,« schlug Sonja
vor. »Ja, du hast recht. Ich hatte Sonja meine Kräfte übertragen, so dass sie
auch in der Lage war, die Heilungskräfte zu aktivieren. Wir knieten auf beide
Seiten des Lagers nieder und legten unsere Hände auf den Körper des Fürsten. Der
Strom setzte sofort ein. Der Körper des Fürsten saugte unsere Energie gierig
auf. Das Gesicht des Fürsten entspannte sich. Nach zehn Minuten schaute
ich Sonja an. Sie nickte mir zu. Wir standen auf. »Ich habe noch nie so deutlich
gespürt, dass ein Körper meine Energie aufgenommen hat,« sagte Sonja. »Ja, das
habe ich auch deutlich gespürt, ich hoffe, dass die Übertragung noch
rechtzeitig stattgefunden hat.« Armelinde hatte mit großen Augen zugeschaut. Der
Heilerin konnte man keine Regung ansehen. »Ihr seid mächtige Heiler, seht nur,
die Haut des Fürsten ist nicht mehr so blass,« stellte Armelinde fest. Ich hatte
nicht darauf geachtet, aber jetzt sah ich es auch.
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»Also warum ich hier bin. Ich möchte
dass sie mich auf meine Reise nach Dubai begleiten. Als Beschützer. Ich bin
Diamantenhändlerin. In Dubai gibt es kaum Kriminalität. Trotzdem muss ich damit
rechnen, dass man versucht, mir meine Diamanten zu stehlen.« Abwartend schaute
sie mich an. »Warum ich, ich habe keine Ausbildung als Bodyguard.« »Die brauchen
sie nicht. Bei Gefahr verschwinden sie einfach, wenn es geht nehmen sie mich
gleich mit. Wir werden drei bis vier Tage in Dubai sein.« Als sie sah dass
keiner eine Frage stellen wollte fuhr sie fort. »Pro Tag erhalten sie
eintausendfünfhundert Euro. Alles anfallenden Kosten übernehme ich. Wir werden
in der ersten Klasse fliegen.« »Als wir auf den Malediven Urlaub gemacht hatten,
wollten wir einen Ausflug nach Dubai machen. Leider ist daraus nichts
geworden,« sagte ich. »Was halten sie von meinem Angebot,« fragte sie. Nach
Dubai hätte ich auch alleine fliegen können. Ich dachte an meine Steine die ich
von den Atlantern bekommen hatte. Ich würde reiche Scheichs kennen lernen, denen
ich meine Steine anbieten könnte. »Ich bin dabei,« sagte ich. »Wenn ich ehrlich
bin, habe ich nicht damit gerechnet, dass sie so schnell zusagen.«
»Ich wollte schon immer einen Scheich
kennenlernen.« »Sie werden keinen persönlichen Kontakt mit ihnen haben,« legte
sie meinen Status sogleich fest. Mir würde schon was einfallen.
. Der Scheich fragte
Frau Wachtmeister, wie es ihrer Familie ging. Ich schaute nach draußen. »Darf
ich?« fragte ich den Scheich und deutete nach draußen. Er nickte. Ich schob die
Terrassentür auf und hinter mir wieder zu. Für mich gab es kein schöneres Pferd
wie den Araber. Die Pferde hatten mich entdeckt und kamen näher. Sie schnauften.
Ich war ein Fremder in ihrem Revier. Ich sprach zu ihnen was sie zu beruhigen
schien. Erst kam das Eine, dann das Andere. Ihre Nüstern berührten meine
ausgestreckte Handfläche. Sie ließen zu, dass ich ihre Stirn berührte. Dann
beugte ich mich vor und legte meine Stirn gegen die Stirn des Pferdes. Lautlos
sprach ich auf sie ein. Ein Blick zurück und ich sah, dass der Scheich mich
beobachtete.
Ich trat einen
Schritt zurück. Die Pferde drängten schnaubend gegen den Zaun, ihre Köpfe gingen
rauf und runter. Es sah so aus, als hätte ich ihre Freundschaft gewonnen. Der
Scheich und Frau Wachtmeister kamen nach draußen. Er sah mich durchdringend an.
»Was haben sie mit meinen Pferden gemacht? Sie benehmen sich nicht normal.« »Ich
habe ihnen gesagt, dass ich ihr Freund sein möchte.« »Sie kennen sich mit
Pferden aus?« »Wir haben selber drei Pferde. Natürlich nicht so edel wie ihre.«
»Wie alt sind ihre Pferde?« »Bei meinem Pferd ist das schwer zu sagen, es kommt
aus dem Mittelalter.« Ich merkte, dass ihn meine Antwort verwirrte. Er wollte
sich keine Blöße geben und fragte deshalb nicht weiter.
»Darf ich sie Beide zu einem
Pferderennen einladen?« fragte der Scheich. »Ja gerne,« sagte ich. Wir
gingen ins Haus zurück. Ich hatte sein Interesse geweckt. Er sah mich an.
»Ist ihr Beruf Bodyguard?«
»Nein, Frau Wachtmeister bat mich sie zu begleiten. Wir hatten es schon bis auf
die Malediven geschafft und wollten eigentlich auch Dubai besuchen. Dazu ist es
dann nicht mehr gekommen. Frau Wachtmeisters Angebot kam mir gerade recht, um
ihr Land kennenzulernen.« »Entschuldigen sie, ich weiß immer noch nicht womit
sie ihr Geld verdienen?« fragte er. Ich sah zu Frau Wachtmeister und schüttelte
unmerklich meinen Kopf. Sie sollte nichts sagen. Dem Scheich schien das nicht
entgangen zu sein. »Ich bin Forscher und reise durch die Welten.« Das Wort
Welten in der Mehrzahl machte ihn stutzig. Wohl aus Höflichkeit hielt er sich
vor weitere Fragen zurück. »Und damit kann man Geld verdienen?« fragte er. »Ich
mache Schätze vergangener Zeiten ausfindig. Römische Waren und Waffen, das
Mittelalter hat auch viel zu bieten.« Wieder hielt er sich zurück. Die Tür ging
auf und ein Scheich in Miniaturformat stürmte ins Zimmer. »Darf ich ihnen
meinen Sohn Faysal vorstellen?« Er mochte vielleicht acht Jahre alt sein. »Ich
heiße Kristian,« sagte ich und hielt ihm meine Hand entgegen. Er nahm sie
entgegen. »Du warst bei unseren Pferden.« »Ja, ich habe sie begrüßt.« »Ich habe
gesehen, dass sie dich mögen.«
»Ja, ich mag sie auch.« »Warum bist du hier?« Ich begleite Frau Wachtmeister,
sie hat wertvolle Steine mitgebracht.«
»Ich habe unsere Gäste zum Pferderennen eingeladen, vielleicht willst du
mitkommen?« lenkte der Vater ab. Dann stand er auf. »Wir treffen und dann um
achtzehn Uhr dreißig an der Bahn?« Frau Wachtmeister nickte. Als ich den Koffer
nehmen wollte sagte der Scheich, »Wenn sie wollen schließe ich ihn bei mir ein?«
Frau Wachtmeister konnte es schlecht ablehnen, sonst sah es so aus als würde sie
ihm nicht trauen. Sie nickte mir zu. Ich ließ den Koffer liegen. Er war
abgeschlossen, man müsste ihn schon aufbrechen. Der Scheich brachte uns zur Tür.
Davor wartete schon ein Wagen der uns zurück bringen würde. Der Blick des
Scheichs traf mich. Ich lächelte ihn an, was ihn sicher noch mehr verunsicherte.
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Eine halbe Stunde später erreichten wir die Rennbahn. Wir warteten vor dem
Eingang. Das Auto des Scheichs fuhr vor, er winkte uns zu sich. Er stieg aus,
sein Sohn folgte ihm mit einem Hund an der Leine. Wie erwartet gingen wir auf
einen der besseren Ränge zu. »Scheich Abad bin el-Cadif, haben sie gewettet?«
fragte ich. »Das gehört beim Pferderennen dazu,« antwortete er. Unter uns wurden
die teilnehmenden Pferde vorbeigeführt. Es waren keine reinblütige arabische
Pferde. Punkt neunzehn Uhr läutete eine Glocke den Rennbeginn ein. Die Ränge
waren gut besetzt. Das Rennen begann. Für mich war das Beobachten der Zuschauer
interessanter, als das Rennen selber.
Ein
Aufschrei ließ mich wieder auf die Bahn sehen. Der Hund von Sohn Faysal rannte
über das Feld einem imaginären Hasen nach. Gab es sie in der Wüste überhaupt?
Kurze Zeit später rannte Faysal hinter ihn her. Die Menge schrie auf. Das Feld
der Reiter näherte sich. Diese hatten die Gefahr sicher bemerkt. Kein Reiter
wollte seinen erkämpften Platz freiwillig aufgeben.
Noch einhundert Meter. Der Junge sah die Reiter auf sich zukommen und wollte
zurück rennen, was keinen Unterschied machte. Der Hund hatte sich längst in
Sicherheit gebracht. Die Zuschauer schrien auf. Für mich war keine Zeit zu
verlieren. Die Zuschauer sahen das unvermeidliche Unglück kommen. Noch
rechtzeitig packte ich zu und verschwand mit Faysal in die höheren Ränge. Faysal
saß, die Hände schützend über den Kopf haltend neben mir. »Was ist passiert?«
»Du weist schon was du falsch gemacht hast?« fragte ich. Der Reiterpulk rauschte
vorbei. Alle rechneten damit ein zerfetztes Bündel Mensch zu sehen. Von dem
Jungen war nichts zu sehen. Hatte ein Pferd ihn mitgeschleift? Es war still, wer
beim Rennen der Sieger war interessierte im Moment keinen. Ein Rettungswagen
raste auf das Feld. Suchend schaute der Scheich über das Feld. Dann ein Blick
hinter sich auf die hinteren Ränge. Für ihn musste das eine Fata Morgana
sein. Dort sah er seinen Sohn neben mir sitzen. Die Menge wurden aufmerksam und
folgte seinem Blick. Dann sah man ihn losrennen und seinen Sohn umarmen. Er
blickte erst mich an, dann seinen Sohn an. »Was ist passiert?« fragte er. »Die
Pferde kamen auf mich zu,« schluchzte sein Sohn, »Ich weis nicht wie ich
hierher kam.« Der Vater nahm seinen Sohn an die Hand und ging in seine Loge.
Mich streifte ein letzter Blick. Auf einer digitalen Wand lief das Ereignis
erneut ab. Der Junge war plötzlich verschwunden. Dann in Zeitlupe, was auch
keine Klarheit brachte. Es sprach sich schnell herum, dass der Junge wieder bei
seinem Vater war. Eine Fernsehkamera richtete sich auf Vater und Sohn. Ein
Fernsehsprecher erschien mit einem Mikrofon. Der Scheich schüttelte seinen Kopf
und sah zu mir hoch. Die Kamera folgte seiner Blickrichtung. Ich stand auf und
ging zum Ausgang, wo Frau Wachtmeister schon wartete. Ein Auto raste heran. Der
Scheich mit Sohn stiegen ein. Er sah uns abseits stehen, winkte uns zu sich. Wir
stiegen in das Auto das sofort abfuhr. Mehrere Wagen versuchten uns zu folgen.
Das Pferderennen war direkt übertragen worden. Die Frau des Scheichs stand schon
in der Tür, als wir vorfuhren. Sie rannte ihrem Sohn entgegen und drückte ihn an
sich. Wir waren ausgestiegen und wussten nicht, ob jetzt der richtige Zeitpunkt
war, sich ihnen anzuschließen.
Zusammenfassungs-Expose
Buch 1
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Für mein drittes Manuskript suche ich noch nach Ideen. Schlagt mir welche vor.
Falls sie etwas zu meinem Roman sagen möchten, oder eine Idee haben,
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