Homepage von Hermann Büsken  

              U-Boot Modellbau-                           

                   Fantasy-Roman   von mir -
 
                   
Meine Abformung
U-Boottyp  VIIc
          U 995 

 

 

Fantasyroman

Faserverbund-
werkstoffe
                                 
 

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Translation of the side in English.   Click please   
 
 
Fantasyroman über  die vergessenen Tore der Atlanter, er rettet einem Elfen das Leben und wird dafür belohnt. Alien werden seine Freunde, 
sie nehmen ihn mit auf den amerikanischen Geheimstützpunkt  wo sie die Amerikaner  wissenschaftlich unterstützen.
 
  Fantasyroman von Hermann Büsken
 
Sollte ein Verlag Interesse an meinen Roman haben, würde ich mich freuen und ich stelle gerne weitere Seiten zur Verfügung..
                                          Die Tore der Atlanter.
                                        
                                                                                             
                                                                                           

Über mich.

Ich wurde  in Palling, Oberbayern geboren.  Aufgewachsen bin ich in dem Dorf Raesfeld  bei Borken in NRW.

Schon in jungen Jahren habe ich viel gelesen. Kein Karl May war vor mir sicher. Später schlug ich die Richtung Perry Rodan und artverwandte Bücher ein. UFO- Literatur, und Esoterik, aber auch ganz normale Taschenbücher runden das Bild ab. Als ich einen Gruselroman las, und mich über die primitive  Ausdrucksweise wunderte, stellte ich fest, das hättest du besser gekonnt. Ab diesem Zeitpunkt reifte der Plan, selber ein Buch zu schreiben. Ich habe mir dafür ein paar Jahre Zeit gelassen, da ich nur geschrieben habe wenn ich in Stimmung war. Dabei habe ich festgestellt, dass es Zustände gab, in denen ich mich nur hinzusetzen brauchte und mein Stift ein Eigenleben entwickelte. War vorher alles festgefahren, wurden plötzlich Probleme gelöst und neue Ideen wurden geboren. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass ich unsichtbare Hilfe hatte.  Ich hatte dann beim Schreiben ein Erlebnis, das mich lehrte, dass es auch eine böse Seite gab. siehe hier:

Zur Zeit arbeite ich an meinem 3. Buch..

Eines meiner Hobbys ist U-Bootmodellbau. Ich habe darüber vier Hefte geschrieben die ich auf dieser Homepage  anbiete. Ein Weiteres ist die Präparation von Tieren. siehe hier.

 Ich lebe alleine mit meinem Hund . mehr über mich hier

 

 
              Ich bin dankbar für jede Kritik, per E-Mail  

Da ich keine Probeleser habe und auch sonst nicht weiß, wie meine Schreiberei vom Leser aufgenommen wird, bin ich dankbar für jede Anregung oder Kritik, sollte sie noch so direkt ausfallen. Bitte schreiben sie in mein    Forum-Formular

 
Meine Erfahrung mit dem Novum Druckkosten-Zuschussverlag. Ich kann nur jeden Autor warnen sich mit diesen Verlag einzulassen.
siehe: www.hermann-buesken.de/novumverlag  
 
Meine Geschichte ist im Bereich Fantasy angesiedelt und greift auf Erzählungen und Legenden zurück, die heute noch teilweise aktuell sind. 
Ich brauchte also nicht allzu viel Fantasy aufbringen, das haben schon Andere für mich gemacht. Ich habe daraus nur eine Geschichte gemacht.
In dem Buch kommen Alien und Elfen vor. Dass es Außerirdische gibt will wohl keiner bezweifeln? 
 
Rezension.
Der Autor Hermann Büsken hat erst spät festgestellt dass er ein Buch schreiben kann. Ausschlaggebend war ein Horrorroman der seiner Meinung nach zu primitiv geschrieben war. Er sagte sich, das hättest du besser gekonnt. Das war die Geburtsstunde seines Fantasyromanes „Die vergessenen Tore der Atlanter“.
Der Roman handelt  von einem jungen Mann namens Kristian, der durch Zufall in einer Burgruine ein Tor ins Mittelalter findet. Dort trifft er die ehemaligen Burgbewohner. Er rettet einem Elfen das Leben und erhält dafür ein Medaillon, mit dessen Hilfe er sich unsichtbar machen und von einem Ort zum anderen springen kann. Er erfährt, dass sich das Elfenreich in einer Parallelwelt befindet und sie dort einen Stützpunkt haben, der auch von Außerirdische angeflogen wird. Die Außerirdischen werden seine Freunde.  Lena die Reporterin und Jessika seine Freundin, begleiten Kristian auf viele seiner Reisen.
.   Die folgenden Abenteuer zeichnen ein Bild wie eine Erstbegegnung mit Außerirdische aussehen könnte. Auch das Mittelalter bietet genug Stoff für spannende Abenteuer.
 
Der Autor hat sich gefühlvoll in die Lage des Entdeckers der „vergessenen Tore der Atlanter“ versetzt.  Wie würde man sich verhalten plötzlich im Mittelalter zu sein?
Zurückgreifend auf Sichtungen im Mittelalter versucht der Autor die Elfen glaubhaft wiederzubeleben, deren Blütezeit das Mittelalter war. Die Elfen als mächtiges Volk, schon damals der Menschheit weit überlegen. Noch heute glauben viele Leute im Norden Schottlands, dass eins die Sinth, das Elfenvolk (oder das kleine Volk) existierte. Der Glaube hat sich in der Bezeichnung „Gute Nachbarn“ gehalten. Auch wenn sie sich den Menschen manchmal feindselig zeigten. Noch heute gibt es in Island eine staatliche Elfenbeauftragte.
Dass Elfen und Außerirdische zusammen in einer Parallelwelt einen Stützpunkt betreiben, klingt vorstellbar. Schon in der Bibel wurde von Sichtungen gesprochen. Von Wagen am Himmel mit feurigen Rädern war die Rede.
 

 

bulletAlien
bulletNach der Klosterchronik von St. Albans erschien in England am Neujahrstag 1254 „eine Art Schiff in der Luft, von anmutiger Bauweise und wunderbaren Farben“.
bullet1546  haben mehrere tausend Einwohner über Basel einen Schwarm glänzender Scheiben beobachtet. Das Ereignis sorgte für Aufsehen im gesamten Abendland.

1697 flog eine "hell leuchtende, kreisförmige Maschine mit einer Kugel in der Mitte" über Hamburg und anderen norddeutschen Orten.

Auch die Bevölkerung Nürnbergs beobachtete in den frühen Morgenstunden des 14. April 1561 merkwürdige Flugobjekte über ihrer Stadt. Hunderte von Menschen sahen zwischen vier und fünf Uhr in der Frühe erschrocken zu, wie unerklärliche Kugeln oder Scheiben am Himmel schwebten. Es waren Kugeln von blutroter, bläulicher und eisern-schwarzer Farbe oder Ringscheiben in großer Anzahl in der Nähe der Sonne, etwa drei in der Länge, manchmal vier in einem Quadrat.,

Am 7. Juni 1779 wurden über Boulogne in Frankreich "zahlreiche glühende Scheiben" beobachtet.

Elfen.
Das Mittelalter war die Blütezeit der Elfensichtungen. Noch Heute gehören Elfen zu Island wie die Berge zu Bayern", sagt Gudrun eine Deutsche, die schon länger in Island lebt. "Elfen sind wie wir, nur leben sie in einer besseren Welt, in einer Parallelwelt." In Island gibt es heute noch eine staatliche Elfenbeauftragte. Es kommt vor, dass für sie sogar eine Straße umgebaut werden muss.
Agobard, der Erzbischof von Lyon in Frankreich (8. Jahrhundert), schrieb, dass er eine Menschenansammlung angetroffen habe, die drei Männer und eine Frau lynchen wollten. Es waren Bewohner des Landes Magonia, die in Schiffen am Himmel fuhren und hier gelandet waren. Und auch Menschen entführten.
 
             Eigenschaften der Elfen-
Sie können willkürlich verschwinden und erscheinen.
Sie sind intelligent und neugierig.
Sie haben die Macht. nach Belieben Dinge fortzutragen.
Als die Menschen noch nicht den größten Teil der Welt besiedelt hatten. lebten diese Geschöpfe auf der Erde und betrieben Ackerbau. Ihre Zivilisation hinterließ Spuren in den hohen Bergen; sie blühte zu einer Zeit. da es im ganzen Land nichts als Wälder und Forste gab.
Ihre Häuser sollen angeblich groß und wunderschön sein. doch meist bleiben sie dem menschlichen Auge verborgen. Kirk vergleicht sie mit verwunschenen Inseln. Die Häuser haben Lampen. die ewig brennen, und Feuer, die keinen Brennstoff brauchen.
Ihre Gewohnheiten und ihre Sprache sind wenn sie es mit Menschen zu tun haben, denen der Einwohner ähnlich.
Die alten Leute sagen sie wüssten nicht, ob die Elfen aus Fleisch und Blut oder ob sie Geister seien. Sie wurden als menschenähnliche Wesen angesehen die viel kleiner waren als wir. Man sagt, Elfen hätten früher normale Menschen aufgesucht und zu ihnen gesprochen um zu verschwinden, wenn sie beobachtet wurden. Allgemein hieß es, die Elfen seien Geister, die sich nach Belieben sichtbar und unsichtbar machen könnten. Und wenn sie Leute entführten dann nahmen sie Körper und Seele mit sich.
Reverend Robert Kirk ließ keinen Zweifel daran: Einst bewohnten Elfen das Land. Noch heute glauben viele Leute im Norden Schottlands, dass einst die Sith, das Elfenvolk (oder das Kleine Volk>, existierte. Der Glaube hat sich in der Bezeichnung »Gute Nachbarn« gehalten. auch wenn sie sich den Menschen manchmal feindselig zeigten.
Die Zeit vergeht dort nicht wie bei uns. In solchen Geschichten stoßen wir auf die Relativität der Zeit. Wie konnten die Geschichtenerzähler früherer Zeiten auf eine solche Idee kommen? Was inspirierte sie? Niemand kann diese Fragen beantworten. Doch es ist eine Tatsache, dass das unterschiedliche Zeitgefüge zwischen Magonia und unserer Welt in Geschichten aus allen Ländern eine Rolle spielt
 
 

 

bullet
     

Hier gibt es eine Leseprobe aus meinem 1. und 2.  und 3. Roman "  

  

 

Buch 1 und Buch 2 wurden auch als jugendbuchfreie Version umgeschrieben.

                                                                             Bitte teilt mir eure Meinung  der Geschichte mit.

           Forum-Formular

 

 

                                             

 Buch 1    Leseprobe Buch 2    Buch 3

 Kristian hat Urlaub und ist auf dem Weg zur Burgruine Falkenhorst.

Kristian plant einen Handel mit römischen Gütern. Gegen ein Rind tauscht er die Waffen der beim Überfall getöteten Germanen ein.

Die Museen reißen sich darum.

 

Expose von Buch 1 und Buch 2

 

Ich habe wiederholt gehört  dass die Ichform nicht so gut ankommt.  Deshalb habe ich die ersten zwanzig Seiten umgeschrieben.
Sagt mir ob ihr besser damit klarkommt oder was euch sonst nicht gefällt.              Siehe    Fantasykorrektur

Buch:1 Leseprobe               

Die Tore der Atlanter.
 
Dem Namen alle Ehre machend, lag die Burgruine auf einen der höchsten Punkte in dieser Gegend. Burg war zu viel gesagt, da nur noch bescheidene Reste von der wohl einstigen Pracht übrig waren. Man konnte noch einzelne Fensternischen erkennen, die Aussparungen im Mauerwerk, wo einmal die Tragebalken für die Decken und Fußböden gelegen hatten. Ein halber Torbogen ragte aus der Mauer hervor und würde sicher bald in sich zusammenfallen.
Da, wo vielleicht einmal eine Zugbrücke den Feinden das Eindringen verwehrt hatte, lag der Rest der Burg jetzt für jeden Besucher frei zugänglich dar. Einen Graben, falls es ihn einmal gegeben hatte, war längst dem Erdboden gleichgemacht worden. Trotzdem ließ sich noch erahnen, wie mächtig einst die Burg ausgesehen haben mochte.
Als ich die Burg fast erreicht hatte, setzte ich mich mit Blick auf die Burg ins Gras. Mein Rücken lehnte entspannt gegen einen großen Stein, der aussah, als würde er seit Anbeginn der Zeit an dieser Stelle verharren und die vor ihm liegende Burg betrachten.
Ein Blick auf die vorbeiziehenden Wolken, die Burg vor mir, Sonnenschein und Urlaub, was wollte ich mehr. Wie von selbst fielen mir die Augen zu. Ich dachte über das Leben in der Burg nach. Sich vorzustellen, wie die Bewohner ausgesehen haben mochten, wie sie gelebt hatten.
Eingestimmt vom Leben auf der Burg, öffnete ich die Augen und blickte verklärt zur Burg hinüber.
Zuerst undeutlich und verschwommen sah ich zwischen dem Bergfried und der Außenmauer, ein seltsames Flimmern. Sicher reflektierte eine zerbrochene Flasche das Sonnenlicht. Neugierig geworden, konzentrierte ich mich und sah genauer hin. Plötzlich wurde mir kalt, eine leichte Gänsehaut kroch über meinen Körper und absolute Stille breitete sich aus. Ich vergaß Raum und Zeit. So, als schaute man durch ein Guckloch, öffnete sich ein stetig größer werdender runder Ausschnitt, die Konturen des Randes verschmolzen im silbrigen Licht. Eine vollständig erhaltene Burg bot sich meinen Augen dar. Ich wollte es nicht glauben, die Burg in alter Pracht. Der Bergfried hatte eine Größe, wie ich ihn mir nicht im Traum vorgestellt hätte. Auf ihn wehte eine Fahne, deren Wappen ich nicht erkennen konnte. Mitten auf dem Burgplatz, sehe ich einen Brunnen mit einem Dach aus Holzschindeln. Plötzlich ließ die Stille nach. Das Wiehern eines Pferdes und das Hämmern auf einen Amboss war zu hören. Ehe ich wusste, wie mir geschah, begann sich das flimmernde Fenster wieder zu schließen. Ich dachte noch, jetzt fängst du schon am hellen Tag an zu träumen und zu fantasieren, als sich das Fenster gänzlich schloss.
Mit einem Schlag sah ich die traurigen Überreste der Burg wieder vor mir. Etwas war mit mir geschehen. Ich war mir sicher, dass ich nicht geträumt hatte. So sehr ich meine Augen auch anstrengte und zur Burg blickte, es änderte sich nichts mehr. Traurig und verlassen wirkte jetzt das gewohnte Bild der verfallenen Burg.
Es war mir nicht neu, das es schon oft vorgekommen war, hauptsächlich an historischen Orten, dass Personen, die sich gegen altes Gemäuer oder Heiligtümer gelehnt hatten, sich plötzlich in einer anderen Zeitepoche wieder fanden. Dort hatten sie Dinge gesehen, die der heutigen Zeit teilweise noch unbekannt waren. Ich hatte aber nichts dergleichen getan, der Stein hinter mir, gegen den ich lehnte, konnte wohl auch nicht der Auslöser gewesen sein, obwohl er sicher schon so mancherlei gesehen hatte.
Die Kälte wich langsam aus meinem Körper und machte der wohltuenden Wärme der Sonnenstrahlen Platz. Ich blickte zur Burg.
Mir fiel ein, dass ich als Auslöser zuerst ein Flimmern zwischen dem Burgfried und der Außenmauer gesehen hatte. Da ich das Geschehen noch nicht verkraftet hatte und mir der Schreck noch zu schaffen machte, schob ich weitere Überlegungen erst einmal beiseite. Auf jeden Fall wollte ich im Moment nicht mehr zur Burg, weil mir das doch etwas zu unheimlich war.
Unweit der Burg Falkenhorst, am Talrand mit Blick auf die Burg, wohnte mein Freund Kurt mit seiner jüngeren Schwester Jessika, der Großvater und Maria die Haushälterin. Es war das Haus ihrer Eltern, einem alten Anwesen. Es lag wie auf einem Präsentierteller inmitten grüner Wiesen, rundherum hatte man freie Sicht, einen Nachbarn gab es nicht. Wenn ich so darüber nachdenke, das Haus musste bestimmt einige Hundert Jahre alt sein. Hinter dem Haus steht ein Stall, der auf uralten Fundamenten erbaut war. In ihm standen, als ich das letzte Mal Kurt besucht hatte, drei Reitpferde. Ein schlanker Turm aus Bruchsteinen erbaut, streckte sich in die Höhe, und war an einer Seite mit dem Stall verbunden.
Ich drehte mich um und sah, dass eine Reiterin in vollem Galopp auf geradem Wege auf mich zu kam. Jessika, Kurts Schwester, wer sollte es anders sein. Ihre enge Reithose brachte ihren schönen Körper voll zur Geltung und lenkte meine Gedanken in eine andere Richtung. Sie brachte ihr Pferd vor mir zum Stehen und blickte lächelnd auf mich herab. Das lange blonde Haar, welches sie meistens zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, wurde jetzt durch die Reitkappe gebändigt. Obwohl ich sie schon seit unserer Kindheit kannte, hatte ich eigentlich nie mehr Gefühle für sie empfunden, als einer Schwester gegenüber. Als ich jetzt in ihre Augen blickte, wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass sich etwas geändert hatte.
»Störe ich?« fragte sie, »ich wollte dich nicht aus deinen Träumen reißen.« Was sollte ich erwidern, vielleicht hatte ich doch geträumt?
Bevor ich antworten konnte, sprang sie mit einem Satz vom Rücken ihres Pferdes.
»Was ist passiert, du siehst so blass aus?«
»Was ich gesehen habe, glaubt mir sowieso keiner, ich kann es ja selbst nicht glauben.«
»Erzähl schon.«
Sie setzte sich zu mir, in einer Hand hielt sie die Zügel. Unsere Blicke trafen sich, mir wurde zum ersten Mal richtig bewusst, wie schön sie war. Ich atmete den Duft ihres Parfüms ein.
Da der Stein nicht viel Platz bot, saßen wir bald eng beieinander, was mir sehr gefiel. Ich wollte gerade meinen Arm um ihre Schulter legen, da sprang sie auf. »Was ist denn jetzt, willst du mich nicht in deine Geheimnisse einweihen?«
»Das werde ich tun, aber lass mich eine Nacht darüber schlafen.«
»Wie du willst, wann lässt du dich mal wieder bei uns sehen, wir könnten zusammen ausreiten?« Eine Antwort nicht abwartend, schwang sie sich auf ihr Pferd und galoppierte winkend heimwärts. Auch ich beschloss, nach Hause zu gehen.
Mein Zuhause, welches Abseits am Dorfrand stand, kam einem kleinen Knusperhäuschen gleich. Es war alt und die Zimmer waren klein. Günstig hatte ich es erwerben können, als die vorherige Besitzerin in hohem Alter starb. Ich kannte sie noch aus meiner Jugendzeit. Oft hatten wir in ihrem Garten Kirschen und Äpfel gepflückt. Jetzt war es mein Zuhause.
Ich war fünfundzwanzig Jahre alt und betreute im Dorf eine Jugendgruppe in Selbstverteidigung und Stockkampf. Heute war mein erster Urlaubstag.
Ich machte mir einen Kaffee und setzte mich nach draußen auf meine Bank. Die Obstbäume hingen voll. Leider wusste ich mit dem Obst nichts anzufangen. Ich hatte schon überlegt, mir ein paar Ziegen anzuschaffen, die das Obst verwerten und den Rasen kurz halten sollten. Darum würde ich mich später kümmern. Morgen in der Frühe wollte ich mich erneut zur Burg aufmachen, danach würde ich weiter entscheiden.
Ich stand früh auf, weil ich keine Zuschauer wollte, wenn ich mir die Stelle, von der das Flimmern ausgegangen war, näher in Augenschein nehmen wollte.
Voller Ungeduld wäre ich am liebsten den ganzen Weg gerannt, meine schweren Wanderschuhe machten mir dies aber für längere Zeit unmöglich. Angekommen schaute ich mich im Burghof um. Links das ehemalige Wohnhaus, leere Fensterhöhlen, auf der rechten Seite der Bergfried, an dem die Burgmauer lehnte. Nichts deutete auf den gestrigen Vorfall hin. Ich war mir sicher, dass hier am Bergfried die richtige Stelle war.  Mir  kamen Zweifel, vielleicht hatte ich doch alles nur geträumt. Solange ich die Stelle auch anstarrte, es passierte nichts. Oder doch? Ich hörte Stimmen. Auch das noch, die ersten Touristen waren schon angekommen.
Ich zog mich auf die andere Seite zurück. So schnell wollte ich nicht aufgeben. Mir fiel ein, dass ich bei meiner Meditation die Visualisierung zu Hilfe genommen hatte. Dies ist eine Technik, die sich der Vorstellungskraft bedient, um geistige Bilder des jeweils erstrebten Gegenstandes oder Zustandes zu erzeugen. Je aktiver die Fantasie arbeitet sich ihrer zu bedienen, desto kraftgeladener wird sie. So wird eine Tür zwischen der Welt, der gewöhnlichen Wirklichkeit und der geistigen Welt geöffnet. Was würde passieren, wenn ich diese Technik jetzt und hier anwende? Würden die Touristen etwas mitbekommen? Wahrscheinlich, denn dieses spielte sich ja nicht nur in meinem Kopf ab. Ich habe das Flimmern nicht in Gedanken, sondern mit eigenen Augen gesehen. Um Klarheit zu bekommen, musste ich einen Versuch wagen. Ich schaute mich um, die Luft war rein, als ich mich auf die vermeintliche Stelle am Bergfried konzentrierte. In Gedanken stellte ich mir das Flimmern vor, ähnlich der Spitzen eines lodernden Feuers oder der Fata Morgana in der Wüste. Ich hatte die Öffnung ja schon gesehen und konnte sie deshalb vor meinem geistigen Auge entstehen lassen. Zunächst passierte nichts. Meine Konzentration verstärkend spürte ich plötzlich ein leichtes Kribbeln auf meiner Kopfhaut, das sich über den ganzen Körper ausbreitete, je mehr ich mich konzentrierte. Als sich auch noch eine leichte Gänsehaut einstellte, wusste ich, dass etwas passieren würde. Plötzlich sah ich das Flimmern. Es war fast durchsichtig und stieg vom Boden empor. Ein angstvolles Kreischen ließ mich hochfahren, mit der Konzentration war es vorbei, das Flimmern erlosch.
Ein kleines Mädchen stand rechts hinter mir. Ich hatte sie nicht kommen gehört. Es weinte und zeigte auf die Stelle, auf die ich mich gerade noch konzentriert hatte.
Schnell schaute ich mich um. Es war sonst keiner in meiner Nähe, der vielleicht auch etwas gesehen haben könnte. Da kam auch schon der Vater des Kindes, durch die Schreie seines Kindes alarmiert, angerannt. Sein Gesicht verdüsterte sich, als er nur sein Kind und mich wahrnahm. Das Kind wollte sich nicht beruhigen und zeigte immer wieder auf die Stelle, die zu meinem Glück, nicht in meiner direkten Nähe war. Als der Vater mich wieder anschaute, zeigte ich ein unschuldiges Gesicht und zuckte nur mit den Schultern. Der Vater nahm seine Tochter an die Hand und beide verließen den Burghof. Endlich war die Ruhe wieder hergestellt. Das wäre beinah schief gegangen. Trotzdem hatte sich der Morgen gelohnt. Ich wusste, wie ich die Öffnung ins Mittelalter aktivieren konnte, und dass auch andere diese sahen, und wahrscheinlich auch hindurch gehen konnten, wenn sie geöffnet war.
Für heute war der Tag gelaufen. Der nächste Besuch hier musste abends, besser nachts stattfinden. Zum einen, weil ich dann sicher sein konnte, dass mir keine Touristen in die Quere kamen, zum anderen konnte ich nur im Dunkeln durch das Tor in die Vergangenheit gehen, da ich nicht wusste, was mich auf der anderen Seite erwartete. Ziemlich aufgeregt wäre ich am liebsten zu Jessika gerannt, um ihr alles zu erzählen. Irgendwann würde ich sowieso nicht mehr daran vorbei kommen. Vielleicht hatte sie den Zwischenfall vom Vortag, als wir uns am Stein trafen, auch schon vergessen. Anderseits war es vielleicht sinnvoll, wenn jemand wusste, was ich vorhatte. Was wäre, wenn ich es nicht schaffen würde, aus der anderen Welt zurückzukommen. An diese Möglichkeit mochte ich gar nicht denken. Bevor ich mich auf das Abenteuer einlassen würde, musste ich zumindest eine Nachricht hinterlassen und Jessika oder jemand anderes, so weit wie nötig einweihen. Ich drehte mich um und machte mich auf den Heimweg. Noch ganz gefangen vom Geschehenen, schaute ich rechts auf die andere Seite ins Tal hinunter zum Haus von Jessika. Sicher war sie jetzt zu Hause. Da ich sonst nichts vorhatte, konnte ich sie genau so gut besuchen. Vielleicht traf ich auch Kurt an, den ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. Kurt war Immobilien-Makler und deshalb viel unterwegs, ebenso wie seine Eltern. Von Kurt hatte ich auch den Tipp erhalten über den Kauf meines späteren Hauses.
Kurts Haus war von einem hohen schmiedeeisernen Zaun umgeben. Vom Eingangstor aus, durch eine kleine Parkanlage getrennt, lag das Haus etwas höher.
»Warum kommst du nicht herein,« tönte es hinter einen Bambusstrauch hervor, »warst lange nicht hier.« Eine Harke in der Hand und eine Zigarre im Mund kam mir Kurts Großvater John entgegen. Wir sagten alle nur Großvater zu ihm, was ihn nicht im Geringsten störte. Er hatte ein freundliches Gesicht, das von einem Bart eingerahmt war. Trotz seines hohen Alters von über achtzig Jahren, war er noch gut beisammen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass er jemals anders ausgesehen hätte. Schnuppernd hebt er seine Nase. »Riechst du es auch? Maria hat einen Kuchen gebacken.« Maria war die Köchin und Haushälterin in einem. Hungrig wie ich war ließ ich es mir nicht zweimal sagen. Eine breite hohe Treppe führte zu einer zweiflügeligen Eingangstür, umgeben von Wildem Wein. Jessika hatte uns durch das Fenster gesehen und kam uns durch die Tür entgegen. Wie nicht anders zu erwarten mit ihrem lustig tanzenden Pferdeschwanz, ihrer weißen Bluse und einer engen Jeans. Es war schon ein erfreulicher Anblick. Ich lachte sie an, »ich war oben auf der Burg, als ich an deine Einladung dachte.«
»Seit wann brauchst du eine Einladung, du weist, dass du immer willkommen bist.« Großvater grinste, nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarre, und verschwand hinter einer grauen Wolke. »Nun kommt schon herein.«
Jessika packte meine Hand und zog mich hinter sich her. »Bist du immer so stürmisch?« fragte ich, hielt aber weiter ihre Hand fest umschlossen, weil es mir gefiel, ihre Hand zu halten. Wir durchquerten die hohe holzgetäfelte Eingangshalle. Das verblichene Holz schaffte eine dunkle Atmosphäre. Fasst wie in einer Burg, waren die Wände mit mittelalterlichen Gegenständen dekoriert. Selbst eine Ritterrüstung fehlte nicht. Ich erinnerte mich, dass Kurt und ich früher versucht hatten, diese Rüstung anzulegen. Wir hatten erfahren, dass ein neuer Briefträger seinen Dienst antreten wollte. Kurt hatte eine Stunde in der Rüstung verharrt, ehe sich sein Opfer näherte. Da für ihn alles neu war, stand er bald in der Halle und schaute sich neugierig um. Natürlich interessierte ihn auch der einsame Ritter. Die Hände auf das Schwert gestützt, stand Kurt jetzt hier, immer mit der Erwartung ein Opfer möge endlich erscheinen. Er tat einen schweren Seufzer. Der Postbote zuckte zusammen, schaute zuerst den Ritter an, dann hinter sich. Er näherte sich wieder dem Ritter. Ein breites Visier und der Helm verdeckten Kurts Gesicht.
Der Postbote ging auf Nasenlänge an das Visier heran und schaute durch den schmalen Schlitz, der die Augen bedeckte. Als er die Bewegung und das Weiße in Kurts Augen sah, erschrak er so, dass seine Hände vorschnellten, als wolle er ein Gespenst von sich wegstoßen. Kurt, durch das lange Stehen geschwächt, hob das Schwert um die Balance zu halten. Er trat einen Schritt zurück, die Schwertspitze zeigte auf die Brust des Postboten. Um das Gleichgewicht zu halten, hob Kurt das Schwert mit beiden Händen als wollte er ihm den Kopf abschlagen. Mit weit aufgerissenen Augen floh der Postbote schreiend aus dem Haus und wurde nicht mehr gesehen. Dieses war wörtlich zu nehmen, da beim nächsten Mal ein anderer Postbote erschien.
Mittlerweile waren wir in der Küche angekommen. Jessika versuchte meine Hand los zu lassen. Ich lachte sie an, zog sie näher an mich heran. Sie blickte mich überrascht an, wusste nicht, was sie davon halten sollte. »Kinder,« sagte Großvater, »nun setzt euch doch endlich an den Tisch.« Der Tisch war groß, auf der langen Seite hätten je fünf Personen Platz gehabt. Jessikas Eltern hatte nie viel Wert auf Etikette gelegt. Solange keine Gäste im Hause waren, aß man lieber in der Küche als im Esszimmer. Sie reisten viel und waren deshalb zurzeit nicht anwesend.
»Maria,« sagte Großvater, »wir alle haben den lieblichen Duft deines Kuchens gerochen, jetzt zeige uns, dass er auch so gut schmeckt.« Maria schüttelte den Kopf.
»Großvater,« sagte ich, »wo ist der Brunnen geblieben, der mitten im Burghof stand?«
»Woher weißt du, dass da einer gestanden hat?« fragte er.
»Soviel ich weiß, hat es da nie einen gegeben aber es gibt hier irgendwo einen alten Stich, vielleicht findest du da, was du suchst.«
»Den meine ich nicht,« sagte ich, »darauf ist kein Brunnen zu sehen.«
»Vielleicht steht etwas in dem uralten Buch, das in der Truhe der Bibliothek liegt« sagte Jessika.
»Hast recht,« meinte Großvater, »in dem alten Buch.« In der Zwischenzeit war Jessika schon aufgestanden, um das Buch zu holen. Es sah wirklich alt und vergriffen aus. Vielleicht gehörte sie von Anfang an zum Haus. Vorsichtig wurde die erste Seite aufgeschlagen. In Ermangelung von Papier hatte jemand die Ansicht des Burghofs auf die zweite Seite gemalt. Ein Blick genügte, um den Brunnen zu erkennen. Jessika und Großvater blickten mich ungläubig an.
»Mein Junge,« sagte er, »hast du das Buch schon mal in deine Hand gehabt?«
Was sollte ich sagen, wenn ich mein Geheimnis noch nicht preisgeben wollte?
»Bestimmt nicht,« sagte ich, »das Buch sehe ich heute zum ersten Mal. Ich war heute im Burghof, und mir war, als hätte dort ein Brunnen gestanden.«
»Wie kommst du darauf?« fragte Großvater, »ich habe dort noch nie einen Brunnen gesehen.« Maria hatte schweigend zugehört.
»Erinnerst du dich,« sagte ich zu Jessika, »gestern, als wir uns trafen fragtest du, warum ich so blass ausgesehen habe, da ist es passiert, ich habe den Brunnen in der Burg gesehen.« »Vielleicht war es ein Traum,« schwächte ich ab, obwohl ich es besser wusste, »aber den Brunnen habe ich gesehen.«
»Lernt man das in der Meditation?« fragte Jessika, »wann kannst du mir das beibringen, ich will den Brunnen auch sehen.«
»So schnell geht das nicht, außerdem wolltest du nie etwas davon hören.« Ich hoffte, dass ich ihr damit erst mal die Luft aus den Segeln genommen hatte.
»So leicht kommst du mir nicht davon,« sagte sie, »du verschweigst mir etwas.«
Ich stand auf und kam ihr ziemlich nah. Mein Blick in ihre Augen ließ sie verstummen.
»Was soll das, willst du mich hypnotisieren
Verunsichert ging sie einen Schritt zurück.
»Ich muss jetzt gehen,« sagte ich. »Maria, vielen Dank, der Kuchen hat wirklich gut geschmeckt.«
Großvater hatte es plötzlich eilig.
»Kinder,« sagte er, nachdem er seine Kaffeetasse mit einem Schluck leerte, »ich muss jetzt mein Mittagsschläfchen halten, wir sehen uns.«
»Was soll denn dass?« fragte Jessika, »gerade, wo es spannend wird, verkrümelt ihr euch.«
Jessika sagte nichts, als ich sie verließ und durch die Halle nach draußen ging. Nicht mehr an Großvater denkend, zog dieser mich plötzlich zur Seite, als ich durch das Tor gehen wollte.
»Mein Junge, egal was du vorhast, ich bin dabei.«Vielleicht ist es besser wir reden jetzt darüber, dachte ich, wer weiß, was noch passiert.“
»Komm, wir gehen zu den Pferdeställen, dort können wir in Ruhe reden.«
Großvater machte große Augen, als ich ihm meine Geschichte erzählte.
»Was willst du als Nächstes machen?« fragte er.
»Ich werde heute Nacht durch das Tor gehen, falls ich nicht wieder zurückkomme, weißt du, dass etwas passiert ist. Erzähle keinem etwas.«
Wie man das Tor öffnete, verschwieg ich vorsichtshalber. Großvater brachte es fertig und marschierte durchs Tor hinter mir her.
»Wenn alles gut geht, komme ich morgen wieder vorbei.«
»Endlich ist mal wieder etwas los,« sagte er, »ich drück dir die Daumen.«
Es war jetzt später Nachmittag. Einige Dinge musste ich mir noch kaufen. Ich überlegte, frische Batterien für meine Taschenlampe, etwas zu essen und zu trinken, falls ich einen Tag länger bleiben musste.
Ein Hupen hinter mir ließ mich erschreckt zusammenfahren und zur Seite springen. Jessika drehte das Fenster von ihrem kleinen Geländewagen herunter.
»Ich muss sowieso ins Dorf, da habe ich mir gedacht, dass du sicher froh bist, wenn du nicht zu Fuß gehen musst.« Ich stieg in ihr Auto und wollte ihr gerade danken, als sie sagte: »Meint ihr vielleicht, ich sei blöd und habe nicht gesehen, wie ihr beide noch zu den Pferdeställen geschlichen seid. Großvater ist wie verwandelt, er strahlt über das ganze Gesicht. Das müssen ja sehr wichtige Geheimnisse sein, die ihr vor mir verbergen wollt.«
»Beruhige dich, Großvater wollte, dass ich ihm etwas besorge, und ich habe ihm versprochen, mit keinem darüber zu reden.« Nach fünf Minuten Fahrt sagte ich: »Du kannst mich hier rauslassen, ich muss noch ein paar Dinge einkaufen.«
Wütend darüber, nichts Neues erfahren zu haben, trat Jessika auf die Bremse.
»Vielleicht schaue ich morgen wieder bei euch vorbei.« Ich stieg aus, und bevor ich noch etwas sagen konnte, gab sie Gas. Statt noch Einkäufe zu erledigen, wendete sie und fuhr den gleichen Weg zurück. So ein Luder dachte ich, sie wollte mich nur aushorchen. Die Einkäufe hatte ich schnell hinter mich gebracht. Wer weiß, was mich erwartete. Zu Hause angekommen packte ich alles in meinen Rucksack und machte mir etwas zu essen. Den Wecker stellte ich auf dreiundzwanzig Uhr und legte mich angezogen auf mein Bett, worauf ich auch bald einschlief. Das laute Schrillen des Weckers ließ mich hochfahren.
Ich merkte, wie ich zunehmend nervöser wurde. Jetzt zu kneifen kam für mich nicht infrage. In einer dreiviertel Stunde würde ich den Tatsachen ins Auge sehen müssen.
Das Auto zu nehmen schien mir zu verdächtig. Zu dieser Zeit würden die Autoscheinwerfer auf den Weg zur Burg eventuell jemand neugierig machen. Die Zeit war ja auch so eingeplant, dass ich kurz vor vierundzwanzig Uhr durch das Tor gehen würde. Es war frisch und ich war froh, dass ich meinen dicken Pullover angezogen hatte. Der Mond hatte ein Einsehen mit mir, sodass ich die Batterien der Lampe schonen konnte.
Ein wenig unheimlich ragten die Umrisse der Burg bald vor mir auf. Nachts war ich noch nie hier gewesen, alles wirkte so bedrohlich.
Im Burghof angelangt, stellte ich mich sogleich auf die Stelle, wo ich gestern das Flimmern gesehen hatte. Ehe ich es mir anders überlegen konnte, setzte ich mit aller Kraft die Öffnungszeremonie in Gang. Das Flimmern zu meinen Füßen breitete sich aus, silbriges Licht erhellte die Stelle. Ein leichtes Frösteln stellte sich ein, es formte sich ein wabernder flimmernder pulsierender Ring. Um mich tat sich eine Öffnung auf die immer größer wurde. Auf der anderen Seite der Öffnung war es genau so dunkel wie vor der Öffnung. Abrupt wurde mir klar, dass sich etwas verändert hatte, als ich einen Schritt vortrat. Ich blickte an mir herunter. Kein Flimmern, es war sehr dunkel, der Mond schien hinter einer Wolke verschwunden zu sein. Ich sah das Tor nicht mehr und wollte schon zur Taschenlampe greifen, als ich neben mir ein lautes Schnaufen vernahm. Erschrocken trat ich einen Schritt zurück, stieß dabei gegen einen Holzeimer, der umkippte. Ein Pferd wieherte laut und schlug nach hinten gegen die Stallwand. Mir war inzwischen klar, dass mir der Übergang ins Mittelalter gelungen war. Das Geräusch eines zurückgleitenden Riegels erinnerte mich daran, wo ich war.
»He, ganz ruhig,« tönte es von vorne, mit einer hölzernen Lampe, in der eine Kerze brannte, schlurfte ein älterer Mann die Pferdeboxen entlang. Gerade noch rechtzeitig ging ich mich bückend hinter einen Heuhaufen in Deckung. Jetzt erst fiel mir auf, dass der Dialekt des Mannes schon etwas merkwürdig klang. Die älteren Leute in meinem Dorf sprachen auch noch einen Dialekt, den ich wohl verstand. Dieser hier klang wieder anders, aber doch irgendwie noch verständlich. Da die Pferde sich beruhigt hatten, schlurfte der, ich nehme mal an, dass es ein Wächter war, wieder heraus. Aufatmend erhob ich mich und ging auf die Tür zu. Ein Schiebebalken, der von beiden Seiten bewegt werden konnte, verschloss die Tür. Ich schaute mich um. Um was sehen zu können, musste ich meine Lampe einschalten. Wohlweislich hatte ich eine Lampe aus Bundeswehrbeständen mitgenommen, weil man hier einen roten oder grünen Filter vor den Reflektor schieben konnte. Im grünen Licht zählte ich 8 Pferdeboxen. Eine Leiter führte nach oben. Ich stieg hoch, und erkannte mehrere kleine Verschläge mit Türen. So leise wie möglich öffnete ich eine Tür nach der anderen. Rechts und links lagen Strohhaufen aufgeschichtet, teilweise mit einer Decke abgedeckt. An der Stirnwand, das musste die Burgmauer sein, war ein doppeltes Regal angebracht. Für einen Tisch war kein Platz mehr. Den letzten Verschlag wollte ich mir schon ersparen, als ich Atemzüge hörte. Vorsichtig machte ich die Tür auf und sah einen Jungen von vielleicht 16 Jahren. In ärmlicher Kleidung lag er auf seinem Strohlager. Leise schloss ich die Tür und stieg die Leiter wieder herunter. Da ich ein sicheres Versteck brauchte, schaute ich mich weiter um. Der linke hintere Teil war abgetrennt für Heu und Stroh. Da der Stall sonst kein Versteck zu bieten hatte, wühlte ich im Strohlager einen Gang bis zur äußeren Stallwand. Mit dem Rücken drückte ich so lange das Stroh zur Seite, bis sich eine Höhle gebildet hatte. Durch die seitliche Bretterwand hatte ich einen eingeschränkten Ausblick auf den Hof. Da ich wegen der Dunkelheit nichts Genaues sehen konnte, beschloss ich, mich draußen umzusehen. Die Außentür war durch den hölzernen Holzriegel geschlossen. Leise schob ich den Riegel zurück. Draußen herrschte absolute Stille, kein Feuerschein erhellte die Fensteröffnungen. Links von mir musste das Burgtor sein, auf das ich mich leise zu bewegte. Die Stille wurde jäh durch laute Schnarchtöne unterbrochen. Ein Schatten draußen an der Wand verriet mir die Stelle, an der ein Wächter hockte. Ein Schwert lag neben ihm. An dem Wächter vorbeiblickend, sah ich, dass das Fallgitter heruntergelassen war. Dass ich durch das Fallgitter hindurchblicken konnte, sagte mir, dass die Zugbrücke nicht hochgezogen war, was wiederum bedeutete, dass friedliche Zeiten herrschen mussten. Es wäre ja zu schön gewesen, wenn ich einfach durch das Tor hätte gehen können. Erst beim Zurückgehen entdeckte ich das zweiflügelige Burgtor, welches ebenfalls offen stand. Ein Flügel hatte auf der einen Seite noch einen kleinen mannshohen Durchgang, der mit einer Tür geschlossen werden konnte.
Eigentlich hätte ich mich mit der ersten Erkundung zufriedengeben können. Ich überlegte, ein zweiter Erkundungstag würde mich auch nicht weiter bringen. Um die Burg verlassen zu können, brauchte ich Hilfe von innen. Ich konnte schließlich nicht einfach durch das geöffnete Tor spazieren, falls es geöffnet würde. Der schlafende Junge im Stall war meine einzigste Möglichkeit, wenn ich die Burg nicht über die Burgmauer verlassen wollte. Leise ging ich wieder in den Stall und stieg die Leiter nach oben. Der Junge lag auf dem Rücken in tiefem Schlaf. Gleichzeitig drückte ich eine Hand auf seinem Mund, während die Andere seinen Brustkorb nach unten drückte. Erschreckt durch das wenig freundliche Aufwecken fuhr der Junge hoch. Meine Lampe, die mit einem Clip an meiner Brust geheftet war, verbreitete ein rötliches Licht. Erschreckte weit aufgerissene Augen blickten mich an. Rotes Licht musste für ihn Feuer bedeuten, die Hand auf seinen Mund bedeutete sicher ein Überfall. Ich musste meine ganze Kraft einsetzen, um den in Panik geratenen Jungen unten zu halten.
»Ruhig, ruhig,« sagte ich mehrmals, nicht wissend, ob er mich überhaupt verstand. Als er merkte, dass langsam der Druck auf seine Brust nachließ, entspannte er sich merklich. Schließlich gab ich seine Brust frei und hielt einen Finger auf meinen Mund. Nickend gab er zu verstehen, dass er mich verstanden hatte. Langsam nahm ich meine Hand von seinem Mund.
Abwartend blickte er mich an. Um keine weitere Panik aufkommen zu lassen, wühlte ich in meine Taschen. Ein paar Kekse, noch verpackt, hielt ich ihm hin. Sicherlich konnte er sich nicht im Entferntesten vorstellen, was ich ihm da hinhielt. Ich entfernte also die Verpackung und biss in einen Keks. Der Bissen war noch nicht heruntergeschluckt, als mir schon die Kekse aus der Hand gerissen wurden. Beide Hände zu Hilfe nehmend, verschwanden die Kekse nacheinander in seinen Mund. Auf jeden Fall schien ihm mein Versöhnungsgeschenk zu schmecken.
»Ich heiße Kristian,« sagte ich, und zeigte auf meine Brust. Mit seinem Finger auf sich deutend sagte er nur: »Johannes.«
Froh über die schnelle Verständigung zog ich nochmals Kekse aus meiner Tasche und hielt sie ihm hin. Im Nu hatte er die Verpackung aufgerissen und den Inhalt in seinen Mund geschoben. Ich hatte jetzt Gelegenheit, mir den Jungen näher anzuschauen. Er schien eher fünfzehn wie sechzehn Jahre alt zu sein und hungrig dazu. Geschichtlich hatte ich mich nicht auf meinen Ausflug vorbereitet, deshalb wusste ich eigentlich nichts über das Mittelalter.
»Wo kommst du eigentlich her?« fragte mich jetzt der Junge in seinem eigentümlichen Dialekt. Ich konnte ihn gut verstehen. Erfreut darüber, dass es keine großen Verständigungsprobleme geben würde, fiel mir ein Stein vom Herzen und ich wich seiner Frage aus.
»Kannst du mir helfen aus dem Burghof heraus zu kommen?« fragte ich ihn stattdessen.
»Das geht jetzt nicht, das Fallgitter ist unten, vor morgen früh kann keiner die Burg verlassen.« Er blickte mich von oben bis unten an, und mir wurde bewusst, dass ich sofort auffallen würde. Johannes hatte einen mit Ärmel versehenen Rock an, der vorne geschlossen war, mit einem Schlitz, der nur so groß war, dass der Rock über den Kopf gezogen werden konnte. Die Hose war eine Art Kniehose. Mehrfach geflickt schien sie ihn durch die Hälfte seines Lebens begleitet zu haben. Zwei strumpfartige Unterteile hatte er bis über die Knie hochgezogen. Vor seinem Bett standen seine Schuhe. Sie waren aus einem Stück Leder geschnitten. Durch Löcher am Rand des Leders konnte das Leder um den Fuß geklappt und wie normale Schuhe geschnürt werden.
»Kannst du mir Sachen zum Anziehen besorgen, damit ich nicht auffalle? Du bekommst sie bestimmt wieder.« Die Stirn in Falten gelegt, schien er zu überlegen. Johannes stand schließlich auf und ging zu einer Kiste, die neben seinem Bett stand. Er hob den Deckel und holte mehrere Teile heraus, die etwas besser aussahen als die, die er gerade anhatte.
»Pass auf die Sachen auf,« sagte er, »das sind meine Besten, ich will sie wiederhaben.«
»Johannes,« sagte ich, während ich mich umzog, »vorerst darfst du keinem etwas von mir erzählen. Ich bringe dir auch etwas zu essen mit.«
»Ist gut,« antwortete er. »Morgen früh werde ich dich aus der Burg bringen. Aber ich verstehe nicht, wie bist du überhaupt in die Burg gekommen, das wäre doch aufgefallen?«
»Das erzähle ich dir später, ich möchte mich draußen nur etwas umsehen, abends musst du mich wieder hierher zurückbringen. Sollte etwas dazwischen kommen oder ich bin nicht am Treffpunkt, dann musst du es am nächsten Tag noch mal versuchen.«
»Schon gut,« sagte er, »heute früh versteckst du dich in meinem Karren, mit dem ich den Pferdemist nach unten bringe. Abends hole ich frisches Heu damit nach oben. »Unter Mist begraben zu sein gefiel mir überhaupt nicht, eine andere Möglichkeit schien es aber wohl nicht zu geben.

horizontal rule

 
  Der Pferdeknecht Johannes hilft ihm die Burg zu verlassen. Nach einem Sturz lernt er die Heilerin Hanna kennen die ihn mit in ihre Hütte nimmt. Auf dem Rückweg zur Burg rettet er einen kleinen Mann , der sich nach seiner Rettung in Luft auflöst. Johannes, der ihn wieder in die Burg zurück bringt, erzählt ihm, dass das ein Elfe war und die Elfen eine gute Tat belohnen. Bei einem weiteren Besuch zur Heilerin Hanna erfährt er, dass er dem König der Elfen das Leben gerettet hat. Ihm zu Ehren findet bei Hanna der Heilerin ein Fest statt wo er vom König  ein Amulett erhält welches ihm ermöglicht u.a. ohne den Umweg über die Burg, in beide Zeiten hin und her zu springen. Kristian lernt den Grafen Falkenhorst, die Tochter Isabel und Sohn Albert kennen. Isabel erkrankt, Kristian nimmt sie mit in seine Zeit und bringt sie dort in ein  Krankenhaus. Mit Hera dem Bruder der Elfenkönigin sorgt Kristian in seiner Zeit für einige Verwirrung. Kristian erfährt, dass sich das Königreich der Elfen in einer Parallelwelt befindet und von Außerirdische als Stützpunkt angeflogen wird. Hier lernt Kristian die Alien Cyro und Systra kennen, von denen er die Fähigkeit des Gedankenlesens erhält. Hiermit spürt er die “ verlorenen Kinder“ in seine Welt auf, einer Versuchsreihe der Alien, und stellt eine Verbindung zu ihren Schöpfern her. Bei einem Besuch mit Cyro in Gromlake , einem amerikanischen Geheimstützpunkt, geht er in Aliengestalt mit an Land. Kristian, der als außerirdischer „Edra“ auftritt hat vielfach die Gelegenheit, seine Kräfte zum Wohle der Menschen einzusetzen. Lena die Reporterin, kennt Kristians Geheimnis und schreibt über die Abenteuer von „Edra dem Außerirdischen“ in ihrer Zeitung.  
Cyro das Alien nimmt Kristian mit zu seinem Planeten wo er  die Frau Eurone, ein blondes Mischwesen und dessen Tochter Lana kennen lernt. Eurone aktiviert seine Heilungskräfte, mit denen er bald darauf einen todkranken Jungen heilt. Eurones Tochter Lana, besucht Kristian bei sich zu Hause.  Kristian bringt die Ärztin Kristel,  die eine neue im Bund ist, zu Eurone, damit auch bei ihr die Kräfte des Heilens erweckt werden.
Kristian hatte von Hera dem Bruder der Elfenkönigin erfahren, dass es noch mehr Tore geben soll. Nach einigen Versuchen öffnet er ein Tor in die Römerzeit. Das Tor befindet sich auf einem heiligen Germanenhügel. Im Dorf lernt er den Germanen Godwin und seine Frau Alrun kennen. Godwin führt ihn zum nächsten Kastell der Römer. Während eines Besuchs mit seinen Freunden im Kastell, greift der Germane Gerwin mit seinen Leuten das Kastell an. Es gibt viele Tote auf beide Seiten. Kristel die Ärztin, hilft dem römischen Lagerarzt so gut wie sie kann. Als Gerwin den Kampf abbricht, helfen sie auch den Germanen ihre Verwundeten zu versorgen.
 
 

horizontal rule

Plötzlich stand Hera im Raum. »Mensch Hera,« sagte ich, nachdem Maria erschreckt aufgeschrien hatte, »kannst du uns nicht vorwarnen, wenn du kommst?«
»Ich bin mit einem königlichen Auftrag hier. Der König bittet dich, umgehend bei ihm zu erscheinen.«
Das hört sich mächtig wichtig an,« sagte ich. Ich wartete darauf, dass Hera mir jetzt erklärte, was der König von mir wollte. Den Gefallen tat er mir nicht. »Komm,« sagte er, fasste mich an und ich fand mich in einer unbekannten Welt wieder. Hera ließ mir keine Zeit, mich umzusehen. Er schob mich in einen Kuppelbau, einer von vielen. Der König löste sich aus einer Gruppe und kam lächeln auf mich zu. »Kristian, es ist schön, dass du kommen konntest.« „Konntest ist gut“, dachte ich mir. »Ich möchte dich mit den Raumschiffführern bekannt machen.« Nacheinander begrüßte ich die Männer. Zum Schluss blieb noch einer übrig. Er drehte sich zu mir um. Das war ein echter Schreck. Zwei schwarze große mandelförmige Augen blickten mich an. Ich blickte Hera an, »der ist echt?« Er nickte. Wieder blickte ich in die riesigen Augen. Keine Regung verriet, was in ihm vorging. Ich betrachtete ihn genauer. Seine Nasenlöcher ruhten unter einer leichten Erhöhung. Der Mund lippenlos, nur ein Schlitz. Seitliche Öffnungen im Kopf deuteten auf Ohren hin. Die Hautfarbe eher beige wie grau. Er steckte in eine silberne einteilige Kombination. Die Körpergröße entsprach der der Elfen, vielleicht etwas größer. »Das ist Cyro, er wird dich heute Abend mitnehmen,« sagte der König. Ich hielt ihm meine Hand zur Begrüßung hin. Cyro hielt mir seine ausgestreckte Hand entgegen. Ich machte es ihm nach und streckte ihm meine Handfläche entgegen, worauf er seine dagegen drückte. Ich erschrak, als ich nur vier Finger an seine Hand erblickte. Die Stimme des Königs unterbrach mich aus meinen Betrachtungen. »Willst du überhaupt mit?« Was für eine Frage, sicher wollte ich, die Frage war nur, wohin? Ich nickte.
»Dann bis heute Abend.«
»Komm,« sagte Hera und zog mich weg. Noch ein Blick zu Cyro. Ich war mir nicht sicher, ob er mich anblickte. Mir war aber klar, dass er versuchen würde, meine Gedanken zu lesen. Ich hatte in der Meditation gelernt, einen gedankenlosen Zustand zu erreichen. Ich konzentrierte mich auf seine Augen und schaltete meinen Gedankenstrom ab. Hera versuchte wieder, mich wegzuziehen. Ich schüttelte ihn ab. Mein Blick war weiter auf Cyro gerichtet. Einer Kraftprobe gleich, hielt jeder des anderen Blickes stand. Dem König und seine Begleiter fiel unser Verhalten auf. Verwundert schauten sie dem Schauspiel zu. Ich machte dem ein Ende und sagte in Gedankenform »bis bald,« und war nicht erstaunt, dass das „bis bald“ wie ein Echo zu mir zurückkam. Die Hand hebend, ließ ich mich dann von Hera nach draußen ziehen. »Was sollte das denn eben bedeuten?« fragte Hera.
»Ich wollte Cyro nur zeigen, dass er nicht zu jeder Zeit in meinen Gedanken herumstöbern kann.«
Erst jetzt bemerkte ich, wohin Hera mich geführt hatte. Hintereinander aufgereiht standen hier Raumschiffe verschiedenster Bauart. Die typische Untertassenart aber auch in Zigarrenform. Auch die Größe variierte. »Mit diesem wirst du heute fliegen,« sagte Hera und blieb vor einer Untertasse stehen mit ungefähr acht Meter Durchmesser. Es gehörte zu den kleinen Raumschiffen hier.
»Hera, was ist, wenn wir heute losfliegen, bleiben wir dann in eurem Zeitalter?«
»Das spielt für Raumschiffe keine Rolle. Du musst Cyro nur sagen, wo du hin willst.« Für mich war das alles verwirrend, hatte ich doch schon mal daran gedacht, wenn Hera in mein Zeitalter springt, ihm theoretisch seine Nachfahren über den Weg laufen könnten. Ich blickte zu dem Raumschiff hoch. Es stand auf vier Stelzen. Die Metallflächen blinkten silbermetallisch. Die Fläche wie aus einem Guss. Im äußeren Rand waren Lichter eingelassen. Hier zu stehen und ein UFO anzufassen, war schon ein gutes Gefühl. »Wo kommt Cyro her?« fragte ich. »Cyro`s Rasse ist eine von vielen. Wir respektieren uns. Mit einigen tauschen wir unser technisches Wissen aus. Deshalb ist Cyro hier.«
»Und warum schließt ihr uns Menschen aus?«
»Wer sagt denn, dass wir das tun?«
»Mit meinem Land habt ihr bestimmt keinen Kontakt.« Hera sagte nichts. »Es sind die Amerikaner, stimmt`s?«
»Vielleicht.« Ich musste daran denken, dass schon oft darüber berichtet wurde, dass die Amerikaner mit Außerirdische zusammenarbeiten und diese ihren Entwicklungsstand nur ihnen zu verdanken haben. »Warum nicht wir?« fragte ich ihn.
»Denke an den letzten Krieg.
Wenn deine Leute unsere Technik gehabt hätten, wäre der Krieg noch schrecklicher geworden.«
»Das ist lange vorbei,« wand ich ein. »Wo sind wir hier überhaupt?«
»In einer Parallelwelt.«
»Und ihr lebt hier?« »Ja.« Schwer zu glauben, dass es zwei Welten an einer Stelle gab, ohne dass man sich begegnete. »Kann ich jetzt auch in diese Welt springen?«
»Erst wenn der König deine Berechtigung erweitert. Komm, ich zeige dir, wo meine Leute leben.« Hera sprang mit mir zu seinen Leuten. Es war eine Riesenstadt. Die Häuser waren nur ein bis zwei Stockwerke hoch. Alle waren Kuppelbauten, wie ich sie schon kannte. Jedes Haus war von einer Grünfläche umgeben. Fahrzeuge störten nicht das friedliche Bild, da jeder hinspringen konnte, wohin er wollte. In der Mitte der Stadt auf einem Hügel stand ein größeres Haus. Hera sprang mit mir in dessen Park. Wasserspiele und Säulengalerien säumten den Weg. Wir gingen über Treppen zum Haus. Die Tür stand offen. Eine große Halle tat sich auf. Eine halbhohe Treppe teilte den Raum in zwei Ebenen. Den höheren Teil konnte man nicht einsehen, weil eine Wand aus grünen Pflanzen die Sicht verdeckte. Hera legte den Finger auf den Mund und ging durch eine Tür in den hinteren Teil. Ich hörte einen Aufschrei. »Musst du mich so erschrecken,« ich erkannte die Stimme von Shie der Königin.
»Ich habe Besuch mitgebracht.«
»Nun sag schon,« dann hatte sie mich entdeckt. »Kristian, ich freue mich, dich zu sehen.« Sie umarmte mich.
»Kommt setzt euch.« Shie gab einer Frau, die erschien, den Auftrag, etwas zu trinken zu bringen. »Was machst du hier?« fragte Shie.
»Hera hat mich hergebracht, ich darf in einem Raumschiff mitfliegen.«
»Weist du schon, wer das Raumschiff führt?«
»Ja, Cyro.»
»Oh, ich kenne Cyro,« sagte Shie. »Stört es euch nicht, wenn jemand eure Gedanken liest?« fragte ich.
»Wir können unsere Gedanken abschirmen.« Die Frau brachte eine Karaffe und drei Gläser. Shie füllte sie. »Auf dein Wohl,« sagte sie. Ich war überrascht, ein leichter Fruchtgeschmack mit einem Anteil Alkohol. »Das schmeckt wirklich gut.«
»Du musst aufpassen, da du heute noch fliegen willst, bekommst du nur ein Glas voll. Das Getränk steigt einem schnell in den Kopf.«
»Ihr wohnt schön hier,« sagte ich. »Hera sagte, dass du eine Freundin hast?« fragte Shie, »das nächste Mal bringst du sie mit, damit wir sie kennenlernen können.« Ich wusste jetzt schon, dass Jessika es nicht abwarten konnte, wenn sie es erfuhr.
»Ich danke dir für die Einladung.« Ich blickte mich um, die Wände waren mit Bildern geschmückt. Der König mit verschiedenen Gästen. Auch Cyro oder einer von seiner Art. Aber auch so etwas wie abstrakte Kunst war vertreten. Hera stand auf, »wir müssen zurück sonst fliegt Cyro ohne Kristian ab.«
»Bis bald,« verabschiedete ich mich. Ich fand mich draußen vor dem Raumschiff wieder. Cyro wartete schon. Ein Zweiter von seiner Art stand ebenfalls vor der geöffneten Tür. »Das ist Systra,« stellte er vor. Äußerlich hätte ich sie nicht auseinanderhalten können. »Ich gehe jetzt:« sagte Hera und verschwand.
»Komm herein,« empfing ich Cyro`s lautlose Anweisung. Ich musste den Kopf einziehen und ging in gebückter Haltung ins Schiff. Zwei Sessel vor einem Kommandostand. Keine Knöpfe oder Schalter. Verschiedene Symbole auf einem Sensorenfeld war alles, was ich sah. »Setz dich auf die Bank hinter mir,« gab mir Cyro zu verstehen. Ich setzte mich. Die Tür schloss sich. Ein leises Summen war alles, was ich vernahm, als das Schiff abhob. »Du möchtest, dass wir zu dir fliegen?« empfing ich.
»Ja,« dachte ich. Ohne dass ich es bemerkt hatte, sah ich auf einem Bildschirm in der Wand unter uns, eine Stadt liegen. Cyro ging tiefer auf tausend Meter und blieb auf der Stelle stehen. »Unbekanntes Flugobjekt auf tausend Meter,« hörte ich von irgendwo her. »Es steht auf der Stelle.«
»Flugzeug Berta Anton Drei, gehen sie auf eintausenddreihundert Meter und sagen sie, was sie sehen.«
»Verstanden Tower. Hier Berta Anton Drei. Ich sehe es. Es sieht aus wie eine fliegende Untertasse.«
»Anton Berta drei, verlassen sie umgehend ihren Standort.« »Verstanden.« Bald hörten wir sie kommen.
Zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr umkreisten uns. »Hier AX 1, wir sehen eine fliegende Untertasse, was sollen wir tun?«
»Keine Provokationen, nur beobachten.« Beobachten war gut, wie sollten sie das machen, sie konnten ja nicht auf der Stelle stehen bleiben wie wir. »Du weißt, was du hier machst?« kamen Cyro`s Gedanken bei mir an.
»Dieses ist doch eine gute Gelegenheit, den Menschen zu zeigen, dass es auch noch andere Lebewesen gibt.«
Cyro gab keine Antwort. »Kann ich mit den Beiden da oben reden?« fragte ich. Er nickte, da er nicht wollte, dass einer der Beiden ein Held sein wollte. »Wo soll ich rein sprechen?« fragte ich. »Rede,« sagte Cyro.
»Hallo ihr beiden, es ist besser ihr fliegt zurück, wir sind in friedlicher Absicht hier.«
»Sie reden mit uns,« hörte ich die aufgeregte Stimme eines Piloten. »Sie sind in friedlicher Absicht hier und wollen, dass wir zurückfliegen.«
»Kommen sie zurück,« hörten wir den Befehl. Danach drehten beide ab. »Können wir tiefer gehen?« fragte ich. Wieder nickte Cyro. Langsam fragte ich mich, wieso er sich auf alles einließ. Hatten der König und er diesen Ablauf in Betracht gezogen? Dann mussten sie mich aber besser kennen wie ich mich selber. Cyro deutete auf den Bildschirm. Ich sah, wie die Stadt auf uns zukam. Viele Menschen, durch die kreisenden Flugzeuge aufmerksam geworden, blickten uns entgegen. Obwohl es anfing dunkel zu werden, sahen wir die Gesichter deutlich vor uns. Ich erkannte, wo wir waren. »Am Stadtrand ist eine Sportarena, lass uns dorthin fliegen.« Viele Autoscheinwerfer folgten uns zur Arena. Aus allen Richtungen kamen Polizeiwagen mit ihren blinkenden blauen Lichtern und versuchten, dem Chaos Herr zu werden. Unter uns tauchte die Arena auf. Langsam schwebten wir auf fünfzig Meter herunter. Irgendwie hatten die Menschen es geschafft, die Tore zu öffnen. Ein endloser Strom ergoss sich auf die Ränge. Angst schienen sie nicht zu haben, denn die Menschenmenge gab ihnen ein sicheres Gefühl. »Zeige den Leuten, was du kannst, fliege hoch und wieder herunter.« Auf dem Bildschirm sah ich die Arena kleiner werden und ebenso wieder größer. Das alles hatte nur ein paar Sekunden gedauert, ohne dass ich etwas gemerkt hatte. Der Menschenmenge hatte es sicher gefallen. Ehrfürchtig starrten sie auf das Raumschiff. Wir standen seit einer halben Stunde auf der Stelle, was sicher dazu beitrug, die Spannung zu erhöhen. Ich wollte gerade sagen, in zehn Minuten setzt du auf, als mir einfiel, dass ich nur Gast auf diesem Schiff war. Cyro hatte mein Gedankenspiel wohl mitbekommen, zum ersten Mal sah ich, dass er zu einer Regung fähig war. Es bildeten sich zwei Grübchen auf seinen Wangen. Ich wollte es so verstanden wissen, dass das ein Lächeln war und lächelte zurück. Nach zehn Minuten hörte ich, dass die vier Stelzen herausgefahren wurden. »Jetzt solltest du den Leuten auf deine Weise mitteilen, dass wir in friedlicher Absicht hier sind und sie ruhig bleiben sollen.« sagte ich zu Cyro. Was war das ein Schock, als plötzlich in den Gedanken der Menschen diese Botschaft ankam. Die Spannung musste ungeheuerlich sein. Ich sah, wie die Polizei Fernsehteams an den Rand des Platzes ließ. Bald würde die ganze Welt über den ersten öffentlichen Kontakt mit den Außerirdischen wissen. Mittlerweile konnte ich mit meinen Fingerkuppen auf dem Sensorenfeld die Kamera bedienen.
Ich richtete sie auf die vordere Reihe, dort wo die Fernsehkameras standen. Ich hatte schnell gefunden, was ich suchte. Lena in einem gelben Kostüm. Wieso hatte sie ein Kostüm an? Ich zeigte Cyro den gelben Farbfleck.
»Kannst du diese Frau gezielt ansprechen? Er nickte. »Dann sage ihr, Edra lässt grüßen, mach dich bereit.« Ich beobachtete Lena. Sie blickte sich um, ob die anderen auch eine Nachricht bekommen hatten, was anscheinend nicht der Fall war.
»Kannst du jetzt die Tür aufmachen?«
Kurz darauf wurde die Klappe heruntergefahren.
Ich verwandle mich wohl besser, sagte ich und wurde zu einem Abbild von Cyro. Dieser hatte erstaunt meiner Verwandlung zugesehen. Jetzt fehlt mir nur noch die Fähigkeit, dass ich mich mit ihnen über ihre Gedanken unterhalten kann.
Eine Weile blickte mich Cyro an, erst als sein Gefährte nickte, nahm Cyro aus einem Fach einen kleinen runden Gegenstand und gab ihn mir. Da ich ebenso wie er eine kleine Tasche an meiner Seite hatte, steckte ich ihn dort hinein. »Wofür ist das?« fragte ich. »Spreche mit deinem gelben Farbfleck,« sagte er.
Ich konzentrierte mich auf Lena. »Hallo Lena,« dachte ich, »erschrecke nicht.« »Mensch Kristian, du wirst mir immer unheimlicher. Was habt ihr vor?«
»Wir werden eine Delegation empfangen, zu der du auch gehörst. Ich dachte dabei an den Bürgermeister und den Polizeichef. Deinen Kameramann kannst du nicht mitnehmen. Es wäre gut, wenn du als auserwählte die Beiden darauf vorbereiten würdest. Falls einer nicht will, soll er einen anderen bestimmen.« Ich sah, wie Lena auf einen Polizisten zuging und mit ihm debattierte. Ein Zweiter kam hinzu. Ich sah, wie sie vergeblich versuchte, die Botschaft weiterzugeben.
Lena wurde immer lauter und ein dritter Polizist kam hinzu. Dieser kannte Lena aus dem Fernsehen und glaubte ihr. Lena verschwand in der Menge. Nach fünf Minuten standen drei Personen am Spielfeldrand. Ich sah, dass außer Lena noch eine Frau dazugehörte. Warum nicht, das war sicher die Bürgermeisterin. »Hallo Lena, verrate mir die Namen der Beiden.« »Frau Wissing die Bürgermeisterin und Herr Kranz der Polizeichef.«
»Dann kommt,« sagte ich, worauf sich die Drei in Bewegung setzten. »Cyro, ich habe eine Bitte, würdest du dich und dein Begleiter vorne an der Tür aufstellen?« Wie immer machte er mit. Cyro uns Systra stellten sich an der Tür auf. Ob die Fernsehkameras das auch alle mitbekamen? Ich ging der Delegation entgegen. Lena, die ja wusste, dass keine Gefahr drohte, hatte einen deutlichen Vorsprung. »Nicht so schnell,« sagte ich zu ihr.
»Kristian, wo bist du?«
»Ich stehe doch vor dir.«
»Höre auf mit dem Quatsch.«
»Lena, was muss ich tun, damit du mir glaubst? Warte, ich weis schon.« Ich ließ Lena auf mich zukommen. Ehe sie zurückweichen konnte, umschlossen meine Arme sie. »Glaubst du mir jetzt?« »Kristian, was haben sie mit dir gemacht?« Ich ließ sie los. »Das erzähle ich dir später.«
 
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 Plötzlich wurden die Besucher unruhig, sie lauschten den Nachrichten, die aus einem kleinen Radio eines Besuchers kamen. Dieser drehte die Lautstärke höher, als er bemerkte, dass sich andere auch für die Nachrichten interessierten. Ich wendete mich dem Radio zu. Der Kommentator erklärte, dass er eine Livesendung eines amerikanischen Radiosenders verfolgte. Die Besatzung der Raumstation kämpft um ihr Überleben. Ein großes Leck in der Sauerstoffleitung sorgte dafür, dass der Aufenthalt in der Raumstation nur noch für max. vier Stunden reichte. Der rettende Shuttle konnte wegen schlechtem Wetter nicht starten. Überhaupt schien diese Mission vom Pech verfolgt zu sein. Der Shuttle sollte eigentlich schon lange an der Raumstation angedockt haben. Die Besatzung, eine Frau und zwei Männer kämpften einen Kampf, den sie nicht gewinnen konnten. Die Welt draußen mochte vielleicht noch auf ein Wunder hoffen, hier oben wusste jeder, wie es um sie stand. Der Kommentator versuchte sich an die Hoffnung zu klammern, dass ein Ausstieg und das Abdichten des Lecks der Besatzung einen längeren Aufenthalt ermöglichen könnten. Dieser Ausstieg würde sie aber bei Nichtgelingen der Reparatur, noch mehr Sauerstoff kosten.
Jeder hatte auf seine Art mit dem Leben abgeschlossen. Dass ihr Leben einmal im All enden könnte, war ihnen bei jedem Start bewusst gewesen. Da jetzt keine guten Ratschläge an ihre Lage mehr etwas enden konnten, ergaben sie sich ihrem Schicksal. Jessika schaute mich an. »Meinst du nicht du könntest?« Ich unterbrach sie.
»Ich weiß nicht einmal wo die Station ist, wenn ich einfach losspringe, bedeutet das meinen Tod.«
»Das mein ich doch nicht, Cyro kann vielleicht helfen.«
»Ja, vielleicht, ich werde ihn suchen, komm lass uns fahren.« Auf den Heimweg sprang ich vom Auto aus zum Stützpunkt. Cyro`s Raumschiff stand nicht auf seinen Platz. Ich betrat die Halle. Als erstes sah ich das strahlende Gesicht von Lyra. »Hallo Kristian, wir waren alle froh über deine Rettung.«
»Lyra, ich muss dringend Cyro erreichen.«
»Dann versuch dein Glück dort hinten einen Raum weiter.« Durch die Trennscheibe sah ich dort einen Elfen sitzen. Er saß vor eine Konsole ähnlich dem in Cyro`s Raumschiff. Sicher wusste er wer ich war. Ich betrat den Raum. »Es ist ein Notfall, kannst du Cyro erreichen?«
»Ja, das kann ich.«
»Bitte versuche es.« In einer Sprache die ich nicht verstand, schickte er seinen Ruf durch den Äther. Dann nickte er und deutete auf so etwas wie ein Mikrofon. »Cyro, hier ist Kristian. Ich brauche deine Hilfe. Ich weiß nicht ob ihr unsere Bemühung den Weltraum zu erobern verfolgt. Drei Astronauten werden sterben wenn wir nicht helfen, ihnen geht der Sauerstoff aus.« Keine Antwort, »Hallo Cyro, bist du noch da?«
»Ja, was möchtest du dass ich tue?« »Ich hatte mir gedacht, dass du mich abholst und wir dann zur Raumstation fliegen.«
»Ich kann frühestens in einer Erdstunde bei dir sein.«
»Das wird reichen, danke und Ende.«
»Du weist um was es geht?« fragte ich den Elfen. Er nickte, »kannst du dich in ihren Funkverkehr einkoppeln?« Wieder ein Nicken. Dann laut und deutlich hörten wir ihre Gespräche. Eine weinende Kinderstimme, »Papa lass uns nicht alleine, du musst zu uns zurückkommen.«
»Mein Sohn, du musst jetzt auf deine Mutter aufpassen, du bist jetzt der Mann im Haus.« Nach einer Weile versuchte der weibliche Astronaut sich von ihrer Familie zu verabschieden. Ich machte ein Zeichen dass ich sprechen wollte und  wartete die nächste Pause ab.
»Hallo, hier spricht Edra. Wir werden versuchen euch zu helfen. Haltet noch eine Stunde durch, Ende.«
»An Bodenstation, habt ihr das gehört?«
»Klar und deutlich.«
»Was haltet ihr davon?«
»Einen Augenblick, wir erhalten so eben eine Nachricht, darin steht das ihr ihm vertrauen könnt.« Dann die Stimme der Frau, »Edra, wir warten auf dich.« Jetzt saß ich wie auf heiße Kohlen, hoffentlich hatte ich nicht zu viel versprochen. Lyra kam herein, ein Glas mit meinem Lieblingsgetränk in der Hand. »Danke , bringst du meinem Mitstreiter auch was zu trinken?« Lyra wusste was er trank und kam sogleich mit einem weiteren Getränk zurück. Deutlich war der Stimmungsumbruch in der Raumstation zu hören. Die Frau fragte, »wisst ihr wer Edra ist?«
»War er nicht an die Befreiung eines Ministers beteiligt?«
»Ist er ein Mensch oder ein Alien?«
»Das ist mir egal, Hauptsache er holt uns hier heil raus. Habt ihr euch denn noch nie gefragt, woher das FBI seine Kontaktadresse hat, oder meint ihr dass er sich von selbst gemeldet hat?«
»Unsere Leute arbeiten mit den Alien zusammen, das weiß doch jedes Kind.«
»Ich weiß es nicht,« sagte die Frau. Da wieder Hoffnung aufkeimte, wurden keine privaten Gespräche mit Angehörigen mehr übermittelt. Die Stunde verstrich ohne ein Zeichen von Cyro. Die Astronauten wurden unruhig. »Hallo Edra, bist du noch da?«
»Ich bin hier, das Rettungsfahrzeug ist noch nicht angekommen, haltet aus.«
»Der hat gut reden,« maulte ein Astronaut. Dann endlich hörte ich Cyro. »Wir sind gleich da.« Ich bedankte mich beim Elfen und verließ die Halle. Die Stelzen von Cyro`s Fahrzeug fuhren aus. Er steckte kurz seinen Kopf durch die sich öffnende Tür. Ich eilte die Rampe empor, zog rechtzeitig meinen Kopf ein.
»Hallo Systra, hallo Cyro.« Unsere Handflächen berührten sich. »Weißt du wo wir hin müssen?« fragte ich.
»Ja.« Wir stiegen auf. Es fand so etwas wie ein Sprung statt. »Schau hinaus,« sagte Systra. Die Raumstation lag direkt vor uns. Ich gab Systra ein Zeichen. Jubelschreie schallten aus dem Lautsprecher.
»Hier ist Edra, ich komme rüber.« Das ging so schnell, dass sie zusammenfuhren, als ich bei ihnen erschien. Prüfend schauten sie mich an. »Na, hab ich die Prüfung bestanden?«
»Entschuldige Edra, wir hatten erwartet dass du in einem Raumanzug zu uns rüber kommst.« »Das ist nicht nötig, ich bin ja nicht lange im Weltraum. Ich bringe euch jetzt rüber.« Schnell schlossen alle ihre Helme. Ich musste lachen.
»Das ist wirklich nicht nötig.« Da es im Raumschiff eng werden würde brachte ich sie einzeln rüber. »Ihr könnt eure Helme abnehmen.« Sich zweifeln anblickend öffnete zuerst die Frau ihren Helm, dann die Männer. »Darf ich euch meine Freunde vorstellen, das ist Systra, und Cyro. Wo sollen wir euch hinbringen?« »Zu unsere Bodenstation, wenn das nicht zu viel verlangt ist?« Ich blickte Cyro an der nickte. Von der Beschleunigung die folgte, bekam keiner etwas mit. Und ehe wir uns versahen, tauchte unter uns der Weltraumbahnhof auf. Wir sahen auf einem Bildschirm, wie die Gebäude immer größer, aus den Ameisen, Menschen wurden. Unter uns hat sich ein Kreis aus Menschen gebildet. Groß genug, damit Cyro hier landen konnte. Wir setzten auf, die Rampe ging herunter. Jubel überall. »Geht nur,« sagte ich. »Edra wir möchten euch danken,« sagte die Frau, drehte sich zu mir um und erschrak. Ich war jetzt ein Alien. Was ist er, ein Mensch oder ein Alien dachte die Frau. »Vielleicht bin ich beides,« sagte ich. »Du hast meine Gedanken gelesen?« fragte die Frau. »Ja, nun geht, ihr werdet erwartet.« Hintereinander gingen sie die Rampe herunter. Die Menschen waren außer Rand und Band. Sicher nicht nur wegen der Rettung ihrer Leute, sondern auch weil ein Alienraumschiff sie brachte. Ich stand auf der Rampe und hob den Arm zum Gruß. Sofort brandete der Applaus erneut los. Ein Mädchen löste sich aus dem Kreis und rannte ihrer Mutter entgegen. Sie fiel ihrer Mutter in den Arm, blickte über dessen Schulter zu mir. Sie löste sich, rannte auf mich zu. »Langsam,« schickte ich ihr entgegen. Sie zögerte kurz,  ich ging in die Knie und breitete meine Arme aus. Dann lag sie in meine Arme. Ich stand auf, das Mädchen im Arm. Wieder klatschten alle. Ich ging der Mutter entgegen und ließ das Mädchen auf den Boden gleiten. »Du hast eine mutige Tochter,« schickte ich nur für sie hörbar entgegen. Ihren Gedanken konnte ich entnehmen dass auch sie mich gerne in den Arm genommen hätte. »Tu es,« dachte ich. Da nahm sie mich weinend in den Arm, »ich danke dir für alles.«
»Schon gut.« Sie löste sich und ging auf die Menschenansammlung zu. Ich winkte und ging ins Raumschiff, die Klappe schloss sich hinter mir. Wir hoben ab und waren bald darauf nicht mehr zu sehen.
 
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Die Zeit zog dahin, ich wollte wenigstens so lange warten, bis ich Margaret kennengelernt hatte.
»Was ist mit Margaret, kommt sie alleine, oder wird sie begleitet?«
»Sie würde alleine kommen, aber ihr Vater gibt ihr einen Begleiter mit.«
»Wenn sie alleine kommen möchte, dann ist sie sicher Furcht einflößend?«
Maria und Anna lachten und hatten Spaß.
»Nein, ist sie nicht, sie weiß sich zu wehren und ist eine gute Bogenschützin.«
»Kristian,« bemerkte der Fürst, »ich sehe, dass ihr es nicht abwarten könnt, Margaret kennen zulernen, wie wäre es, wenn wir eine Partie Schach spielen würden?«
»Ja sicher, das lässt sich machen.«
Der Fürst hatte die erste Partie gewonnen, als Maria zum Fenster rannte. »Fürst ihr gestattet doch, dass ich einen Blick nach draußen werfe?«
»Geht nur.« Über den Burghof sah ich zwei Reiter kommen. Unzweifelhaft sah man, dass ein Reiter zarter gebaut war. Maria und Anna hatten es plötzlich eilig nach unten zu kommen. »Ihr müsst sie entschuldigen,« bemerkte die Fürstin, »manchmal sind sie noch wie Kinder.« Ich konnte es auch nicht abwarten, Margaret kennenzulernen. Unten führten die drei Frauen ein erregtes Gespräch. Mehr als erstaunt war ich, als Margaret in der Tür stand. Sie warf mir einen Blick zu und begrüßte dann den Fürst und die Fürstin. Maria übernahm es, uns einander vorzustellen. Margaret schien aus einer anderen Welt zu kommen.
Lange Kleider bis zum Boden schien sie nicht zu kennen. Sie hatte eine eng anliegende Hose aus Leder an, ihre Füße steckten in kreuzweise geschnürte Stiefel. Um die allzu offen gezeigte Figur zu mildern, trug sie einen Überwurf, der bis eine Handbreit unter das Knie reichte. Der an den Seiten offene Überwurf wurde durch einen verzierten Gürtel zusammengehalten. Das Schwert an der rechten Seite, ein voller Köcher mit Pfeilen und ein Bogen über ihre Schulter, vervollständigten das Bild. Ihr Haar würde bis zur Schulter reichen, ein grobmaschiges Netz hielt das Haar im Nacken fest. Beide waren wir so damit beschäftigt den Anderen zu begutachten, dass wir erst voneinander ließen, als ein Hüsteln der Fürstin unseren Blickkontakt unterbrach. Anna und Maria lachten in verhohlener Hand. »Ihr seht mich erstaunt,« sagte ich, »ich hatte nicht erwartet, eine so wehrhafte Frau hier anzutreffen.«
»Sind in deinem Land die Frauen anders?«
»In meinem Land sind die Frauen gleichberechtigt, das heißt, sie machen das Gleiche wie die Männer, und wenn es nötig ist, ziehen sie auch mit in den Krieg.«
»Dein Land würde mir gefallen. Es sind viele Geschichten über euch erzählt worden,« sagte Margaret, »ich bin froh euch kennenzulernen.«
»Das Gleiche gilt für mich.
Kommt eure Familie damit klar, dass ihr so wehrhaft seid?«
»Mein Vater ist ein Ritter, er sagt, dass eine Frau sich selber verteidigen können muss.«
»Margaret ist eine gute Jägerin, ihr Pfeil trifft meistens ihr Ziel,« sagte Maria.
Schon wieder war von einem Pfeil die Rede, ich kam meinem Traum immer näher.
»Wenn ihr wollt, könnt ihr mich auf der Jagd begleiten.« Margaret schaute mich herausfordernd an. »Ist es denn schicklich, wenn ihr alleine mit einem fremden Mann ausreitet?«
»Ihr seid Gast dieses Hauses, das ist Sicherheit genug.«
»Ich würde gerne mit euch auf die Jagd gehen.«
»Also gut, gegen Mittag reiten wir los.«
»Und was ist mit euch?« fragte ich Maria und Anna.
»Das würde unsere Mutter nicht erlauben.«
»Es wäre schön, wenn ihr Jagdbeute mitbringen würdet,« sagte der Fürst, »unsere Vorräte sind bedenklich geschrumpft.«
»Womit geht ihr bei euch auf Jagd?« fragte Margaret.
»Bei uns geht man mit einer Büchse auf Jagd.« Ich wusste, dass um zwölfhundertfünfzig die ersten Kanonen und Büchsen von sich reden machten. Die Büchse war eine Hakenbüchse. Diese wurde so genannt, weil sie einen Haken zum Einhaken hatte, um damit den enormen Rückstoß abzufangen. »Wir haben keine Büchse, für die Jagd wäre sie ungeeignet,« sagte Margaret.
Die Fürstin ließ Suppe auftragen. Zu der Suppe wurde Brot gereicht, das in die Suppe getaucht wurde. Margaret, die mir gegenübersaß, sah mich über ihren zum Mund geführten Löffel an. Ihre Augen lächelten nicht, es war ein abschätzender Blick. Ich folgte ihren Gedanken. An einem Rastplatz sah sie sich von mir in den Arm genommen, wir küssten uns. Ich lächelte sie an und schüttelte leicht den Kopf. Als wenn sie die Geste verstanden hatte und so deutete, als wenn ich ihre Gedanken gelesen hätte, verschluckte sie sich prompt, bis ihr die Tränen kamen.
»An was habt ihr gerade gedacht?« fragte ich.
»Ich, ich habe an nichts gedacht.«
»Kristian,« sagte die Fürstin, »was haben die Leute gesagt, als sie erfuhren, woher ich kam?«
»Ihr werdet das Gefühl kennen Fürstin, es ist einfach unbegreiflich.«
»Ihr habt recht, Kristian, manchmal denke ich, dass ich alles nur geträumt habe.«
»Wie denken eure Freunde darüber?« fragte ich.
»Wir haben es keinem erzählt, sie würden es für Teufelswerk halten. Unsere Kirchenführung spaßt mit solchen Dingen nicht lange.«
Margaret hörte auf zu kauen, ihr Löffel verharrte vor ihrem Mund. »Was für Teufelswerk flüsterte sie?«
»Kind,« sagte die Fürstin, »wir wollten es keinem erzählen, ich hoffe, dass deine Lippen versiegelt bleiben.«
»Aber ich weiß doch gar nicht, worum es geht.«
»Ich habe Kristian in seine Welt begleitet.« Wir mussten alle über das verdutzte Gesicht von Margaret lachen.
»Was habt ihr erlebt?« flüsterte sie.
»Ich bin eigentlich nicht weit gereist, ich habe meine Nachfahren kannengelernt.«
»Das verstehe ich nicht, hier in dieser Burg?«
»Ja.«
»Das ist unheimlich.«
»Ja, du hast recht,« sagte Anna, »deshalb ist auch keiner von uns mitgekommen.«
»Und die Menschen sind wie Kristian?«
»Ja.«
»Wenn ihr mehr Menschen aus meiner Welt kennenlernen wollt, bringe ich zwei Freundinnen mit.« Margaret schaute von der Fürstin zu mir, »wenn das möglich ist, möchte ich sie kennenlernen.«
»Wenn ihr noch auf die Jagd wollt, müsst ihr jetzt losreiten,« sagte der Fürst.
»Ja, ihr habt recht.« Margaret stand auf, befestigte ihr Schwert und nahm den Köcher und den Bogen. Ich kam mir direkt nackt vor. »Ich habe nicht gelernt mit einem Schwert umzugehen,« sagte ich. »Dafür sollt ihr umso besser mit dem Stock umgehen können. Ihr müsst mir das zeigen, ich möchte es auch lernen.«
Wir gingen die Treppe herunter in den Hof und warteten darauf, dass man die Pferde brachte. Wir saßen auf und winkten den oben am Fenster stehenden zu. »Wisst ihr einen Platz, wo ihr Wild antrefft?«  fragte ich.
»Ich war mit der fürstlichen Jagdgesellschaft schon öfter hier auf Jagd.«
»Wie weit entfernt ist euer Heim?«
»Drei Reitstunden.«
»Ihr hattet einen Begleiter bei euch?«
»Ja, mein Vater bestand darauf.«
»Ist es gefährlich, hier lang zu reiten?«
»Mitunter schon. Man weiß vorher nie, wer sich auf diese Straßen bewegt. Lange Zeit ist alles ruhig, dann plötzlich sind die Wegelagerer da. Man muss froh sein, wenn sie einem das Leben lassen.«
»Das haben wir auf der Burg Falkenhorst erlebt. Plötzlich waren dreißig bis vierzig Landknechte da und versuchten in die Vorburg zu gelangen,« sagte ich.
»Der Fürst hat meinem Vater davon erzählt. Mein Vater hat aber nicht alles verstanden. Der Fürst sagte, dass die Elfen euch zu Hilfe gekommen sind.«
»Nicht direkt, die Kraft der Elfen hat sie vertrieben.«
»Meinen Vater würde das sicher interessieren.«
»Ich will eurem Vater die Geschichte gerne erzählen.
Wir sind nur noch zwei Stunden von Zuhause entfernt, warum reiten wir nicht direkt dort hin?«
»Was ist mit dem Wild, welches wir jagen wollten?«
»Das machen wir morgen auf dem Rückweg.«
»Einverstanden.«
Wir ritten schweigend nebeneinander, unsere Blicke trafen sich, ohne dass wir etwas sagten.
»Ihr habt zwei Frauen, um die ihr werbt?«
»Werben ist nicht der richtige Ausdruck, bei uns geht man miteinander und lebt zusammen, so als wäre man verheiratet. Man prüft, ob man zusammenpasst, dann heiratet man oder auch nicht. Die zweite Frau ist die Freundin meiner Freundin Jessika und heißt Jeanette. Ich werde sie euch vorstellen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.«
Von vorne kam uns ein Trupp Reiter entgegen. Mir fiel meine Kamera ein, ich holte sie hervor und richtete sie auf die Reiter, die nebeneinander ritten, als wollten sie uns den Weg versperren. Sie waren noch zu weit entfernt, als dass man die genaue Zahl bestimmen konnte. Ich zoomte sie heran. Fünf oder sechs waren es. »Freund oder Feind?« fragte ich Margaret.
»Das werden wir noch schnell genug erfahren.«
Bald erkannte man die ersten Gesichter.
»Freunde sind es nicht,« sagte ich, nachdem ich den Einäugigen erkannt hatte.
»Ich habe auch jemand erkannt,« meldete sich Margaret.
»Der Mann mit der Augenklappe?« Margaret nickte. Wir sahen, wie ein Mann seine Armbrust spannte und einen Pfeil einlegte. Mir fiel mein Traum ein. Ich sollte nicht hier sein.
»Es sind zu viele,« stellte Margaret fest.
Wir waren noch auf freiem Gelände. Einhundert Meter vor uns fing der Wald an.
»Folgt mir.«
Die Kamera nach vorne richtend, folgte ich ihr. Die Pferde sprangen erschreckt hoch, als wir unsere Fersen in ihre Seiten drückten. Für die Reiter musste es so aussehen, als würden wir auf sie zureiten. Raum gewinnend preschten wir auf den Wald zu. Wir wollten die Reiter links liegen lassen und den Wald zwischen uns bringen. Ich sah gerade noch, wie auch die Reiter ihre Pferde antrieben.
Der Wald war zu dicht, als dass sie durch ihn hindurch reiten und uns den Weg abschneiden konnten. Sie mussten den gleichen Weg nehmen wie wir. Bis dahin hatten wir einen Vorsprung gewonnen. Margaret lenkte ihr Pferd in eine Lichtung, ich hinterher. Wir sprangen von den Pferden, Margaret reicht mir ihre Zügel und deutete in den Wald. Beide Pferde am Zügel, versuchte ich bessere Deckung zu finden.
Mit laufender Kamera band ich die Zügel an einen Busch und suchte Margaret. Sie stand mit dem Rücken gegen einen Baum gelehnt. Schon preschten fünf Reiter an uns vorbei. Ehe ich begriff, trat Margaret aus ihrer Deckung und schoss einen Pfeil auf den letzten Reiter ab. Mit laufender Kamera rannte ich zu ihr, mit einem Auge auf das Display. Der Pfeil durchbohrte den Reiter. Als Erstes ließ er seine gespannte Armbrust los und versuchte, sich im Sattel zu halten. Dann fiel er vom Pferd, ohne dass die anderen Reiter etwas davon mitbekamen. Margaret legte den nächsten Pfeil an, erkannte aber, dass die Reiter schon zu weit weg waren. Ich sah, dass hinter ihr der sechste Reiter angebraust kam. »Margaret, Achtung hinter dir!« schrie ich. Der Reiter kam mit gezogenem Schwert auf sie zu. Margaret, den Bogen noch gespannt, drehte sich um und zielte auf den Reiter. Dieser erkannte die Gefahr und versuchte sein Pferd herumzureißen. Zu spät. Der Pfeil bohrte sich in seine Brust. Auf dem Display sah ich noch den erstaunten Ausdruck auf seinem Gesicht, dann kippte er aus dem Sattel. »Holt die Pferde,« bat Margaret. Mit den Pferden am Zügel kam ich zurück. Margaret kniete vor den Reiter und schnitt ihm seinen Geldbeutel ab. »Den braucht er nicht mehr,« sagte sie. »Bindet sein Pferd bei euch an.« Zu Fuß gingen wir zu dem getroffenen Armbrustschützen. Eindeutig tot. Margaret stellte ihren Fuß auf den toten Körper, zog den Pfeil heraus und steckte ihn in ihren Köcher zurück. So brutal das auch aussah, den Fernsehzuschauern würden die Haare zu Berge stehen. Wieder ein Schnitt und sie hielt den zweiten Geldbeutel in ihre Hand.
Nicht weit entfernt graste das zweite Pferd. Margaret nahm die Zügel und ging damit zu ihrem Pferd. Ich nahm das Schwert auf und steckte es hinter meinen Gürtel. Wer weis was uns noch erwartete. Wir saßen auf. Da der Armbrustschütze tot war, brauchten wir die Wegelagerer nicht mehr zu fürchten, dachten wir.
Wir ritten auf den Weg zurück, den wir ursprünglich nehmen wollten. Ich deutete auf die Geldbeutel, »ist das eure Beute?«
»Ja, sicher, sie hätten das Gleiche gemacht.«
»Wir hätten wohl besser die Armbrust mitnehmen oder die Sehne durchschneiden sollen,« meinte ich.
»Ja, ihr habt recht.« Zügig ritten wir auf unser Ziel zu. Margarets Gesichtszüge wirkten angespannt. »Was ist, rechnet ihr noch mit einem Angriff?«
»Nur wenn sie das Letzte aus ihren Pferden herausholen.« Margarets Augen zuckten nervös. Als wenn ich es geahnt hatte. Vier Reiter stellten sich uns in den Weg, ihre Pferde dampften. Der Einäugige hielt die Armbrust des vom Pferd gefallenen auf uns gerichtet. Noch waren sie nicht auf Schussweite an uns herangekommen. Margaret griff nach einem Pfeil und spannte den Bogen. Ich schaltete die Kamera aus, jetzt musste ich beide Hände freihaben. Ich griff nach dem erbeuteten Schwert. Langsam ritten wir ihnen entgegen. Obwohl noch zu weit entfernt, schickte Margaret den ersten Pfeil in ihre Richtung. Der Pfeil erreichte sein Ziel nicht, immerhin traf er ein Pferd in die Brust, was dazu führte, dass es seinen Reiter abwarf. Ihr nächster Pfeil hätte sein Ziel erreicht, wenn der Einäugige sich nicht rechtzeitig geduckt hätte. Ich zog das Beutepferd näher an meine Seite. Jetzt ging es um die Wurst.
Eins musste man dem Einäugigen lassen, kaltblütig wartete er auf eine passende Gelegenheit. Er wusste, dass er für einen zweiten Schuss keine Zeit mehr hatte. Bis jetzt hatte ich mir noch keine Gedanken um meine Sicherheit gemacht. Erst wenn sie Margaret ausgeschaltet hatten, wäre ich in Gefahr. Margaret spannte ihren Bogen und der Pfeil flog auf den Einäugigen zu. Dieser versuchte wieder dem Pfeil auszuweichen, was ihm aber nicht gelang, da auf beide Seiten von ihm seine Kumpane Pferd an Pferd ritten. Er duckte sich und schoss gleichzeitig.
Es war mehr eine Ahnung, als dass ich den Pfeil kommen sah. Ich suchte Deckung hinter den Hals meines Pferdes. Gleichzeitig dachte ich an meinen Traum. Würde er hier in Erfüllung gehen? Dann der Schmerz, ich schaute auf meinen Arm, an dem das Blut herunter lief. Da ich den Pfeil nicht sah, wusste ich, dass er mich nur gestreift hatte. Mehr Zeit zum Überlegen blieb mir nicht.
Mittlerweile waren sie auf Schwertlänge herangekommen. Margaret schlug auf den Einäugigen ein. Gerade noch Zeit, den Hieb eines anderen abzufangen, blickte ich in ein grimmiges von einer Narbe entstelltes Gesicht.
In den Steigbügeln stehend, holte ich aus und schlug über das Beutepferd hinweg auf den Mann ein. Der hatte Mühe sich im Sattel zu halten. Mein Schwert traf ihn am Arm, das Schwert löste sich aus seiner Hand. Im Nu färbte sich sein Ärmel rot. Jetzt hatte ich Zeit nach Margaret zu schauen. Sie musste sich auf beide Seiten verteidigen. Ich trieb mein Pferd auf den Einäugigen zu. Dieser ließ von Margaret ab. Meinem Schlag ausweichend, schlug er auf mich ein. Ich riskierte einen kurzen Blick nach Margaret. Ihr Gegner hatte einen abwesenden Blick. Sein Kopf war bis zur Nasenwurzel gespalten. Schade, dass ich meine Kamera nicht eingeschaltet hatte, sie baumelte vor meiner Brust. Margaret kam mir zu Hilfe. Von zwei Seiten hieben wir auf den Einäugigen ein, was meinerseits mit Zurückhaltung geschah. Jemand zu töten, war nicht mein Ding. Dafür schlug Margaret umso fester zu. Meine Hiebe lenkten ihn genügend ab, sodass Margaret einen Hieb platzieren konnte, der ihn am Hals traf.
Ein Strom von Blut quoll aus der Wunde hervor. Ich hörte auf zu kämpfen, hatte Zeit, die Kamera einzuschalten. Der Einäugige starrte uns mit schreckgeweiteten Augen an. Ich zoomte ihn heran, sodass sein Gesicht das Display füllte. Ich weis nicht, ob er noch mitbekam, dass er tödlich getroffen war. Im Zeitlupentempo kippte er aus dem Sattel. Wir sahen uns um. Die Beiden zuvor ausgeschiedenen Räuber standen am Wegrand. Der eine humpelte, der andere hielt seinen Arm umklammert. Als wir unsere Pferde in ihre Richtung lenkten, versuchte der humpelnde Mann wegzulaufen.
Margaret trieb ihr Pferd an. Der Mann winselte um Gnade. Margaret holte aus und spaltete ihm seinen Schädel. Der am Wegrand verbliebene Mann wusste, was ihn erwartete. Mit Mühe zog er sich auf das nächste Pferd und trieb es von uns weg. Margaret machte keine Anstalten ihm zu folgen. Stattdessen stieg sie vom Pferd und sammelte die Geldbeutel ein.
»Wollt ihr sie hier liegen lassen?« fragte ich, die Kamera auf sie richtend.
»Es wird sich schon jemand um sie kümmern, ihre Kleidung wird bald ein anderer tragen, den Rest werden sich die Raben teilen.« »Wenn ihr nichts dagegen habt, nehme ich mir ihre Schwerter.« Ich stieg ab und sammelte sie ein.
 
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Im Haus des Entführers und seiner krebskranken Tochter Klara:
Nach dem Abendessen zog ich mich auf mein Zimmer zurück. Irgendwie war ich geschafft.
Hatte ich Klara zu fiel meiner Energie abgegeben? Eigentlich hatte ich vorgehabt Lena zu benachrichtigen, dass die Gefahr vorbei war, aber ich war zu müde und verschob es auf morgen. Meine Energie reichte gerade so weit, mich ins Bett zu legen. Ich schlief sofort ein.
Ich hatte zu lange geschlafen. Klara und ihr Vater waren schon fort. Also frühstückte ich alleine. Danach ging ich in den Stall und sattelte das dritte Pferd. Heute wollte ich in die andere Richtung, den Berg hinauf reiten. Obwohl es noch früh war, begegneten mir Wanderer. Einige hatten Kletterseile in ihre Rucksäcke. Auf einer Alm konnte ich mein Pferd tränken und ein Glas Milch trinken. Ich lag entspannt auf dem Rücken und bewunderte die Berge ringsum, als ich durch das Geschrei einiger Besucher erschrocken hochfuhr. Alles starrte gebannt auf die nächste Felswand. Sie war ein Stück entfernt, trotzdem konnte man drei winzige Kletterer erkennen. Diese schienen in Schwierigkeiten zu sein. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht, klebten sie an der Felswand. Steinschlag von oben zwang sie, sich an die Wand zu pressen. Ein Felsbrocken hatte den oberen Kletterer getroffen und ihn aus der Wand gerissen. Bis zur nächsten Sicherung war er hinab gestürzt und baumelte jetzt am Seil. Anscheinend war er benommen, denn er zeigte keine Regung. Von hier aus konnte man schlecht sehen, in was für einem Zustand die Anderen waren. Sicher hatten sie Angst, dass die Haken nicht halten würden. Ich musste näher an sie heran.
Von der Rückseite der Alm sprang ich unsichtbar zu dem mittleren Kletterer. Es war eine Frau. »Was ist mit dir,« fragte ich, »kannst du dich halten?« Erschrocken schaute sie sich um. »Das ist der Schock,« sagte sie zu sich selbst, »ich höre Stimmen.«
»Es ist kein Schock, ich spreche zu dir.«
»Muss ich jetzt sterben, holst du mich ab?« Es blieb mir keine andere Wahl, ich musste mich ihr zeigen. »Hör zu, ich bin kein Geist, ich zeige mich jetzt, hast du mich verstanden?«
»Wer immer du bist, ich glaube nicht an Geister.«
»Um so besser.« Ich wollte nicht, dass sie mich beschreiben konnte, deshalb hatte ich mein Äußeres verändert. Erschrocken sah sie mich an. »Bin ich schon tot?«
»Nein, du bist nicht tot, ich frage dich noch mal, kannst du dich halten?«
»Ich weiß nicht, wenn der Haken oben nicht hält, werden wir mit runtergerissen.«
»Darum werde ich mich kümmern, kommt ihr dann alleine hoch oder wieder runter?«
»Meine Knie zittern, ich glaube nicht.«
»Dann halte solange aus, ich kümmere mich erst um den Mann über dir.« Wieder unsichtbar, sprang ich zu dem baumelnden Mann. Ich hätte sie alle gleichzeitig aus der Wand holen können, wenn das Seil nicht durch etliche Sicherungshaken laufen würde. Der Mann kam langsam zu sich. »Wo bin ich, ich schwebe.«
»Nein, du wirst gleich schweben, du bist abgestürzt.« Er merkte nicht wie ich das Seil sicherte, ihn los band, und wir gemeinsam herunterschwebten. Ich legte ihn unten ab. Von unten hoch kommend, befreite ich den unteren Kletterer vom Seil. Der schrie auf, als er sich seines Halteseils beraubt sah. Ich musste ihn erst überreden die Wand loszulassen. Es war höchste Zeit, als ich bei der Frau war. Ihre Knie zitterten so stark, dass sie sich nicht mehr lange hätte halten können. »Ich bin bei dir, lass los, du bist in Sicherheit. Sie tastete nach mir, hielt sich krampfhaft fest und ergab sich in ihrem Schicksal« Die beiden Kletterer unten waren nicht mehr alleine. Andere Bergsteiger kümmerten sich um sie. Es fiel nicht auf, als wir beide unsichtbar herunterschwebten und ich die Frau etwas abseits ablegte. Als diese merkte, dass sie festen Boden unter sich hatte, schrie sie kreischend auf. Sie stand immer noch unter Schock. Ein beherzter Mann rannte auf sie zu und gab ihr eine Ohrfeige, was sie sofort verstummen ließ.
Meine Arbeit war getan. Ich sprang zu meinem Pferd zurück. »Kannst du mir sagen was dort passiert ist,« hörte ich jemand einen anderen fragen?
»Ich bin mir nicht sicher,« sagte der Angesprochene, »ich verstehe es selber nicht, erst hingen sie in der Wand, jetzt sind sie weg, sie müssen wohl abgestürzt sein.« Ich schwang mich aufs Pferd und machte mich auf den Heimweg. Ein Hubschrauber schwebte über der Stelle, wo die Bergsteiger waren. Es war Mittag als ich zurück war. Klara war noch nicht zurück. Ich war nervös, hatte keinen Hunger und wartete auf Klara und das Untersuchungsergebnis. Um drei Uhr kam sie endlich.
Dass Klara ein verheultes Gesicht hatte, war kein gutes Zeichen. Auch ihr Vater hatte feuchte Augen. Als Klara mich sah, rannte sie auf mich zu. »Kristian,« erneut heulte sie los. »Was ist, ist es so schlimm?«
»Nein, es ist nicht schlimm.«
»Und warum weinst du?«
»Ich weine vor Freude.«
»Du hast mir einen Schrecken eingejagt, erzähl schon.«
Der Vater kam, »ihre Werte haben sich gebessert.«
»Hab ich nicht von Anfang an gesagt, Klara schafft das alleine?« Klara ließ mich nicht mehr los.
»Komm, wir gehen rein,« schlug ich vor. Ich schob sie zum Sofa. »Du hast mir was versprochen,« sagte Klara.
»Was versprochen?« fragte ihr Vater. Ich schaute Klara warnend an.
»Oh, Kristian sagt, ich werde gesund.« Ich wusste dass Klara an das Mittelalter gedacht hatte.
Das Mittagessen war ausgefallen und ich war froh, dass es jetzt Kaffe und Kuchen gab. »Kristian, ich weiß nicht wie ich ihnen danken soll.«
»Wieso mir, ich habe doch nichts gemacht.« Klara schien mit der Erklärung nicht ganz einverstanden zu sein.
»Kristian, du hast mir dass positive Denken beigebracht.« »Ja, mehr aber nicht.« Vorerst sollte Herr Melchior nicht wissen,dass ich mehr getan hatte. »Du denkst doch an unseren Spaziergang,« erinnerte ich Klara.«
»Ja, natürlich.« »Entschuldigt mich,« sagte der Vater, »ich lege mich eine Stunde hin, die Aufregung war zu viel für mich.« Als wir schließlich über den Hügel schritten, sagte ich, »du weißt, dass du es noch nicht geschafft hast?«
»Dass was ich weis ist, dass du mein Retter bist.« »Übertreibst du nicht etwas?«
»Dein Vater hat auch seinen Anteil daran, ohne ihn wäre ich jetzt nicht hier.«
 
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»Liegt sonst noch was vor?« fragte Lena.
»Nein, eigentlich nicht.«
»Und was heißt eigentlich?« hakte Lena nach.
»Wir wollen morgen die Römer besuchen.«
»Und mich wollt ihr nicht dabei haben?«
»Nein, das ist es nicht, wir haben nur drei Pferde.«
»Dann gehe ich eben zu Fuß, vom Waldrand aus ist es sowieso nicht weit.«
»Und was ist mit euch?« richtete ich die Frage an Silke und Kristel.
»Ich vertraue den Römern nicht.« sagte Silke, »ich gehe nicht mit.«
»Ich würde gerne mitkommen,« sagte Kristel, »aber ich habe morgen Dienst.« Bis auf Jeanette und Lena waren dann alle gegangen. »Ich würde euch vorschlagen, ein paar Denare einzustecken, falls ihr was kaufen wollt.«
Die Frauen hatten durch den Verkauf von Waren an die Römer beim letzten Besuch einige Denare eingenommen. »Lena, bringe bitte deine Sofortbildkamera mit, und ihr braucht euch nicht als Römerinnen verkleiden.
Am Morgen waren wir bereit. Lena saß auf meinem Pferd, ich hielt die Zügel. Wir kamen am Waldrand an. Vor uns Zelte, dahinter das Kastell. Sie mussten sich sehr sicher fühlen, weil sie keinen Schutz um ihr Zeltlager gebaut hatten. Ich dachte an den letzten Angriff der Germanen, den wir miterlebt hatten. Lediglich ein paar Legionäre hielten Wache. Sie hatten uns entdeckt. Lena machte ihre Fotos. Langsam gingen wir auf die Zelte zu. Es war still. Abwartend beobachteten uns die Wachen.
Es schienen fremde Römer zu sein, nicht die, die wir schon kannten. Sicher hatten sie von uns gehört. In den Augen der Männer glomm Verlangen auf. Aus den Zelten kamen mehr Männer hervor. Bald bildete sich ein Spalier, durch das wir schritten. Vorne am Tor hatten sich Offiziere eingefunden. Rufus der Rote, ein Centurio, kam uns entgegen. Eurone das Mischwesen hatte uns, das heißt Lena, Jessika und mir auf ihrem Planeten mittels einer Apparatur die römische Sprache beigebracht. Deswegen gab es keine Sprachschwierigkeiten. Jeanette, die später zu uns stieß, musste sehen wie sie mit ihrem Schullatein zu Recht kam.
 
»Es ist uns eine Freude, euch zu sehen,« empfing uns Rufus, der Rote. »Du meinst bestimmt meine Frauen?«
»Du bist natürlich auch willkommen.« Es entstand ein Tumult, als Gallus, ein einfacher Legionär, sich zu uns durcharbeitete. Zögernd blieb er vor uns stehen, als wäre er sich nicht sicher, ob wir uns seiner erinnern wollten. »Gallus, alter Freund, viel Betrieb hier.«
»Ja, es ist eng geworden.«
»Kristian komm,« drängte Rufus, »Der Tribun wird euch sehen wollen.« Der rote Rufus gab einen Befehl und man kümmerte sich um unsere Pferde.
Lena drehte sich im Kreis und machte Fotos von den schmachtenden Legionärsgesichtern. Rufus ging voraus, eine Gasse öffnete sich. Das Zimmer des Tribun Quintus füllte sich. Viele der Gesichter kannte ich nicht. »Kristian, schön dass ihr kommt, der Anblick deiner Frauen lässt uns unser eintöniges Leben hier ein wenig vergessen« Er geleitete die Frauen zu Sitzgelegenheiten, die von den Männern schnell freigemacht wurden. Ein Sklave kam mit einem Tablett, auf dem mit Wein gefüllte Gläser standen. Wir bedienten uns. »Lasst uns das Glas erheben auf unsere Freunde,« sagte der Tribun. »Viele von uns kennen euch noch nicht, haben aber inzwischen von euch gehört.
Die Schönheit unserer weiblichen Gäste wird an den Lagerfeuern sicher bald genug Gesprächsstoff liefern.« »Tribun, genug des Lobes, sagt mir, ob ihr Verstärkung erhalten habt?«
»Nein, darf ich euch den Centurio Gaius Octavius vorstellen.« Der Tribun schaute einen Mann an. Dieser war mir schon aufgefallen. Er war von kräftiger Gestalt mit ausgeprägten Muskeln. Ihm möchte ich als Gegner nicht gegenüber stehen. Wir reichten uns die Hand.
Er ließ sie nicht los und zog mich zum Ende des Raumes. »Ich habe schon viel über euch gehört.«
»Und was zum Beispiel?«
»Ihr sollt ein guter Kämpfer sein.«
»Ihr meint sicher die Geschichte mit Bibulus, er ist ein falscher Hund, der seine Macht an Schwächere austobt. Ich kann mit einem Schwert nicht umgehen.«
»Trotzdem habt ihr Bibulus besiegt.«
»Ja, mit einem Stock, er hat mir dieses noch nicht verziehen. Sein Schwert habe ich als Trophäe behalten. Wie soll ich dich nennen?«
»Sag Octavius zu mir.«
»Octavius, was machst du hier?« »Ich habe einen Konsul in Colonia abgeliefert, wir sind jetzt auf dem Rückweg.
»Da seid ihr aber noch eine Weile unterwegs.«
»Du sagst es. Wir könnten unser Ziel schneller erreichen, unsere Begleitfahrzeuge lassen das aber nicht zu. Diese waren mir schon aufgefallen, denn sie nahmen einen Großteil des Platzes vor dem Kastell ein. Nicht nur die Verpflegung für die Menschen, auch die Pferde brauchten ihr Futter. Dazu kamen die Zelte. Auch Händler nutzten den Schutz der Soldaten. »Hast du Familie?« fragte ich.
»Ja, unser Gut liegt in Florenz. Unser Rückweg führt daran vorbei, wir machen dort Rast.«
»Ich würde dich gerne begleiten, aber soviel Zeit habe ich nicht.« Ich gab Lena ein Zeichen.
»Lena, würdest du ein Foto von Octavius und mir mit der Sofortbildkamera machen?« Lena nickte. Das Blitzlicht ließ alle erschreckt in unsere Richtung blicken. Staunend blickte Octavius auf das Foto, das aus der Kamera kam und zu einem Bild wurde. »Der Tribun hat mir von euren magischen Kräften erzählt, ich wollte es nicht glauben.« Dann nahm er das Foto von Lena entgegen. »Sehe ich so aus?« fragte er zweifelnd.
»Ja, ich kann keinen Unterschied erkennen. Oder sehe ich auf dem Bild anders aus?« fragte ich.
»Das ist ein mächtiger Zauber.« Jetzt kamen die anderen und wollten das Bild sehen. »Lena mach ein Foto von ihnen.« So abgelenkt, standen wir bald wieder alleine da.
»Octavius, was hältst du davon, wenn ich dich ein Stück begleite?«
»Das würde mich freuen.«
»Ich könnte, wenn du mir einen Führer mitgibst, voraus reiten und deiner Frau dieses Bild von uns bringen.«
»Das würde sie sicher erfreuen, aber meinst du, dass es etwas bringt, wenn du ein paar Tage vor mir dort bist?«
»Lass dich überraschen, gib mir einen Mann mit, der den Weg genau kennt und vor magischen Kräften, wie du es nennst, keine Angst hat.«
»Was hast du vor?« »Ich werde mir in Ruhe dein Land anschauen.« Jessika kam zu uns um zu sagen, dass sie zu den Händlern vor das Kastell wollten. »Was ist mit dir Octavius, gehst du mit?«
»Ja, dann zeige ich dir den Mann der dich begleiten wird.« Einer Prozession gleich, folgten die Männer den Frauen nach draußen. Der rote Rufus hatte die Führung übernommen. Die Prozession wurde immer länger. Alle wollten einen Blick auf die Frauen in ihren engen Reithosen werfen.
Unterwegs gab Octavius einem Mann ein Zeichen. Der bahnte sich einen Weg zu uns durch. »Decimus, ich habe einen Auftrag für dich.«
Decimus war auch keine halbe Portion und kein einfacher Soldat. »Decimus, mein Freund Kristian möchte morgen vor uns her reiten. Bringe ihn sicher zu meiner Frau. Du wartest dort auf uns.« Abschätzend musterte Decimus mich. »Er hat nicht mal ein Schwert.«
»Ja, ich weiß, er wird einen Stock mitnehmen.«
»Einen Stock?«
»Ja, Kristian ist ein Stockkämpfer, lass dir die Geschichte von Bibulus erzählen. Du kannst dich auf ihn verlassen. So, jetzt lass uns zu den Händlern gehen.« Diese witterten ein großes Geschäft, nicht wissend, warum hier so ein großer Andrang herrschte. Lena war auf eine Karre geklettert, was von dem Händler mit Argwohn beobachtet wurde. Sie winkte mir zu und machte weiter ihre Aufnahmen mit einer anderen Kamera. »Legst du dich mit allen Frauen auf dein Lager?« fragte Octavius.
»Nein, nur mit einer.« »Du bist ein Mann, möchtest du nicht mit allen dein Lager teilen?«
»Du hast Recht, das Verlangen ist schon da, ich will aber nicht unsere Freundschaft auf Spiel setzen.«
»Ein weiser Spruch, auch ich vermeide es mich zu anderen Frauen zu legen. Aber manchmal läst es sich nicht vermeiden, du weißt schon, das Fleisch ist schwach.«
Es war nicht leicht zu den Händlern durchzukommen. Lediglich Octavius Autorität verschaffte uns Platz. Am Stand des dritten Händlers fanden wir die Frauen. Jeanette versuchte den Händler abzuwehren, der ihr eine Kette aufschwatzen wollte. Ich sah schöne Weinkelche und verzierte Teller. Bei uns waren diese unbezahlbar. Ich wollte sie alle. »Hast du deiner Frau schon ein Geschenk gekauft?« fragte ich Octavius. »Ja, einen Ballen Stoff.«
»Und sonst?«
»Was und sonst?«
»Ein Schmuckstück zum Beispiel.«
»Du hast Recht, vielleicht finde ich hier was Passendes.« Ich sah Keramik und viele Teile aus Glas, Schreibmaterialien, Wachstafeln, Papyrus, Schmuck aus Bronze und Silber und römische Spiele. Gallus hatte es geschafft, sich zu mir durchzuarbeiten. »Gallus, ich habe eine Aufgabe für dich.« Ich erzählte ihm worauf es mir ankam.
»Versuche die Ware für mich günstig einzukaufen, und lass sie gleich einpacken.« Ich griff in meinen Geldbeutel und kam mit eine Hand voll Denare wieder heraus. »Öffne deinen Geldbeutel.« Ohne nachzuzählen, ließ ich das Geld in Gallus Beutel gleiten. »Wenn du nicht auskommst, melde dich bei mir.« Octavius hatte uns beobachtet.
»Du vertraust einem einfachen Legionär?«
»Wir kennen uns schon länger und ich habe festgestellt, dass man ihm vertrauen kann.«
Jessika hielt drei Bernsteine in der Hand. Der Händler nannte einen Preis. Jessika schüttelte den Kopf. Der Händler wollte vier Denare haben, Jessika aber nur zwei geben. Es war eine Freude sie beim Handel zu beobachten. Schließlich einigten sie sich auf drei Denare und einen Sesterzen. Lena war noch nicht dem Kaufrausch verfallen. Jeanette zeigte Interesse an den Schmuck. Octavius kaufte eine Silberkette mit passenden Ohrringen. Ich hörte, wie Gallus dem Händler fünfzig Denare für alle Glaswaren anbot. Der Händler lief rot an vor Wut. »Du unverschämter kleiner Legionär, du hast noch nicht einmal fünfzig Denare auf einen Haufen gesehen und erdreistest dich, mir so ein Angebot zu machen.«
»Was meinst du, was ich hier in meinen Beutel habe, wie Steine hört sich das nicht an.« Die Umherstehenden fanden Gefallen an dem Schauspiel.
»Sage mir deinen Preis,« forderte Gallus den Händler auf.
»Du meinst es wirklich ernst. Für einhundertfünfzig kannst du alles haben.«
»Ich sehe schon,« sagte Gallus, ich muss zu deinem Nachbar gehen, der lässt sicher mit sich handeln.« Er drehte sich um und wollte den Stand verlassen. »Halt, wir werden uns schon noch einig.«
»Nenn einen vernünftigen Preis, wenn er mir nicht gefällt, gehe ich.« Nach einer Weile kamen zögernd einhundertfünfundzwanzig Denare über die Lippen des Händlers. Ohne ein Wort drehte sich Gallus um als wollte er gehen. »Einhundertzehn,« schrie der Händler. Gallus schaute zu mir rüber, ich nickte. »Abgemacht, und pack die Sachen ordentlich ein.«
In mir reifte ein Plan. Die Handelsware war hier so billig, bei uns so teuer, warum nicht damit handeln? Nur schade, dass mir nicht viel Zeit blieb die Ware in aller Ruhe auszusuchen. Morgen würden sie weiterreisen. In Gedanken überlegte ich schon, wo der Verkaufsraum sein sollte. Zu weit sollte er nicht entfernt sein, da ich den Verkauf selber überwachen wollte. Als Käufer kamen Museen und Sammler in Frage. Diese mussten sich bis jetzt mit Bodenfunde zufrieden geben. Entsprechend sahen sie aus.
»Hallo Kristian, kann es sein, dass du träumst?« Erschrocken zuckte ich zusammen.
Jessika lachte mich an. »Über das Träumen bin ich schon hinaus, ich mache einen Laden auf.«
»Wo?«
»Bei uns, die Musen werden sich darum reißen.«
»Wenn du meinst.«
»Ich habe noch nicht mit dir darüber gesprochen, ich werde Octavius ein Stück begleiten.«
»Ich komme mit.«
»Das habe ich mir gedacht. Es geht aber nicht, weil es zu gefährlich ist. Ich reite mit bis zu Octavius Frau. Dort hole ich euch nach.« Man sah, dass ihr das nicht gefiel. Schließlich sah sie ein, dass ich Recht hatte.
»Was haltet ihr davon, wenn wir zurückgehen?«
»Wieso, wir sind doch gerade erst hier.« sagte sie. »Hast Recht, ich gehe und komme mit Tauschware wieder.« Gallus stand am Tor, vor sich die eingekauften Sachen. »Gallus, wie viel Denare sind übrig?«
»Zehn.«
»Ist gut, die darfst du behalten.«
 
       Unterwegs mit Decimus dem Legionär.
Das Feilschen wollte nicht so recht in Gang kommen. Der Händler forderte dreihundert Denare, das höchste Gebot lag bei zweihundert Denaren. Der Sklavenhändler wurde wütend und fing an, die Qualitäten des Sklaven aufzuzählen. Möglichst unauffällig machte ich Fotos. Aus dem Verkauf wurde nichts, der Sklave wurde zurückgeführt. Von der anderen Seite wurde eine Frau mit ihre Tochter heraufgeführt. Sofort wurde es still. Der Geburtsort auf ihrem Schild sagte mir nichts. Sie war hoch gewachsen, von erhabener Schönheit. Auf jeden Fall kam sie von weit her. Ihre Kleidung war verschmutzt und eingerissen. Stolz stand sie da, einen Arm um ihre Tochter gelegt. Diese hatte die Schönheit der Mutter geerbt. Das Mädchen war vielleicht zwölf Jahre alt.
Fünfhundert Dinare, kam das erste Gebot von einem kleinen fetten Mann. Mit sechshundert Denaren wurde er überboten. Als kein höheres Angebot kam, sagte der Händler, sechshundert nur für die Frau. Gewaltsam wurden Mutter und Kind getrennt. »Decimus, stell jetzt keine Fragen, hole die Pferde und reite aus dem Ort. Dort wartest du auf mich.« Er wollte was sagen, ich hob die Augenbraunen und schaute ihn an.
»Schon gut, ich gehe ja schon.« Ich stellte mich in die hinterste Reihe. Der Händler zerrte an der Kleidung der Frau, bis jeder einen Blick auf ihre nackte Haut werfen konnte. Ein Raunen ging durch die Zuschauer. Das Mädchen weinte und streckte ihre Arme in Richtung der Mutter. Sechshundertfünfzig wurden von dem kleinen fetten Mann geboten. »Achthundert Denare,« alle drehten sich zu dem Mann um, dem man ansah, dass er reich war. Dem Händler sah man seine Freude an. Die Tochter konnte sich losreißen und rannte zu ihrer Mutter zurück. Jetzt wurde es Zeit einzugreifen. Einfach mit beiden Frauen verschwinden, wollte ich nicht. Ich nahm die Gestalt eines alten Mannes mit langen weißen Haaren an. In der Hand hatte ich einen Wanderstab. So schlurfte ich auf das Podest zu. »Hat die Gier eure Augen vernebelt,« rief ich, »seht ihr nicht, dass der Teufel in ihr steckt. Ihr würdet den ersten Beischlaf nicht überleben.« Der Händler wurde wütend. »Alter Mann verschwinde.« Der Frau schickte ich die Botschaft rüber, »erschrecke nicht, ich werde euch in Sicherheit bringen.« Als sie keine Reaktion zeigte rief ich, »seht ihr nicht das Feuer in ihr, es würde euch verbrennen.« Ich ließ sie und das Kind fünfzig Zentimeter höher schweben. Die beiden Frauen waren genauso erschrocken wie die Menschenmenge. Einige Zuschauer rannten panikartig fort. Selbst der Händler mit seiner großen Klappe hatte Angst. Ich stieg auf das Potest. Mit nach vorne gestreckten Armen machte ich beschwörende Bewegungen.
»Weiche von uns , verschone uns, kehre in dein Reich zurück. Ich berührte sie und schrie, »oh, ich sehe sie in ihrem feurigen Heim, hört ihr nicht die Schreie der Verdammten?« Sie versucht mich in ihr Reich zu ziehen, rettet euch.« Jetzt gab es kein Halten mehr, die Menge stob schreiend auseinander.
Dann wurden wir unsichtbar, ich sprang mit ihnen zum Rand des Dorfes wo hoffentlich Decimus wartete. Er musterte uns. »Ich habe so etwas ähnliches schon fast erwartet. Du musst mir erzählen, was du dort angestellt hast. Hast du für die Frau bezahlt?« Ich grinste ihn an. »Sie waren froh dass sie sie los waren. Ich musste eingreifen, man wollte Mutter und Tochter trennen.«
Mutter und Tochter hatten noch keinen Ton gesagt. »Entschuldige das Theater das ich gemacht habe,« sagte ich zu ihr. »Du bist frei und kannst hingehen wohin du willst.« Als sie nichts sagte, schlug ich vor, »es ist wohl besser, du reitest mit uns zu Freunden, dann sehen wir weiter. Einverstanden?« Beide nickten. »Ich heiße Kristian, der dort ist Decimus.«
»Mein Name ist Riga, meine Tochter heißt Elana.« Ihre Stimme klang gebildet. »Wir danken dir, obwohl wir nicht wissen, was eben passiert ist.« Decimus lachte.
»Daran Frau, wirst du dich gewöhnen müssen.«
 
Im Raumschiff der Atlanter
Es gab eine kurze Unterbrechung als ein zweiter Schatten auf Ramos zutrat, mit ihm kommunizierte und wieder ging. »Hast du einen Wunsch bevor wir die unmittelbare Nähe deiner Welt verlassen?«
»Ich weiß nicht ob das möglich ist, kannst du mich einen Blick auf meine Freundin werfen lassen, ich konnte mich nicht verabschieden?« Ich zuckte zusammen, ich sah die Halle, dann ein Schwenk durch die geschlossene Küchentür. Jeanette und Jessika saßen mit Großvater am Küchentisch. Ich sah, dass Ramos nickte. Jetzt sahen sie mich in einer Kugel, die vor ihnen schwebte. »Kristian, wo bist du?« fragte Jessika.
»Ich bin bei Freunden, ihre Welt ist weit entfernt, wir sind noch nicht angekommen, macht euch keine Sorgen, mir geht es gut.« Ich blickte auf die sechs Personen hinter mir und hoffte, dass Jessika sie auch sah. »Aber da sind doch noch mehr Menschen,« rief Jessika.
»Ja, aber nicht aus unsere Welt. Ich muss jetzt Schluss machen, bis bald.« Interessiert hatten alle zugehört. Ich sah gerade noch, dass Großvater was fragen wollte, als die Übertragung erlosch.
 
Ich musste vorsichtiger sein, Gedanken waren schneller wie ein gesprochenes Wort. »Du siehst mich verwirrt, ich hatte nicht damit gerechnet hier eine schöne Frau anzutreffen,« erwiderte ich auch in Gedankenform.
»Schön, was bedeutet das?«
»Du bist schön.« Sie lächelte mich an. »Mein Name ist Kristian, ich muss mich wohl vorsehen, sicher bleibt dir kein Geheimnis verborgen?«
»Stimmt, du bist wie ein offenes Buch.«
»Und wie kann ich das verhindern?«
»Du kannst es nicht, aber mein Gebieter.«
»Kannst du dir vorstellen was dein Gebieter von mir will?« »Die Gedanken meines Gebieters kenne ich nicht, er wird sie dir zur gegebenen Zeit, sicher mitteilen.«
»Da bin ich aber beruhigt. Wie kommst du hierher, hat dein Gebieter dich auch entführt?«
»Was heißt entführt?«
»Ich wurde entführt, ich wurde nicht gefragt ob ich hierher wollte.«
»Nein, ich wurde nicht entführt, wir dienen unseren Gebietern schon immer.«
»Was heißt wir, gibt es noch mehr von deiner Art?« Ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht.
»Oh ja, wer sollte sonst die Arbeit hier machen?«
»Es gibt also viele, wie viele?«
»Das weiß nur der Gebieter.«
»Wie geht es jetzt weiter?« fragte ich. »Mein Gebieter wird dich zu sich bitten.«
»Rela, sag mir wo wir uns befinden, was für ein Haus ist das hier?«
»Haus?« Ich zeigte ihr, was ein Haus ist. »Das ist ein Haus?« »Ja, es gibt große und kleine Häuser.«
»Dieses ist ein großes Haus, viel größer als dein Haus,« sagte sie. Ich sah woran sie dachte und erschrak. Ein schwebender Koloss, wir waren im Weltraum unterwegs. »Wo bringt mich dein Gebieter hin?« fragte ich. »In seine Heimat.«
»Kannst du mir zeigen, wie es dort aussieht?«
»Wir leben die meiste Zeit,« ich sah woran sie dachte »unter Wasser,« vollendete ich ihren Satz.
»Wann werden wir dort sein?«
»Ich weiß es nicht.« Die Tür glitt auf und ein Mann trat ein. Er kommunizierte mit Rela. »Er will, dass ich dich zum Gebieter bringe,« sagte sie dann. Wir gingen durch endlose Gänge. »Wir müssen nicht laufen, du sollst nur ein Gespür für die Größe unseres Hauses bekommen.« Wir waren schon eine Weile unterwegs. »Rela, geht das nicht schneller?«
»Wie du willst.« Sie steuerte auf eine Tür zu, die sich sofort öffnete. Der Raum war klein und sah ähnlich wie eine Fahrstuhlkabine aus. Nur dass sie nicht rauf oder runter fuhr. Die Tür schloss sich hinter uns. Rela bestimmte auf einem Sensorenfeld unser Ziel. Ich hatte nichts gespürt, auf jeden Fall standen wir nicht mehr in derselben Kabine. Die Tür öffnete sich, wir waren am Ziel. Ein großer Raum, ähnlich eines Theaters mit mehreren Sitzreihen. Auf einem Podest davor stand ein Stuhl, auf den ein Schattenwesen saß. In der ersten Reihe waren sechs Stühle besetzt. Fünf Frauen und ein Mann in ebenso langen Gewändern wie ich es anhatte. Diese erhoben sich, als sie uns sahen. Rela schob mich auf die Wartenden zu, dann verlor ich sie aus den Augen. Ich stand jetzt im wahrsten Sinne des Wortes zwischen den Stühlen. Der Schatten musste ein Zeichen gegeben haben, denn die Anwesenden setzten sich. »Sei gegrüßt Mann von der Erde und Freund unserer andersartigen Brüder. Du hast meine Botschaft angenommen und ich wusste, dass du bereit warst, uns kennenzulernen sowie wir dich kennen lernen wollten.«
»Wie darf ich dich ansprechen?« fragte ich.
»Sag Ramos zu mir. Ich habe den Auftrag, dich in meine Welt zu bringen.«
»Warum mich, du weist sicher, wie viele Menschen es in meine Welt gibt, darunter sind bestimmt viele, die würdiger sind als ich, um eure Bekanntschaft zu machen?«
»Als die Nachricht kam, dass du als erster Mensch die Anwesenheit unserer anderen Brüder kund tatest und auf ihrer Heimatwelt eingeladen wurdest, wollten wir dich kennen lernen.«
»Ramos, sage mir, wer ihr seid? Wo kommt ihr her? Ihr seid Menschen wie wir, zumindest fast.
»Das, was du deine Heimat nennst, war auch vor langer Zeit unsere Heimat. Es gab Katastrophen und Kriege, die ein Teil unserer Vorfahren nicht mehr ertragen wollten. Mit unserer Technik waren wir allen damaligen Völkern überlegen, was Neid und Missgunst unseren Nachbarn reichlich Nahrung gab. Wir hätten sie alle auf einen Schlag vernichten können, was ein großer Teil von uns auch vorhatte. Ehe es dazu kommen konnte, stiegen die, die dieses verhindern wollten, in ihre Raumschiffe, damals nannten sie es Himmelsgefährte, die an geheim gehaltene Orte bereit lagen, in der ihr ganzes wissen gespeichert lag, und nahmen die zerstörerische Kraft mit. Unsere Vorfahren verließen ihre Heimat und begaben sich auf die Suche einer neuen Welt zwischen den Sternen.«
»Es gab ein Volk von dem erzählt wird, dass es mächtig und seiner Zeit weit voraus war,« sagte ich. »Sie sollen ihr Wissen zu unredlichen Dingen verwendet haben, was zu ihrem Untergang geführt hat. Noch heute suchen sie nach diesem Land, das sie Atlantis nennen.«
»Wir sind nicht untergegangen, aber du hast Recht, unsere Vorfahren stammen von den Menschen ab, die ihr Atlanter nennt. Wie ich schon sagte, ein Teil von uns zog es zu den Sternen. Wir fassten Fuß auf den erstbesten erdähnlichen Planeten und breiteten uns dort aus. Nach langer Zeit und technischem Wandel, besuchten wir unsere Heimatwelt und fanden sie zerstört vor.«
»Willst du damit sagen ihr seid das untergegangene Volk Atlantis?
Du weist, dass heute immer noch nach dem sagenhaften Atlantis gesucht wird?«
»Ja, das wissen wir. Nur sucht ihr an der falschen Stelle. Den Ort des früheren Atlantis gibt es noch und ist nicht versunken.« Schwer zu glauben, wer würde mir das glauben?
                                                                  
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Nachmittags rief Kristel an. »Kristian, kannst du mal kommen?« »Was gibt es?«
»Komme einfach, wenn es geht bald.« Meine Neugier war geweckt. Vom Krankenhausflur aus ging ich in ihre Station. Ich fragte eine Schwester, wo ich Kristel finden konnte. Ich klopfte und öffnete vorsichtig die Tür. »Danke dass du so schnell kommen konntest.« In dem Krankenzimmer stand nur ein einzelnes Bett. Ein Junge mit blauer Strickmütze und traurigen Augen blickte mir entgegen. Ich sah noch, dass er von E.T. und Alienpuppen umgeben war, ehe Kristel mich aus dem Zimmer geschoben hatte. »Ist das ein Fan von mir?« fragte ich.
»Nicht nur von dir, du hast sicher gesehen wovon er schwärmt.«
»Ja, und was ist mit ihm?«
»Sagt dir die Mütze nicht genug, er hat Krebs im Endstadium.« Ich sagte nichts und wartete darauf, dass sie mir mehr erzählte. »Seine Eltern sind auf dem Weg hierher, sie wissen, dass er es wohl nicht bis morgen schafft. Dort kommen sie.« Vater und Mutter hielten sich an die Hand. Ehe sie fragen konnten, was ich hier zu suchen hatte, setzte Kristel zu einer Erklärung an. »Dies ist ein Freund von mir, er könnte ihrem Sohn einen letzten Wunsch erfüllen.«
»Sie sind der Freund der Alien aus der Zeitung,« stellte der Vater fest. Ich nickte.
»Wie wollen sie ihm helfen?« fragte die Mutter. »Ich kann mit ihm eine Reise zu den Alien machen.«
»Aber doch nicht wirklich?« fragte der Vater.
»Nein, aber er wird glauben dass es echt ist. Weis ihr Sohn, dass er sterben muss?« Die Mutter nickte unter Tränen.
»Ich werde ihm meine Hand auflegen und er wird glauben, dass es Wirklichkeit ist.« Ich blickte die Eltern an und wartete darauf, dass sie ihre Zustimmung gaben. Als sie nickten, öffnete Kristel die Tür. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Jungen, als er seine Eltern erkannte. »Mutter, du weinst ja, ist es so weit?« Die Mutter stürzte auf ihren Sohn zu und umarmte ihn. »Du weist, dass nach deinem Tod nicht alles vorbei ist, dein Opa im Himmel wartet auf dich und wird sich um dich kümmern.«
»Aber was ist mit euch, ihr werdet traurig sein?« Das war zuviel für mich, ich verließ das Zimmer, und schämte mich nicht meiner Tränen. Kurz darauf folgte mir Kristel.
»Ich weis nicht ob ich das schaffe,« sagte ich.
»Komm, wir gehen ein Stück,« sie schob mich in den Flur.
»Mir geht das auch nah, trotz dass ich dem Tod schon so oft begegnet bin. Der Junge ist auf seinen Tod vorbereitet, du sollst ihm nur noch eine letzte Freude bereiten.« Wir gingen wieder ins Zimmer. Der Junge sah mich an. »Du bist Edras Freund,« stellte er fest. »Ja, und wenn du willst, werden wir eine Reise zu ihnen machen.« Mein Blick fiel auf ein Foto, welches auf den Nachttisch stand. »Ist das dein Opa?«
»Ja, er wird mich abholen.«
»Das ist gut. Wollen sie an der Reise teilnehmen?« fragte ich die Eltern. Ihre Gesichter blickten mich fragend an. »Ich stelle mich hinter ihren Sohn auf, sie setzen sich je auf eine Seite und halten die Hand ihres Sohnes.«
»Kristel, hilfst du mir mal das Bett ein wenig nach vorne zu ziehen?« Ich stellte mich am Kopfende auf und legte eine Hand auf die Stirn des Jungen. »Wir schließen jetzt alle die Augen. Was siehst du?«
»Ein Raumschiff.«
»Richtig, meine Freunde warten schon auf uns, du hast sie sicher schon mal gesehen?«
»Ja.«
»Was passiert jetzt?« fragte ich. »Der Eingang öffnet sich.« »Dann lass uns hinein gehen.« Ich stellte mir Cyro und Systra vor und blinzelte kurz, um mich vom Zustand des Jungen zu überzeugen. Der Junge hatte vergessen, dass er im Bett lag, jetzt sah er sich im Cockpit stehen und beobachtete Cyro wie er das Raumschiff steuerte. Auf einem Bildschirm sah er unter sich Städte und Dörfer vorbeirauschen.
»Wenn du willst, darfst du das Steuer übernehmen.« Als wenn er nichts anderes gemacht hatte, legte er seine Hände wie selbstverständlich auf die Sensoren. Ich sah kurz, dass die Eltern von dem Spiel gefangen waren, Kristel stand abwartend im Raum. Das Raumschiff hielt auf eine große Wolke zu. Bald war es von der Wolke umgeben. »Ich sehe nichts mehr,« rief der Junge. Sofort bildete sich eine Öffnung, ein langer Tunnel war zu erkennen.
Der Eingang war von gedämpftem Licht umgeben. Je weiter man hinein blickte, desto heller wurde es. Lichtgestalten schienen auf einen zu warten.
Ganz am Ende tauchte eine Gestalt auf und wartete. »Ich sehe Opa, er möchte dass ich zu ihm komme.«
»Bist du sicher, dass du zu ihm möchtest?« fragte ich.
»Ja, sie sind doch alle meinetwegen gekommen um mich abzuholen.«
»Dann gehe.« Der Junge schwebte durch das geschlossene Außenschott auf den Tunnel zu. Als er die Hälfte des Weges geschafft hatte, drehte er sich um und winkte dem Raumschiff zu. Als er seinen Opa erreicht hatte, klopfte Kristel mir auf die Schulter. Ich öffnete die Augen, ebenso die Eltern. Kristel deutete auf ein Gerät, auf dem eine durchgehende Linie gezeigt wurde.
»Er hat uns verlassen,« sagte Kristel. »Ich muss gehen,« sagte ich, verließ das Zimmer und sprang vom Treppenflur aus nach Hause zu unserem Pferdestall.  Ich musste alleine sein, weil ich das Geschehene noch nicht verarbeitet hatte. Ich legte meinen Kopf gegen den Hals meines Pferdes und die Tränen suchten sich einen Weg durch sein Fell. Ich weis nicht wie lange es gedauert hat, die Tränen hatten einen Teil der Last von mir weggespült.
»Hallo ist dort jemand?« Erschreckt zuckte ich zusammen. Ich hatte die Stalltür offen gelassen. »Kristian, bist du das?« Schnell wischte ich über meine Augen und langte zu der Fellbürste. Jessika stand in der Tür. Ich versuchte mein Gesicht von ihr abzuwenden. Eine Weile sah sie schweigend zu. Sie spürte dass etwas nicht stimmte. Um ihr zuvor zu kommen sagte ich, »stell jetzt keine Fragen, lass mich bitte alleine. Wenn dich das nicht zufriedenstellt rufe Kristel an.«
Ich hörte, wie sie sich ohne Kommentar umdrehte und ging. Ich sattelte mein Pferd und führte es nach draußen. Ohne Ziel ritt ich davon.
 
Als ich nach einer Stunde zurückkam, fühlte ich mich besser. Ich erkannte wie sie mich alle ansahen, dass sie Bescheid wussten. »Ich soll dir im Namen der Eltern ausrichten dass sie dir dankbar sind. Sie waren sich nicht sicher ob das wirklich der Opa war den sie gesehen hatten oder nur eine Fiktion von dir.« »Ich habe den Opa auf einem Bild gesehen das am Krankenbett stand, der Junge sollte denken dass sein Opa auf ihn wartet.« »Kristian du bist ein Schatz,« Jessika nahm mich in den Arm. »So, das war genug, ich möchte darüber nicht mehr sprechen.«
 
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Leseprobe Buch 1    Leseprobe Buch 2 
Leseprobe Buch 3. in Arbeit.
Ich war Gast bei den Melchiors, weil ich in Ruhe an meinem Buch arbeiten wollte.
Klara war in der Schule. Ich hatte nicht vor auszureiten. Beim letzten Ausritt hatte ich eine Bergspitze entdeckt, auf der ein Kreuz stand. Das schien mir ein Ort zu sein, wo ich ungestört und ohne äußere Einflüsse schreiben konnte. Ich nahm meinen Schreibblock, das Kreuz vor Augen, sprang ich. Es war schon ein verdammt guter Aussichtspunkt. Die Täler unter mir lagen teilweise unter eine Decke aus Nebel versteckt. Der Gipfel war von einer Holzbrüstung umgeben. Ein schmaler Pfad führte den Berg hinunter. Es war sicher eine anstrengende Bergtour um hierher zu gelangen. Eine Bank lud zum Verweilen ein. Ich setzte mich und schrieb. Es mochte eine Stunde vergangen sein, als sich jemand schnaubend näherte. Aufblickend sah ich eine junge Frau, sie mochte um die fünfundzwanzig Jahre alt sein, näher kommen. Sie war bergmäßig angezogen, hatte aber keinen Rucksack dabei. Sie sah zu mir herüber. Ich rückte etwas zur Seite, was wie eine Aufforderung wirken sollte, sich zu mir zu setzen. Sie musterte mich. Ich war nicht gekleidet wie jemand, der einen Berg erklimmen wollte oder hatte. »Sie sind so hier hoch gekommen?« fragte sie.
»Ja, ich hatte gehofft, hier in Ruhe schreiben zu können.«
»Und durch mich ist ihre Ruhe jetzt gestört?« »Nein, das wollte ich damit nicht sagen.« Sie stellte sich an die Brüstung und blickte ins Tal hinunter. Einzelne Nebelbänke hatten sich aufgelöst und man konnte vereinzelt Häuser entdecken. »Was treibt sie schon zu so früher Stunde hier rauf?« fragte ich. Sie antwortete nicht. Irgendetwas stimmte nicht mit der Frau. »Bleiben sie noch länger hier?« fragte sie.
»Ja, hatte ich eigentlich vor.« Sie drehte sich zu mir um. Ungewollt sprangen mir ihre Gedanken entgegen und ich sah woran sie dachte. Sie sah sich in Gedanken mit ausgebreiteten Armen den Berg hinunter stürzen. Die Holzbrüstung und ihr Wille waren das einzigste Hindernis, dass es noch zu überwinden galt. »Warum schauen sie mich so an?« fragte sie.
»Haben sie sich das genau überlegt, sie werden es nicht schaffen, frei wie ein Vogel hinunter zu fliegen. Wenn sie unten aufschlagen, ist es vorbei mit dem Fliegen«
»Warum erzählen sie mir das?«
»Ich will damit nur sagen, dass ihre Eltern sie dann nicht mehr erkennen würden.«
»Wer sind sie eigentlich?«
»Vielleicht bin ich ihr Schutzengel?«
»Wie ein Engel sehen sie nicht aus.«
»Wie muss ein Engel aussehen, vermissen sie meine Flügel?«
»Sie sind ja verrückt.«
»Also was ist, geben sie ihr Vorhaben auf? Ich bekomme für jede gerettete Seele ein Fleißkärtchen.« »Du willst mein Schutzengel sein, dann kennst du sicher meine Eltern?« Ich sah sie an. Hinter ihre Stirn schien sie mir ihre Eltern vorstellen zu wollen. Ihren Vater sah ich in einen Arztkittel vor mir. Bei der Mutter war ich mir nicht sicher. Die Junge Frau dachte an ihre Mutter, von Geldbündeln umgeben. Ich wechselte auch ins du. »Dein Vater ist Arzt, deine Mutter verwaltet das Geld Anderer.«
»Du scheinst einiges über mich zu wissen, und du hast gewusst, weswegen ich hierher gekommen bin? Und du könntest sofort von hier verschwinden?«
»Ja«
»Dann tue es.« Als ich unsichtbar wurde, erschrak sie. Ich machte mich wieder sichtbar. »Glaubst du mir jetzt?«
»Ich bin kein gläubiger Mensch.«
»Das macht nichts, drehe dich um und gehe nach unten.« Oder besser, ich bringe dich nach unten?«
»Ich schaffe das schon.«
»Ich weiß, aber mir macht es keine Mühe, gib mir deine Hand.« Als wir unten im Tal ankamen und sie sich dessen bewusst wurde, war sie erschrocken. Ich sprang zurück. Ich wusste nicht, was für eine Erklärung sie sich für unsere Begegnung zurecht legen würde. Vielleicht würde sie es später noch einmal versuchen. Es war kurz vor der Zeit, wo Klara aus der Schule kommen würde. Ich sprang zurück. Als Klara mich sah, fragte sie, wie viele Seiten ich geschrieben hatte. Ich hielt ihr meinen Block entgegen. »Du warst fleißig.«
»Du rätst nicht, wo ich war?«
»Sag schon.« »Kennst du den Hügel mit dem Kreuz drauf?« »Ja«
»Ich habe dort geschrieben. Eine Junge Frau war dort und wollte sich herunterstürzen.«
»Und du hast sie gerettet?« »Ich habe es ihr ausgeredet. Sie denkt, ich sei ihr Engel der sie beschützt hat.«
»Siehst du sie wieder?« »Warum sollte ich?«
 
Als ich auf die Straße trat stand mir die Frau vom Berg gegenüber. »Ich wollte es glauben, aber sie sind niemals ein   Engel, sie haben sich über mich lustig gemacht.« »Ich habe dich ins Tal gebracht,« erinnerte ich sie. »Das stimmt,« sagte sie nachdenklich. »So, ich muss jetzt weiter.« »Halt, darf ich dich berühren?« »Wenn du willst?« Ziemlich fest umschloss sie meinen Oberarm. »Hast du was anderes erwartet?« fragte ich. »Gehe jetzt bitte nicht, ich möchte dich besser kennenlernen.« »Engel kommen und gehen, sie sind immer beschäftigt.« »Und sie gehen einkaufen?« »Ja du hast recht, klingt schon ein wenig verrückt. Habe ich dich wenigsten davon abgebracht dass du dir was antun wolltest?« »Ja, schon, sage mir endlich wer oder was du bist?« »Komm, da vorne können wir uns hinsetzen. Unter einen Baum stand eine Bank auf der wir uns setzten. Sie schaute mich abwartend an. »Nun fang schon an,« drängte sie. »Ist dir nie in den Sinn gekommen wer so etwas kann, dich ins Tal zu bringen?«
»Nein, warte, ich wüsste jemand, aber das kann nicht sein.« »Warum nicht?«
»Das wäre zu verrückt, was machst du hier?«
»Ich mache Urlaub.«
»Ganz alleine?«
»Ich kenn hier jemand, ich wohne dort.«
»Da kommt nur eine in Frage. Du wohnst bei Klara.«
»Vielleicht.« »Aber wieso hast du gewusst was ich vorhatte?«  »Es stand dir auf der Stirn geschrieben.« »Meine Gedanken, du hast sie gelesen, auch das über meine Eltern.« »Ich gestehe.«  »Wohnst du schon länger bei Klara?« »Ein paar Tage.« »Klara hat sich nichts anmerken lassen.« »Du kennst Klara näher?« »Ich bin Lehrerin, dann hast du Klara gesund gemacht?« »Ich habe etwas geholfen. Sagst du mir deinen Namen?«
»Veronika.« »Dann ist ja alles geklärt, oder nicht?« sagte ich.  »Ja schon, die Welt ist schon verrückt,« sagte sie. Ich ging.  
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»Vater, ich möchte morgen mit Kristian ausreiten.«
»Ich habe nichts dagegen.« »Du bist der beste Vater.« Herr Melchior sah mich an, ich sah Klara an. »Gibt es etwas, dass ich wissen müsste?« fragte Herr Melchior. »Kristian möchte die Germanen besuchen, du weist doch, er hat bei ihnen gelebt.« Ich schaute den Vater nicht an, tat unbeteiligt. »Klara du weist, wie ich darüber denke.« »Vater, sie sind ganz friedlich.« Herr Melchior ließ Klara stehen und ging ins Haus. »Was soll ich machen, warum ist er so stur?« fragte Klara.
»Wenn du später mal Kinder hast wirst du das verstehen.«
»Später, später, und was ist mit jetzt?« fauchte sie und ging ins Haus. Zum Abendbrot saßen wir wieder zusammen. Klara bombardierte mich mit Blicken, ich sollte die Germanen wieder zum Gesprächsthema machen.  Ich wollte nichts erzwingen, schließlich war ich Gast hier. Unsere Geduld zahlte sich aus. Herr Melchior fing von selber davon an. »Also was ist mit den Germanen?« fragte er.
»Kristian will sie morgen besuchen.« »Ich hoffe doch erst nach der Schule?« Ich nickte ihnen zu. »Meinetwegen,« sagte er dann. Klara fiel mir vor Freude um den Hals und drückte sich länger wie nötig an mich. Ich wusste, dass sie etwas für mich empfand. Als sie ging sagte ich, »du weist, dass du keinem davon erzählen darfst. Wenn du ein Tagebuch hast dann schreibe deine Empfindungen dort hinein. Später wenn du darüber berichten darfst, wirst du dich besser an alles erinnern.« Ich schrieb noch ein paar Seiten und ging dann schlafen.  
 Es war noch ein wenig frisch. Die ersten Sonnenstrahlen wagten sich hervor. Ich dachte an Jessika. Als ich für einige Wochen verschollen war, hatten die Elfen mein Medaillon, welches für mich keine Bedeutung mehr hatte weil ich ein Implantat bekam, für Jessika wieder aktiviert, damit sie mich suchen konnte und Riga eine ehemalige Sklavin im römischen Reich mit Waren beliefern konnte. Ich fragte mich, ob die Elfen ihr die Kraft des Medaillons lassen würden, nachdem ich wieder zurück war. Jessika konnte jetzt so wie ich durch die Tore springen. Lautlose Kommunikation und Gedanken lesen konnte sie jedoch nicht. Ich hätte mich nicht gewundert wenn sie hier eines Tages auftauchen würde.
. Es war schon ein Uhr, als Gerti Klara von der Bushaltestelle abholte. »Wir können,« sagte Klara, als sie bei mir stand. »Darf ich wenigstens vorher noch etwas essen?« fragte ich. Nach dem Essen zog sich Klara um. Gerti hielt ihr eine Tüte hin. »Was soll ich damit?« »Gastgeschenk,« sagte Gerti nur. »War das deine Idee?« fragte Klara. Ich nickte. Wir sattelten die Pferde und saßen auf. »Klara, wenn was ist, du musst sofort auf Tuchfühlung an mich heran kommen.«
»Meinst du, es könnte gefährlich werden?« »Nur für alle Fälle.«
Wir waren auf dem Weg zum Fürsten. Einen Kilometer von der Siedlung entfernt, kamen wir an. »Sind wir hier auch richtig?« fragte Klara, »ich sehe keine Germanen.«
»Warte es ab.« Die Siedlung machte einen friedlichen Eindruck. Sie lag auf einer Anhöhe hinter einen Palisadenzaun. Ich dachte daran, als die Wiesen davor noch voller Zelte gestanden hatten. Jetzt waren die Wiesen leer. Man hatte uns entdeckt. Wir ritten durch das Tor. Es herrschte eine bedrückte Stimmung.  Armelinde die Enkelin des Fürsten kam auf uns zu. »Was ist passiert?« fragte ich. »Der Fürst ist krank.« »Schlimm?« »Die Heilerin sagt ja.« »Bringst du mich zum Fürsten?« Er lag auf ein Bett voller Felle. Fiebrige Augen blickten mich an. »Kristian ich werde zu meinen Ahnen reisen.«
»Was ist passiert?« fragte ich Armelinde nochmal. »Bei einer Wildschweinjagd ist sein Arm von einem Ast aufgespießt worden, die Wunde hat sich entzündet.«  Der Fürst hatte sich anscheinend damit abgefunden seinen Ahnen entgegen zu treten. Jetzt konnte nur noch unsere Medizin helfen. »Klara, ich muss dich alleine lassen und unseren Heiler holen. Armelinde erschrecke jetzt nicht, ich komme gleich wieder.«
Ich stand im Flur unseres Krankenhauses und suchte Sonja die Ärztin. Eine Schwester sagte mir wo ich sie finden würde. »Kristian was ist los?« »Du musst mitkommen, der Fürst liegt im Sterben.« Was fehlt ihm denn?« »Vermutlich eine Blutvergiftung.« »Warte ich packe meine Tasche und sage, dass ich zu einen Notfall unterwegs bin.« Ich nahm ihre Tasche und wir waren wieder beim Fürsten. Sonja ging auf das Lager des Fürsten zu. Eine ältere Frau war jetzt auch da. Armelinde sah meinen fragenden Blick. »Die Heilerin,« erklärte sie. Sonja sah auf den verbundenen Arm des Fürsten.  Vorsichtig hob sie ihn an, ich half ihr den Verband zu entfernen. Die Heilerin sah aufmerksam zu. Der Arm sah wirklich nicht gut aus. Eiter lief aus der Wunde. Sonja tastete den Arm ab. Mit einer Pinzette stocherte sie in die Wunde und zog dann ein Stück Ast aus der Wunde. Sie spülte die Wunde aus, der Fürst bekam eine Spritze. »Ich kann die Wunde noch nicht zunähen,« meine Sonja, »wir müssen abwarten.« Ich wusste, dass wir die Heilerin an den Heilungsprozess beteiligen mussten. »Sage ihr, was sie machen soll,« bat ich Sonja. »Sie kann jetzt noch nichts machen, erst muss die Entzündung abklingen.« Die Heilerin sah stumm zu wie Sonja den Arm verband. »Wir sollten seine Heilkräfte aktivieren,« sagte ich. »Der Erfolg ist größer, wenn wir das zusammen machen,« schlug Sonja vor. »Ja, du hast recht. Ich hatte Sonja meine Kräfte übertragen, so dass sie auch in der Lage war, die Heilungskräfte zu aktivieren. Wir knieten auf beide Seiten des Lagers nieder und legten unsere Hände auf den Körper des Fürsten. Der Strom setzte sofort ein. Der Körper des Fürsten saugte unsere Energie gierig auf.  Das Gesicht des Fürsten entspannte sich. Nach zehn Minuten schaute ich Sonja an. Sie nickte mir zu. Wir standen auf. »Ich habe noch nie so deutlich gespürt, dass ein Körper meine Energie aufgenommen hat,« sagte Sonja. »Ja, das habe ich auch deutlich gespürt,  ich hoffe, dass die Übertragung noch rechtzeitig stattgefunden hat.« Armelinde hatte mit großen Augen zugeschaut. Der Heilerin konnte man keine Regung ansehen. »Ihr seid mächtige Heiler, seht nur, die Haut des Fürsten ist nicht mehr so blass,« stellte Armelinde fest. Ich hatte nicht darauf geachtet, aber jetzt sah ich es auch.
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»Also warum ich hier bin. Ich möchte dass sie mich auf meine Reise nach Dubai begleiten. Als Beschützer. Ich bin Diamantenhändlerin. In Dubai gibt es kaum Kriminalität. Trotzdem muss ich damit rechnen, dass man versucht, mir meine Diamanten zu stehlen.« Abwartend schaute sie mich an. »Warum ich, ich habe keine Ausbildung als Bodyguard.« »Die brauchen sie nicht. Bei Gefahr verschwinden sie einfach, wenn es geht nehmen sie mich gleich mit. Wir werden drei bis vier Tage in Dubai sein.« Als sie sah dass keiner eine Frage stellen wollte fuhr sie fort. »Pro Tag erhalten sie eintausendfünfhundert Euro. Alles anfallenden Kosten übernehme ich. Wir werden in der ersten Klasse fliegen.«
»Als wir auf den Malediven Urlaub gemacht hatten, wollten wir  einen Ausflug nach Dubai machen. Leider ist daraus nichts geworden,« sagte ich. »Was halten sie von meinem Angebot,« fragte sie. Nach Dubai hätte ich auch alleine fliegen können. Ich dachte an meine Steine die ich von den Atlantern bekommen hatte. Ich würde reiche Scheichs kennen lernen, denen ich meine Steine anbieten könnte. »Ich bin dabei,« sagte ich. »Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht damit gerechnet, dass sie so schnell zusagen.«
»Ich wollte schon immer einen Scheich kennenlernen.« »Sie werden keinen persönlichen Kontakt mit ihnen haben,« legte sie meinen Status sogleich fest. Mir würde schon was einfallen.   
 
. Der Scheich fragte Frau Wachtmeister, wie es ihrer Familie ging. Ich schaute nach draußen. »Darf ich?« fragte ich den Scheich und deutete nach draußen. Er nickte. Ich schob die Terrassentür auf und hinter mir wieder zu. Für mich gab es kein schöneres Pferd wie den Araber. Die Pferde hatten mich entdeckt und kamen näher. Sie schnauften. Ich war ein Fremder in ihrem Revier. Ich sprach zu ihnen was sie zu beruhigen schien. Erst kam das Eine, dann das Andere. Ihre Nüstern berührten meine ausgestreckte Handfläche. Sie ließen zu, dass ich ihre Stirn berührte. Dann beugte ich mich vor und legte meine Stirn gegen die Stirn eines Pferdes. Lautlos sprach ich auf sie ein. Ein Blick zurück und ich sah, dass der Scheich mich beobachtete.
Ich trat einen Schritt zurück. Die Pferde drängten schnaubend gegen den Zaun, ihre Köpfe gingen rauf und runter. Es sah so aus, als hätte ich ihre Freundschaft gewonnen. Der Scheich und Frau Wachtmeister kamen nach draußen. Er sah mich durchdringend an. »Was haben sie mit meinen Pferden gemacht? Sie benehmen sich nicht normal.« »Ich habe ihnen gesagt, dass ich ihr Freund sein möchte.« »Sie kennen sich mit Pferden aus?« »Wir haben selber drei Pferde. Natürlich nicht so edel wie ihre.« »Wie alt sind ihre Pferde?« »Bei meinem Pferd ist das schwer zu sagen, es kommt aus dem Mittelalter.« Ich merkte, dass ihn meine Antwort verwirrte. Er wollte sich keine Blöße geben und fragte deshalb nicht weiter.
»Darf ich sie Beide zu einem Pferderennen einladen?« fragte der Scheich. »Ja gerne,« sagte ich. Wir gingen ins Haus zurück. Ich hatte sein Interesse geweckt. Er sah mich an. »Ist ihr Beruf Bodyguard?«
»Nein, Frau Wachtmeister bat mich sie zu begleiten. Wir hatten es schon bis auf die Malediven geschafft und wollten eigentlich auch Dubai besuchen. Dazu ist es dann nicht mehr gekommen. Frau Wachtmeisters Angebot kam mir gerade recht, um ihr Land kennenzulernen.« »Entschuldigen sie, ich weiß immer noch nicht womit sie ihr Geld verdienen?« fragte er. Ich sah zu Frau Wachtmeister und schüttelte unmerklich meinen Kopf. Sie sollte nichts sagen. Dem Scheich schien das nicht entgangen zu sein. »Ich bin Forscher und reise durch die Welten.« Das Wort Welten in der Mehrzahl machte ihn stutzig. Wohl aus Höflichkeit hielt er sich vor weiteren Fragen zurück. »Und damit kann man Geld verdienen?« fragte er. »Ich mache Schätze vergangener Zeiten ausfindig. Römische Waren und Waffen, das Mittelalter hat auch viel zu bieten.« Wieder hielt er sich zurück. Die Tür ging auf und ein Scheich in Miniaturformat  stürmte ins Zimmer. »Darf ich ihnen meinen Sohn Faysal vorstellen?« Er mochte vielleicht acht Jahre alt sein. »Ich heiße Kristian,« sagte ich und hielt ihm meine Hand entgegen. Er nahm sie entgegen. »Du warst bei unseren Pferden.« »Ja, ich habe sie begrüßt.«
»Ich habe gesehen, dass sie dich mögen.«
»Ja, ich mag sie auch.« »Warum bist du hier?« »Ich begleite Frau Wachtmeister, sie hat wertvolle Steine mitgebracht.«
»Ich habe unsere Gäste zum Pferderennen eingeladen, vielleicht willst du mitkommen?« lenkte der Vater ab. Dann stand er auf. »Wir treffen und dann um achtzehn Uhr dreißig an der Bahn?« Frau Wachtmeister nickte. Als ich den Koffer nehmen wollte sagte der Scheich, »Wenn sie wollen schließe ich ihn bei mir ein?« Frau Wachtmeister konnte es schlecht ablehnen, sonst sah es so aus als würde sie ihm nicht trauen. Sie nickte mir zu. Ich ließ den Koffer liegen. Er war abgeschlossen, man müsste ihn schon aufbrechen. Der Scheich brachte uns zur Tür. Davor wartete schon ein Wagen der uns zurück bringen würde. Der Blick des Scheichs traf mich. Ich lächelte ihn an, was ihn sicher noch mehr verunsicherte.
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Eine halbe Stunde später erreichten wir die Rennbahn. Wir warteten vor dem Eingang. Das Auto des Scheichs fuhr vor, er winkte uns zu sich. Er stieg aus, sein Sohn folgte ihm mit einem Hund an der Leine. Wie erwartet gingen wir auf einen der besseren Ränge zu. »Scheich Abad bin el-Cadif, haben sie gewettet?« fragte ich. »Das gehört beim Pferderennen dazu,« antwortete er. Unter uns wurden die teilnehmenden Pferde vorbeigeführt. Es waren keine reinblütige arabische Pferde. Punkt neunzehn Uhr läutete eine Glocke den Rennbeginn ein. Die Ränge waren gut besetzt. Das Rennen begann. Für mich war das Beobachten der Zuschauer interessanter, als das Rennen selber.
Ein Aufschrei ließ mich wieder auf die Bahn sehen. Der Hund von Sohn Faysal rannte über das Feld einem imaginären Hasen nach. Gab es sie in der Wüste überhaupt? Kurze Zeit später rannte Faysal hinter ihm her. Die Menge schrie auf. Das Feld der Reiter näherte sich. Diese hatten die Gefahr sicher bemerkt. Kein Reiter wollte seinen erkämpften Platz freiwillig aufgeben.
Noch einhundert Meter. Der Junge sah die Reiter auf sich zukommen und wollte zurück rennen, was keinen Unterschied machte. Der Hund hatte sich längst in Sicherheit gebracht. Die Zuschauer schrien auf. Für mich war keine Zeit zu verlieren. Die Zuschauer sahen das unvermeidliche Unglück kommen. Noch rechtzeitig packte ich zu und verschwand mit Faysal in die höheren Ränge. Faysal saß, die Hände schützend über den Kopf haltend, neben mir. »Was ist passiert?« »Du weist schon was du falsch gemacht hast?« fragte ich. Der Reiterpulk rauschte vorbei. Alle rechneten damit ein zerfetztes Bündel Mensch zu sehen. Von dem Jungen war nichts zu sehen. Hatte ein Pferd ihn mitgeschleift? Es war still, wer beim Rennen der Sieger war interessierte im Moment keinen. Ein Rettungswagen raste auf das Feld. Suchend schaute der Scheich über das Feld. Dann ein Blick hinter sich auf die hinteren Ränge. Für ihn  musste das eine Fata Morgana sein. Dort sah er seinen Sohn neben mir sitzen. Die Menge wurden aufmerksam und folgte seinem Blick. Dann sah man ihn losrennen und seinen Sohn umarmen. Er blickte erst mich an, dann seinen Sohn an. »Was ist passiert?« fragte er. »Die Pferde kamen auf mich zu,« schluchzte  sein Sohn, »Ich weis nicht wie ich hierher kam.« Der Vater nahm seinen Sohn an die Hand und ging in seine Loge. Mich streifte ein letzter Blick. Auf einer digitalen Wand lief das Ereignis erneut ab. Der Junge war plötzlich verschwunden. Dann in Zeitlupe, was auch keine Klarheit brachte. Es sprach sich schnell herum, dass der Junge wieder bei seinem Vater war. Eine Fernsehkamera richtete sich auf Vater und Sohn. Ein Fernsehsprecher erschien mit einem Mikrofon. Der Scheich schüttelte seinen Kopf und sah zu mir hoch. Die Kamera folgte seiner Blickrichtung. Ich stand auf und ging zum Ausgang, wo Frau Wachtmeister schon wartete. Ein Auto raste heran. Der Scheich mit Sohn stiegen ein. Er sah uns abseits stehen, winkte uns zu sich. Wir stiegen in das Auto das sofort abfuhr. Mehrere Wagen versuchten uns zu folgen. Das Pferderennen war direkt übertragen worden. Die Frau des Scheichs stand schon in der Tür, als wir vorfuhren. Sie rannte ihrem Sohn entgegen und drückte ihn an sich. Wir waren ausgestiegen und wussten nicht, ob jetzt der richtige Zeitpunkt war, sich ihnen anzuschließen.
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Ein paar Tage später fuhr Lena vor. »Ich brauche etwas, worüber ich schreiben kann, deshalb habe ich mir folgendes ausgedacht.« Wir schauten sie gespannt an. Lena genoss die Aufmerksamkeit, die wir ihr schenkten. »Nun sag schon endlich,« maulte Jeanette. »Ihr werdet zu Legionären ausgebildet.« »Wie bist du denn darauf gekommen?«

Ich habe mir Folgendes gedacht. Während ihr mit den Legionären rumspielt, stehe ich mit der Kamera oben auf der Palisade und nehme das auf.« Ich schaute von Jessika zu Jeanette. Ihrem Gesichtsausdruck nach schienen sie nicht abgeneigt zu sein.

»Ihr tragt drahtlose Mikrofone, schließlich soll das kein Stummfilm werden.« »Wann soll es losgehen,« fragte Jeanette. »Wenn ich alles beisammenhabe.«

»Dann könnten wir ja schon mal mit dem Tribun reden,« schlug ich vor.

»Nein das ist noch zu früh, ich will das alles mit auf dem Film haben.« »Die Zuschauer verstehen kein Latein,« wand ich ein. »Das macht nichts, die Übersetzung wird unten eingeblendet.«

Der Tag verging. Am nächsten Vormittag erschien Lena mit ihrer Ausrüstung. »Was willst du denn mit den Scheinwerfern?« »Ich muss den Raum vom Tribun ausleuchten.« Jeder hielt ein Teil von Lenas Ausrüstung in Händen, als wir sprangen. Vom Waldrand aus sahen wir das gewohnte Bild des Kastells. Wir schritten durch das Tor, als uns Rufus der Rote entgegenkam. »Ihr seid ohne Pferde,« stellte er fest. »Wir müssen mit dem Tribun reden, du kommst am besten gleich auch mit.« Der Tribun saß über eine Schriftrolle gebeugt am Tisch und freute sich über eine Ablenkung und die Flasche Wein, die ich vor ihm hinstellte.

»Was habt ihr vor?« fragte er und sah zu Lena hin, die ihr Beleuchtungsstativ aufstellte. Ich wollte den Tribun gerade aufklären, da gab Lena mir zu verstehen, dass sie noch nicht soweit wäre. Wir standen alle beim Tribun, als Lena ein Zeichen gab und ihre Kamera einschaltete.

»Tribun wir möchten lernen mit dem Schwert zu kämpfen.

»Was habt ihr vor, die Germanen sind im Moment keine Gefahr.

»Die Germanen nicht, Römer haben mich schon ein paarmal in Bedrängnis gebracht.«

»Das waren wohl keine guten Kämpfer, du lebst ja noch.«

»Du hast recht, ich hatte meistens einen Stock dabei.«

»Ich weis nicht, ob unsere Männer gegen die Frauen kämpfen wollen?« zweifelte Rufus, nachdem ich erklärt hatte, was wir vorhatten. »Sie werden sich darum reißen mit ihnen kämpfen zu dürfen,« versprach ich. »Wir sind Anfänger und hoffen auf ein wenig Rücksicht.«

»Wir möchten so aussehen wie eure Legionäre und einen Schutz wie sie ihn haben,« sagte Jessika. Rufus grinste vor sich hin. »So kleine Rüstungen werden wir in der Zeugkammer nicht haben,« meinte er.

»Rufus gehe mit ihnen in die Zeugkammer, wenn es nicht passt, dann macht es passend,« sagte der Tribun. Er schielte zu seiner Flasche und wollte uns loswerden.

»Schnitt,« rief Lena und schaltete ihre Kamera und Leuchte aus. Wir gingen zur Zeugkammer, Lena, rückwärtsgehend, mit laufender Kamera voraus. Rufus stieß die Tür auf. Drei Legionäre sprangen auf und verdrückten sich, als sie Rufus sahen. Lenas Leuchte war schon an, als sie sich hinter den Mann der Zeugkammer stellte und die Kamera zuschaltete. Der Mann wusste nicht, wie ihm geschah, und wusste nicht, wohin er zuerst schauen sollte. Rufus erklärte ihm, weswegen wir hier waren. Anfänglich noch etwas verwirrt, schien ihm die Sache langsam Spaß zu machen. Jeder bekam eine rote Tunika. Der Körperschutz bestand aus dicken überlappenden Lederstreifen, der Schultern und Körper abdeckte. Es folgte ein Ledergürtel, an dem metallbeschlagene Lederriemen zum Schutz des Unterleibs baumelten. Für mich wurde eine passende Rüstung gefunden. Für die Frauen wollte er bis morgen alles passend machen, nachdem er mit Freude an den Frauen herumgezerrt hatte. Zum Schluss einen Lederriemen über die Schulter, an dem das Schwert hing. »Das brauchen wir doch wohl nicht,« wand Jessika ein. »Doch,« meldete sich Lena, »ich will euch voll ausgerüstet sehen.« »Dann folgten noch die Ledersandalen. Zum Schluss bekam jeder noch einen Lederhelm angepasst.

»Die Sachen könnt ihr erst mal hier liegen lasse,« meinte Rufus. Lena schaltete die Kamera und Beleuchtung aus.

Draußen verabschiedeten wir uns und versprachen, morgen wiederzukommen.

Lena war schon frühzeitig am anderen Morgen da. Wir saßen noch am Frühstückstisch.

»Kinder,« sagte Großvater, »wenn ihr wiederkommt, möchte ich, dass ihr mir zeigt, wie ihr als Römer ausgesehen habt.«

»Du darfst uns aber nicht auslachen.«

»Ihr nehmt besser eure Armbänder mit,« sagte ich, sonst geht euch zu schnell die Puste aus.« Hera hatte uns die Armbänder gegeben, als wir zu einer Zweitagesreise zur Burg Taleck aufgebrochen waren. Sie sollten einem die Hemmung zum Zuschlagen nehmen und die Ausdauer erhöhen, falls es zu einem Kampf kommen sollte.

Wir warteten noch auf Jeanette. Dann sprangen wir. Auf den Wiesen vor dem Kastell wurden die Legionäre schon gescheucht. Rufus hatte schon auf uns gewartet. Wir gingen sogleich zur Zeugkammer. Unsere Rüstungen lagen bereit. Den Frauen machte es nichts aus, dass Rufus und der Mann der Zeugkammer zugegen waren, als sie sich umzogen. Rufus dagegen wusste nicht, wohin er seinen Blick wenden sollte. Zuerst zogen wir unsere Tunika an. Darüber den Körperschutz. Die Tunika war etwas länger wie der Körperschutz und reichte bis etwas über den Schritt. Dann folgten die Sandalen. Lena bestand darauf, dass wir unsere Schwerter tragen sollten, obwohl wir mit Holzschwertern kämpfen wollten. Es war ein ungewohntes Gefühl mit Schuhen zu laufen, unter denen sich unzählige Eisennägel befanden. Wir grinsten uns an, als wir uns gegenseitig musterten. Die Frauen sahen wirklich zum Anbeißen aus in ihren Miniröckchen. Hoffentlich verleitete dieser Anblick die Legionäre nicht zu unüberlegten Handlungen. Rufus ergötzte sich an dem, was ihm die Frauen boten. Jeanette zog ihr Schwert und rief, »auf in den Kampf.«

Als wir durch das Tor gingen, hörte das Kampfgeschehen auf dem Platz auf. Die Legionäre blickten uns entgegen. »Stop,« rief Lena. »Erst mache ich ein paar Aufnahmen von euch.« Wir mussten uns mit dem Rücken zu den Legionären aufstellen. Lena machte Aufnahmen von der Seite, von hinten und von vorne.

»So ihr dürft jetzt,« meinte sie dann. Lena schaltete ihre Kamera ein. Wir gingen bis zur Mitte des Platzes, die Legionäre grinsten uns an, wir grinsten zurück. Rufus erklärte den Legionären, weswegen wir hier waren, obwohl sie das sicher schon wussten.

»Ich suche drei Mann für die Ausbildung, wer meldet sich freiwillig?« Kaum ausgesprochen drängten die Legionäre nach vorne. »Halt, ich brauche nur drei von euch.« Schließlich zeigte er auf drei Männer. Diese grinsten die anderen schadenfroh an. Rufus scheuchte die Legionäre wieder aufs Übungsfeld zurück. Ein Legionär brachte für uns drei Übungsschwerter aus Holz. Wir legten unsere echten Schwerter ab. Rufus nahm ein Übungsschwert und zeigte uns, wie man einen Angriff abwehrt. Jeanette konnte es nicht lassen. Wild mit dem Schwert herumfuchtelnd, tänzelte sie vor uns herum. Als sie merkte, dass sie die Aufmerksamkeit der Legionäre auf dem Übungsfeld hatte, steigerte sie ihr Tempo und ließ zu, dass ihre Toga ungebührlich weit hoch rutschte und ihr Höschen zu sehen war. Die Legionäre waren nicht mehr zu halten. Lautes Gelächter schallte zu uns rüber. Wir konnten nicht anders und lachten mit, bis uns die Tränen kamen. Jeanette, die sich in ihrer Rolle gefiel, hob ihr Schwert, stieß laute Kampfschreie aus, die von den Legionären erwidert wurden. »Ganz schön aufregend so ein Kampf,« meinte sie dann und legte sich ausgestreckt ins Gras. Inzwischen hatten sich viele Zuschauer aus dem Kastell vor dem Tor eingefunden.

»Legionäre Achtung,« rief Rufus. Wir stellten uns auf und versuchten mit Abwehrbewegungen, unsere Gegner auf Abstand zu halten. Ich hatte ja schon ein wenig Erfahrung und konnte die Schläge abwehren. Das ging eine Weile so hin und her, bei meinem Partner zeigten sich erste Erschöpfungserscheinungen. Aus Stolz wollte er das aber nicht zugeben. Unsere Armbänder zeigten ihre Wirkung. Mein Partner wollte es zu Ende bringen, nahm keine Rücksicht auf einen scheinbaren Anfänger und versuchte, meine Abwehr zu durchbrechen. Er kam mir so nahe, dass ich einen weiteren Schritt auf ihn zumachte, und ihn über mein ausgestrecktes Bein schupste und zu Fall brachte. Überrascht sah er zu mir hoch auf meine Schwertspitze, die auf seinen Hals gerichtet war. Ich half ihm aufzustehen. Die Frauen hatten auch genug. Jeanette machte Lockerungsübungen, ließ ihre Arme kreisen und hüpfte auf der Stelle. Sie sah, dass das den Legionären gefiel.

 
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Wir hatten uns alle schön gemacht. Weil herrliches Wetter war, und wir es nicht eilig hatten, waren wir mit Jessikas kleinem Geländewagen unterwegs. Unser Ziel war das Verlagshaus, das mein Buch der Öffentlichkeit vorstellen wollte. Vor uns lagen fünfundsiebzig Kilometer Autobahn.

Die halbe Strecke lag hinter uns, als ein Motorrad an uns vorbei rauschte. Verschreckte Autofahrer vor uns stiegen auf ihre Bremsen, als das Motorrad so plötzlich neben ihnen war und sie ihren eigenen Überholvorgang abbrechen mussten. Weiter vor uns passierte es dann. Ein erschreckter Autofahrer bekam sein Auto nicht mehr unter Kontrolle. Bremslichter leuchteten auf, Autos schlingerten über die Straße. Jessika hatte rechtzeitig gebremst und die Warnblinker eingeschaltet. Zum Glück war nicht viel Verkehr, so kam es hinter uns nicht zu weiteren Auffahrunfällen. Drei Autos vor uns war ein BMW unter einen Lastwagen gerauscht. Das Vorderteil des BMW hatte sich unter den Lastwagen geschoben. Es herrschte eine unnatürliche Stille. Die ersten Autofahrer verließen ihre Autos um sich das Unglück anzusehen. Dann standen sie hilflos herum, starrten auf die Insassen des Unglückautos, hoffend, dass einer die Initiative ergriff. Die Fahrerin war ebenso wie ihr Beifahrer schon älter. Beide schienen das Bewusstsein verloren zu haben. Der Aufprall war durch den Airbag abgemildert worden.

Da ich nicht wollte, dass man mich erkannte, veränderte ich mein Gesicht und hoffte, dass jemand den Notruf gewählt hatte. Die Frau öffnete ihre Augen und schaute mich an. »Es ist nicht so schlimm wie es aussieht, versuchte ich sie zu beruhigen.« »Was ist mit meinem Mann?«

»Der wird schon wieder.« Die Tür ließ sich nicht öffnen, die Seitenscheibe war zerbrochen. Ich erschrak, als ich in den Wagen schaute. Blut tropfte von ihrem Sitz herunter und bildete bald eine große Pfütze am Boden. »Was ist,« fragte die Frau, als sie mein erschrockenes Gesicht sah. »Sie sind verletzt und müssen hier schnell raus.« »Kümmern sie sich erst um meinen Mann.«

»Sie verbluten,« gab ich zu bedenken.

»Dann sei es so.« Ich konnte nicht sehen was dem Mann fehlte. »Erschrecken sie jetzt nicht, ich hole sie zuerst hier raus.« Schon einmal hatte ich einen eingeklemmten Lastwagenfahrer aus seinem Führerhaus herausgezogen. Auf den Schrecken der Zuschauer konnte ich keine Rücksicht nehmen. Wir wurden unsichtbar. Ich legte die Frau auf den Seitenstreifen ab. »Bleiben sie bitte so liegen, ich hole erst ihren Mann. Weiter unsichtbar befreite ich ihren Mann und legte ihn neben der Frau. Von dem Lastwagen verdeckt, hatte man uns noch nicht entdeckt. Jessika sah sich suchend um, in der Hand den Verbandskasten, und kam zu uns. Jeanette hatte dem Mann ihre Jacke unter den Kopf gelegt. Unter dem Rock der Frau floss das Blut hervor.

»Ich muss unter ihren Rock schauen woher das Blut kommt,« sagte ich zu der Frau. Sie nickte. Langsam schob ich ihren Rock hoch. Dann sah ich den tiefen Schnitt, aus ihm quoll ein stetiger Blutstrom. Abbinden konnte man an dieser Stelle nichts. Jessika hielt mir eine Kompresse entgegen, die ich auf die Wunde presste. Die Frau lag inzwischen in einer großen Blutlache. Den Schnitt zusammen drückend, schickte ich meine Heilenergie in die Wunde. Ich wusste dass es noch dauern konnte bis der Unfallwagen da war. »Kannst du nachschauen ob der Mann blutet?« stellte ich Jessika die lautlose Frage. Die Augen des Mannes waren geschlossen. Jessika scheute sich davor den Mann umzudrehen. Sie zuckte mit den Schultern und schüttelte ihren Kopf. Die Frau hatte unser Mienenspiel beobachtet. »Was ist mit ihm?« »Ihr Mann blutet nicht.« »Was ist mit meinem Blut?« Vorsichtig hob ich die Kompresse an. Der Blutfluss hatte nachgelassen. Die Frau schaute mich erwartungsvoll an. »Es blutet nicht mehr so stark,« beruhigte ich sie. Wir warteten darauf, die Sirene des Unfallwagens zu hören.

Dann kam er schließlich und hielt an. Der Arzt stieg aus und kam mit seiner Tasche angerannt. Schlimmes ahnend sah er auf das Blut, das den Rock der Frau rot gefärbt hatte.

»Kümmern sie sich erst um den Mann,« bat ich. Langsam schien der Blutfluss zu versiegen. Während der Arzt zu dem Mann ging, machte ich dem Sanitäter Platz. Fragend schaute er auf das Blut und der Kompresse.

»Ist schon gut, ich glaube sie blutet nicht mehr so schlimm.« Die Frau wurde auf die Bahre gelegt. Als sie fortgetragen wurde, rief sie: »Warten sie.« Mühsam öffnete sie ihre Halskette, an der ein Kreuz mit vielen kleinen Steinen besetzt, baumelte. Sie hielt mir die Kette entgegen. »Bitte tragen sie sie.« Sie wartete bis ich mir die Kette umgehängt hatte. »Danke für alles, vielleicht sehen wir uns mal wieder.« Ich nickte. Sie wurde in den Unfallwagen getragen. Der Mann wurde ebenfalls auf eine Trage gelegt und in einen zweiten Unfallwagen geschoben.

Meine Hände waren verklebt vom Blut der Frau. Ein Zuschauer hielt mir eine Flasche Wasser hin, die ich dankend annahm.

»Gib her,« sagte Jessika und goss das Wasser über meine Hände. Halbwegs sauber gingen wir zu unserem Auto. Die Polizei war mittlerweile auch schon da und sorgte dafür, dass die Autos an der Unfallstelle vorbeifahren konnten. Wir waren nur entfernte Unfallzeugen, also setzten wir unsere Reise fort.

»Jetzt musst du aber Gas geben, sonnst kommen wir zu spät,« meinte Lena.

Wir schafften es gerade noch rechtzeitig bis zum Verlagshaus. Waren die vielen Autos alle wegen uns hier?

Anscheinend hatte man dem Türsteher gesagt, wie wir aussahen, denn er bat uns ohne weitere Fragen herein.

»Wo finde ich die Toilette,« fragte ich und folgte der gezeigten Richtung. Mit Seife wusch ich den letzten Rest des Blutes ab. Ein Blick auf meine Kleidung, sie schien keine Blutflecke zu haben. Gemeinsam gingen wir zu den Menschen, die auf unser Erscheinen warteten. Es folgte eine Vorstellung der wichtigsten Leute. Die Besitzer des Verlagshauses wurden entschuldigt, diese hatten ihr Kommen angekündigt, waren aber noch nicht erschienen. Mir fiel eine junge Frau auf, die wiederholt zum Eingang schaute. Unsere Blicke trafen sich.

Sie stutzte, kam zögernd näher und starrte auf das Kreuz.

»Meine Mutter hat das gleiche Kreuz.«

Abwartend schaute sie mich an. Ich sah woran sie dachte.

»Ihre Mutter hat sie mir geschenkt.«

»Was ist mit ihr?« »Sie hatte einen Unfall auf der Autobahn. Es geht ihr gut.«

»Was ist mit meinem Vater?«

»Ich weis es nicht.«

»Und sie hat ihnen die Kette geschenkt?«

»Vielleicht auch nur geliehen, ihre Mutter wollte sicher, dass wir uns wiedersehen.«

»Wohin wurden meine Eltern gebracht?«

»Das weis ich nicht, fragen sie bei der Autobahnpolizei nach.« Sie rannte aus den Raum, die Leute schauten ihr nach.

Viele der geladenen Gäste wollten ein Signiertes Buch. Wir schrieben alle unsere Namen hinein. Inzwischen wurde bekannt, dass die Verlagsbesitzer einen Unfall hatten. Mit keinem Wort wurde erwähnt, dass wir damit etwas zu tun hatten, und waren froh, als sich der Pflichtbesuch dem Ende zuneigte und wir heimwärts fahren konnten.

Die Junge Frau sahen wir nicht wieder. Erst am nächsten Tag fuhr sie vor. Wir saßen draußen im Garten. Zögernd stand sie vor dem Tor. Ich ging ihr entgegen und ließ sie herein. Dann stellte ich uns vor. Ihr Name war Sylvia.

Meine Mutter hat mir erzählt dass sie sie aus dem Auto geborgen haben. Alle rätseln wie sie das gemacht haben. Man hätte sie herausschneiden müssen. Sie konnte nicht glauben, dass sie das gewesen sind, das Gesicht ihres Retters hätte nicht dem entsprochen, welches sie von ihren Fotos kannte.

Da meine Mutter viel Blut verloren hatte, musste sie zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.«

»Wie geht es ihrem Vater?« fragte Jessika.«

»Dem geht es schon wieder besser, ein Bein ist gebrochen und ein paar Rippen angeknackst.«

»Dann ist ja alles gut ausgegangen,« meinte ich.

»Ja, dank ihrer Hilfe.«

»Wir helfen immer gerne.«

»Meine Eltern möchten sie etwas besser kennenlernen, kommen sie uns besuchen?«

»Ja, machen wir, wir sind ja sozusagen Geschäftspartner.«

»Nein, sagen sie so etwas nicht, ein wenig mehr bedeuten sie meinen Eltern schon. Darf ich sie anrufen wegen der Einladung?«

»Wir freuen uns.« Ich brachte sie zum Tor. »Hoffentlich wird das nicht wieder eine Zurschaustellung,« meinte Jeanette.

 

 Zusammenfassungs-Expose  Buch 1  

 

 

 

                                            Für mein drittes Manuskript suche ich noch nach Ideen. Schlagt mir welche vor.

                   Falls sie etwas zu  meinem Roman sagen möchten, oder eine Idee haben, schreiben sie es in mein Feedback-Formular.

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